KOLBERMOORERIN KREIERT LATERNENSPIEL „SANKT MARTIN“

Gemeinsam Laternen leuchten lassen

Das „Sankt Martin Laternenspiel“, ein Gemeinschaftsspiel für Jung und Alt. Koch/re
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Das „Sankt Martin Laternenspiel“, ein Gemeinschaftsspiel für Jung und Alt. Koch/re

Pünktlich zum Herbst und zum Martinsfest wurde es fertig: das Laternenspiel „Sankt Martin“, das die Kolbermoorerin Elfriede Pauli entwickelt und kreiert hat – ein Gemeinschaftsspiel, bei dem Zusammenhalt und Teamgeist im Vordergrund stehen.

Kolbermoor – Elfriede Pauli, die mittlerweile seit 14 Jahren ihren eigenen Spieleverlag betreibt, vertritt alle Werte, die die Legende von St. Martin den Kindern vermitteln soll: Miteinander Teilen und gemeinsam etwas erreichen sind für sie unverzichtbare soziale Kompetenzen.

Während sich Pauli für eine neue Spielidee inspirieren ließ, musste sie bei ihren Internetrecherchen feststellen, dass es zum Thema St. Martin so gut wie keine Brett- oder Kartenspiele auf dem Markt gibt. Ganz im Gegensatz zu Festen wie Halloween, Weihnachten, Karneval oder Ostern.

Das von Pauli kreierte „Laternenspiel“ gehört somit zu den ersten seiner Art zu diesem Thema. Der Grundgedanke des Spieleverlags von Pauli lautet: für Jung und Alt. Als Pauli mit diesem Gedanken 2002 vergebens versuchte, ihre Idee diversen Verlagen schmackhaft zu machen, war der Grundstein ihres eigenen Unternehmens gelegt.

Privat spielt Pauli am liebsten das urbayerische Kartenspiel „Schafkopf“, obwohl sie gebürtige Wienerin ist. Doch auch gemeinsame Brettspiele waren im alltäglichen Familienleben, insbesondere mit ihren Töchtern, immer allgegenwärtige Erlebnisse.

Die gelernte Erzieherin und studierte Heilpädagogin arbeitet am liebsten mit Menschen aller Altersgruppen sowie mit unterschiedlichem Bildungsstand zusammen.

Spätestens seit der Geburt ihrer ersten Enkelin im Jahre 2005 kann man sagen, dass Elfriede Pauli ihr Hobby zum Beruf gemacht hat. Die ganze Familie inklusive der mittlerweile sieben Enkel an einem Tisch zu haben und dabei ein gemeinsames Spielerlebnis zu haben, bei dem es in erster Linie nicht um den Wettkampf, sondern um das einander Helfen geht; das ist für Elfriede Pauli der Inbegriff eines gelungenen Abends.

Inzwischen hat nach den Worten von Pauli auch die übrige Spiele-Branche die Marktlücke mit Spielen auch für Erwachsene, Menschen mit Behinderung oder Alzheimerpatienten entdeckt. Ihrer Ansicht nach ist es aber eine Schande, dass man im Altenheim bis vor Kurzem auf Spiele zurückgriff mit Kleinkindmotiven, nur weil es keine andere Alternative der Beschäftigung gab.

Anders als bei „Kubus Fugus“, dem ersten Spiel von Elfriede Pauli – eine Genialität nach dem Prinzip eines Würfel-Puzzles, an dem sowohl Alzheimer-Patienten als auch Mathematik-Professoren ihre Freude haben – handelt es sich bei dem St.-Martin-Laternenspiel um ein reines Kinderspiel. Empfohlen wird es ab vier Jahren und für zwei bis vier Personen. Das Spiel basiert auf Teamwork und ist somit exakt das, was jedes Kind mit dem Wort „Gemeinschaftsspiel“ als erstes in Verbindung bringen würde.

„Das Laternenspiel kann man sich als eine Art modernes Memory vorstellen.“ Elfriede Pauli

„Genau genommen kann man sich das Laternenspiel als eine Art modernes Memory vorstellen. Ziel ist es, alle Laternen zum Leuchten zu bringen, ohne dass dabei Regen- oder Wind-Karten die Laternen wieder auslöschen“, erläuterte Pauli.

Die Pointe des Spiels ist es, dass es durchaus möglich ist, dass nicht alle Laternen angegangen sind beziehungsweise wieder ausgelöscht wurden. Wenn alle Laternen „leuchten“, haben die Spieler zusammen gewonnen. „Einander helfen, wird also nur gewünscht. Durch dieses gemeinsame Scheitern oder den gemeinschaftlichen Erfolg entsteht bei den Kindern ein Teamgeist, den sich so mancher Firmenchef nur wünschen kann“, so Pauli. „Die Spieler unterstützen sich gegenseitig und erleben das Miteinander als hilfreich.“

Von der Idee bis zur endgültigen Fertigstellung des Spiels hatte Elfriede Pauli tatkräftige Unterstützung von ihrem Mann, ihren Kindern und Enkelkindern sowie von ihrem langjährigen Freund Karl Scherleithner aus Wien, der das Design übernommen hatte. Für die Verwendung des Begriffs „Sankt Martin“ wurde Markenschutz beim Patentamt beantragt.

Angefangen bei den Hintergrundfarben der Spielkarten über die liebevoll gestalteten Motive bis hin zu diversen bürokratischen und organisatorischen Hürden – alles in allem dauerte es etwa ein Jahr, bis Pauli das erste fertige Spiel in den Händen halten konnte.

Und dass inzwischen so viele Kinder den Computer den Gesellschaftsspielen vorziehen, bereitet das der Spieleerfinderin Sorge? Pauli vertritt diesbezüglich die Auffassung, dass es sich dabei lediglich um eine bestimmte Sparte des modernen Spielens handelt. Allerdings: Trotz vieler Vorteile sind die Qualität einer am Tisch zusammensitzenden Familie bei einem Spieleabend sowie die dabei entstehende Sozialkompetenz nicht zu ersetzten, ist sie überzeugt. „Zumal bei den meisten Spieleplattformen eher ein Konkurrenzdenken vorherrscht und nicht das gemeinschaftliche Erfolgserlebnis im Vordergrund steht.“

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