Bad Aibling genehmigt ein Doppelhaus, Kolbermoor erhebt Einspruch

Bürgermeister Bad Aibling und Kolbermoor
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Kolbermoors Bürgermeister Peter Kloo sieht den Bau eines Doppelhauses in Wiling anders als sein Bad Aiblinger Amtskollege Stephan Schlier.
  • vonJohannes Thomae
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Bad Aibling kann Häuser im Stadtgebiet genehmigen oder nicht - möchte man meinen. Für eine Doppelhaushälfte bei Willing ist das nicht so einfach. Denn die Nachbarstadt Kolbermoor hat etwas dagegen.

Kolbermoor –  Der Bauausschuss beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung auch mit einem Bauvorhaben, das eigentlich auf Bad Aiblinger Stadtgebiet liegt. Im Bereich von Willing möchte Bad Aibling einem Landwirt den Bau eines Doppelhauses ermöglichen. Das Problem dabei ist die Tatsache, dass der geplante Bau in der Trinkwasserschutzzone III A liegen würde.

„Wehret den Anfängen“

Aus dem Trinkwassergebiet in der Willinger Au werden Bad Aibling, Kolbermoor und Rosenheim versorgt.

Weil aus diesem Trinkwassergebiet nicht nur Bad Aibling, sondern auch Rosenheim und Kolbermoor versorgt werden, kann die Stadt Kolbermoor gegen die Planung Einwände erheben, was der Bauausschuss auch tat. Man widerspricht damit dem Vorhaben Bad Aiblings, dem betreffenden Landwirt eine Befreiung vom Verbot zu erteilen, das Neubauten in einem Trinkwasserschutzgebiet untersagt.

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Solche Befreiungen sind möglich, wenn einerseits das Verbot einer unzumutbaren Beschränkung des Eigentums gleichkäme und andererseits der Schutzzweck nicht gefährdet würde. Die Stadtverwaltung hob in ihrer Argumentation im Bauausschuss vor allem auf diesen Schutzzweck ab. Wie Bürgermeister Peter Kloo ausführte, ist die Situation der dortigen Grundwasserströme seit den 90er-Jahren Gegenstand penibler hydrogeologischer Untersuchungen. Ziel war es, die Beeinträchtigungen der Landwirtschaft, die mit der Ausweisung eines Schutzgebietes immer einhergehen, in diesem intensiv genutzten Bereich so gering wie möglich zu halten.

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Deshalb wurden, wie der Bürgermeister erläuterte, die theoretischen Modelle der Grundwasserströme in den vergangenen Jahren immer wieder durch Pegelbohrungen überprüft und verbessert. „Man hat wirklich alles eingesetzt, was das heutige Ingenieurwissen hergibt“, ergänzt Bauamtsleiter Andreas Meixner. Weil nun aber die dortige Schutzzone wirklich auf den tatsächlich nötigen Bereich beschränkt wurde, ist es nach Ansicht der Kolbermoorer Stadtverwaltung nicht zulässig, „sie da und dort durch Neubauten anzuknabbern“, wie es Andreas Meixner formuliert.

Eine Sicht, die auch von der Mehrheit der Bauausschussmitglieder geteilt wurde. „Es geht darum“, sagte Stadträtin Caroline Schwägerl (Grüne) „hier den Anfängen zu wehren.“ Der kleine gereichte Finger würde schnell zur ganzen Hand. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung, gegen die Planung einen Einwand zu erheben, wurde mit einer Gegenstimme (6:1) angenommen.

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