Ein Amt mit großen Herausforderungen

Die neue Vizepräsidentin Eva Schichl mit (von links) Harald Pickert, neuer Inspekteur im Innenministerium, Polizeipräsident Robert Kopp und Landespolizeipräsident Professor Dr. Wilhelm Schmidbauer. Schlecker

Rosenheim – Das Polizeipräsidium Oberbayern-Süd hat eine neue Vizepräsidentin: Bei einer Feierstunde im Ballhaus Rosenheim wurde Eva Schichl vom Landespolizeipräsidenten Professor Dr.

Wilhelm Schmidbauer gestern offiziell ins Amt eingeführt. Sie tritt die Nachfolge von Harald Pickert an, der seit 1. August als neuer Inspekteur der Bayerischen Polizei im Bayerischen Innenministerium tätig ist.

In einem E-Mail an Robert Kopp, Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, wurde die neue Vizepräsidentin als „kompetent, gewissenhaft, neutral, freundlich, mit einem Wort überragend“, angekündigt. Sie selbst sieht sich als erfahrene Polizeibeamtin, die sich in Jahrzehnten in verschiedenen Stationen bewährt hat.

Über 17 Jahre verbrachte sie beispielsweise beim Landeskriminalamt. Zuletzt leitete Schichl die Polizeiinspektion Augsburg Mitte.

Nach nur einem Jahr kam das Angebot, die Stelle als Leiterin der Abteilung Einsatz beim Präsidium Oberbayern Süd und Vertreterin des Präsidenten zu übernehmen. „Ich bin von Augsburg schweren Herzens weggegangen“, erzählte Eva Schichl bei der Feierstunde, an der zahlreiche Vertreter der Polizei, Politik, Justiz, Kirche und Rettungs- und Hilfsorganisationen teilnahmen.

Als Leiterin einer Inspektion habe sie täglich miterlebt, wie viel von den Kollegen draußen gefordert wird. Man habe es dabei mit den unterschiedlichsten Menschen zu tun. Immer wieder käme es auch zu gefährlichen Situationen: „Dafür haben meine Kollegen meinen tiefsten Respekt.“

Anfang August trat Schichl ihr neues Amt in Rosenheim an und hat sich, nach eigenen Angaben, schon gut eingelebt. „In Rosenheim ist das Verhältnis der Bevölkerung zur Polizei noch sehr positiv“, hat sie erfreut festgestellt. Sie weiß aber auch, dass ihr neues Amt große Herausforderungen mit sich bringt: „Die Arbeit der Polizei ist unglaublich komplex geworden.“ Man müsse sich vielen neuen Phänomenen stellen. Außerdem seien die Zeiten stürmisch: „Die Menschen machen sich sehr schnell ein Bild von etwas, ohne sich tiefer damit befasst zu haben.“

In den knapp sechs Wochen, die sie in Rosenheim verbracht hat, wurde Schichl auch schon mit speziellen Einsatzlagen wie dem Echelon-Festival in Bad Aibling und dem Herbstfest konfrontiert. Trotz auch in Zukunft sicherlich hohem Arbeitspensum freut sie sich auf ihre berufliche Zukunft in Rosenheim sehr: „Gemeinsam wollen wir dafür sorgen, dass, jeden Tag aufs Neue, alle Bürgerinnen und Bürger in unserer schönen Region sicher leben können.“

Wie viel Arbeit das Amt der Vizepräsidentin mit sich bringt, weiß auch Landespolizeipräsident Professor Dr. Wilhelm Schmidbauer. „Wer in diesen bewegten Zeiten eine Führungsposition übernimmt, der übernimmt Verantwortung“, betonte er in seiner Rede. Die Arbeitsbelastung bei der Polizei sei hoch. Dennoch blicke er optimistisch in die Zukunft, nicht zuletzt weil die Haushaltsbeschlüsse der Bayerischen Staatsregierung und des Landtags eine Personalaufstockung ermöglicht hätten. Seit 2009 bis heute habe die Bayerische Polizei 3547 dauerhafte zusätzliche Stellen erhalten. Bis 2023 sei geplant, weitere 2500 Stellen zu schaffen.

Robert Kopp kennt seine neue Stellvertreterin schon seit vielen Jahren und hat auch schon mit ihr zusammen gearbeitet. „Deine positiven Eigenschaften hast du bereits in den ersten Wochen bei uns unter Beweis gestellt“, sagte er.

Anerkennung gab es bei der Feierstunde auch für Harald Pickert. Der Landespolizeipräsident bescheinigte ihm „ausgezeichnete Arbeit und hohe Fachkompetenz“, und Robert Kopp dankte ihm für „die tollen eineinhalb Jahre bei den Rosenheim Cops“.

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