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Nachruf

„Er war das wandelnde Bauamt“: Stadt Kolbermoor trauert um Gerhard Ender

Gerhard Ender war über vier Jahrzehnte das Gesicht der Kolbermoorer Stadtverwaltung.  Jetzt ist er im Alter von 74 Jahren verstorben.
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Gerhard Ender war über vier Jahrzehnte das Gesicht der Kolbermoorer Stadtverwaltung. Jetzt ist er im Alter von 74 Jahren verstorben.
  • Eva Lagler
    VonEva Lagler
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Die Stadt Kolbermoor trauert um ihren langjährigen Amts- und Geschäftsleiter Gerhard Ender. Er verstarb im Alter von 74 Jahren. „Er war das wandelnde Bauamt und Archiv der Stadt“, sagt Bürgermeister Peter Kloo über das Rathaus-Urgestein, das fast ein halbes Jahrhundert die Entwicklung der Kommune mitgestaltet hat.

Kolbermoor – Mit sage und schreibe fünf bis heute unvergessenen Ersten Bürgermeistern von Kolbermoor hat Gerhard Ender in seiner fast 46 Jahre langen beruflichen Laufbahn zusammengearbeitet: Adolf Rasp, Erwin Huber, Peter Kloo senior, Ludwig Reimeier und bis zum Eintritt in den Ruhestand mit dem amtierenden Peter Kloo junior. Gut 80 Stadträte der verschiedenen Parteien und Gruppierungen hat er in 25 Jahren Sitzungsdienst im Bauausschuss und 15 Jahre im Stadtrat erlebt, war zuständig für Tausende von Bauanträgen, Vorbescheiden und Vermessungen sowie für 28 Bebauungspläne.

„Gerhard Ender war ein wirklicher Stadtverwalter. Er hat natürlich seine eigenen Ansichten gehabt, war aber immens loyal zu den jeweiligen Bürgermeistern. Das ist sicher auch ein Grund, dass sich die Stadt Kolbermoor so entwickelt hat. Genau wie sein Geschäftsleiter-Vorgänger Peter Rolke hat er es geschafft, in alles eine gewisse Linie reinzubringen. Er war schon ein Stratege“, konstatiert Kloo.

Ein wandelndes Archiv sei Ender für die Dienstherren und Rathaus-Kollegen gewesen. Unglaublich großes Wissen habe er in seinem Kopf gespeichert gehabt, man habe ihn nur zu fragen brauchen. Etwa als es darum ging, komplizierte Grundstücksverhältnisse und -zuordnungen eines Jahrzehnte zurückliegenden Straßenprojektes zu ordnen und zu klären. „Er hat sich an vieles erinnert und hat in der Folge sämtliche beteiligten Notare sozusagen von Bad Aibling bis ,Mississippi‘ aufgesucht, um alles grundbuchmäßig aufzudröseln“, erinnert sich Kloo.

Extrem eingebracht habe sich der Verwaltungsrat vor allem in die Grundstücksverhandlungen, als es darum ging, Geld für die Sanierung der Spinnereisiedlung durch die Stadt zu generieren. „Er hat sich da wirklich mit Leib und Seele eingesetzt.“. Auch Christian Poitsch vom Kolbermoorer Stadtmarketing, der mit Ender in dessen letzten Amtsjahren zusammengearbeitet hat, beschreibt ihn als „korrekt, fair und sehr offen“. Auch im Ruhestand habe er ab und zu im Rathaus vorbeigeschaut.

Enders berufliche Laufbahn hatte 1965 als Finanzschüler beim Finanzamt Rosenheim begonnen. Als Finanzanwärter im gehobenen Dienst hatte er eigenen Worten zufolge dann jedoch festgestellt, „dass mir das alleinige Aktenwälzen nicht liegt. Ich wollte immer etwas machen“. So begann er 1968 in der Stadtkämmerei Kolbermoor, legte 1971 die Laufbahnprüfung zum Stadtinspektor ab. Es folgten die Stationen in der Personalstellenführung, der Leitung des Melde- und Ordnungsamtes, die Leitung des Bau-, Gewerbe- und Standesamtes sowie die Geschäftsleitung, die Zuständigkeit für die städtischen Grundstücksangelegenheiten und die Wirtschaftsförderung.

Gesundheitliche Probleme machten dem Verstorbenen gegen Ende der Amtszeit, die er jedoch pflichtbewusst wie eh und je erfüllte, zu schaffen. Zwei schwere Schicksalsschläge ereilten ihn mit dem Tod seines Sohnes Ulrich kurz vor dem Einstieg in den Ruhestand im Jahr 2010 und nur ein Jahr später mit dem Tod seiner Frau Hannelore. Nun verstarb Gerhard Ender im Alter von 74 Jahren. Er hinterlässt eine Tochter mit Schwiegersohn und Enkelin. Die Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung findet am Donnerstag, 1. Dezember, um 10 Uhr im Friedhof Kolbermoor, alter Teil, statt.

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