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Zwei Konfessionen finden gegenseitige Unterstützung

Gläubige halten in Kolbermoor ökumenische Friedensgebete

In Kolbermoor gibt es zwischen den beiden Konfessionen einen engen Schulterschluss. So auch bei den Friedensgebeten an den beiden vergangenen Samstagen.
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In Kolbermoor gibt es zwischen den beiden Konfessionen einen engen Schulterschluss. So auch bei den Friedensgebeten an den beiden vergangenen Samstagen.
  • VonJohannes Thomae
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An den vergangen beiden Samstagen wurde, als Zeichen für die Betroffenheit über den Krieg in der Ukraine, an der Brücke der Freundschaft in Kolbermoor ein ökumenisches Friedensgebet abgehalten.

Kolbermoor – Es war auch ein Beispiel dafür, wie die Zusammenarbeit der zwei Konfessionen untereinander und mit der Stadt funktioniert.

„Am Dienstag in jener Woche hatten wir in unserem Seelsorgeteam die Idee dazu“, erklärt Pastoralreferentin Martina Mauder, „Schon am Mittwochmorgen bekamen wir vom Ordnungsamt das Okay, fragten dann bei Pfarrerin Birgit Molnar nach, ob sie mitmachen werde – sie sagte sofort zu“.

„Unkompliziert und gegründet auf einem direkten schnellen Kontakt zueinander“, so beschreibt Pfarrerin Molnar das Verhältnis der beiden Konfessionen in Kolbermoor.

„Eine solche Zusammenarbeit erwarten die Menschen auch von uns“, ergänzt Mauder, „und sie wird in einer Zukunft, in der die Personaldecke bei beiden Konfessionen zunehmend dünner wird, wohl auch immer wichtiger werden“.

Gemeinsam Trost und Halt spenden

Die Kirchen vor Ort kann man sich als kleine wendige Schnellboote vorstellen, die rasch auf das reagieren, was nötig ist. Ein Beispiel für solche neue Formen der Zusammenarbeit ist der Konfirmanden- beziehungsweise der Firmunterricht. „Die Jugendlichen, um die es geht, sitzen in einer Schulklasse, sind oft untereinander befreundet. Sie in den Vorbereitungen strikt zu trennen, ist eigentlich ein Relikt aus früheren Zeiten“, sagen Mauder und Molnar übereinstimmend.

In Kolbermoor treffen sich die Jugendlichen immer wieder in gemeinsamen Gottesdiensten, die nicht nur darum etwas Besonderes sind: Neben Geist und Seele der Jugendlichen, wird auch der Körper angesprochen. Etwa wenn man gemeinsam Bretter bemalt, auf denen man anschließend versucht, das Gleichgewicht zu halten, während ein Stock darunter liegt. Das ist leichter, wenn man sich dabei mit seinem Nachbarn an den Händen hält.

Das Leben besteht nicht nur aus Zuversicht. Kirchen sind gerade dann gefragt, wenn es darum geht, Trost und Halt zu spenden. Auch hier ist eine strikte Trennung der Konfessionen unerheblich.

Molnar und Mauder wissen an welchen Päckchen ihre Gemeindemitglieder zu tragen haben und machen bei ihrer Unterstützung keine konfessionellen Unterschiede. So kommt es, dass sie sich gegenseitig um Rat fragen.

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„Natürlich gibt es auch in unseren jeweiligen Kirchen viele, die einem mit gutem Rat weiterhelfen können. Aber es ist doch von Vorteil, wenn man mit jemand sprechen kann, der die Verhältnisse in Kolbermoor kennt“, sagt Mauder. Deutlich wurde die Nähe zu den Bedürfnissen der Menschen beim ökumenischen Friedensgebet an der Brücke der Freundschaft. „Das, was die Menschen angesichts des Krieges umtreibt, ist schlicht auch Angst vor einer möglichen Eskalation. Eine Angst, die angesichts der individuellen Ohnmacht nicht kleiner wird“, erklärt Molnar.

„Diese Angst ist real“, so Mauder, „man kann sie nicht wegdiskutieren und für den damit verbundenen Frust und ja – auch die Wut – muss eben auch in einem Gottesdienst Platz sein. Es geht nicht nur darum, Gott ständig zu danken, ich darf auch meinem Gefühl des Verlassenseins Ausdruck geben. Und in diesem gemeinsamen Bekenntnis, das ist dann das Wunder des Glaubens, kommt dann für den einzelnen wieder Stärke und Kraft zurück.“