Gemeindehaus wird modernisiert

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Großen Schaden hat das Hochwasser von Anfang Juni in der Evangelischen Kirchengemeinde Kolbermoor angerichtet. Sämtliche Kellerräume standen bis zur Decke unter Wasser, im Gemeindehaus wurden die Aufenthaltsräume zerstört, im Verwaltungsgebäude die Heizanlage - letztere wurde inzwischen erneuert. Nach langer Vorplanung konnte jetzt auch mit der Sanierung des Gemeindehauses begonnen werden. Überdies wird das Erdgeschoss barrierefrei umgebaut.

Kolbermoor - Schwer getroffen war die evangelische Kreuzkirche an der Mitterharter Straße von der Hochwasserkatastrophe: Die Kellerräume des Gemeindehauses standen komplett unter Wasser, wurden damit völlig unbenutzbar, ebenso die Heizanlage im Nachbargebäude. Einziger Trost für Pfarrerin Birgit Molnar: die vielen Helfer, die noch am Hochwasser-Sonntag gerettet hatten, was zu retten war - angefangen von den Musikinstrumenten der Band, die im Keller ihren Proberaum hatte, bis hin zu Deko- und Einrichtungsgegenständen.

"Die Hilfe war bemerkenswert", ist die Pfarrerin nach wie vor angetan, "auch bei den anschließenden Aufräumarbeiten." Alt und Jung hätten sich eingebracht, wobei sie auch den Einsatz der Jugend hervorhob.

Waren die gröbsten Arbeiten einmal erledigt und die Trockner installiert, ging es für die Pfarrei an die Schadensbehebung - und die war alles andere als einfach.

Bis in die Adventszeit hinein liefen Molnar zufolge noch die Trockner im Gemeindehaus, gleichzeitig musste eine neue Heizung und die Sanierung der Kellerräume geplant und von der Landeskirche abgesegnet werden.

Hinzu kommt die Finanzierung, bei der sich Rathaus-Geschäftsleiterin Elisabeth Kalenberg eingebracht hat: Zusammen mit der Stadt wurde ein staatlicher Fördertopf aufgetan, das Programm zur Wiederherstellung der Infrastruktur in den Gemeinden, komplett über den Freistaat finanziert - und in den die Maßnahme der evangelischen Kirchengemeinde aufgenommen wurde. "Wofür wir außerordentlich dankbar sind", freut sich Pfarrerin Molnar - denn an den Schäden vom weitaus weniger dramatischen Hochwasser im Jahr 2005 knabbert die Kirchengemeinde immer noch. Damals, berichtet Molnar, habe man die Sanierung aus Eigenmitteln bestreiten müssen, der Restschuldenstand liegt nach den Worten der Pfarrerin noch bei etwa 30000 Euro.

Weitaus besser sieht es für die Kreuzkirche bei der aktuellen Maßnahme aus: Trotz langwieriger Planungen und Genehmigungen kann die Kirchengemeinde nun auf eine Übernahme der Kosten durch den Freistaat setzen - bei einer Bausumme von rund 450000 Euro werden nach Angaben von Planer und Bauleiter Franz Bartl immerhin 93 Prozent übernommen.

Weiterer Vorteil für die Kirchengemeinde: Es können im Zuge der Baumaßnahme nun nicht nur die zerstörten Räume wieder saniert, sondern auch Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt werden. "Neben der Beseitigung der Hochwasserschäden bringen wir das Gebäude auf den neuesten Stand der Technik", erklärt dazu Planer Bartl. Leitungen würden erneuert und für die Zukunft hochwassersicher im Deckenbereich verlegt, die Kellerräume überdies nach aktuellem Standard gedämmt.

Hinzu kommen Umbauten im Erdgeschoss des 1984 errichteten Gemeindehauses: Dort wird, wo möglich, auf Barrierefreiheit geachtet. In diesem Zuge wird Bartl zufolge der Eingangsbereich aufgeweitet, überdies eine behindertengerechte Toilette eingerichtet. Untergebracht wird diese im Raum der Kleiderkammer - letztere erhält dann neue Räumlichkeiten im Untergeschoss. "Wo einfach mehr Platz ist", führt Molnar aus, denn die ehrenamtliche Einrichtung platze regelrecht aus allen Nähten - und werde auch rege genutzt, wie die Pfarrerin betont.

Ebenfalls auf Vordermann gebracht wird im Zuge der Sanierung der Brandschutz und die Fluchtwege. Unter anderem erhält das Untergeschoss Fluchtmöglichkeiten über den Lichtgraben.

Vergangene Woche konnte Molnar nun nach Zusage der Fördergelder den Startschuss für die Arbeiten geben. Mit Abschluss der Sanierung rechnen Kirchen und Planer bis etwa August.

Neben dem tatkräftigen Einsatz der Helfer freut sich Molnar zudem über die große weitere Unterstützung in Form von Spenden - und die gelebte Ökumene in der Mangfallstadt: Denn der katholische Pfarrer Maurus Scheurenbrand hatte sogleich seine Kirche für Gottesdienste angeboten, falls die Kreuzkirche nicht genutzt werden könnte, und auch zahlreiche Gruppen und Veranstaltungen hätten seitdem eine "Ersatzheimat" in Wiederkunft Christi oder Heilige Dreifaltigkeit gefunden. "Das Angebot mit der Kirche mussten wir zwar nicht annehmen, aber toll ist diese unbürokratische Hilfe schon", ist Molnar angetan.

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