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Lange Nacht der Feuerwehr

Großeinsatz in der Feuerwache: Kolbermoorer Kameraden ziehen Hunderte Besucher in ihren Bann

Beeindruckend: An einem Wohnungsbrand im Container demonstrierten die Kolbermoorer Kameraden, wie sich ein Brand entwickelt und wie schnell sie am Einsatzort sind.
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Beeindruckend: An einem Wohnungsbrand im Container demonstrierten die Kolbermoorer Kameraden, wie sich ein Brand entwickelt und wie schnell sie am Einsatzort sind.
  • VonJohannes Thomae
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Hunderte Kolbermoorer eilten am Samstag, 24. September, in die Feuerwache. Dort war Großeinsatz, denn die Kameraden zeigten in Einsatzszenarien ihre vielfältigen Aufgaben. Besonders spektakulär: ein Löscheinsatz in Echtzeit.

Kolbermoor – Wohl mehr als tausend Besucher wird sie gehabt haben, die „Lange Nacht der Feuerwehr“ in Kolbermoor gehabt haben, wie Kommandant Franz Wudy schätzt. Und alle, die dort waren, werden mit Bürgermeister Peter Kloo einer Meinung sein: „Es war eine ungeheuer beeindruckende Demonstration der Leistungsfähigkeit – nicht nur der Feuerwehr, sondern auch des Technischen Hilfswerkes und des Roten Kreuzes.“ Wobei man eines, so der Bürgermeister, nicht genügend betonen könne: „Die gezeigte Professionalität ist eine Leistung, die rein im Ehrenamt erbracht wird.“

Ein Fest für die ganze Familie war die lange Nacht der Feuerwehr in Kolbermoor.

Atemberaubender Löscheinsatz

So funktioniert die Rettungskette: Die Feuerwache wurde zum Einsatzort, als Kolbermoorer Feuerwehr und BRK demonstrierten, wie ein Einsatz von der Alarmierung über das Löschen bis zur „Endkontrolle“ mit der Wärmebildkamera abläuft.

Wie viel den Ehrenamtlichen dabei tatsächlich abverlangt wird, war bei den zahlreichen Vorstellungen zu sehen. Mit einer der Höhepunkte sicherlich die Löschübung an einem Brandcontainer. Dabei handelt es sich um einen Container, in dem realitätsnah ein Wohnungsbrand simuliert werden kann. „Praktische Erfahrung“, so sagt Franz Wudy, „ist auch für den Feuerwehrdienst durch nichts zu ersetzen.“ Brände, bei denen man diese Erfahrung sozusagen von selbst gewinnen könnte, würden glücklicherweise immer seltener.

Umso wichtiger seien deshalb derartige Übungsmöglichkeiten: „Ein Raum voller Flammen und Rauch, dazu abnorme Hitze, man muss so etwas einmal am eigenen Leib erlebt haben, auch die eigenen unwillkürlichen Reaktionen darauf, um im Ernstfall damit richtig umgehen zu können“, sagt der Kommandant. Für die Zuschauer war am Samstag eine Seitenwand des Containers geöffnet, sodass auch sie einen zumindest annähernd realitätsnahen Eindruck davon gewinnen konnten, wie fordernd – und das sowohl in körperlicher als auch in psychischer Hinsicht – die Arbeit der Feuerwehrmänner und -frauen ist.

Wenn sich alles dreht: Welche Auswirkungen Alkohol auf die Wahrnehmung hat, konnte mit Rauschbrille im Parcours nachempfunden werden.

Die Übung war damit die perfekte Ergänzung zur „Feuerwehr-Modenschau“ kurz zuvor: Dort konnten die Zuschauer – und natürlich vor allem auch die Kinder – aus der Nähe einen Eindruck davon gewinnen , wie schwer die Einsatzkräfte schon an ihrer Bekleidungs-Ausrüstung zu tragen haben, etwa die Atemschutzgeräteträger.

Keine Angst vorm grünen Mann

Keine Angst vorm grünen Mann: Mit der Präsentation der verschiedenen Einsatzuniformen soll vor allem den Kindern die Angst genommen werden.

Einblicke gab es dabei auch in das „Erscheinungsbild“ der verschiedenen Funktionsträger bei einem Einsatz – vom Gruppenführer bis zum Einsatzleiter. Besonders beeindruckend war zudem, wie „außerirdisch“ ein Kamerade aussehen kann, wenn er mit Atemschutz oder grünem Abc-Schutzanzug ausgerüstet ist. Die Übung am Brandcontainer zeigte dann die konkreten Aufgaben der Einsatztruppe „live“ : vom Alarm über den ersten Augenschein am Einsatzort, die Arbeitsverteilung, die Bereitstellung des Löschmaterials bis zum Löscheinsatz und die „Qualitätskontrolle“ mit der Wärmebildkamera – alles lief wie ein bestens getaktetes Uhrwerk.

Technik, die begeistert: Die schwere Einsatztechnik des THW durften die Kinder sogar von innen erkunden.

Die ganze Veranstaltung war dabei zugleich ein großes Fest für die ganze Familie, denn Attraktionen gab es für jede Altersgruppe. Mit ein Highlight dabei zweifellos der „Höhenrausch“, den die Besucher im Korb der 30 Meter hohen Drehleiter erfahren konnten. „Ein Wahnsinnserlebnis“, sagten Sabine Hofmann und ihre Tochter Isabella, die am Samstag ihren vierten Geburtstag feierte, der dadurch ein Extra-Highlight bekam.

Schlangestehen an der Drehleiter: Bis in die Nacht wollten die Kolbermoorer hoch hinaus.

Publikumsmagnete waren natürlich auch die Feuerwehrfahrzeuge und ihre Ausrüstung. In so manchem kleinen Besucher mag da zumindest für diesen Tag festgestanden haben: „Ich will auch zur Feuerwehr.“

Interesse beim Nachwuchs geweckt

Früh übt sich: Die Jugendfeuerwehr zeigte den kleinen Besuchern, wie ein Feuer gelöscht wird.

Einer, der da möglicherweise schon weiter ist, war der neunjährige Matteo Lang. Er hat ein Faible für Feuerwehr und Rettungsdienste. Am Samstag ließ er sich von Lukas Fuchs von der Kolbermoorer Feuerwehr an einem Dummy Erste Hilfe zeigen und legte selbst mit Hand an. Für Fuchs ist genau das wichtig: „Die meisten Leute scheuen sich davor, Erste Hilfe zu leisten, aus Angst, etwas falsch zu machen.“ Dabei sei „falsch“ in solchen Fällen nur eines: gar nichts zu tun. Matteo wird durch den frühen Kontakt mit lebensrettender Hilfe sicher nie in die „Untätigkeitsfalle“ tappen. Doch, so sagt Fuchs: „Selbst wenn die Kinder von der Demonstration nur eines behalten, ist es schon viel wert: nämlich die 112, die Nummer, die im Unglücksfall anzurufen ist.“

Was ist im Notfall zu tun? Für die Erste-Hilfe-Übungen interessierten sich auch Kinder. Lukas Fuchs (rechts) erklärt dem neunjährigen matteo, worauf es ankommt.

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