LESERFORUM

„Gänsesäger sind Teil der Natur“

Leserbrief zu „Gänsesäger bereitet ,massive Probleme‘“ im Lokalteil:

Dass die Gänsesäger ein Teil der Natur sind, ist anscheinend nicht allen bekannt, oder? Angeln ist ein Hobby, eine Freizeitnutzung für das eigene Vergnügen und nur zum Spaß. Sicher, es gab vielleicht mal die Notwendigkeit zum Fischen, aber das ist lange her. Dann gab es eine Zeit, wo Gewässerbelastungen dieses Hobby unmöglich machten und die Fischbestände durch viele Faktoren stark dezimiert wurden.

Natürliche Laichgebiete sind der Gewässer Vermulmung (Sedimenteintrag) geschuldet und Fischwanderungen wurden durch technische Bauwerke fast gänzlich unterbunden. Natürliche Unterstände für die Fische wurden zerstört, weil man die Bäche und Flüsse begradigte und sie vegetationslose Ufer bekamen.

Die Hobbyangler halfen sich dadurch, das man gezielt Neozoen einsetzte: Weil die schneller wachsen und größer werden, nicht nur bei den Fischen – siehe Krebse)! In den Teichen wurden Carnivoren eingesetzt, weil es spannender ist, sie zu fischen.

Doch wer soll schuld sein, an der Reduzierung von Fischen? Ah klar, die Gänsesäger, Kormorane, Eisvögel, Reiher und Haubentaucher. Aber sicher nicht die Menschen. Warum auch? Sie gehen doch nur ihrem Hobby nach. Wieso kümmert man sich nicht – wenn Angler von Naturschutz reden – nicht um die wahren Gründe für das Fischsterben? Zum Beispiel könte man Wehre zurückbauen, Umgehungsgerinne schaffen, Sedimenteintragung unterbinden/reduzieren, Pestizideintrag beenden, natürliche Gewässerstrukturen schaffen, Gülle Verkappung regulieren und so weiter.

Heinz-Jürgen Pohl

Prien am Chiemsee

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