OVB-SERIE „DAS KRÄUTERREZEPT“

Dieses Kraut verpackt Christine Liebhart aus Bad Aibling zu Weihnachten als heilendes Geschenk

Beinwell.
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Beinwell.

Seine markanten Merkmale machen den Beinwell zu einem einzigartigen Blickfang in der Natur. Doch die Pflanze mit den glockigen Blüten ist nicht nur was fürs Auge, wie Kräuterpädagogin Christine Liebhart aus Bad Aibling verrät.

Von Christine Liebhart

Bad Aibling – Der Gewöhnliche Beinwell wächst oft in Gruppen ausdauernd an nährstoffreichen, feuchten und überwiegend sonnigen Standorten. Er ist in ganz Europa heimisch. Während der Blütezeit von Mai bis Juli lässt sich die Pflanze recht leicht durch markante Merkmale erkennen: Glockige, meist lila, blau oder gelbe Blüten und lanzettförmige schöne Blätter sowie borstig-raue Haare auf Blättern und Stängeln.

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Beinwell ist insbesondere als Nektar-, aber auch als Pollenquelle bei Honigbienen und Hummeln überaus beliebt. Beinwell gilt als eine der ältesten bekannten Heilpflanzen, die vor allem bei Gelenkschmerzen, Muskelbeschwerden oder Verstauchungen verwendet wird. Wie der volkstümliche Name Beinheil andeutet, kann Beinwell durch seinen Wirkstoff Allantoin die Heilung beschleunigen.

Verwendung: Wurzel und Blätter.

Verwechslung: Eventuell mit der nicht giftigen Ochsenzunge.

Pflücken und kochen: Junge Blätter ausgebacken, Blätter in Marinade mit Käse eingelegt, als Tinktur oder Salbe. Am besten und intensivsten für eine Salbe ist es, wenn man frische Wurzeln zur Verfügung hat, trockene Wurzeln können aber auch verwendet werden. Selbst angesetzte Jauche aus den Blättern ist ein effektiver, kostenloser Dünger für den Garten.

Mein Tipp: Man kann die Blätter bis zu sechs mal im Jahr schneiden, sie wachsen immer wieder nach.

Das Kräuterrezept: Beinwellsalbe

Zutaten:100 g Beinwellwurzeln, 100 ml Olivenöl, 14 g Lanolin, 5 bis 7 g Bienenwachs (ergibt vier Gläschen zu 30 ml)

Zubereitung: Die Wurzeln sauber waschen und klein schneiden, mit Küchenrolle trocknen, eventuell schälen. Lanolin in einem Topf schmelzen, das Öl zugeben. Die Wurzeln untermischen und circa 20 Minuten unter ständigem Rühren erhitzen. Nicht kochen lassen, jedoch immer kurz unter dem Siedepunkt halten. Durch ein Tuch seihen, gut ausdrücken und in den sauberen Topf zurückschütten. Jetzt das Wachs in einem anderen Topf im Wasserbad schmelzen und unter Rühren zu der Öl- Lanolinmischung geben. Nochmals erwärmen, damit sich alles gut verbindet. In Salbentöpfchen füllen. Kühl aufbewahren. Rund ein Jahr haltbar. Meine Tante Linde bekommt jedes Jahr zu Weihnachten und zum Geburtstag einen Topf Beinwellsalbe und verwendet sie bei Schwellungen, Prellungen und Gelenkschmerzen.

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