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Schulgeschichte im Heimat- und Industriemuseum

Kolbermoorer Mangfallschule fehlt seit 150 Jahren der Platz: Wie es dennoch funktioniert

Eine Reise in die Schulvergangenheit Kolbermoors bietet Stefan Reischl (Zweiter von links) mit der Sonderausstellung im Heimat- und Industriemuseum. Die ersten Zeitreisenden waren (von links) Bürgermeister Peter Kloo, Christa Wagner, die Schulleiterin der Mangfallschule und ihre Stellvertreterin Sarah Böhm.
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Eine Reise in die Schulvergangenheit Kolbermoors bietet Stefan Reischl (Zweiter von links) mit der Sonderausstellung im Heimat- und Industriemuseum. Die ersten Zeitreisenden waren (von links) Bürgermeister Peter Kloo, Christa Wagner, die Schulleiterin der Mangfallschule und ihre Stellvertreterin Sarah Böhm.
  • VonJohannes Thomae
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„Totgesagte leben länger“ – so könnte man die Sonderausstellung überschreiben, die es derzeit im Heimat- und Industriemuseum zu sehen gibt. Deren Thema ist die Mangfallschule. Dort dauert der Kampf um mehr Platz nun schon seit 150 Jahren an.

Kolbermoor – Wenn es nach der Bayerischen Staatsregierung gegangen wäre, gebe es die Schule schon seit Ende der 70er-Jahre nicht mehr. Dabei fehlt es ihr schon seit 150 Jahren an Platz, und mit der Ganztagsbetreuung ab 2026 wird davon noch mehr gebraucht.

An eine Schiefertafel statt eines Tablets erinnern sich nur noch die Großeltern heutiger Schulkinder.

In der Regierung war man Ende der 70er der Überzeugung, dass mit dem Bau der Adolph-Rasp-Schule auf lange Sicht genügend Schulraum in Kolbermoor vorhanden sein würde. Die Auflösung der Mangfallschule wurde vom Staat sogar als Voraussetzung für den Neubau gefordert.

Kampf um mehr Platz geht weiter

In der Stadtverwaltung, so erzählt Bürgermeister Peter Kloo, sei man von Anfang an skeptisch gegenüber dieser optimistischen Prognose gewesen. Und das zu Recht, denn schon während der Planungsphase der neuen Schule habe sich herausgestellt, dass auf die Räume in der Mangfallschule nie und nimmer zu verzichten wäre.

Auch die Ausstellung im Heimat- und Industriemuseum beschränkt sich deshalb nicht allein auf die Mangfallschule, sondern dokumentiert die Entwicklung aller Schulen Kolbermoors. „Im Grunde ist die Mangfallschule ja die Urmutter von ihnen allen“, sagt Stefan Reischl, Vorsitzender des Heimatmuseumsvereins.

„Ihnen allen gemeinsam ist der stete Kampf um mehr Platz“, betont Bürgermeister Kloo. Im Rückblick und in einer Art Zeitraffer betrachtet, gleiche Kolbermoors Schullandschaft deshalb einer unaufhörlichen Baustelle.

Das fing, wie in der Ausstellung zu sehen ist, schon mit Beginn des Schulbetriebs in der Mangfallschule an. Die beiden Gebäude, die ab 1871 erbaut wurden, erwiesen sich nach nur drei Jahrzehnten als zu klein. Schon 1904 und 1913 wurden sie deshalb erweitert.

Auch heute ist die Weiterentwicklung der Mangfallschule noch längst nicht abgeschlossen. Ab 2026 wird jedes Kind einen Anspruch auf eine Ganztagesbetreuung haben. „Dass man dafür zusätzlichen Platz braucht, ist klar“, sagt der Bürgermeister. „Was noch nicht klar ist: wie viel Platz.“ Denn es existierten, wie er bemängelt, noch keine exakten Pläne darüber, wie die Ganztagesbetreuung genau aussehen soll.

Zumindest gibt es dafür bislang keine Raumprogramme, also konkrete Richtlinien darüber, welche Räume für welche Schülerzahl zwingend bereitgestellt werden müssen. Von Förderrichtlinien, an denen sich die Kommunen bezüglich der Finanzierungsplanung orientieren könnten, ganz zu schweigen.

Kolbermoor habe, wie der Bürgermeister erklärt, zwar bereits Pläne in der Schublade, wie das Areal im Umfeld der Mangfallschule umgestaltet und diese damit erweitert werden könnte. „Ohne exakte staatliche Vorgaben über das, was benötigt werden wird, sind konkrete Umsetzungsplanungen sinnlos“, kritisiert Kloo.

Manche Besucher fühlten sich in ihre eigene Schulzeit zurückversetzt.

Eines ist auf jeden Fall klar: Die Mangfallschule ist weder tot, noch ist sie im 150. Jahr ihres Bestehens ein Auslaufmodell. Vielmehr bleibt sie auch in Zukunft ein unverzichtbarer Bestandteil der Kolbermoorer Schullandschaft.

Wann die Ausstellung zu sehen ist

Das Heimat- und Industriemuseum in der Bahnhofstraße 12 hat an folgenden Wochenenden, jeweils samstags und sonntags, von 14 bis 17 Uhr geöffnet: 16. und 17. Juli, 23. und 24. Juli, 30. und 31. Juli. Weiter geht es erst im September, denn im August sind Sommerferien.

Dann ist das Museum geschlossen. Dafür beteiligt es sich am Sommerferienprogramm. So findet am 12. August, von 9.30 bis 12 Uhr, eine Besichtigung der E-Werke der ehemaligen Spinnerei statt. Am Freitag, 19. August, geht es von 14 bis 17 Uhr zum Torfstechen. Nähere Informationen dazu und Anmeldung unter www.heimatmuseum-kolbermoor.de.

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