+++ Eilmeldung +++

Britische Medien: Premierminister Johnson tritt zurück

Nach mehrfacher Aufforderung

Britische Medien: Premierminister Johnson tritt zurück

Wirbel auf der Insel: Der neue Finanzminister Zahawi fordert Premierminister Boris Johnson …
Britische Medien: Premierminister Johnson tritt zurück
Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Ab 1. September

Einstimmiger Beschluss im Stadtrat: Kinderbetreuung in Kolbermoor wird teurer

Dass eine gute Kinderbetreuung Geld kostet, muss auch Kolbermoor feststellen: Das städtische Defizit wird jährlich höher.
+
Dass eine gute Kinderbetreuung Geld kostet, muss auch Kolbermoor feststellen: Das städtische Defizit wird jährlich höher.
  • VonJohannes Thomae
    schließen

Einstimmiger Beschluss im Kolbermoorer Stadtrat: Eltern, die ihre Kinder in Kita, Hort oder Kindergarten betreuen lassen, müssen ab 1. September tiefer in die Tasche treten.

Kolbermoor – Wenn die Stadt Gebühren oder Beiträge erhöhen muss, macht sich es die Verwaltung damit nicht leicht: Dem Stadtrat als der Vertretung der Bürger werden die Hintergründe und Umstände ausführlich dargelegt. So auch bei der Erhöhung der Elternbeiträge für die elf Kita-Einrichtungen. Deren Finanzierungsmodell sieht auf dem Papier einfach aus: 80 Prozent tragen der Staat und die Kommunen, 20 Prozent die Eltern.

80 Prozent sind nicht immer 80 Prozent

In der Praxis aber klafft zwischen den für die Berechnung angesetzten Betriebskosten und dem, was tatsächlich anfällt, eine erhebliche Lücke. Das, was Staat und Kommune zu zahlen haben, deckt die reellen Kosten in Kolbermoor nicht zu 80 Prozent, sondern nur zu 65 bis 69 Prozent. Die Folge ist ein erhebliches jährliches Defizit, das am Ende die Stadt zu tragen hat, ein Defizit, das zudem noch von Jahr zu Jahr steigt.

+++ Weitere aktuelle Berichte aus Kolbermoor lesen Sie hier. +++

Geschäftsleiterin Elisabeth Kalenberg präsentierte die harten Zahlen: Lag das Defizit 2019 noch bei 317 000 Euro, so belaufen sich die Hochrechnungen der Kitas für das laufende Jahr auf 540 000 Euro, wobei von drei Einrichtungen die entsprechenden Rückmeldungen noch fehlen. Das Defizit kommt dabei zu den Kosten hinzu, die die Stadt für die Kitas ohnehin schon zu tragen hat. Abgesehen von den kirchlichen Einrichtungen, dem Montessori-Kindergarten und den Rotkreuzzwergerln des BRK sind die Kita-Gebäude im Besitz der Stadt, die auch für deren Unterhalt aufkommt.

Eine Anpassung der Elternbeiträge zum nächsten Kindergartenjahr, also ab 1 September, ist nach Kalenbergs Ausführungen unvermeidlich. Bei der Berechnung der Anpassung orientierte sich die Verwaltung, wie die Geschäftsleiterin erläuterte, an den Elternbeiträgen der umliegenden Städte und Gemeinden: Hier befand sich Kolbermoor bislang am unteren Ende, nach der Anpassung liegt die Stadt im Mittelfeld. Bei den Kindergärten zum Beispiel wird von den meisten Eltern eine Unterbringungszeit von sechs bis sieben Stunden gebucht. Hier steigt der tägliche Elternbeitrag um 2,55 Euro und erreicht dann pro Monat 165 statt bisher 114 Euro.

Insgesamt werden den Kitas mit der Erhöhung voraussichtliche jährliche Mehreinnahmen in Höhe von 375 000 Euros zur Verfügung stehen, die ihnen Spielraum verschaffen und helfen, ihr Defizit zu verringern. Die Stadt ist damit aber alles andere als „zahlungsfrei“. Elisabeth Kalenberg schätzt, dass es so aber immerhin gelingen wird, den Defizitausgleich für die Stadt in etwa auf dem Niveau von 2019 zu halten.

Die Eltern wiederum haben ihre Beiträge nicht allein zu schultern: Seit 2019 werden Kindergartenkinder ab drei Jahren bis zur Regel-Einschulung vom Staat mit monatlich 100 Euro bezuschusst. Seit 2020 gibt es auch ein Krippengeld, das sich ebenfalls auf 100 Euro beläuft. Damit werden Kinder, die eine Krippe besuchen, gefördert, wenn das Haushaltseinkommen der Eltern bestimmte Grenzen nicht überschreitet. Wichtig in dem Zusammenhang: Auch in Zukunft werden die Elternbeiträge für alle Kitas der Stadt gleich ausfallen, gleich welcher Träger dahintersteht. Die Stadt möchte so garantieren, dass die Eltern die Wahl der Einrichtung nicht von finanziellen Erwägungen bestimmen lassen müssen.

Abstimmungohne Diskussion

Der Beschluss des Stadtrates für die von der Verwaltung vorgeschlagene Anpassung fiel einstimmig positiv aus, Diskussion gab es keine. Dagmar Levin (SPD) brachte die Stimmung ihrer Stadtratskollegen wohl auf den Punkt, als sie sagte: „Gute Betreuung unserer Kinder kostet einfach Geld, zu der halt auch die Eltern ihren Beitrag leisten müssen. Unsere Erhöhung ist aber moderat, und da bei vielen anderen Gemeinden die entsprechenden Erhöhungen noch anstehen, werden wir uns am Ende mit unseren Elternbeiträgen wieder im unteren Drittel befinden.“

Drei konkrete Beispiele

In denKinderkrippen wird von den meisten Eltern eine Unterbringungszeit von sechs bis sieben Stunden gebucht. Hierfür wird der Elternbeitrag ab 1. September bei 300 Euro statt wie bisher bei 266 Euro liegen. Die Erhöhung pro Tag liegt bei 20 angenommen Betreuungstagen bei 1,70 Euro. Auch in denKindergärten buchen die meisten Eltern eine Betreuung von sechs bis sieben Stunden. Dafür sind ab 1. September 165 Euro fällig. Bisher sind es 114 Euro. Nimmt man 20 Betreuungstage an, zahlen die Eltern pro Tag 2,55 Euro mehr.

In denHorten wird von den meisten Eltern eine „Unterbringungszeit“ von drei bis vier Stunden gebucht. Dafür zahlen Eltern ab 1. September 105 Euro. Aktuell sind es 86 Euro. Die Erhöhung pro Tag beträgt bei 20 angenommenen Betreuungstagen 0,95 Euro.

Mehr zum Thema