Gute Beratung zahlt sich immer aus

Um den Pflegegrad festzustellen, wird auch bewertet, wie mobil der Betroffene noch ist. Uwe Strachovsky/be.p
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Um den Pflegegrad festzustellen, wird auch bewertet, wie mobil der Betroffene noch ist. Uwe Strachovsky/be.p

Wenn ein Schlaganfall-Patient nach der Reha zu Hause nicht mehr allein zurecht kommt, sollten er und seine Familienangehörigen unbedingt eine kostenfreie Pflegeberatung nutzen.

„Darauf hat jeder Bürger einen gesetzlichen Anspruch. Gesetzlich Pflegeversicherte müssen allerdings bereits einen Antrag auf einen Pflegegrad gestellt haben“, sagt Sylke Wetstein von der bundesweiten Compass Pflegeberatung.

Die Beratung finde in der Regel innerhalb von zwei Wochen nach Anforderung statt. Zuständig ist die Pflegekasse des Antragstellers – bei privat Versicherten die bundesweit agierende Compass Pflegeberatung.

In vielen Regionen stehen zudem Pflegestützpunkte zur Verfügung. Beraten werden kann man auch als Angehöriger allein.

Das Gespräch kann zunächst telefonisch erfolgen. Dann sollte man sich vor der Begutachtung zu Hause individuell informieren lassen. Die Berater erklären unter anderem Ablauf und Kriterien der Begutachtung. So wird beispielsweise erfasst, wie mobil der Betroffene noch ist, in welchem Umfang er sich selbst versorgen kann und wie die Medikamenteneinnahme gesichert ist. Es wird auch geschaut, inwieweit er sein Alltagsleben und soziale Kontakte noch selbst gestalten kann.

Außerdem wird informiert über die Leistungen beim entsprechenden Pflegegrad. Unterstützt wird die Familie bei Formalitäten und beim Kontakt zu einem Pflegedienst.

Auf der Grundlage der folgenden Begutachtung erfolgt die Zuordnung zu einem entsprechenden Pflegegrad.

Häusliche Beratung als Pflicht

Eine weitere Variante der Pflegeberatung findet grundsätzlich zu Hause statt. Dabei sind jene, die ausschließlich Pflegegeld beziehen, sogar in der Pflicht. Sie müssen - so schreibt es der Gesetzgeber vor - in den Pflegegraden 2 und 3 einmal halbjährlich sowie in den Pflegegraden 4 und 5 einmal vierteljährlich eine Beratung in der eigenen Häuslichkeit anfordern. Der Besuch soll helfen, die Qualität der Pflege zu sichern und sie dient der fachlichen Unterstützung der Pflegenden. Beraten dürfen zugelassene Pflegedienste, neutrale und unabhängige Stellen, die von den Landesverbänden der Pflegekassen anerkannt sind sowie die Berater der Pflegekassen.

In der Regel werden die Betroffenen angeschrieben und an den Termin erinnert. Denn wenn man als Empfänger von Pflegegeld seiner Pflicht dauerhaft nicht nachkommt, kann das Geld reduziert oder sogar eingestellt werden.

Unter der gebührenfreien Rufnummer 08 00/1 01 88 00 erhalten gesetzlich wie privat Versicherte weitere Informationen.

be.p/Christina Fischer

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