Corona: Was sind Großveranstaltungen? Kolbermoorer Vereine wollen mit Absagen abwarten

Das Bürgerfest ist für17./18. Juli geplant – mehr als 2000 Gäste kamen zusammen, sagt Organisator Wast Voit. Er will bis Ende Mai/Anfang Juni abwarten, ob das Bürgerfest im Herzen der Stadt stattfindet.
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Das Bürgerfest ist für17./18. Juli geplant – mehr als 2000 Gäste kamen zusammen, sagt Organisator Wast Voit. Er will bis Ende Mai/Anfang Juni abwarten, ob das Bürgerfest im Herzen der Stadt stattfindet.

Stadlfest, Bürgerfest, Siedlerfest, Weinfest und Co: In der Mangfallstadt stehen einige Feste an, ob sie allerdings stattfinden können, ist nicht sicher. Die Vereine und auch die Stadtkirche wollen noch einige Wochen abwarten. Denn was genau unter einer Großveranstaltung zu verstehen ist, sei unklar.

Von Ines Weinzierl

Kolbermoor – Bürgerfest, Stadlfest, Siedlerfest, Weinfest und Stadtkirchenfest stehen noch in dem Veranstaltungskalender der Stadt Kolbermoor – noch. Die Vereine und die Stadtkirche wollen abwarten, ob sie ihre Feste, die bis Ende August anstehen, stattfinden lassen. Unisono sind sie aber eher skeptisch. Und sie sind sich auch einig, was Alternativtermine angeht: Die soll es nicht geben. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hatte verkündet, dass Großveranstaltungen bis 31. August nicht stattfinden sollen. Aber was heißt das? Was genau sind Großveranstaltungen?

„Viel gesagt, aber nichts Konkretes“

Bürgermeister Peter Kloo sagt: „Es wurde viel gesagt, aber doch nichts Konkretes.“ Was die Kolbermoorer Festlichkeiten angeht, könne man es noch nicht abschätzen, erklärt er. Aber: Bei unseren Festen könne knapp vorher entschieden werden, ob sie gefeiert werden, ist er überzeugt. Denn: Die Organisations-Teams seien gut eingespielt – „alle kennen ihren Handgriff“.

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Und deshalb will Wast Voit, Organisator des Bürgerfestes, das für 17./18. Juli geplant ist, bis Ende Mai, Anfang Juni hinsichtlich einer Absage abwarten. Pro Abend haben sich immer etwa 2000 Gäste eingefunden, sagt er. Für jeden Verein sei es eine gute Werbung, insbesondere in puncto Jugendarbeit. Aber: „Ich will nicht jammern, es ist das kleinere Übel, wenn es abgesagt werden muss“, erklärt er.

Zum Weinfest der Kolbermoorer Feuerwehr sind meist etwa 1200 Besucher zu Gast, sagt Markus Paukert, Vorsitzender des Feuerwehrvereins. Auch bei der Feuerwehr ist noch nichts in Stein gemeißelt, aber: „Da das Feuerwehrhaus als schützenswert eingestuft wird, müssen wir das Fest am 3. Juli zum Schutz der Behörde eigentlich absagen.“ Eigentlich. Und das, obwohl beispielsweise schon Reservierungen für Kühlwagen getroffen wurden: „Wir haben alles organisiert – aber die Gesundheit geht vor.“ Auf die Frage hinsichtlich finanzieller Einbußen sagt Paukert: Natürlich gebe es die, mit dem Erlös des Festes hätte man die Vereinskasse aufgepäppelt.

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So ist es auch beim Kolbermoorer Siedlungsverein, sagt Vorsitzender Christian Wagner. Er will die nächsten Wochen abwarten, ob man das Siedlerfest, das für 21./22. August im Kalender eingetragen ist, absagt. Bis zu 700 Gäste nahmen bisher teil, die immer nebeneinander saßen, gelacht und geratscht haben. Ein Fest mit Abstand und Mundschutz kann er sich nicht vorstellen. Deshalb will er die „Situation beobachten“.

Das sieht Christian Staudinger genauso. Denn auch der Vorsitzende des Trachtenvereins Immergrün fragt sich, wie genau eine Großveranstaltung definiert wird. Bis zu 500 Besucher kamen immer zum Fest, das heuer 25. Juli stattfinden soll. Obendrein sollte heuer erstmals ein Familiennachmittag stattfinden – es war alles reserviert und organisiert. Aber: „Wenn es nicht stattfinden kann, ist es schade, aber davon geht die Welt nicht unter.“ Viel wichtiger erachtet er die Proben der Kinder- und Jugendgruppen, die derzeit ja nicht stattfinden können.

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Zum Stadtkirchenfest kommen etwa 200 Gäste. Ob es allerdings gefeiert werden kann, kann Pfarrer Maurus Scheurenbrand noch nicht sagen. „Momentan tendiere ich eher zu einer Absage, denn ich möchte kein Risiko eingehen, da vor allem auch Ältere zum Fest kommen“, sagt der Pfarrer.

Nägel mit Köpfen hat indes die Kolbermoorer Musikschule gemacht und das Maibaumfest am 1. Mai abgesagt – schweren Herzens. „Denn es ist ja das erste Freiluftfest im Jahr“, sagt Leiter Günther Obermeier. Das Organsisationsteam besteht aus rund zehn Helfern, es war alles vorbereitet. „Es ist ein trauriger Verlust.“ Obermeier hat auch weitere geplante Konzerte im Blick – „wie sollen sie stattfinden, wenn man Abstand halten soll?“, fragt er sich.

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