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Interview mit Mobilitätsmanagerin

Carsharing in Kolbermoor soll 2022 kommen

Veronika Winkler radelt nicht nur zu ihrem Arbeitsplatz ins Kolbermoorer Rathaus,sondern auch nach Rosenheim und Bad Aiblings.
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Veronika Winkler radelt nicht nur zu ihrem Arbeitsplatz ins Kolbermoorer Rathaus, sondern auch nach Rosenheim und Bad Aiblings.
  • Ines Weinzierl
    VonInes Weinzierl
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Kolbermoor – Seit Frühjahr fungiert Veronika Winkler (42) als Mobilitätsmanagerin in der Mangfallstadt Kolbermoor. Ihre Hauptaufgabe ist es, die Bürger davon zu überzeugen, dass eigene Auto mal stehen zu lassen, zu Fuß zu gehen, Radl zu fahren und den Stadtbus zu nutzen. Im Interview erzählt sie, was sie 2022 auf den Weg bringen möchte.

Frau Winkler, wie mobil sind Sie eigentlich?

Veronika Winkler: Ich fahre immer mit dem Rad zur Arbeit (lacht).

Wie weit ist es denn?

Winkler: In drei Minuten bin ich da. Aber ich bin auch sonst viel mit dem Rad unterwegs, fahre mit meinen Kindern zu Terminen – auch nach Bad Aibling und Rosenheim.

Wie haben Sie sich eingelebt?

Winkler: Total gut. Ich bin von den Verwaltungsmitarbeitern mit offenen Armen empfangen worden. Das Betriebsklima ist sehr gut und ich bin gut vernetzt.

Was sind genau Ihre Aufgaben?

Winkler: Meine Aufgabe ist es, das Radverkehrskonzept umzusetzen. Dazu gehört beispielsweise, den Radverkehr weiter voran zu bringen. Es dreht sich um Hauptrouten, Nebenrouten. Diese auszuarbeiten und sie radfreundlich zu gestalten. Es geht auch um Kreuzungen und Querungen. Radlwege anlegen, und dabei immer im Blick haben, dass wenig Platz da ist. Ich schaue was möglich ist, denn ich muss ja verschiedene Interessen berücksichtigen: Fußgänger, Radlfahrer und Autofahrer. Es müssen auch Rettungswege freigehalten werden und die Anwohner müssen zu ihren Häusern gelangen. Es gibt wirklich viel zu beachten.

Daher dauert einiges lange...

Winkler: Ja, vor 15 Jahren wurde schon darüber gesprochen den Bahnübergang in Kolbermoor auf beiden Seiten mit einem Radl-/Fußweg auszustatten. Darüber sprechen wir heute noch. Es sind lange, schwierige Prozesse. Und ich muss sagen: Der Wille ist da.

Was sind Ihre Ziele?

Winkler: Eines der Ziele ist es für 2022 ein Carsharing-Projekt auf den Weg zu bringen. Vermutlich soll es zunächst ein E-Auto nahe des Rathauses geben. Die Nutzung soll einfach sein. Und wenn es sich bewährt, kann es ausgebaut werden. Wir wollen einfach Anreize schaffen, auf ein Zweit- und Drittautos zu verzichten. Parallel dazu soll es in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule ein Programm geben, unter anderem den Vortrag „Leben ohne Wagen wagen“. Obendrein soll es Workshops mit einem lokalen Radlhändler geben zum Thema „Wie repariere ich mein Radl“.

Was haben Sie heuer auf den Weg gebracht?

Winkler: Beispielsweise die „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommune“ – das wollen wir ja werden und ob es klappt, erfahren wir im Januar. Im Herbst gab es ein Treffen mit dem Ministerium und dem ADFC. Seit Sommer gibt es ein Lastenrad, das die Bürger ausleihen können. Wie läuft das?

Es ist ein Erfolg. Die Nachfrage ist groß, bereits 20 Bürger haben das Rad ausgeliehen. Es ist wirklich eine Alternative zum Auto.

Wie ist Kolbermoor hinsichtlich der Mobilität aufgestellt?

Winkler: Wir sind auf einem guten Weg. Viel läuft im Hintergrund – vieles geht nicht von heute auf morgen, sondern Stück für Stück.

Was braucht Kolbermoor ganz besonders?

Winkler: Vernünftige Radlständer, die überdacht und groß genug sind. Nicht nur die, in die man vorne das Vorderrad stellt. Sondern welche, wo man auch das teure E-Bike abstellen kann. Im Kindergarten an der Hölderlinstraße sollten eigentlich nur ganz einfache, in die das Vorderrad kann. Jetzt haben wir dort Bügelradlständer. An diese kann man das ganze Rad anlehnen und gut abschließen.

Wie offen geht der Kolbermoorer Stadtrat mit dem Thema um?

Winkler: Sie gehen offen mit dem Radverkehrskonzept um. Allerdings denke ich, dass es Diskussionen geben wird, wenn es beispielsweise darum geht, dass Parkplätze zugunsten von Radwegen wegfallen sollen.

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