Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Kolbermoors Bürgermeister will nicht nochmal kandidieren

Die Entscheidung ist gefallen: Für Peter Kloo „ist 2026 Schluss“

Peter Kloo (links) wird nicht noch einmal für das Amt des Bürgermeisters kandidieren. Darüber informierte er im Rahmen einer Gesprächsrunde der Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen, die Agathe Lehle (Zweite von links) organisiert hatte.
+
Peter Kloo (links) wird nicht noch einmal für das Amt des Bürgermeisters kandidieren. Darüber informierte er im Rahmen einer Gesprächsrunde der Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen, die Agathe Lehle (Zweite von links) organisiert hatte.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
    schließen

Seine Entscheidung steht fest: Peter Kloo ist nur noch drei Jahre der Erste Bürgermeister von Kolbermoor. 2026 stellt er sich nicht noch einmal zur Wahl, denn: „Dann bin ich 63 Jahre alt und 24 Jahre im Amt.“ Welche Projekte er bis dahin noch auf den Weg bringen will.

Kolbermoor – Über seine Entscheidung informierte der Bürgermeister in einem Gespräch mit der Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (afa), die ihn eingeladen hatte, um mehr aus dem Alltag des Bürgermeisters zu erfahren.

„Viele kennen Peter Kloo als temperamentvollen Schäfflermeister, doch welche Sorgen ihn in seinem Amt als Bürgermeister plagen, wissen die Wenigsten“, stimme die afa-Sprecherin Agathe Lehle auf den spannenden Blick hinter die Kulissen ein.

„Zu den Top 10 Berufswünschen der Jugend gehört das Amt des Bürgermeisters nicht“, erklärte Kloo mit einem Augenzwinkern. Auch gebe es keine Ausbildung oder Vorbereitung auf das Amt, für das man im März gewählt werde und das man zwei Monate später antrete.

Leidensfähigkeit und ein Schuss Originalität

Doch was müsse ein Bürgermeister eigentlich können, wenn nicht der Gescheiteste das Amt bekomme, sondern der mit den meisten Stimmen? „Er braucht Organisationstalent, Einfallsreichtum, einen Schuss Originalität, aber auch Leidensfähigkeit und ein dickes Fell“, so Kloos Einschätzung nach fast 21 Jahren im Amt.

Vor 25 Jahren habe er in seinen kühnsten Träumen nicht daran geglaubt, einmal Erster Bürgermeister der Stadt Kolbermoor zu werden. Um die Verantwortung wusste er aus der Amtszeit seines Vaters Peter Kloo senior, der Kolbermoor von 1984 bis 1996 als Erster Bürgermeister regierte. „Ich war immer sehr kritisch und habe mit meinem Vater nächtelang diskutiert“, erinnert sich Kloo. Schließlich sei es ein Satz seines Vaters gewesen, der ihn dazu animierte, in der Kommunalpolitik aktiv zu werden: „Wenn Dir die Entscheidungen, die andere treffen, nicht gefallen, musst Du selbst Verantwortung übernehmen.“

So stellte er sich 1996 zur Stadtratswahl auf. „In einer Zeit mit zahlreichen richtungsweisenden Entcheidungen.“ 2002 kandidierte Peter Kloo nach guter Abwägung mit seiner Familie erstmals für das Amt des Bürgermeisters. Damals mit dem Gedanken: „Das kannst Du machen, denn es wird ja eh nix“, wie Kloo in der Runde berichtete.

21 Jahre sind inzwischen daraus geworden, weitere drei stehen bevor. Was er gelernt habe, sei, dass Präsenz wichtig, Omnipräsenz aber nicht erforderlich sei. „Das wichtigste Werkzeug eines Bürgermeisters ist der Kontakt zu seinen Bürgern“, betonte Kloo. Deshalb biete er keine Bürgersprechstunden an, sondern versuche, für seine Bürger jederzeit ansprechbar zu sein und eine transparente Kommunalpolitik mit zielgerichteten Informationen vor Ort zu leben.

Sachliche Debatten für die beste Lösung

Gleichzeitig machte er klar, dass in einer Stadt, in der 19.000 Menschen zusammenleben, nicht jede Entscheidung allen gerecht werden könne. Er versuche, die Arbeit des Stadtrates so zu lenken, dass auf Grundlage sachlicher Diskussionen um die beste Lösung für Kolbermoor gerungen werde. „Es ist wichtig, politische Entscheidungen zu akzeptieren, die auf Basis von Recht und Gesetz und unabhängig von persönlichen Meinungen gefällt wurden, weil sie für die Mehrheit der Bürger von Vorteil sind“, betonte der Bürgermeister.

Die Stadt Kolbermoor stehe gut da, weshalb sie keine größeren Nöte habe. „Sorgen bereiten mir eher die gesellschaftlichen Entwicklungen, die man mit Geld nicht lösen kann“, so Kloo. Eine davon sei die demografische Entwicklung, die dazu führe, dass im Jahr 2035 im Landkreis Rosenheim etwa 25.000 Menschen mehr in den Ruhestand eintreten als junge Menschen ins Arbeitsleben starten werden.

In seinem persönlichen, noch drei Jahre währenden Berufsleben will Peter Kloo einige Projekte auf den Weg bringen. „Ich möchte eine gut aufgestellte Verwaltung hinterlassen.“ Seit Jahren bilde die Stadt ihren eigenen Nachwuchs aus, um dem Fachkräftemangel zu begegnen.

Auch die Frage, wie bedarfsgerechter, barrierefreier Wohnraum geschaffen werden kann, ohne neue Flächen zu versiegeln, treibt Kloo an: „Die Zukunft des Wohnens, die wir in der Leerstandskonferenz beschrieben haben, wird jetzt auf Ebene der Bürgermeister und des Bayerischen Gemeindetages weiter beraten. Die Gedanken pflanzen sich fort, man muss viel reden, denn man kann nicht einfach den Schalter umlegen.“

Bau eines Gründerzentrums fürs Handwerk in der Diskussion

Für Kolbermoor sieht er unter anderem in der Schaffung von Sozialwohnungen, dem Ausbau der Fernwärmeversorgung, der Fortführung der Geothermiestudie und der Planung eines Gründerzentrums für das Handwerk Schwerpunkte.

2026 ist Schluss. Daran wird Peter Kloo nicht mehr rütteln. „Und ich werde auch nicht für den Stadtrat kandidieren“, betonte er, denn für den neuen Bürgermeister sei es nicht gut, wenn sein Vorgänger im Kommunalparlament sitze.

Mehr zum Thema

Kommentare