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Gespräch mit Chef Klaus Dehler

Wieder Fledermäuse und Ameisen beobachten: Bund Naturschutz Kolbermoor hofft auf Zeit nach Corona

Pflegeaktion des Bundes Naturschutz am Tonwerkweiher im vergangenen Herbst: (von links) Alfons Spandl, Martin Simons (mit seinen drei Kindern Paula, Lenz und Lilli im Vordergrund), Gertrud Helbich, Aline Friedrich, Klaus Dehler und Michael Werner haben Aussichtspunkte gemäht und freigeschnitten.
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Pflegeaktion des Bundes Naturschutz am Tonwerkweiher im vergangenen Herbst: (von links) Alfons Spandl, Martin Simons (mit seinen drei Kindern Paula, Lenz und Lilli im Vordergrund), Gertrud Helbich, Aline Friedrich, Klaus Dehler und Michael Werner haben Aussichtspunkte gemäht und freigeschnitten.
  • VonPaula Trautmann
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Welche Aktionen hat die Kolbermoorer Ortsgruppe des Bund Naturschutz heuer geplant und wie waren die vergangenen beiden Pandemie-Jahre? Ein Aus- und Rückblick mit dem Vorsitzenden Klaus Dehler.

Kolbermoor – Sie sind nachtaktiv, haben ein dichtes Fell, kommunizieren über Ultraschall und können durch die Gegend fliegen. Fledermäuse sind Dehlers Fachgebiet. 2019 hat er die ersten Führungen im Spinnereipark gegeben und sie seien stets gut besucht gewesen. Rund 15 Personen seien immer gekommen. „Für so ein spezielles Thema ist das super“, sagt Dehler. In den vergangenen beiden Jahren wollte er deshalb mehr Führungen anbieten. Corona hat ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Wasserfledermäuse im Spinnereipark

Heuer soll das wieder anders sein. Zwei Fledermausführungen hat Dehler geplant. Am 8. Juni will er durch den Spinnereipark führen. Dort gebe es hauptsächlich Wasserfledermäuse, da der Park an den Mangfallkanal angrenzt.

Damit die Teilnehmer die Tiere nicht nur beim Flug beobachten, sondern auch hören können, will Dehler einen Detektor mitbringen. Und natürlich werde er etwas zur Biologie der Fledermäuse erzählen. Eine Stunde vor Einbruch der Dunkelheit will er sich dafür mit interessierten Bürgern treffen.

In Au bei Bad Feilnbach gibt es eine Kolonie von Großen Mausohren. Das sind typische Kirchenfledermäuse, die mit gut 40 Zentimetern Flügelspannweite die größte heimische Fledermausart ist. Rund 800 solcher Tiere leben auf dem Dachboden der Kirche in Au. „Das ist natürlich ein ziemliches Spektakel, wenn die 800 Fledermäuse abends ausfliegen“, weiß Dehler. Es gebe nur ein Fenster, deshalb könnten die Teilnehmer das gut beobachten. Am 15. Juni ist die Aktion geplant.

Auch Führungen im Tonwerksgelände und soll es wieder geben. „Ich versuche, unseren Ameisenexperten zu überreden, seine Führung wiedermal anzubieten“, sagt der Vorsitzende. Die vergangen Male habe der Experte das Pech gehabt, dass es den ganzen Sommer nicht geregnet hat, aber gerade an dem Tag der Führung plötzlich schon. „Das ist für Ameisen natürlich schlecht, die verkriechen sind“, erklärt Dehler und lacht.

Wegen der Pandemie seien mehr Spaziergänger unterwegs

Anders als die Ameisen wollen sich die Kolbermoorer nicht verkriechen. Der Vorsitzende merke, dass wesentlich mehr Menschen draußen unterwegs sind, besonders auf dem Tonwerkgelände und der Spinnereiinsel. „Das ist ja auch in Ordnung und verständlich.“ Um die Natur zu schützen, sollten die Bürger aber nur auf den Wegen gehen und ihren Müll nicht überall liegen lassen, rät Dehler. Leider passierte das noch viel zu oft.

Damit die Spaziergänger auf den Wegen bleiben und dennoch einen schönen Blick auf den Tonwerkweiher haben, mähen Mitglieder des Bund Naturschutzes das Schilf an bestimmten Stellen jeden Herbst. 2020 musste die Aktion wegen Corona ausfallen. Im vergangenen Jahr habe es deshalb umso mehr zu mähen gegeben.

Aktionen an aktuelle Corona-Lage anpassen

Jeden letzten Samstag im September kümmern sich die Kolbermoorer zudem um eine große Streuwiese am Samerberg, die der Bund Naturschutz besitzt. Mitglieder aller Ortsgruppen und der Bergwacht mähen sie einmal im Jahr per Hand. Weil das Gebiet ein Hangquellmoor ist und dementsprechend nass, könnten sie nicht mit einem Traktor reinfahren.

„Ich hoffe, dass dieses Jahr alles wieder deutlich entspannter ist, damit unsere Aktionen stattfinden können“, sagt Dehler. Er vermutet, dass heuer alles wieder „sehr spontan“ passieren wird, weil die Leute aus der Ortsgruppe auf die aktuelle Corona-Lage und die Bestimmungen reagieren müssen. Das kennt der Vorsitzende bereits.

Wie alle anderen habe sich die Ortsgruppe die vergangenen beiden Jahre einschränken müssen. Die monatlichen Treffen im Bürgerhaus Mangfalltreff hätten nur zu rund einem Viertel stattfinden können. Teilweise hätten nur die acht Vorstandsmitglieder teilnehmen können. Der Raum sei zu klein gewesen für mehr Personen.

Deshalb haben die Mitglieder Onlinetreffen organisiert, die seien aber auf keine besonders große Resonanz gestoßen. „Das ist natürlich schade, weil es doch eine Möglichkeit ist miteinander in Kontakt zu treten“, so Dehler. Der direkte Draht habe ihm in den vergangenen beiden Jahren am meisten gefehlt. Insgesamt hat die Ortsgruppe über 400 Mitglieder.

Ruhig um den Brenner-Nordzulauf

Ein Hauptteil ihrer Aktivitäten seien Stellungnahmen zu Bauvorhaben. Die Stadt benachrichtige den Verein, wenn etwas gebaut werden soll. „Wir können dann Änderungen des Bauplans für den Naturschutz empfehlen“, so Dehler. Etwa mehr Grünstreifen freizulassen oder den ein oder anderen Baum stehen zu lassen. In den vergangenen zwei Jahren habe es nur kleinere Projekte gegeben. Das habe der Vorstand auch am Telefon besprechen können.

Der Brenner-Nordzulauf hat den Bund Naturschutz auch beschäftigt. Um das Thema sei es in der vergangenen Zeit aber relativ ruhig gewesen, weil jetzt alles in der Planung ist. „Wenn die Detailplanungen fertig sind, wird sich das mit Sicherheit wieder ändern“, glaubt Dehler.

Helfer für Amphibienaktion im März gesucht

Der Bund Naturschutz sucht noch Helfer für eine Aktion in der Gemeinde Samerberg. Dabei sammeln die freiwilligen Helfer Amphibien wie Erdkröten, Grasfrösche oder Bergmolche, um sie zu schützen. Die Tierchen wandern vom Hochriesgebiet in die Samerberger Feuchtgebiete, um dort abzulaichen. „Dabei müssen sie leider eine Straße überqueren“, weiß Vorsitzender Klaus Dehler. Damit die Amphibien nicht überfahren werden, bauen die Helfer Zäune auf, an denen sich die Tierchen sammeln. Die Freiwilligen tragen sie dann über die Straße, damit sie sicher in ihr Laichgebiet wandern können. Zwei Sammelstellen gibt es, in Sonnbach und Oberwildenried. Aus dem ganzen Landkreis kämen die Helfer, die Kolbermoorer stellen laut Dehler meist ein Drittel aller Sammler. Vorerst sei geplant, die Zäune am 3. März aufzubauen. Das könne sich aufgrund der Witterung aber noch verschieben. Wenn es frisch schneit oder Minusgrade hat, verzögere sich die Wanderung der Amphibien. Wer helfen möchte, kann sich bei Klaus Dehler unter der Nummer 0176/26471382 melden.