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Vorfälle am 8. März in Bad Feilnbach und Kolbermoor

Unbekannte wollen Kinder in Autos locken: Was die Polizei zu einem Zusammenhang der Fälle sagt

In Bad Feilnbach und in Kolbermoor sind am Mittwoch, 8. März 2023, Schüler von unbekannten Autofahrern angesprochen worden. Diese sollen versucht haben, die Kinder mit Süßigkeiten ins Auto zu locken.
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In Bad Feilnbach und in Kolbermoor sind am Mittwoch, 8. März 2023, Schüler von unbekannten Autofahrern angesprochen worden. Diese sollen versucht haben, die Kinder mit Süßigkeiten ins Auto zu locken.
  • Mathias Weinzierl
    VonMathias Weinzierl
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Zu den beiden Vorfällen vom 8. März, bei denen Autofahrer in Bad Feilnbach und Kolbermoor Schüler mit Süßigkeiten ins Auto locken wollten, gibt es „noch keine relevanten Hinweise“. Was die Ermittler zu einem möglichen Zusammenhang der beiden Fälle sagen.

Bad Feilnbach/Kolbermoor – Die beiden Vorfälle am Mittwoch, 8. März, bei denen jeweils in Bad Feilnbach und Kolbermoor Unbekannte versucht haben sollen, Schüler mit Süßigkeiten ins Auto zu locken, hat bei Eltern im Mangfalltal für viel Unruhe gesorgt. Die ermittelnden Polizeidienststellen Brannenburg und Bad Aibling nehmen nach eigenen Angaben beide Vorfälle „sehr ernst“, können bislang aber noch keinen Erfolg bei den Ermittlungen verbuchen.

Kinder laufen zum Haus eines Freundes

Beim Vorfall in Kolbermoor, der sich am Mittwoch, 8. März, gegen 8 Uhr zugetragen hatte, aber erst am Wochenende seitens der Bad Aiblinger Polizei bestätigt worden war, soll eine rund 25 Jahre alte Autofahrerin an der Sepp-Straßberger-Straße versucht haben, einen Buben (8) und ein Mädchen (7) mit Süßigkeiten ins Auto zu locken. Die beiden befreundeten Kinder liefen sofort zum Haus eines in der Nähe wohnenden Freundes und informierten dessen Eltern, die wiederum die Schulleitung der Adolf-Rasp-Schule informierte. Die wandte sich an die Polizei, die eine Streife nach Kolbermoor schickte, um die Kinder zum Vorfall zu befragen.

Nach Angaben von Schulleiterin Carola Vodermaier, die ebenfalls mit den beiden Kindern gesprochen hatte, seien die Aussagen des Mädchens und des Buben „sehr glaubhaft“ gewesen. So gaben die Kinder gegenüber der Polizei an, aus einem weißen VW Golf heraus von einer rund 25 Jahre alten Frau mit langen, blonden Haaren angesprochen worden zu sein, die ein pinkfarbenes Kleid getragen habe.

Doch der detaillierten Beschreibung zum Trotz – Zeugenhinweise seitens der Bevölkerung sind bei der Polizeiinspektion Bad Aibling noch nicht eingegangen, wie ein Polizeisprecher auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen mitteilte. Die Polizei nehme die Angaben der Kinder aber „sehr ernst“ und werde entsprechende Schritte einleiten. Diese könnten nach Angaben des Polizeisprechers von einem Gespräch der Jugendbeamtin mit Schülern bis hin zu vermehrten Streifenfahrten rund um den Tatort reichen.

Polizei hofft weiter auf Hinweise von Zeugen

Die Polizeidienststellen in Brannenburg und Bad Aibling hoffen weiterhin darauf, dass Zeugen Hinweise zu den Vorfällen in Bad Feilnbach und Kolbermoor geben und damit zur Aufklärung beitragen können. Hinweise zum Vorfall in Au, bei dem am Mittwoch, 8. März, ein Autofahrer eine Zehnjährige mit Süßigkeiten ins Auto locken wollte, nehmen die Brannenburger Ermittler unter der Telefonnummer 08034/9068-0 entgegen. Zeugenhinweise für den Vorfall am Mittwoch, 8. März, in Kolbermoor, wo eine junge Frau zwei Schulkinder angesprochen und ebenfalls mit Süßigkeiten locken wollte, bearbeitet die Polizei Bad Aibling, Telefon 08061/9073-0.

Und wie sieht es in puncto Hinweise aus der Bevölkerung bei der Polizeiinspektion Brannenburg aus? Die ermittelt im Fall eines zehnjährigen Mädchens, das ebenfalls am Mittwoch, 8. März, allerdings gegen 14 Uhr, im Bereich der Auerbachstraße und des Ferdinand-Winter-Wegs in Au von einem bislang unbekannten Autofahrer mit Süßigkeiten ins Auto gelockt werden sollte. Das Mädchen lief ebenfalls davon, die Eltern informierten schließlich die Polizei.

Bei dem Unbekannten soll es sich nach Aussagen der Zehnjährigen um einen rund 60 Jahre alten Mann mit dunklen Haaren und einem Drei-Tage-Bart gehandelt haben, der in einem kleineren, blauen Auto unterwegs gewesen sei. Das Kennzeichen des Fahrzeugs könnte zudem den Buchstaben „N“ enthalten. Mittlerweile sind bei den Brannenburger Ermittlern ein paar Hinweise eingegangen. „Ein für die Ermittlungen letztlich relevanter Hinweise war aber nicht dabei“, wie Dienststellenleiter Josef Mühlbacher betonte. Den Besitzer eines Fahrzeugs, den die Ermittler bereits überprüft haben, konnten die Beamten als möglichen Täter ausschließen.

Könnte zwischen den Fällen ein Zusammenhang bestehen?

Könnte es zwischen den beiden Fällen, die am selben Tag nur wenige Kilometer von einander entfernt stattgefunden haben, irgendwelche Zusammenhänge geben? „Wir schließen natürlich nichts aus“, so Mühlbacher, der allerdings darauf hinweist, „dass die Personen- und Fahrzeugbeschreibungen völlig voneinander abweichen“. Auch seine Kollegen aus Bad Aibling sehen aufgrund der unterschiedlichen Beschreibungen keine Parallelen, wollen aber ebenfalls „nichts ausschließen“.

Dubiose Vorfälle, die im Mangfalltal nicht nur Eltern belasten , sondern auch für die Leiter der Schulen schwer zu handhaben sind. „Dieses Thema ist sehr sensibel, da man rechtzeitig darüber sprechen muss, aber in der Elternschaft und unter den Kindern keine Panik schüren will“, sagt beispielsweise Margit Batt, Rektorin der Grundschule Au. Sie habe sofort die Klassenleiter angewiesen, mit den Schülern über das Thema zu sprechen. Ein Thema, über das aber auch ohne konkreten Vorfall immer wieder im Unterricht gesprochen werde.

So sieht es auch Vodermaier, Rektorin der Kolbermoorer Adolf-Rasp-Schule. „Die beiden Kinder, die in Kolbermoor angesprochen worden sind, haben ja genau richtig reagiert“, sagt die Schulleiterin. „Das ist letztlich das, was man den Kindern einfach immer wieder klar machen muss.“ Vodermaiers klare Ansage an ihre Schüler: Selbst wenn ein Autofahrer wirklich nur nach dem Weg frage, solle das Kind einfach weitergehen, denn: „Der Autofahrer findet dann schon noch jemanden, der ihm hilft.“ Ihre Kollegin Batt hält es zudem für besonders wichtig, dass die Kinder stets „viel Abstand“ zum Auto halten. Batt: „So besteht keine Möglichkeit, ein Kind einfach in das Auto zu ziehen.“

Gesunde Vorsicht, aber keine Panik

Die einhellige Meinung der beiden Schulleiterinnen: Eine gesunde Vorsicht ist wichtig, Schüler und Eltern sollten aber nicht in Panik verfallen. Denn in der Regel gäbe es letztlich für derartige Vorfälle ganz plausible Erklärungen, wie Vodermaier schon selbst erlebt hat. So habe es an ihrer Schule mal einen älteren Mann gegeben, der einfach – ganz ohne Hintergedanken – gerne Süßigkeiten an Kinder verteilt habe. Vodermaier: „Dem war, bis ich mit ihm gesprochen habe, überhaupt nicht bewusst, dass das auf andere Menschen seltsam wirken könnte.“

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