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Typisierungsaktion am 22. Januar

Anne (34) aus Kolbermoor hofft auf einen Lebensretter

Starke Gemeinschaft für eine starke Frau: Das Team Anne will möglichst viele Menschen dazu animieren, sich am 22. Januar als Stammzellenspender typisieren zu lassen.
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Starke Gemeinschaft für eine starke Frau: Das Team Anne will möglichst viele Menschen dazu animieren, sich am 22. Januar als Stammzellenspender typisieren zu lassen.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Im März erkrankte die Anne (34) aus Kolbermoor an einer besonderen Form der Leukämie. Im August schien der Blutkrebs besiegt, bis drei Monate später ein Rückfall eintrat. Nun machen sich Freunde und Bekannte auf die Suche nach einem Stammzellenspender.

Kolbermoor – „Team Anne“ nennt sich jene Gruppe, die sich auf die Suche nach einem Stammzellenspender gemacht hat. Für Anne eben. Den vollständigen Namen der 34-Jährigen wollen die Teammitglieder nicht in der Zeitung lesen, um Anne den Trubel zu ersparen. Sie stellen am Samstag, 22. Januar, eine Typisierungsaktion für ihre Freundin auf die Beine.

Erste Diagnose Mitte März

Anne leidet unter akuter meyeloischer Leukämie (AML). Ihre Blutzellen vermehren sich unkontrolliert. Blutplättchen, rote und weiße Blutkörperchen – die Anzahl aller nimmt zu, ohne dass sie sich je zu funktionsfähigen Teilen des Blutes entwickeln. Im Gegenteil: An ihrem Entstehungsort – im Knochenmark – blockieren diese myeloischen Blasten die Bildung gesunder Blutzellen.

Lässt sich nicht unterkriegen: Die an Blutkrebs erkrankte Anne macht das Beste aus ihrer Situation und lässt sich die Weihnachtsfreude nicht nehmen.

Mitte März erhält Anne zum ersten Mal die Diagnose AML. Im August – nach fünf Chemobehandlungen – gilt sie als genesen, und es gibt Grund zum Feiern. Umso mehr zog es ihr drei Monate später den Boden unter den Füßen weg, als klar war: Der Krebs ist wieder da.

Anne, sagen ihre Freunde, sei kein Mensch, den es lange in vier Wänden halte. „Anne ist immer draußen, macht Sport. Sie macht Radltouren, da wird es mir schon schlecht, wenn ich mir die Distanzen anschaue“, sagt ihre Freundin Kathrin Schmidtschläger. Gemeinsam mit Nancy Gläsner, Ulrike und Tamara Jörns und auch Franz Stettner sitzt sie an diesem Abend in der kleinen Schenke der „Weinkellerei und Edelobstbrennerei Franz Stettner und Sohn“.

Eingeschworene Gemeinschaft

Eine eingeschworene Clique, zu der Anne einfach dazugehört, auch wenn sie gerade nicht da sein kann. Damit sich dies ändert, hat die eingeschworene Gemeinschaft alle Hebel in Bewegung gesetzt, um Anne bei der Suche nach einem Stammzellenspender zu unterstützen.

Der Kreis jener, der sie bei ihrer Typisierungsaktion am 22. Januar unterstützt, ist kaum noch zu überblicken, das „Team Anne“ inzwischen um ein vielfaches gewachsen. Darunter um Manuel Schönwälder, der beruflich als Disponent in der Rosenheimer Rettungsleitstelle arbeitet, dort, wo die Notrufe für Feuerwehr und Rettungsdienst zusammenlaufen. Er hat seine Kontakte genutzt und viele Helfer animiert, die Aktion zu unterstützen.

Eine kleine „Blutspende“

Auch Markus Paukert, Vorsitzender der Kolbermoorer Feuerwehr, gehört zum „Team Anne“. Gemeinsam mit Geschäftsführer Franz Stettner wirft er an diesem Abend schon mal einen Blick in die Halle und auf das Gelände des Unternehmens. Dort, wo sich am 22. Januar möglichst viele typisieren lassen sollen. Paukert ist guter Dinge. Wird schon.

Genügend Helfer, versichert er, bekomme er ebenso zusammen wie die notwendige Ausrüstung, um die Logistik an diesem Tag zu stemmen. Damit alles reibungslos funktioniert, gerade in Corona-Zeiten. Hier braucht es ein Hygienekonzept, vor allem aber klare Wege, damit die potenziellen Spender sich möglichst wenig begegnen.

Geringe Menge an venösem Blut

Bei der Typisierung wird eine geringe Menge venöses Blut zur Analyse abgenommen. Hier unterstützt die Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) das Team Anne. Jede Analyse kostet 35 Euro, Geld, das weder Krankenkassen noch der Staat ersetzt.

Ist jedoch ein passender Spender gefunden, kommen die Kassen für die damit verbunden Aufwendungen der Stammzellenspende und -transplantation auf, wie die Deutsche Stiftung Knochenmarkspende auf Anfrage schildert. Entsprechend sind die AKB, aber auch alle anderen Organisationen, die solche Typisierungsaktionen auf die Beine stellen, für Spenden dankbar. Spenden, die auch das „Team Anne“ für die Aktion Knochenmarkspende Bayern sammelt, welche die Typisierungsaktion in Kolbermoor jedoch gratis unterstützt. Auch all jene, die sich typisieren lassen, müssen nichts zahlen.

Typisierung von 11 bis 16 Uhr

Typisieren lassen kann sich jeder Gesunde zwischen 17 und 45 Jahren. Für den 22. Januar gilt die 3G-Regel, dank BRK und THW besteht jedoch die Möglichkeit, sich vor Ort testen zu lassen. Die Aktion läuft von 11 bis 16 Uhr auf dem Gelände der „Weinkellerei und Edelobstbrennerei Franz Stettner und Sohn“. Parkmöglichkeiten bestehen auf den umliegenden Firmenparkplätzen. Viel Arbeit hat das Team Anne ohnehin schon darin gesteckt, die Werbetrommel für ihre Typisierungsaktion zu rühren. Aber das macht Team Anne herzlich wenig aus. Denn: „Anne muss dort kämpfen, wir kämpfen hier!“

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