Diese Mauer sorgt in Kolbermoor für Gesprächsstoff – Das sagt der Eigentümer

Insgesamt misst die Mauer Am Glasberg 36 Meter Länge – noch heuer soll sie laut Eigentümer begrünt werden. Riediger

Die Mauer Am Glasberg ist 36 Meter lang und knapp acht Meter hoch. Seit 2019 steht sie dort und seither haben sich viele Bürger laut Stadtverwaltung über dieses Bauwerk beschwert.

Von Ines Weinzierl

Kolbermoor –  Thematisiert wurde die graue Wand jetzt auch im Bauausschuss – nach der Sitzung. Dagmar Levin (SPD) wollte wissen, was es mit der „Klagemauer“, wie sie es nennt, auf sich habe, schließlich sei sie mehrfach angesprochen worden. Thomas Beer von der Bauverwaltung erklärte, dass bereits ein Gespräch zwischen dem Eigentümer Walter Mues, der Kolbermoorer Bauverwaltung sowie dem Landratsamt Rosenheim stattgefunden habe.

Nach dem Kolbermoorer Bauausschuss ist die Mauer Thema

Auch Rathauschef Peter Kloo (SPD) sagte nach der Sitzung: „Der Bauherr bekommt jetzt die Chance, es genehmigen zu lassen.“ Jetzt will der Eigentümer die „planabweichende Bebauung heilen“, wie es heißt. Das bedeutet: Er möchte so nachbessern, dass es passt.

So lief der Genehmigungsprozess für die Mauer

Aber von vorne: Im März 2018 bekam die Kolbermoorer Verwaltung einen Bauantrag zur Planung einer Mauer auf den Tisch. „Bewehrte Erde“ sollte auf den Weg gebracht werden, so Beer. Es soll eine Mauer aus Erde entstehen, die begrünt wird. Letztendlich landete der Antrag beim Landratsamt, der ihn wie zuvor die Stadt genehmigte. Mittlerweile steht die Mauer. Aber von Erde und Pflanzen ist weit und breit nichts zu sehen. Wie das? „Aus Sicht der Stadt wurde hier planabweichend gebaut, denn für uns zeigt sich eine Gabionenwand“, erklärt Beer. Obendrein sei eine Neigung von 80 Prozent nicht erkennbar – so war es beantragt. Genauso wie eine Art Terrassierung. Das heißt: Nach drei Metern Höhe hätte sie etwas nach hinten versetzt gebaut werden sollen. Auch das sei nicht passiert. Auch Ina Krug, Sprecherin des Landratsamtes Rosenheim, sagt: „Die Wand ist nicht wie genehmigt terrassiert, die Oberfläche der Stützmauer stellt sich als Gabione dar, die so nicht genehmigt wurde und nicht bepflanzt/begrünt werden kann und die fehlende Begrünung steht im Widerspruch zu den Festsetzungen des Bebauungsplanes.“

Das sagt der Eigentümer

Eigentümer Walter Mues, der die Mauer für 300 000 Euro hat bauen lassen, wie er auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt, sagt, dass sie sich noch im „Rohbau befindet und noch nicht fertig ist“. Und er bekräftigt: „Wenn sie fertig ist, ist die Sicht schöner.“

Wann die Mauer begrünt wird

Ob er denn verstehen könne, dass es Kritik seitens der Bürger gebe. Das könne er. Aber wie gesagt: Sie sei noch nicht fertig. Geplant sei, dass eine weitere zwei Meter hohe Mauer vor die eigentliche vom östlichen Grundstück her gebaut werden soll. Oberhalb dieser zwei Meter soll die jetzige Mauer „komplett begrünt“ werden, so Mues. Bei der Begrünung soll es sich um eine immergrüne Bepflanzung handeln, erklärt er. Fertig sein soll die Maßnahme heuer. Eigentümer Mues erklärt auch, dass die Mauer dringend erforderlich gewesen sei, um den Hang in Richtung Osten zu stützen.

Aber wie geht es jetzt weiter? „Der Bauherr hat Vorschläge zur Nachbesserung gemacht, welche er nun bis Ende Februar als Tekturantrag einreichen möchte. Die Pläne werden dann im Bauausschuss in Kolbermoor behandelt und auch im Landratsamt neu auf ihre Genehmigungsfähigkeit geprüft“, teilt Ina Krug, Sprecherin des Landratsamtes Rosenheim mit.

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