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„Geraucht wird fast nicht mehr“: Kolbermoorer Rauchclub feiert 125-jähriges Bestehen

Ausflug im Juni zur Gramai Alm mit knapp 40 Mitgliedern des Rauchclubs (von links): Heidi Heimbuchner, Zenta Brenner, Helmut Feuerer, Anton Brenner, Anna Feuerer, Elise Schwarz und Brigitte Brand. re/Weinzierl

„„Wir sparen nicht nur, sondern sind auch sozial“: 1380 Kolbermoorer, die zwischen 14 und 100 Jahre alt sind, sind dabei – wie alles anfing, erzählen der Vorsitzende Erich Heimbuchner und der Vize-Vorsitzende und Bezirksvorsitzender Anton Brenner.

Kolbermoor – „Geselliges Zusammenhalten, Förderung des Pfeifenrauchens und Fernhaltung jeglicher Politik“ – das ist eine der Statuten des Rauchclubs Kolbermoor, der im November 1894 gegründet wurde. Jetzt wird gefeiert, denn der Verein feiert am Samstag 125-jähriges Bestehen (siehe Kasten).

Notleidende unterstützt

Vor 125 Jahren saßen die Honorationen der Stadt Kolbermoor Pfeife rauchend in einem Kolbermoorer Gasthaus und haben gekartelt – Tarock und Schafkopf, erzählt Erich Heimbuchner (70), der seit 2003 Vorsitzender des Vereins ist. An seiner Seite ist seither Anton Brenner (74), sein Stellvertreter. Schon vor 125 Jahren wurde bei der Teilnahme eine Gebühr erhoben, „um Pfeifentabak und Rauchutensilien zu kaufen“, so Brenner. Allerdings blieb von dem Geld immer etwas übrig.

Die Mitglieder überlegten sich, mit dem Geld Bedürftige in der Stadt zu unterstützen. „Denn in dieser Zeit bedeutete Invalidität, ein Krankheitsfall oder der Tod eines Ernährers bitterste Armut, da das staatliche Sozialsystem erst im Aufbau war.“

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„Kleidung, Brennholz und Lebensmittel wurde dann an die armen Kolbermoorer verteilt“, so Brenner. „Daraus ist dann eine Sterbegeldkasse entstanden“, ergänzt Heimbuchner. Die derzeit 1380 Kolbermoorer Mitglieder, die zwischen 14 und 100 Jahre alt sind, zahlen jedes Jahr eine Gebühr zwischen 22,80 und 28,80 Euro – das hängt vom Eintrittsalter ab.

Verstirbt ein Mitglied, „wird das Sterbegeld unbürokratisch an die Nachkommen überwiesen“, so die Vorsitzenden. Obendrein ist der Verein bei einer Beerdigung zugegen: „Das wird gerne gesehen“, sagt Heimbuchner, „wir kommen mit einer Fahnenabordnung und halten eine kleine Rede. Viele Hinterbliebene bedanken sich anschließend bei uns.“

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Aber der „Rauchclub“ macht noch mehr: Die Mitglieder treffen sich zur Jahreshauptversammlung, unternehmen einmal im Jahr einen Tagesausflug, veranstalten Senioren-Ehrentage und besuchen in der Vorweihnachtszeit alte, einsame Mitglieder. „Sie warten schon, dass wir kommen“, so Heimbuchner, der seit über 50 Jahren dabei ist. Das ist wirklich phänomenal.“ Kurz: „Wir sparen nicht nur, sondern sind auch sozial.“

Und der Name Rauchclub wurde beibehalten? „Ja“, sagt Heimbuchner. Geraucht wird zwar nicht mehr viel – mehr als 90 Prozent unserer Mitglieder sind Nichtraucher, weiß Anton Brenner.

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Die Feierlichkeiten beginnen am Samstag, 19. Oktober, um 17.15 vor dem Alten Rathaus. Dort gibt die Stadtkapelle ein Ständchen. Um 18 Uhr beginnt der Wortgottesdienst in der Pfarrkirche – dort wird auch das Fahnenband geweiht, das die Kolbermoorer vom Patenverein aus Bad Endorf bekommen. „Es wird angeheftet und dann gesegnet“, sagt Brenner. Anschließend geht es am Kanal entlang zum Kriegerdenkmal, dort wird der Toten gedacht. Von dort geht es in den Mareis-Saal – die Vorstände 15 anderer Vereine werden auch dabei sei, ebenso wie Schirmherr Bürgermeister Peter Kloo.

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