Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Nach gefundenem Stammzellenspender

Freude beim „Team Anne“: So reagieren die Freunde der Kolbermoorerin auf die gute Nachricht

Freude über die gelungene Akton: Mitglieder des „Team Anne“ gemeinsam mit Vertretern der Stiftung „Aktion Knochenmarkspende Bayern“.
+
Freude über die gelungene Akton: Mitglieder des „Team Anne“ gemeinsam mit Vertretern der Stiftung „Aktion Knochenmarkspende Bayern“.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
    schließen

Für die 34-Jährige Anne aus Kolbermoor hat sich ein Stammzellenspender gefunden. Die Freude darüber war groß, aber der Weg bis zur Genesung der jungen Blutkrebspatienten ist noch nicht zu Ende.

Kolbermoor - Es fällt den Mitgliedern des „Team Anne“ schwer, die Situation zu beschreiben, nachdem die erlösende Nachricht eintraf: Es gibt einen Stammzellenspender für Anne. Die Freunde der 34-Jährigen, die sich zusammengeschlossen hatten, um ihr bei ihrem Kampf gegen den Blutkrebs zu helfen, haben sich selbstredend über die Neuigkeit gefreut, zuallererst sei man jedoch dankbar gewesen.

Zumal es mit der Spende für Annes Heilung noch nicht getan ist. Sie müsse sich nun zunächst von den Strapazen erholen und befinde sich nun im Genesungsprozess heißt es vom „Team Anne“. Dabei müsse sie viele Dinge beachten mit Blick auf ihre Ernährung, aber auch auf den Kontakt zu anderen Menschen. Erholung und Kraft sammeln stehe jetzt an oberster Stelle.

Anne leidet unter akuter meyeloischer Leukämie (AML). Ihre Blutzellen vermehren sich unkontrolliert. Blutplättchen, rote und weiße Blutkörperchen – die Anzahl aller nimmt zu, ohne dass sie sich je zu funktionsfähigen Teilen des Blutes entwickeln. Im Gegenteil: An ihrem Entstehungsort – im Knochenmark – blockieren diese myeloischen Blasten die Bildung gesunder Blutzellen.

Sportlicher Typ

Mitte März 2021 erhält Anne zum ersten Mal die Diagnose AML. Im August – nach fünf Chemobehandlungen – gilt sie als genesen, und es gibt Grund zum Feiern. Umso mehr zog es ihr drei Monate später den Boden unter den Füßen weg, als klar war: Der Krebs ist wieder da.

Anne, sagen ihre Freunde, sei kein Mensch, den es lange in vier Wänden halte. „Anne ist immer draußen, macht Sport. Sie macht Radltouren, da wird es mir schon schlecht, wenn ich mir die Distanzen anschaue“, sagt ihre Freundin Kathrin Schmidtschläger.

Eine eingeschworene Clique, zu der die 34-Jährige einfach dazugehört, auch wenn sie gerade nicht da sein kann. Damit sich dies ändert, hatte die eingeschworene Gemeinschaft alle Hebel in Bewegung gesetzt, um Anne bei der Suche nach einem Stammzellenspender zu unterstützen.

Viele wollten Anne helfen

Sie riefen eine Typisierungsaktion ins Leben, um ihrer Freundin zu helfen - und fanden, auch über Kolbermoor hinaus, Helfer, welche das „Team Anne“ unterstützen wollten: Feuerwehr, THW, BRK und viele darüber hinaus standen für die Vorbereitungen, aber auch am 22. Januar Gewehr bei Fuß, als auf dem Gelände der Brennerei „Franz Stettner und Sohn“ die Suche nach einem Stammzellenspender für Anne oder einen anderen Leukämiekranken vonstatten ging.

Viele ließen sich eine Blutprobe abnehmen, anhand derer die Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) die Typisierung vornehmen konnte. Andere kauften sich ein Testkit und schickten einen Abstrich ihrer Mundschleimhaut an die Organisation. Denn diese muss für die Kosten zur Typisierung der Spender selbst aufkommen. Ein politischer Fehler, der sich seit Jahrzehnten im Sozialgesetzbuch wiederfindet, wie AKB-Vorsitzender Dr. Hans Knabe fand, der an diesem Samstag selbst vor Ort war.

Am Ende waren es rund 1.300 Personen, die sich eine Blutprobe abnehmen ließen. Rechnet man jene hinzu, die sich mittels des Testkits bei der AKB registrieren ließen, kommt man auf rund 1.500 Personen. Und dann waren noch jene, die aus der empfohlenen Gruppe jener fielen, die sich überhaupt typisieren lassen können und an andere Stelle tatkräftig mithalfen, beispielsweise durch Spenden. Insgesamt kam das „Team Anne“ an diesem Tag auf rund 3.000 Personen, die Anne helfen wollten, einen Stammzellenspender zu finden.

Unbekannter Spender

Über den Spender selbst weiß das „Team Anne“ nur so viel: Es ist ein Mann aus Deutschland, der wohl nicht an der Typisierungsaktion in Kolbermoor teilgenommen hat. Denn die Auswertung der dort genommenen Proben laufe noch, wie es vom Team Anne heißt.

Anne selbst hat sich bei ihren Freunden mit einem Video gemeldet, in dem sie ihnen die frohe Botschaft unter Freudentränen mitteilte. Sie sei dankbar, hoffnungsvoll und glücklich. Ebenso wie das „Team Anne“, das sich noch immer vom Engagement der vielen Helfer und Unterstützer beeindruckt zeigt und vor allem dankbar ist für „so viel Herz und Miteinander“.

Kommentare