Corona-Hilfsaktion des Gewerbeverbands Kolbermoor: Anrufen, bestellen, in Empfang nehmen

Der Lieferserviceist kostenlos – Das ist möglich durch die Spende eines Kolbermoorer Geschäftsmannes. re
  • Ines Weinzierl
    vonInes Weinzierl
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„Wir schaffen das alles nur gemeinsam“: davon ist Giacomo Anzenberger im Hinblick auf die Corona-Krise und deren derzeitige Einschränkungen überzeugt. Deshalb hat der Vorsitzende des Kolbermoorer Gewerbeverbandes jetzt die Initiative „Hand in Hand - Stark für die Region“ ins Leben gerufen.

Kolbermoor - Dabei handelt es sich um einen Lieferservice, den bisher rund zehn Bürger ihn in Anspruch genommen haben - „aber es werden immer mehr“, sagt Anzenberger.

Zum einen soll so den älteren, schwachen Kolbermoorern geholfen werden, zum anderen den lokalen Gastronomen und Einzelhändlern. Denn vielen von ihnen gehe es derzeit schlecht: „Sie wissen nicht wie es weitergehen soll“, sagt Anzenberger.

„Viele melden sich und fragen, wie sie ihre Angestellten, ihre Rechnungen weiterhin bezahlen sollen“, so Anzenberger, bei dem diese Fragen derzeit täglich auflaufen. Aber er hat auch eine schöne Episode parat: „Einem Gewerbetreibenden hat der Vermieter gesagt, dass er die Miete später zahlen kann.“

Auch Sonja Rückerl vom Café Anzenberger hilft, wo sie nur helfen kann. „Hand in Hand ist die Krise zu bewältigen“, so ihre Überzeugung.

Eigens ein Handy besorgt

Deshalb also Hand in Hand - und so geht’s: Anzenberger hat für diese Aktion extra ein Handy angeschafft, jeder, der Hilfe braucht, kann eine Bestellung aufgeben - Pasta, Gemüse, Obst, Semmeln, aber auch zwei Kaffee, zwei Stücke Kuchen oder ein Mittagessen sowie Tabak und Medikamente. „Geben die Bürger uns das Rezept, holen wir es für sie in der Apotheke ab.“

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Aber noch viel mehr: Anzenberger und drei weitere Gewerbetreibende holen auch ein Rezept vom Arzt für die Kolbermoorer ab - „deshalb sind wir auch schon mit Medizinern in Kontakt“.

Das Rezept wird beim Arzt abgeholt, bei der Apotheke abgegeben und das erforderliche Medikament erreicht über die Initiative den Kolbermoorer.  Und wie wird bezahlt und übergeben? „Kontaktlos“, erklärt er.

Ein Beispiel: Ein Bürger bestellt via Telefon Milch, Brot und Kaffee. Dann wird ein Zeitpunkt der Lieferung vereinbart, und ein ehrenamtlicher Helfer stellt es vor die Tür - die Bezahlung erfolgt einerseits über den Online-Bezahldienst PayPal.

„Aber viele ältere haben dabei ihre Schwierigkeiten“, so Anzenberger.

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Und so kann andererseits auch ein Umschlag mit dem zu Geldbetrag aus dem Fenster gegeben werden. Ganz unkompliziert.

Und was kostet der Lieferservice? 

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Die Lieferung erfolgt für ältere oder kranke Mitmenschen in Kolbermoor kostenlos. „Das ist möglich durch eine Spende von Alexander Heinold von Heinold Engineering, er hat 1000 Euro zur Verfügung gestellt.“ 

Alle Waren, die angeboten werden, haben ganz normale Preise und kosten nicht mehr, als vor der Coronakrise“, so Anzenberger.

Und es werden nicht nur Lebensmittel geliefert. „Wir bringen auch zwei Kaffee vorbei“, sagt er.

Auch kleine Mengen werden eingekauft

Darüber hinaus: einen Getränkeservice, Backwaren, Kaffee, Kuchen und andere Speisen, Brötchenservice mit Vorbestellung, Tabakerzeugnisse, E-Zigaretten Liquids und Zubehör, Nahrungsergänzungsmittel, Sportnahrung und so weiter. Anzenberger ist überzeugt: Nur wenn sich die Bevölkerung an die Regeln der Regierung, nur zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen vor die Tür zu begeben, hält, dann „werde der aktuelle Zustand nicht in die Länge gezogen.

Je länger die aktuellen Verordnungen bestehen bleiben, desto schwieriger wird es für unsere lokalen Klein- und Mittelstandbetriebe“.

Wer den Service in der Stadt Kolbermoor Anspruch nehmen möchte, meldet sich telefonisch unter der Handynummer 0176/71660665.

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