LESERFORUM

„Wo es Fische gibt, gibt es auch fischfressende Arten“

Leserbrief zum Artikel „Gänsesäger bereitet massive Probleme“ im Lokalteil:

Die Mangfall wurde streckenweise und aufwendig renaturiert. Zum einen für den Hochwasserschutz, zum anderen um die Artenvielfalt, die heute zurecht einen hohen Stellenwert hat, zu fördern. Ich bin viel an der Mangfall im Rosenheimer Bereich unterwegs. Gänsesäger arbeiten bei der Jagd nicht zusammen. In der Mangfall sind sie mal zu zweit oder dritt unterwegs, häufig aber einzeln. Insgesamt liegt die wechselnde Individuenzahl im einstelligen Bereich, es sind also keine zehn Tiere. Oft ist gar keiner zu sehen. Im Sommer sind es weniger. Außer wenn ein Weibchen mit Nachwuchs unterwegs ist, was nicht jedes Jahr vorkommt. Der Gänsesäger steht auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten in Deutschland auf der Vorwarnliste, das Brutvorkommen ist unzureichend. In Bayern gibt es rund 500 Brutpaare. Somit ist es ein Erfolg, wenn diese Art in der Mangfall vorkommt und dort Nachwuchs großzieht.

Zum Graureiher – hier ist derzeit gelegentlich ein einziges Exemplar unterwegs. Dazu gibt es ein bis zwei Eisvögel. Der Eisvogel steht auf der Roten Liste und ist in Bayern eine gefährdete Art. Einen Kormoran habe ich einmal fliegen gesehen, Haubentaucher konnte ich in der Mangfall gar nicht sehen, einen Silberreiher einmal im Winter. Gelegentlich lassen sich Raritäten beobachten, die hier rasten, wie etwa 2017 ein Seidenreiher.

Wo es Fische gibt, gibt es auch fischfressende Arten. Sie gehören zur Artenvielfalt wie Wasseramsel, Sumpfrohrsänger, Gebirgs- und Bachstelze, die hier brüten. Rosenheim kann stolz auf diese Artenvielfalt im Stadtbereich sein. Vielleicht dezimieren andere Faktoren den Fischnachwuchs? Zu wenig Deckung, die Wasser-qualität oder der hohe Freizeitdruck in den Flachwasserbereichen?

Katharina Schlegl-Kofler

Rosenheim

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