Wie Dagmar Badura mit einem Müll-Mobil Kolbermoorer Senioren beim Müll Trennen unterstützt

Dagmar Badura möchte Senioren, die nicht mehr mobil sind, helfen, Müll zu Wertstoffinseln zu bringen. Weinzierl

Das Bürgerhaus Kolbermoor wird im Februar einen neuen Service starten: Ein Ehrenamtlicher fährt Haushalte von Menschen an, die gerne Müll trennen wollen, aber nicht gut zu Fuß sind. Die Idee hatte Dagmar Badura.

Kolbermoor –  Dagmar Badura, Leiterin des Bürgerhauses, setzt ihre nächste Idee in die Tat um: Ab Februar soll ein Müll-Mobil auf den Kolbermoorer Straße unterwegs sein. Bisher fehlte noch ein ehrenamtlicher Helfer – aber den hat Badura jetzt für ihre Idee gewinnen können.

Müll-Mobil unterstützt Senioren und Menschen mit Behinderung

Ab nächstem Monat soll es losgehen: Der Helfer soll alle vier Wochen zu behinderten Menschen und Senioren fahren, die den Weg zur nächsten Wertstoffinsel oder zum Wertstoffhof nicht schaffen. Und so den gesammelten, getrennten Müll von ihnen abholen. Anschließend bringt er Pappe, Glas und Co. zum Kolbermoorer Wertstoffhof.

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen

Wichtig ist Badura, „dass keine Gartenabfälle und kein Biomüll über das Müll-Mobil entsorgt werden können – „auch keine Waschmaschine und Räder“, sagt sie und lacht. „Den Senioren und gehbehinderten Menschen soll einfach die Möglichkeit gegeben werden, ihren Müll zu trennen und in punkto Umweltschutz aktiv zu sein“, sagt Badura.+++

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Müll-Mobil bringt auch Programm des Bürgerhauses unter die Kolbermoorer

Obendrein will Badura mit dieser Aktion gleich „zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“. Denn jeder, dessen altes Plastik, Tetra-Packs und Glas abgeholt wird, bekommt einen Zettel mit dem Programm des Bürgerhauses in die Hand gedrückt. So erhalten sie auch einen Zugang zu den Aktionen, wie Seniorenkino oder Backen im Mangfalltreff.

Wie die Idee zum Müll-Mobil entstand

Auf die Idee hat sie unbewusst eine Nachbarin gebracht: Alle Bewohner des Bürgerhauses trennen ihren Müll in dem kleinen Raum im Keller. Das hatte Badura 2011 auf den Weg gebracht, als sie mit dem Quartiersmanagement dort eingezogen ist. Sie kümmerte sich um Kästen, in denen beispielsweise Glas gesammelt wird. „Das war mir wirklich wichtig.“ Das Glas bringt Badura zur nächsten Wertstoffinsel, weil ihre Nachbarin nicht mehr gut Fuß ist. „So ergeht es doch sicher auch anderen Senioren“, dachte sie.

Wenn die Nachfrage groß ist, kommt das Müll-Mobil alle zwei Wochen

Jetzt heißt es abwarten, inwieweit das neue Angebot des Bürgerhauses bei den Senioren und behinderten Menschen Anklang findet, so Badura. Wenn die Nachfrage groß ist, könne auch überlegt werden, dass das Müll-Mobil alle zwei Wochen durch die Stadt fährt. Die Routen des ehrenamtlichen Fahrers plant sie im Vorfeld –  später als 11 Uhr am Vormittag ging es nicht. Denn um 12 Uhr schließt der Wertstoffhof. Gäbe es allerdings vermehrt Nachfragen für den Nachmittag, „weil vielleicht morgens oft Arzttermine wahrgenommen werden“, würde man eben nachmittags anbieten. „Ich bin flexibel“, sagt Badura. Und voller Ideen.

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