Mahnfeuer und Phantombrücke - BI „Nordzulauf Kolbermoor“ plant große Aktion am 9. November

So könnte es aussehen:Die Brenner-Nordzulauf-Trasse zerschneidet die Landschaft. Grafik/re
+
So könnte es aussehen:Die Brenner-Nordzulauf-Trasse zerschneidet die Landschaft. Grafik/re
  • Ines Weinzierl
    vonInes Weinzierl
    schließen

Die Bürgerinitiative „Nordzulauf Kolbermoor“, die sich gegen den Bau des Brenner-Nordzulaufs wendet, erfährt großen Zulauf. Nun planen die Initiatoren der BI für den 9. November eine große Aktion – mit einem Feuer und einer Brückensimulation, die das Ausmaß des Bahnprojektes verdeutlichen soll.

Kolbermoor – Die Bürgerinitiative (BI) „Nordzulauf Kolbermoor“ hat bereits rund 1200 Mitglieder. „Wir wachsen langsam, aber stetig“, sagt Sprecher Ralf Exler. Jetzt veranstaltet die Kolbermoorer Initiative am 9. November ein Mahnfeuer – Schirmherr Bürgermeister Peter Kloo wird auch vor Ort sein. Warum ausgerechnet ein Feuer entzündet werden soll und was die Bürgerinitiative Brenner-Nordzulauf noch geplant ist, erzählt der Kolbermoorer im Interview.

Herr Exler, am 9. November plant die BI ein Mahnfeuer. Warum ein Mahnfeuer?

Ralf Exler: Mit einem Mahnfeuer wollen wir ein Zeichen setzen und auf die Planungen zu dem Brenner-Nordzulauf aufmerksam machen. Ich bin immer wieder erstaunt, dass viele Bürger noch nichts davon wissen.

Wie sind Sie draufgekommen?

Exler: Ein Feuer „befeuert“ die Aufmerksamkeit…

Ralf Exler, Sprecher der BI

Ist die Aufmerksamkeit immer noch zu gering?

Exler: Ja wir erleben es immer wieder, dass die Bürger nichts darüber wissen und daher müssen wir Aufmerksamkeit und Aufsehen erzeugen.

Lesen Sie auch: Kolbermoor: „Müssen die Menschen wachrütteln“

Obendrein wollen Sie die verlaufende Strecke mit Fackeln ausstatten – wie viele sollen brennen?

Exler: Wir werden alle 15 Meter etwa zwei Fackeln auf beiden Seite der Trasse stecken – von der Staatsstraße bis zur Mangfall. Es werden viele Fackeln sein.

Wie schaffen Sie das alles? Wer hilft mit?

Exler: Durch unsere Aktionen und der letzen Mitgliederversammlung konnten wir neben den Vorsitzenden weitere Helfer gewinnen. Auch die Landwirte in der Aiblinger Au wollen mit uns ein Zeichen setzen und errichten eine Phantombrücke.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Was soll die Brücke darstellen?

Exler: Sie wird von einer Familie unserer Mitglieder aus Holz errichtet und soll das Ausmaß der möglichen Baumaßnahmen sichtbar und begreifbar machen.

Lesen Sie auch: „Größte Katastrophe seit dem 2. Weltkrieg“: 3000 Menschen protestieren gegen den Brenner-Nordzulauf

Laut eines jüngsten Schreibens aus der Staatskanzlei, sieht auch die Staatsregierung noch keinen Beweis für den Bedarf einer Neubaustrecke – lässt Sie das hoffen oder ist das für Sie Wahlkampgetöse?

Exler: Das wird sich zeigen, erstaunlich ist es für mich, dass dies zum Auftakt des Wahlkampfes für die Kommunalwahlen veröffentlicht wird. Fraglich ist es nur, warum dann weiter mit Hochdruck geplant wird und das Raumordnungsverfahren vorbereitet wird seitens der DB Netze.

Was plant die Bürgerinitiative als nächstes?

Exler: Eine Befragung zur Kommunalwahl der Kandidaten, wie sie zum Brenner-Nordzulauf stehen, Aktionen sobald die Petition genehmigt ist sowie weitere Info-Veranstaltungen.

Informationen zur Aktion am 9. November

Die Bürgerinitiative „Nordzulauf Kolbermoor“ lädt alle Bürger zum großen Mahnfeuer am Samstag, 9. November, von 17 bis 19 Uhr in der Aiblinger Au 22 in Kolbermoor ein. Um zu zeigen wie groß die Einschnitte in die Natur durch die notwendigen Brückenbauwerke sein können, wird ein sechs Meter hohes und sechs Meter breites Brückenmodell aufgebaut. Die Vorstände der BI geben vor Ort nochmals Informationen zu den aktuellen Planungen rund um das Projekt Brenner-Nordzulauf. Das Feuer wird gegen 17.30 entzündet, bei Getränken und Würsteln besteht die Möglichkeit für vielfältige und „heiße“ Diskussionen. Möglichst zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen, da nur begrenzt Parkplätze zur Verfügung stehen.

Mehr zum Thema

Kommentare