Darum gibt es immer mehr Fledermäuse in Kolbermoor

Der „Große Abendsegler“ überwintert in den Nistkästen in Kolbermoor – „das ist etwas besonderes“, erklärt Fachberater Klaus Dehler. dpa/archiv
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Der „Große Abendsegler“ überwintert in den Nistkästen in Kolbermoor – „das ist etwas besonderes“, erklärt Fachberater Klaus Dehler. dpa/archiv
  • Ines Weinzierl
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Stadt fördert den Bestand durch spezielle Nistkästen – Population hat sich verdoppelt. Welche Arten es gibt und wie man sie erkennt verrät der Fledermaus-Fachberater Klaus Dehler.

Von Ines Weinzierl

Kolbermoor – Fledermäuse wohnen eigentlich in alten Scheunen und in Kirchtürmen. Da das Angebot ihrer favorisierten Behausungen in der Mangfallstadt allerdings Mangelware ist, unterstützt die Stadt Kolbermoor die Tiere hinsichtlich ihres Wohnraums: Der Bauhof hängt Nistkästen speziell für Fledermäuse auf. Diese werden auch gut angenommen. Die Bilanz: „Die Anzahl der Großen Abendsegler hat sich von 2019 bis 2020 verdoppelt“, sagt Jürgen Halder vom Bauamt. Das habe die Kontrolle der Nistkästen ergeben: Dort hat sich die Population der Großen Abendsegler von zehn auf 20 verdoppelt. Und weil die Tiere die Nistkästen gut annehmen, soll das Beherbergungsangebot seitens der Stadt auch ausgebaut werden.

Tonwerkgelände: Nistkästen auch im südlichen Bereich

Bisher hängen Nistkästen beispielsweise im Spinnereipark, auf der Spinnereiinsel, am Neuen Friedhof und im nördlichen Bereich des Tonwerkgeländes – im Frühjahr kamen rund 50 Kästen hinzu (wir berichteten). Allerdings nicht nur für Fledermäuse, sondern auch für Singvögel, bei denen man vor allem die Höhlenbrüter unterstützen will. Im Frühjahr sollen weitere folgen: Im südlichen Bereich des Tonwerkgeländes beispielsweise, sagt Halder. Das habe man bereits mit dem Eigentümer, dem Landkreis Rosenheim, besprochen.

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Allerdings reicht es nicht, die Kästen einfach aufzuhängen: Sie werden regelmäßig von einer Biologin kontrolliert, die dann erkennt, ob sich die Tiere bereits in den Kästen eingerichtet haben. Die Behausungen, die heuer auf dem Tonwerkgelände angebracht wurden, waren bei der Kontrolle noch nicht bezogen. Das sei allerdings ganz normal: „Bei Fledermäusen kann das dauern“, sagt Halder. Aber die anderen, die schon länger hängen, haben die Tiere bereits angenommen.

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Obendrein werden die Kästen auch gesäubert. Denn die Tiere sind wählerisch. Wollen nicht einziehen, wenn noch der Schmutz der Vorgänger vorhanden ist. Und auch deshalb werde ihnen immer wieder ein schönes Heim bereitet.

Das lässt die Stadt hoffen: „Sie reagieren auf unsere Nistkästen“, sagt Halder. So könne sich der Bestand eventuell weiter vermehren. „Der angebotene Wohnraum ist ja da.“ Das Potential soll auf jeden Fall ausgebaut werden. Denn, so hofft Halder: Vielleicht siedeln sich auch andere Fledermaus-Arten an.

Fachberater Klaus Dehler: Sieben Arten gibt es in der Mangfallstadt

Wieviele Fledermäuse in Kolbermoor leben, kann Klaus Dehler nicht sagen. Der Fledermaus-Fachberater weiß aber, dass es sieben Arten in der Mangfall-Stadt gibt: Großer Abendsegler, Wasserfledermaus, Zwergfledermaus, Rauhhautfledermaus, Weißrandfledermaus, Bartfledermaus und die Mückenfledermaus. Erkennt er die Art mit bloßem Auge? „Nein“, sagt der Kolbermoorer, der auch Vorsitzender des Bund Naturschutzes in Kolbermoor ist. Er kann die Art ausmachen anhand eines Fledermausdetektors. Dieses Gerät macht die Rufe der Tiere hörbar. Dadurch kann Dehler die Tiere zuordnen. Das Besondere an den Kolbermoorer Fledermäusen ist, dass „der Große Abedsegler in den Kästen überwintert“, erklärt er.

Bis auf den Großen Abendsegler und die Wasserfledermaus, sie lebt in Höhlen und Bäumen, leben die Tiere in Kolbermoor vor allem in Gebäudespalten. Merken das die Bewohner? „Teilweise“, sagt er. Anhand des Kotes beispielsweise. Fühlt sich ein Bürger durch die Tiere gestört, muss er sich an die Untere Naturschutzbehörde wenden – „die Tiere sind streng geschützt“. Dass die Population in Kolbermoor zu nimmt, freut ihn. Denn eigentlich nimmt sie eher ab. Ihr Lebensraum verändert sich. Die Insekten und die Hecken werden werden weniger. Und die benötigen einige Arten dringend: „Alle bis auf den Großen Abendsegler brauchen den Schutz der Bäume udn Hecken, andernfalls sind sie für Eulen leicht zu greifen, da sie relativ niedrig fliegen.“ Gute Jagdmöglichkeiten haben die Tiere am Mangfallkanal zwischen Brücken- und Carl-Jordan-Straße erklärt Dehler. Ebenso auf dem Spinnereigelände.

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