Anerkennung für das Ehrenamt

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Das Ehrenamt stand im Mittelpunkt des traditionellen Neujahrsempfangs der CSU Kolbermoor im Mareissaal. Einmal mehr vergab der Ortsverband seinen Anerkennungspreis für besondere ehrenamtliche Leistungen - erstmals auch an Einzelpersonen. Zu den Preisträgern 2014 zählen der Faschingsverein Mangfalltal, der sich seit inzwischen zehn Jahren der Vereins- und Nachwuchsarbeit widmet, sowie Helga Schiffmann und Gabi Böning von "Kolbermoorer helfen", Hildegard Muschik von der Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit und Barbara Voigt für ihren Einsatz in der Seniorenarbeit.

Kolbermoor - Auf die große Bedeutung des Ehrenamtes ging der Kolbermoorer Ortsvorsitzende Sebastian Daxeder in seinen einleitenden Worten im fast bis auf den letzten Platz gefüllten Mareissaal ein.

Mit gleich zwei Laudatoren würdigte der Ortsverband sodann den ersten Preisträger: den Faschingsverein Mangfalltal, auf dessen Wirken Waltraud Giese und Tobias Müller eingingen. Im Sommer 2004 gegründet, kann der Verein inzwischen auf eine zehnjährige Geschichte zurückblicken, in der er sich weit entwickelt habe. 2005 der erste Faschingsball, 2006 dann das erste Prinzenpaar und auch das Elfersymposium feierte damals Premiere.

Im Fasching 2009 präsentierte der Verein dann erstmals ein Kinderprinzenpaar und die Kindergarde - und sei seitdem auch in Sachen Nachwuchsarbeit hoch aktiv, wie die beiden Laudatoren unterstrichen. Seit Jahren findet zudem das Landkreisfestival der Garden in Kolbermoor statt - alles in allem viel zu organisieren und auf die Beine zu stellen. "Der Verein leistet seit zehn Jahren nicht nur Großes für das kulturelle Leben in Kolbermoor, sondern auch Außerordentliches in der Kinder- und Jugendarbeit", so in der Laudatio weiter.

Hoch erfreut über den Anerkennungspreis 2014 zeigte sich denn auch Faschingspräsident Michael Kohnle, der gleichzeitig auf sein "super Team" verwies, ohne das die Arbeit nicht bewältigen wäre. Mit schwungvollen Auftritten "dankten" denn auch die Kindergarde und Jugendshowtanzgruppe sowie das Kinderprinzenpaar für die Auszeichnung - und ernteten jede Menge Applaus und Begeisterung, auch von der Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig und Landtagsabgeordneten Otto Lederer, die sich ebenfalls angetan von der Nachwuchsarbeit des Kolbermoorer Faschingsvereins zeigten.

Präsident Kohnle gab nach Tanz und Show zudem einen Überblick über den Verein, im August 2004 von 16 Faschingsbegeisterten aus dem Mangfalltal gegründet und in Kolbermoor eine Heimat gefunden - "was mich natürlich besonders freut", betonte er. Weiter blickte Kohnle auf die Anstrengungen der Anfangsjahre zurück, als es erstmals galt, eine komplette Garde und das Prinzenpaar auszustatten - "eine enorme finanzielle Belastung" -, aber auch auf den großen Zuspruch, den man damals erhalten hatte.

Seitdem sei der Verein enorm gewachsen, auf über 250 Mitglieder, davon allein an die 110 Aktive in Garden, Elferrat und Showgruppe - und mit an die 100 Auftritten in der Faschingssaison. "Eine Hochleistung", unterstrich er. Immerhin könne man inzwischen mit einem Komplettprogramm von über einer Stunde aufwarten, bemerkte er nicht ohne Stolz, bevor der die Bühne frei gab für die Erwachsenengarde und das Prinzenpaar Claudia I. und Manuel I.

Erstmals ließ der Ortsverband in diesem Jahr auch Einzelpersonen eine Auszeichnung zuteil werden, um, wie Zweite Vorsitzende Renate Huber unterstrich, auch diesem Personenkreis seine Anerkennung auszusprechen.

Unbestritten viel geleistet und vieles bewegt hatte in ihrem Leben Barbara Voigt, wie denn auch die Laudatio von Gerhard Duschl deutlich machte: 1939 in Görlitz geboren, in Rosenheim aufgewachsen und zur Krankenschwester ausgebildet, 1969 dann nach Kolbermoor gezogen, hatte sie sich seit jeher engagiert. Ob in der Kommunalpolitik als Stadträtin, von 1990 bis 2008, mit Unterbrechungen, insbesondere aber als Senioren- und Behindertenbeauftragte, deren Stellvertreterin sie nach wie vor ist. Des Weiteren im Familienverband, bei der Sängerrunde, mit Denksportgruppen und lange Zeit als Vorsitzende der Interessengemeinschaft Altenservicezentrum, in das sie viel Energie investiert hatte. "Barbara Voigts große Stärke ist ihre Liebe zu den Menschen und zur Gemeinschaft, sie wird ständig von dem Wunsch getragen, zu helfen", schloss Duschl die Laudatio.

In der katholischen Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit viel geleistet hat Hildegard Muschik, wie Elke Fischer in ihrer Laudatio auf die Geehrte ausführte: Seit 37 Jahren gehört Hildegard Muschik dem Pfarrgemeinderat an, 26 Jahre hat sie den Vorsitz inne - und sei stets zur Stelle, wenn sie gebraucht würde. Und alles, ohne sich je in den Vordergrund zu drängen. Angefangen von der Firmvorbereitung über den Weltgebetstag, die Sternsingeraktion oder das Organisieren von Festen - "Hildegard Muschik ist ein Vorbild für ehrenamtliches Engagement", betonte Elke Fischer.

Wie wichtig ehrenamtliches Engagement und funktionierende Helferstrukturen sind, habe das Juni-Hochwasser vom vergangenen Jahr gezeigt, so Laudatorin Renate Huber in ihren einleitenden Worten: "Die Hilfsbereitschaft in Kolbermoor war unglaublich, vom spontanen Zupacken bis zur organisierten Hilfeleistung", erinnerte sie. "Weshalb klar war, das Thema an diesem Abend noch einmal aufgreifen zu müssen, nur wen sollte man ehren?" Die Feuerwehren Kolbermoor und Pullach, das THW, das Rote Kreuz, den Verein "Kolbermoorer helfen" oder die unzähligen freiwilligen Helfer, zählte Huber auf und nannte stellvertretend dafür Marco Golshani, der Werkzeug, Trockner und "sich selbst" zur Verfügung gestellt, oder Leonhard Sedlbauer, der spontan mit angepackt hatte, und Robert Daxeder, der die ganze Nacht über in der Wendelsteinstraße Pumpen installiert hatte, obwohl sein eigens Haus unter Wasser stand.

Stellvertretend für all diese Helfer wollte der Ortsverband nun zwei Personen ehren: Helga Schiffmann und Gabi Böning von "Kolbermoorer helfen", die, obwohl teils selbst betroffen, Enormes an Hilfe geleistet hätten, lobte Huber. Neben persönlicher Hilfeleistung vor Ort hätten sie Stadt, Landratsamt und auswärtige Organisationen dabei unterstützt, dass Hilfe an den richtigen Stellen ankommt. Zudem hatten sie die enorme Spendenbereitschaft kanalisiert - alles in allem mehr als Grund genug, beide auszuzeichnen, unterstrich Huber.

Neben dem Anerkennungspreis des Ortsverbandes erhielten die vier Geehrten auch noch den Faschingsorden des Faschingsvereins - "standesgemäß" von der Garde zur Verleihung hin und zurück begleitet.

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