Eine Überraschung jagte die nächste

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In kleinen Schritten geht er voran, der Umbau des "Harrer-Hauses" als Anbau an die Mangfall-Grundschule an der Rainerstraße. Die ursprünglich geplante Fertigstellung bis zum Schuljahresbeginn ist längst abgeschrieben. Bis ins nächste Frühjahr hinein werden die Arbeiten noch andauern. Der Rohbau ist nun aber soweit fertiggestellt.

Kolbermoor - Als eines der ersten Stadthäuser Kolbermoors aus den Gründungszeiten um 1870 sollte das "Harrer-Haus" in der Maxstraße erhalten bleiben - doch die marode Bausubstanz hatte immer wieder für Überraschungen gesorgt, die entsprechende Verzögerungen im Baufortschritt nach sich ziehen.

Mit der aktuell erfolgten Einpassung der Dächer sieht Architekt Gotthard Fellgiebel nun zumindest Licht am Ende des Tunnels: "Der Rohbau ist damit abgeschlossen, wir können sozusagen Richtfest feiern." Mit der Fertigstellung rechnet der Planer allerdings nicht vor Frühjahr 2013 - "wobei auch kein Zeitdruck besteht, weil die Räume für die Ganztagsklassen noch gar nicht gebraucht werden", erklärte Fellgiebel im Gespräch mit unserer Zeitung. Wie berichtet, war eine weitere Ganztagsklasse an der Mangfallschule aufgrund zu geringen Schülerzahlen nicht zustande gekommen.

Mit dem Anbringen der Dächer ist nach Angaben von Fellgiebel nun eine weitere schwierige Passage abgeschlossen, nun folgen die Dachhaut, dann die Fassadenbauer und schließlich bis Ende Oktober auch der Zwischenbau zur Anbindung des Harrer-Hauses an die Mangfallschule aus Metall und Glas - "dann kann man sich auch vorstellen, wie es einmal aussehen wird", so der Planer.

In der weiteren Folge sind dann der Innenausbau an der Reihe, der Fellgiebels Einschätzungen zufolge bis in das Frühjahr hinein andauern wird - wobei er dem gelassener entgegensieht: "Der Innenausbau dürfte einfacher werden, da keine tragende Substanz mehr betroffen sein wird."

Ganz im Gegenteil zur Rohbauphase: Immer wieder hatten unliebsame Überraschungen aus längst vergangenen Zeiten Fellgiebels Bauzeitenplan einen Strich durch die Rechnung gemacht, darunter die teils abenteuerliche Gründung, aber auch Mauerwerke und immer wieder die Statik (wir berichteten). "Die Schwierigkeit war auch, dass alles unheimlich winkelschief und verdreht gebaut war", führte der Architekt aus, "wir mussten unseren Einbau gewissermaßen an drei umliegende Gebäude anpassen, was die Hauptherausforderung war." So zuletzt auch beim Einheben des Daches - "wir haben es hier sozusagen mit einer Baulücke hoch drei zu tun", scherzt der Planer.

Die gesamte Rohbauphase, so Fellgiebel weiter, sei man mit aus diesen Gründen nur in kleinen Schritten vorangekommen - "viel Klein- und Detailarbeit und immer wieder die Statik." Doch der Planer hofft, dass damit nun Schluss ist: Mit dem Innenausbau dürfte sich der Bauablauf wieder normalisieren, rechnet er.

Seine langjährige Erfahrung in punkto Altbausanierung kommt Fellgiebel bei den Baukosten zugute: Trotz aller Widrigkeiten hält sich die Kostenmehrung mit rund sieben Prozent in Grenzen. Die geschätzten Baukosten stiegen von zuletzt angesetzten 850000 Euro auf aktuell rund 900000 Euro. "Daran dürfte sich auch nichts mehr groß ändern, da die meisten Gewerke bis auf drei bereits ausgeschrieben sind", zeigte sich der Planer zuversichtlich.

Letzte größere Posten bei der Ausschreibung waren das Gewerk Wärmedämmverbundsystem, das der Bauausschuss für knapp 54000 Euro an die Firma Resch nach Rosenheim vergab (13,5 Prozent unter der Kostenberechnung), und die Metallbau- und Verglasungsarbeiten. Letztere gingen zum Angebotspreis von gut 113100 Euro an die Firma Hutterer aus Wasserburg, laut Bauamt ebenso im Rahmen der Kostenberechnung gelegen.

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