„Ab März alles auf Null“

Corona-Jahr 2020: So erging es den Kolbermoorer Vereinen

Davon träumen nicht nur die jungen Aktiven des Trachtenvereins D‘Mangfalltaler Kolbermoor: ein Tänzchen im voll besetzten Festzelt wie beim Gaufest in Pang im Juli 2019…
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Davon träumen nicht nur die jungen Aktiven des Trachtenvereins D‘Mangfalltaler Kolbermoor: ein Tänzchen im voll besetzten Festzelt wie beim Gaufest in Pang im Juli 2019…
  • Ulrich Nathen-Berger
    vonUlrich Nathen-Berger
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Versammlungen abgesagt, Ausflüge gestrichen, Vorstandsitzungen per Videokonferenzen: So ging es Kolbermoorer Vereinen im Corona-Jahr 2020. „Ab März alles auf Null.“

Kolbermoor – Die Corona-Pandemie hat uns fest in ihren Klauen und nach dem Frühjahr erneut das öffentliche Leben für Wochen lahmgelegt. Auch die Aktivitäten der Vereine liegen wieder auf Eis, wie im Frühjahr des Jahres.

Anfang 2020 lief noch alles nach Plan für den Obst- und Gartenbauverein Kolbermoor, Corona war zu dem Zeitpunkt noch kein Thema. „Gestartet sind wir ins Jahresprogramm ganz normal mit einem Baumschneidekurs“, erinnert sich Vorsitzender Kurt Möser im Gespräch mit dem Mangfall-Boten. Wenige Wochen später habe sich das Vereinsleben dann allerdings gravierend geändert, so der 70-Jährige.

Die Corona-Pandemie legte das öffentliche Leben völlig lahm

„In der Jahreshauptversammlung am 5. März haben wir die ersten Auswirkungen der beginnenden Corona-Pandemie gespürt.“ Der Garten eines Mitglied-Ehepaars war vom Bayerischen Landesverband für Gartenbau und Landespflege als Naturgarten zertifiziert worden; Urkunde und Plakette sollten in der Versammlung übergeben werden. Einen Tag vorher habe das Paar seine Teilnahme aber abgesagt. Der Grund: Die beiden Mitglieder hatten ihren Sohn gebeten, nicht wie geplant das Starkbierfest in Rosenheim zu besuchen, weil es wegen des neuartigen Virus zu gefährlich sei, so Möser. „Folglich forderte der Sohn von seinen Eltern, auf die Versammlungsteilnahme zu verzichten.“

In den nächsten Wochen legte die Corona-Pandemie das öffentliche Leben lahm, und somit auch die Aktivitäten der rund 1010 Vereinsmitglieder. Versammlungen mussten abgesagt werden, geplante Fahrten wie nach Wien, zur Landesgartenschau in Ingolstadt oder zum Bodensee fielen aus. Das Virus machte auch nicht vor den Gartlern halt: „Eins unserer Mitglieder ist an den Folgen einer Covid-19-Infektion verstorben“, sagt Möser leise.

Die Jahresplanung für 2020 abgehakt

Einen corona-bedingten Todesfall hat der Trachtenverein D’Mangfalltaler nicht zu beklagen, „allerdings gab’s drei positiv getestete Mitglieder“, sagt Vorsitzende Monika Singhammer unserer Zeitung. Das Virus habe sie zunächst etwas stärker erwischt, aber allen gehe es mittlerweile wieder besser.

Ihre Jahresplanung konnten die Trachtler natürlich abhaken, das Vereinsleben stand still. „Wir hatten so gut wie keine Gelegenheit, uns in größerer Runde zu treffen“, so die 57-Jährige, die seit neun Jahren den Verein führt. „Nur für die Kinder und Jugend haben wir unter Einhaltung strenger Hygieneauflagen einige Plattlerproben durchziehen können.“

Kontakte mit den rund 260 Mitgliedern wurden laut der Vorsitzenden immer wieder per Rundbriefe und Emails gepflegt, „in denen der Vorstand versucht hat, die Mitglieder auch aufzumuntern. Vor den Festtagen haben wir den Älteren zudem Weihnachtspost geschickt. Recht viel mehr bleibt uns derzeit nicht übrig.“ Ihr größter Wunsch fürs neue Jahr, „dass alle Mitglieder gesund bleiben und Vereinsarbeit bald wieder möglich ist“.

Programmpunkte auf 2021 verlegt

„Ruhig war‘s“, fasst Christian Wagner (47) lachend das Jahr für den Siedlungsverein Kolbermoor zusammen. Mit Ausnahmen im Januar und Februar, „da haben wir die Generalversammlung und die Faschingsveranstaltung mit der Prinzengarde noch durchziehen können. Aber dann war Schluss“. Das restliche Jahresprogramm unter anderem mit Vereinsausflügen, Siedlerfest und Nikolausbesuchen musste ersatzlos gestrichen werden, bedauert der Vorsitzende. Aufgeschoben bedeutet nicht aufgehoben, spricht der Volksmund, so auch Wagner: „Wir haben unsere Programmpunkte einfach auf‘s kommende Jahr verschoben.“

Immer schön auf Abstand: Mitglieder des Siedlungsvereins bei gemeinsamer Arbeit am vereinseigenen Spielplatz.

Einkaufsdienst des Siedlervereins wird gut angenommen

Gut angenommen werde weiterhin der Einkaufsdienst, den der Siedlerverein schon während des ersten Lockdowns angeboten hatte. „Die Anfragen nimmt Dagmar Badura von der Kolbermoorer Tafel entgegen, Telefon 0 80 31/2 31 92 57.“

Wagner zeigt sich zuversichtlich und setzt auf Besserung der Lage ab Sommer-Mitte in 2021.

Kräftig auf die Pauke hauen konnte der Trommlerzug Pullach in dem Kolbermoorer Ortsteil gerade noch beim ersten Faschingsumzug – „dann kehrte mit dem Lockdown in unserem Verein die große Ruhe ein“, blickt Vorsitzende Gabriele Hempel (59) auf den Jahresanfang zurück. Auftritte habe es übers Jahr keine gegeben, Vorstands- oder Ausschusssitzungen nur per Videokonferenzen. „Bei uns lief alles – wie bei anderen Vereinen wohl auch – auf Sparflamme“.

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