Flüchtlinge als Drogendealer

Traunstein/Rosenheim – Die beiden 29 und 30 Jahre alten Haupttäter eines kleinen Drogenrings aus pakistanischen Staatsangehörigen, der aus Asylbewerberheimen in Rohrdorf, Raubling, Neubeuern und Schliersee heraus agierte, müssen für dreieinhalb Jahre hinter Gitter.

Dieses Urteil fällte gestern die Jugendkammer am Landgericht Traunstein mit Vorsitzendem Richter Dr. Klaus Weidmann.

Insgesamt saßen sieben Asylbewerber aus Pakistan (22 bis 40 Jahre) auf der Anklagebank. Ein 22-Jähriger erhielt eine Jugendstrafe von einem Jahr mit Bewährung. Die drei übrigen Angeklagten im Alter zwischen 29 und 39 Jahren kamen mit Strafen zwischen zwölf Monaten und 18 Monaten, jeweils mit Bewährung, davon. Ein 22 Jahre alter Mann wurde von allen Vorwürfen freigesprochen und bekommt eine Entschädigung für seine achtmonatige Untersuchungshaft.

Die verurteilten Männer müssen zudem Wertersatz zwischen einigen Hundert und bis zu über 13 000 Euro an die Staatskasse zahlen. Der Grund: Nach aktueller Gesetzeslage schöpft der Staat Gewinn aus Straftaten zwingend ab. Für die Angeklagten mit den Bewährungsstrafen, deren Urteile mit Zustimmung von Staatsanwältin Carolin Schwegler auch sofort rechtskräftig wurden, hob die Kammer die Haftbefehle auf. Die gestern verhängten Strafhöhen bewegten sich ungefähr im Bereich derer, die die Staatsanwältin gefordert hatte, blieben aber teils deutlich über den Vorstellungen der Verteidiger. kd

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