KOLBERMOORER BÜRGERMEISTER PETER KLOO IM INTERVIEW

„Wir müssen auf Sicht fahren“: Corona, Bauvorhaben, Betreuungsplätze und Feste in Kolbermoor

Bei den Arbeiten an der Hasslerstraße sowie an der Tonwerksunterführung geht es gut voran. Sobald das Wetter es zulässt, geht es weiter.
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Bei den Arbeiten an der Hasslerstraße sowie an der Tonwerksunterführung geht es gut voran. Sobald das Wetter es zulässt, geht es weiter.
  • Ines Weinzierl
    vonInes Weinzierl
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Der Kolbermoorer Rathauschef spricht über Corona, Bauvorhaben, Betreuungsplätze und Feste. Worüber er sich Sorgen macht, lesen Sie hier.

Kolbermoor – Das gesellschaftliche Leben liegt coronabedingt brach – auch in Kolbermoor. Dennoch muss es weitergehen. Welche Bauvorhaben heuer angepackt werden, was alles anläuft und worüber sich Bürgermeister Peter Kloo (57) große Sorgen macht, verrät er im Interview.

Herr Kloo, was brennt Ihnen derzeit am meisten unter den Nägeln?

Peter Kloo: Wie geht es jetzt weiter? Wie kommen wir wieder zurück ins Leben? Wie geht es mit der Gastronomie und dem Einzelhandel weiter? Corona ist hinsichtlich des Einzelhandels wirklich ein Beschleuniger. Das macht mir Sorgen aber auch die Frage, welche Einschränkungen sinnvoll sind.

Peter Kloo Bürgermeister

Diese Einschränkungen sind sinnvoll

Welche wären das Ihrer Meinung nach?

Kloo: Dass wir keine Massenveranstaltungen derzeit machen – das ist sinnvoll. Schwierig ist es für mich, dass Supermärkte beispielsweise für Fahrräder Werbung machen, der Radlhändler aber sein Geschäft nicht öffnen darf.

Die Frage ist ja auch, wie die Kommunen künftig finanziell dastehen.

Kloo: Natürlich muss man über Projekte reden – ob man sie sich leisten kann. Das Schwimmbad zum Beispiel. Wenn es saniert werden soll handelt es sich um Millionenbeträge. Derzeit können und wollen wir uns das leisten. Oder auch ein Parkhaus oder ein barrierefreies Schulhaus.

In Kolbermoor sind derzeit viele Baustellen. Wie geht es an der Tonwerksunterführung samt Kreisel voran?

Kloo: Wir sind gut in der Zeit. Wenn sich die Witterung bessert, geht es weiter. Die Firmen stehen bereit. Derzeit laufen auch die Förderanträge zu den Planungen an der Albert-Loher-Straße und dem Bahnhofsvorplatz. Auch Gespräche mit der Bahn über einen barrierefreien Bahnhof stehen an – das soll ja 2022/2023 umgesetzt werden.

Bauarbeiten sollen im Frühjahr starten

Wie sieht es mit den Betreuungsplätzen aus?

Kloo:Wir gehen davon aus, dass es ausreichend Plätze gibt. Daran arbeiten wir intensiv. Im Frühsommer sollen die Bauarbeiten zum neue naturnahen Kindergarten an der Hölderlinstraße starten. Dann kann es dort im September mit der Betreuung starten. Wir sind auch im Gespräch für einen Raum-Ersatz der Holzwürmchen – auch da ist eine flexible Bauweise angedacht. Vor Weihnachten waren wir auch im Gespräch hinsichtlich der geplanten Kinderbetreuungseinrichtung an der Spinnerei. 2023/2024 könnte dieses Projekt realisiert sein.

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Die Räumlichkeiten in der Pauline-Thoma-Schule, wo derzeit 36 Kinder der Mangfallwichtel untergebracht sind, sind ja zeitlich begrenzt.

Kloo:Sofern der neue Kindergarten fertig ist, können die Kinder aus den Räumen der Schule auf das Spinnereigelände ziehen.

Sozialen Wohnraum weiter voranbringen

Das Wohn- und Geschäftshaus mit 17 geförderten Wohnungen soll im Sommer fertig sein. Ist Kolbermoor da auf einem guten Weg?

Kloo:Ja, da sind wir auf einem guten Weg. Auch auf dem Gelände hinter dem Bauhof, das die Stadt erworben hat, soll sozial geförderter Wohnungsbau entstehen – aber nicht nur. Ich habe kürzlich mit Bauträgern gesprochen. Auch in diesen Gesprächen ging es darum, dass hochpreisige Eigentumswohnungen nicht ausschließlich die Zukunft sein können.

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Im September ging der dritte Stadtbus an den Start. Wie läuft es?

Kloo:Derzeit ist natürlich eine Ausnahmesituation, aber es wird angenommen. Die Bürger loben die kurze Fahrzeit.

Wie schaut es aktuell mit dem Brenner-Nordzulauf aus. Gibt es was Neues?

Kloo:Das Raumordnungsverfahren müsste abgeschlossen sein – aber man hört nichts mehr. Ich bin neugierig, ob im Frühjahr was kommt.

Gesellschaftlicher Teil großer Besstandteil

Wie schaut es mit den Feuerwehr-Gebäuden in Pullach und Kolbermoor aus? Wie geht es voran?

Kloo: Pullach ist voll im Plan. Und wenn es ganz fertig ist, soll natürlich auch eine große Einweihung stattfinden. Aber auch dahingehend müssen wir coronabedingt abwarten. Auch bei dem Gebäude in Kolbermoor geht es voran, der nächste Bauabschnitt hat begonnen. Und auch von außen betrachtet hat das Gebäude schon an Optik gewonnen. Viele Feuerwehrler sagen, dass sie gerne auch die Terrasse nutzen würden. Aber auch dort liegt derzeit der gesellschaftliche Teil brach und der ist ja ein großer Bestandteil – das macht mir Sorgen.

Sie haben die großen Veranstaltungen angesprochen. Wie schaut es aus, findet im August die Schmiede-Biennale statt?

Kloo: Im Mai werden wir entscheiden, ob es möglich ist. Ich denke aber, dass wenn weiterhin Maskenpflicht herrscht, es sehr schwierig ist, die Veranstaltung zu machen. Ich kann auch jetzt nicht sagen, was mit dem Bürgerfest oder mit einem Feuerwehrfest ist – geben Sie mir eine Glaskugel (lacht). Wir müssen auf Sicht fahren und überlegen, wie es möglich sein kann, dass man ein Fest binnen kurzer Zeit auf die Beine stellt – wenn die Situation sich bessert. Wir müssen einfach abwarten.

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