Durch Felder und Wälder

Eselwanderung durch Felder und Wälder.
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Eselwanderung durch Felder und Wälder.

Kolbermoor/Vogtareuth - Die anderen Spaziergänger waren überrascht, erstaunt, verblüfft: 18 Esel, davon fünf aus Kolbermoor, wanderten mit ihren Besitzern und Freunden auf Einladung der Regionalgruppe Bayern-Südost der Interessengemeinschaft der Esel- und Muli-Freunde Deutschlands durch die Innauen bei Vogtareuth, über Wiesen, Felder und durch Wälder. Die mehrstündige Tour hatte Sabine Deingruber, zweifache Eselsbesitzerin aus Vogtareuth und die engagierte Leiterin dieser Regionalgruppe, organisiert.

Mit fünf ihrer sieben Esel, die auf einem Pferdehof in Schlarbhofen stehen, war Irmgard Pross-Kohlhofer, Chefin der Eselfreunde Kolbermoor, bei der Tour vertreten. Sie und ihre Esel-Paten freuten sich an der schönen Wanderung, die für alle Teilnehmer wegen der Vielzahl an "fremden" Eseln durchaus immer wieder Herausforderung bot. Ein geselliges Beisammensein auf dem Hof von Martin und Martina Grünhofer (vierfache Eselsbesitzer) in Buch schloss sich an. Genau auf diesem Hof fand dann kurz darauf, ebenfalls organisiert von der rührigen Sabine Deingruber, ein zweitägiger Bodenarbeitskurs mit insgesamt 14 Eseln statt. Kursleiterin in Theorie und Praxis war Judith Schmidt, erfolgreiche Eseltrainerin und Buchautorin aus Belgien. "Tschortschi", "Benni" und "Caspar" von den Eselfreunden Kolbermoor waren dabei in der Fortgeschrittenen-Gruppe am Start - kein Wunder, denn die Paten trainieren stets fleißig mit ihren langohrigen Freunden und stellen ihr Können immer wieder auch großem Publikum, etwa auf dem Fohlenmarkt Bad Aibling, vor. So galt es diesmal, nicht nur durch Tore mit Flatterbändern und über Wippen und Brücken zu gehen: Gemeistert werden mussten Durchstiege durch Rahmen, verschiedenartigste Bodenbeläge, das Schieben eines Balles und als wohl schwierigste Übung durch Hindurchgehen unter einem hochgehaltenen Schwungtuch. Dabei wurde das Tuch bei der ersten Runde nur hoch gehalten, bei den nächsten wurde es von sechs Helfern immer mehr in Bewegung gesetzt - und zum Schluss ganz über Esel und Führer gesenkt. Deutlich wurde bei den Aufgaben, dass jeder Esel seinen eigenen "Angstgegner" hat: Was der eine sich nicht auf Anhieb traut, ist für den anderen gar kein Problem. So gab es auch einen, der sich vor allem für die auf dem Schwungtuch aufgedruckten gelben Sterne interessierte...

Aber mit Geduld (und der nötigen Anleitung) ließen sich auch hier alle Ziele erreichen, und so zogen Sabine Deingruber und Irmgard Pross-Kohlhofer eine erfreuliche Abschlussbilanz des Kurses. Zentrales Anliegen sei gewesen, die Beziehung des Besitzers/Führers zu seinem Esel zu stärken - "und das ist allen Teilnehmern gelungen". fl

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