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Fachleute sind begeistert

„Architektonischer Ritterschlag“ - Was den Kolbermoorer Waldkindergarten so besonders macht

Architektin Claudia Petzenhammer stehtvor dem Waldkindergarten.
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Architektin Claudia Petzenhammer stehtvor dem Waldkindergarten.
  • VonJohannes Thomae
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Der Kolbermoorer Waldkindergarten an der Hölderlin Straße hat eine ganz spezielle Auszeichnung erhalten. Denn das Bauobjekt der Architektin Claudia Petzenhammer war kürzlich ein Zielpunkt der Architektouren der Bayerischen Architektenkammer. Was hinter dem besonderen Projekt steckt.

Kolbermoor – Bei den Architektouren, einem Projekt der Bayerischen Architektenkammer, werden in jedem Jahr besonders qualitätsvolle Planungen vorgestellt. Das waren in diesem Jahr über ganz Bayern verteilt nicht einmal 170 Objekte – dass der Kolbermoorer Waldkindergarten darunter zu finden ist, also durchaus eine große Ehre für die Stadt aber auch für die Architektin selbst.

Warum er ein Besonderer ist

Im Rahmen des Projektes der Bayerischen Architektenkammer hatten nun alle Interessierten die Gelegenheit, einmal selbst einen Eindruck davon zu gewinnen, warum der Waldkindergarten ein ganz besonderer ist.

Blick aus dem Kindergarten in den Wald.

Weil sich das Wetter an den beiden Tagen aber wirklich von seiner allerschönsten Seite zeigte und der Festkalender an diesem Wochenende vor Veranstaltungen in der Region nur so brummte, blieb die Besucheranzahl überschaubar. Der große Vorteil dabei jedoch: Claudia Petzenhammer konnte sich für die einzelnen wirklich Zeit nehmen und alle Fragen ausführlich und individuell beantworten.

An einem Veranstaltungstag etwa die einer kleinen Architektengruppe, die extra aus München angereist war. Die Fachleute interessierte natürlich vor allem die Technik, also die Gründung der Gebäude in dem unsicheren Untergrund durch Bodenschrauben, dazu die modulare Bauweise mit vorgefertigten Wandelementen: Die erlaubte, wie Claudia Petzenhammer erklärte, nicht nur einen schnellen Bauablauf, sondern reduzierte auch den beim Bau nötigen Maschineneinsatz:

Etliche Gespräche gekostet und auch einiges Verhandlungsgeschick vorausgesetzt

Nur ein „Manitou“, ein radladerartiges Vielzweckgefährt, war nötig, mehr nicht. Dies ein nicht unerheblicher Vorteil, denn auch beim Bau, sollte der Naturraum, in dem der Kindergarten eingebettet ist, so wenig beeinträchtigt werden, wie nur irgend möglich. Dieses Bemühen, so erläuterte die Architektin, geht sogar so weit, dass das „Zwergerldorf im Wald“ eines Tages auch wieder ebenso märchenhaft verschwinden könnte, wie es gekommen war: ohne irgendeine Spur zu hinterlassen.

Ein allerdings äußert unwahrscheinliches Szenario, denn die, die den Kindergarten jetzt beleben, die kleinen Nutzer, sind von ihm hellauf begeistert und würden ihn für nichts in der Welt wieder hergeben. Das berichtete Susanne Weckwerth vom katholischen Kindergarten Heilig Dreifaltigkeit, in dessen Trägerschaft eine Hälfte der Einrichtung liegt, die andere gehört zum evangelischen „Haus für Kinder“. Für Susanne Weckwerth ist das kleine Kolbermoorer Bullerbü-Dorf sozusagen das Beste aus zwei Welten: alle Vorteile eines Waldkindergartens vorhanden und dennoch ein trockener, warmer und rundum anheimelnder Rückzugsort gegeben.

Diesen zu schaffen, das erläuterte Bürgermeister Peter Kloo, der am Samstag ebenfalls vorbeischaute, habe durchaus etliche Gespräche gekostet und auch einiges Verhandlungsgeschick vorausgesetzt.

Ergebnis ist jede Mühe wert

Es galt, so Peter Kloo, sich mit allen aufsichtsführenden Stellen abzustimmen, denn Ziel war es, soviel an sinnvoller Ausstattung wie möglich hineinzupacken und dennoch zu vermeiden, damit bereits in die Kategorie einer normalen Einrichtung hineinzufallen, die dann wieder ganz andere Ausstattungsanforderungen nach sich gezogen hätte.

Das Ergebnis aber jede Mühe wert, wie auch alle Besucher bestätigten. Die Architekten vom Samstag jedenfalls spendeten hohes Lob: Das ist kein einfacher Waldkindergarten, das ist ein richtiger Kindergartennur eben mitten im Wald.

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