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BUB MISSBRAUCHT UND KINDERPORNOS AUS DEM INTERNET HERUNTERGELADEN

Haft für Asylbewerber aus Iran

Das Jugendschöffengericht Rosenheim verurteilte einen 37-jährigen Asylbewerber aus dem Iran wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes. Der Mann, dem auch der Besitz von Kinderpornografie zur Last gelegt wurde, muss für zwei Jahre und neun Monate ins Gefängnis.

Rosenheim/Kolbermoor – Der sexuelle Übergriff auf einen zwölfjährigen Buben und Kinderpornos der übelsten Sorte brachten den Iraner auf die Anklagebank. Laut Anklage war der Asylbewerber, der seit November 2015 in Deutschland lebt und zuletzt in Kolbermoor wohnte, zum Tatzeitpunkt bei einer befreundeten iranischen Familie im Landkreis zu Gast. Er schlief auf einer Matratze am Boden im Zimmer der beiden Söhne.

Eines Tages soll der Angeklagte nachts versucht haben, sich dem Zwölfjährigen unsittlich zu nähern. Der Vater berichtete, er habe in der besagten Nacht ein Geräusch gehört und gedacht, eines der Kinder sei aus dem Bett gefallen. Als er nachgeschaut habe, sei ihm sein Sohn entgegengekommen und habe ihm erzählt, dass ihn der „Onkel“ nicht schlafen lasse. Dann habe der Bub ihm von dem Übergriff erzählt. Er habe den Angeklagten darauf angesprochen, doch der habe alles abgestritten. Vor dem Schöffengericht schilderte das Kind sehr detailliert, wie ihn der Angeklagte getätschelt habe. Als der Iraner immer intimer geworden sei, habe er Angst bekommen und sei aufgestanden.

Der 37-Jährige habe ihn an der Schulter gepackt und gesagt: „Sag nichts Deinem Vater.“ Daraufhin habe er den Asylbewerber getreten und sei zu seinen Eltern gelaufen. Die kriminaltechnische Untersuchung der Unterhose des Buben ergab DNA-Spuren des Angeklagten auf der Außen- und Innenseite. Der Iraner bestritt diesen Tatvorwurf vor Gericht dennoch vehement.

Über seinen Verteidiger Dr. Frank ließ er erklären, dass er an diesem Tag nicht in bester Verfassung gewesen sei und schon einige Flaschen Bier und Schmerzmittel zu sich genommen habe. Deshalb habe er auch in der Wohnung übernachtet. Nachdem er sich im Zimmer der Buben schlafen gelegt habe, sei der Zwölfjährige aufgestanden, über ihn gestiegen und ins Stolpern geraten. Er habe den Jungen nur mit seinen Händen von hinten am Rücken gestützt, mehr sei nicht passiert. Dabei könne es aber sein, dass er den Buben unabsichtlich am Po berührt habe und die DNA-Spuren daher stammten. Der Angeklagte vermutete, dass ihm die Familie etwas in die Schuhe schieben wolle, weil er die 21-jährige Tochter zur Frau haben wollte.

Im zweiten Punkt der Anklage wurde der 37-Jährige e beschuldigt, sechs Kinderpornofilme auf seinem Smartphone gespeichert zu haben. Laut Oberstaatsanwalt Jürgen Branz sei die Beschreibung des Inhalts nur schwer in Worte zu fassen. Auf den Videos seien Säuglinge, Kleinkinder und Mädchen bis zu etwa 14 Jahren zu sehen. Aus Sicht des Staatsanwalts könnte einer der Filme Vorbild für die Tat gewesen sein. Das Video zeigt einen schlafenden Buben, der von einem Mann anal missbraucht wird. Insgesamt wurden 1884 Videos mit überwiegend pornografischen Inhalten im Zuge der Ermittlungen auf dem Handy des Angeklagten gefunden. Zudem ließ sich aufgrund der Handyauswertung feststellen, dass der Iraner fast den ganzen Tag über auf Sexseiten im Internet unterwegs war. Die eingegebenen Suchbegriffe belegten auch die konkrete Suche nach kinderpornografischen Inhalten.

Diesen Punkt der Anklage räumte der Verteidiger weitgehend ein, betonte aber, dass sein Mandant die Kinderpornos in Pornopaketen unwissentlich heruntergeladen habe und nicht haben wollte.

Fortsetzung auf Seite 12

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