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Feuerwehr will Dienst verweigern

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Droht in Bad Aibling die feuerwehrtechnische Notversorgung? Wenn die freiwilligen Einsatzkräfte ihre Drohung wahr machen – ja. Abhängig ist dies davon, ob der Stadtrat in seiner heutigen Sitzung ein einhelliges Bekenntnis zur örtlichen Feuerwehr abgibt. Wenn nicht, wollen die Aktiven ab 20 Uhr den Dienst verweigern.

Bad Aibling– Ursache des Eklats zwischen Feuerwehr und Stadtrat ist der Vorwurf des mangelnden Respekts und der fehlenden Wertschätzung nach dem Zugunglück in Bad Aibling. Hierzu entbrannte ein Streit um einen Kommentar auf dem Internetportal „rosenheim24“, der für diese extremen Nachwehen sorgt. Der anonyme Schreiber hatte Mitgliedern des Stadtrates vorgeworfen, dass sie sich während der Bergungsarbeiten nach dem Zugunglück bei den Einsatzkräften nicht hätten blicken lassen. Es habe „wie immer“ der Rückhalt für die Freiwilligen der Feuerwehr durch den Stadtrat gefehlt.

Hierzu wurde von der Stadt eine Richtigstellung durch die Feuerwehr gefordert. Kommandant Wolfram Höfler sollte sich für den Kommentar entschuldigen. Was dieser verweigerte: „Ich entschuldige mich nicht für etwas, was weder ich, noch ein Kamerad getan haben.“ Inhaltlich könne er den Kommentar zudem unterschreiben. Die Feuerwehrler würden schon seit längerer Zeit den Respekt für ihre Arbeit von städtischer Seite vermissen.

Ein Gespräch mit dem Bürgermeister und am Dienstagabend ein „Krisentreffen“ mit Einsatzkräften, Kommandant, Rathauschef und Stadtrat Erwin Kühnel (CSU) blieb ergebnislos. Im Gegenteil: Der fehlende Respekt sei wie ein „Genickschlag“ für die Einsatzkräfte gewesen. Höfler räumte ein, dass aufgrund der psychischen und körperlichen Belastung nach dem Unglück „die Nerven blank liegen“ würden. Dies ändere aber nichts an dem Fakt.

Die Hälfte seiner 62-köpfigen Truppe ist Höfler zufolge nach dem Zugunglück schwer traumatisiert. „Ich sorge mich sehr um meine Leute. Sie sind teils nur reduziert dienstfähig“, so der Kommandant. Das Kriseninterventionsteam sei laufend vor Ort.

Zur Bereinigung der Situation will Bürgermeister Felix Schwaller in der heutigen Stadtratssitzung eine Resolution von ihm als obersten Dienstherren der Feuerwehren sowie der Feuerwehr Bad Aibling verlesen und dann darüber abstimmen lassen. Je nach Ausgang des Votums, wollen sich die Aktiven dann den nächsten Schritt überlegen. „Wir kommen morgen nicht mit dem Vorsatz ins Rathaus, den Dienst ab 20 Uhr zu verweigern“, betonte Höfler. Dies sei zwar nun eine Art Trotzreaktion, doch könne er nicht ausschließen, dass die vorübergehende Niederlegung des Dienstes demnächst sowieso Thema gewesen wäre. „Wir sind körperlich am Ende“, betonte der Kommandant. Man wolle der Stadt heute aber die Hand reichen.

Auch Kreisbrandrat Richard Schrank hob die Ausnahmesituation hervor, ,in der sich die Aiblinger Feuerwehr befindet. „Die Feuerwehr ist Teil der Stadt Bad Aibling. Der Kommune obliegt es, diese Versorgung sicherzustellen.

Ich stehe hinter den Kameraden.“ Schrank wird heute Abend ebenfalls vor Ort sein, erklärte aber, dass die Stadt die gesetzlichen Konsequenzen zu tragen habe und eine Lösung finden müsse. Der Brandschutz sei eine Pflichtaufgabe.

Der Zeitpunkt des Eklats, so betonten Bürgermeister und Höfler gegenüber unserer Zeitung, „tut beiden Seiten weh“. Streitigkeiten aus der Vergangenheit würden hier wieder aufflammen. Unter anderem gehöre dazu, dass Höfler als federführender Kommandant stets zu Feuerwehrangelegenheiten befragt werden müsse, und nicht „nur“ der Feuerwehrreferent. Dies sei im bayerischen Feuerwehrgesetz verankert.

Sollte die Abstimmung der Resolution gegen die Feuerwehr ausfallen, will sich die Feuerwehr Bad Aibling mit der Information „Status 6 – nicht einsatzbereit“ bei der Integrierten Leitstelle Rosenheim abmelden. Gegen Bezahlung übernähme dann die Feuerwehr Kolbermoor die Gebietsabsicherung mit neun Mann plus einem Fahrzeug im Schichtdienst in Bad Aibling. Die Feuerwehr Willing wiederum wäre dann vorerst für den First Responder-Dienst im Stadtgebiet verantwortlich.

Unabhängig von den Streitigkeiten wird die Stadt – wie bereits angekündigt – als kleines „Dankeschön“ für ihren Rettungseinsatz alle Helfer mit Partner, auch diejenigen aus Österreich, zu einem Erholungstag in der Therme Bad Aibling einladen.

FEUERWEHR WILL DIENST VERWEIGERN

NACH DEM ZUGUNGLÜCK IN BAD AIBLING KOMMT ES ZUM EKLAT MIT DER STADT

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