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Bücherei-Leiterin geht in Rente

Das hätte die Bücherei-Leiterin so gerne noch für Kolbermoor verwirklicht

Im Januar hat sich Gudrun Holzhauser die Schulter gebrochen. Seither ist sie zuhause und kuriert sich aus. Neben ihr ein Korb voller Kinderbücher. „Die lese ich mit meinen Enkeln.“
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Im Januar hat sich Gudrun Holzhauser die Schulter gebrochen. Seither ist sie zuhause und kuriert sich aus. Neben ihr ein Korb voller Kinderbücher. „Die lese ich mit meinen Enkeln.“
  • Ines Weinzierl
    VonInes Weinzierl
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Gudrun Holzhauser aus Heufeld geht in Rente. Was sie binnen dieser Zeit auf den Weg gebracht hat, worauf sie sich jetzt am meisten freut und welchen Autor sie am Tollsten fand.

Kolbermoor – Ein großer Korb voller Kinderbücher steht im Wohnzimmer von Gudrun Holzhauser (58). „Die lese ich immer mit meinen Enkeln“, sagt sie und lacht. Baustellen- und Tierbücher sind bei den Kleinen hoch im Kurs. Und die Oma – Leiterin der Kolbermoorer Stadtbücherei – kennt sich natürlich aus in puncto Literatur. Kinderbücher, Krimis, Romane – das ist ihr Metier. Und das bleibt auch künftig so, obwohl die Heufelderin Ende März in Rente geht.

Im Januar bricht sie sich die Schulter

Ihren Abschied bei der Stadtbücherei hat sich Holzhauser allerdings ganz anders vorgestellt. Eigentlich wollte sie noch bis Ende März vor Ort sein. Daraus wird aber nichts. Da sie sich bei einem Sturz die Schulter gebrochen hat – seit Mitte Januar trägt sie Tag und Nacht eine Schiene. Derzeit geht sie oft zur Reha, um alles wieder herzustellen. „Das wird dauern“, ist die Heufelderin überzeugt. Und wie geht es? „Beim Haare föhnen hält mein Mann den Föhn“, nennt sie ein Beispiel und lacht.

Es hilft nichts. Seit dem Sturz am 14. Januar ist sie im Krankenstand und daher auch quasi unerwünscht im Vorruhestand. Sie sieht es positiv: „Ich bekomme jetzt schon mal einen Vorgeschmack auf die Zeit.“ Im Herbst hat sie sich entschieden aufzuhören, denn ihr Mann ist bereits in Rente. „Und dann können wir viel zusammen machen.“ In die Berge fahren, wann man möchte. Nicht mehr früh aufstehen müssen. Die Liste ist lang. Und natürlich hat sie dann auch viel mehr Zeit mit den beiden Enkelkindern – „ein drittes ist unterwegs“.

Vor zehn Jahren ging sie nach Kolbermoor

Vor rund zehn Jahren nahm sie die Stelle in Kolbermoor an. An ihrer Seite war Carola Kahlich. Beide hatten vorher in der Bruckmühler Bücherei gearbeitet. Die erste Zeit in Kolbermoor war noch in kleinen Räumlichkeiten. „Da haben wir erstmal den Medienbestand durchgeforstet, neue Medien bestellt.“ Dann stand der Umzug in die neue Bücherei an: 2013 im Januar ging es los.

Angefangen haben die beiden damals mit 13.000 Medien – heute liegt der Bestand bei 32.000 Medien. „Da begann ein neues Zeitalter“, erinnert sich Holzhauser und erzählt, dass man auch ein neues Datensystem auf den Weg gebracht habe. Seit 2015 ist sie die Leiterin. „Eigentlich wollte ich das gar nicht machen, wurde dann aber vom Bürgermeister überredet“, sagt sie und lacht. Kurze Zeit später kam auch Andrea Sondhauß, sie wird ihre Nachfolgerin.

Seniorenkino, Bastenachmittage, Lesungen

Holzhauser hat die Teilnahme am Online-Verbund, neue Medien wie Tonies und BlueRays auf den Weg gebracht und das Team wurde aufgestockt. Und jede Menge Veranstaltungen initiiert: Seniorenkino, Bilderbuchkino, Bastelnachmittags. „Wir hatten ja echt über 100 Veranstaltungen im Jahr“, sagt sie.

Nicht zu vergessen die vielen Lesungen. An eine erinnert sie sich ganz besonderes gerne: Als Pfarrer Rainer Maria Schießler mit seinem ersten Buch „Himmel, Herrgott, Sakrament“ nach Kolbermoor kam. „Der war so herrlich unkompliziert“, sagt sie. Und aus der Lesung im Sitzungssaal des Rathauses, der bis auf den letzten Platz belegt war, wurde eher ein schönes Gespräch. „Das war mein Highlight“, sagt sie.

Hätte gerne einen Bücherschrank initiiert

In ihrer Zeit als Leiterin hätte sie gerne noch einen Bücherschrank initiiert. „Das finde ich einfach toll, wenn irgendwo ein Regal an einem öffentlichen Ort steht und man sich Bücher ausleihen kann.“ In Bad Aibling gibt es beispielsweise eine Telefonzelle an der Bahnhofstraße, wo das möglich ist. Dann kam Corona und aus ihrer Idee wurde nichts, aber vielleicht nimmt sich Sondhauß der Sache an?

Corona beherrscht die Arbeit

Corona beherrscht seit zwei Jahren ihre Arbeit: „Das war anstrengend. Schließen, öffnen, ständig neue Regeln. Keine Veranstaltungen. Das war schon sehr schade.“ Und vielleicht fällt ihr auch deshalb der Abschied nicht so schwer. Und eins steht ohnehin fest: Ich bleibe der Kolbermoorer Bücherei treu. Nur mit den Enkeln geht sie in die Bibliothek nach Bruckmühl – die ist näher. Und dort werden sie jede Menge Baustellen- und Tiergeschichten ausleihen. Und eins steht noch auf dem Enkel-Buchplan: „Michel aus Lönneberga. Der muss sein.“

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