Drei Afghanen schlagen Bahnpersonal

Mehrere tätliche Auseinandersetzungen haben die Polizei in Bad Aibling in der Nacht zum Dienstag in Atem gehalten. Kolbermoor/Bruckmühl/ Bad Aibling.

Mit Ausnahme eines Beziehungsstreits, bei dem Gewalt im Spiel war, waren an allen Konflikten Asylbewerber beteiligt. Insgesamt wurden drei Personen verletzt.

–  Los ging die Serie der Einsätze gegen 19.30 Uhr am Kolbermoorer Bahnhof, wo die Bundespolizei bei der Festnahme von drei jugendlichen Schlägern aus Afghanistan Unterstützung benötigte. Der Zugbegleiter eines Meridian hatte das Trio – alle drei Afghanen wiesen laut Bundespolizei beim Alkotest einen „hohen Promillewert“ auf – zuvor von der Weiterfahrt ausgeschlossen, da es keinen Fahrschein hatte.

Auf dem Bahnsteig in Kolbermoor eskalierte die Situation schließlich. Einer der Afghanen schlug die Schaffnerin mit dem Kopf gegen einen Waggon des Zuges, der Lokführer bekam einen Faustschlag ins Gesicht ab. Beide wurden bei den Attacken verletzt und mussten sich in ärztliche Behandlung begeben.

Auch als eine herbeigerufene Streife eintraf, beruhigte sich die Lage zunächst nicht. Beim Anblick der Bundespolizisten versuchte einer der rabiaten Schwarzfahrer zu fliehen. Er konnte jedoch von einem aufmerksamen Reisenden aufgehalten werden, der die Polizei unterstützte. Während die Beamten den Mann fesselten, störten seine zwei Begleiter die polizeilichen Maßnahmen und pöbelten Passanten in aggressiver Weise an. Weil er seinen Freund befreien wollte, musste die Polizei schließlich auch noch einen zweiten Asylbewerber fesseln.

Der dritte Afghane versuchte daraufhin sein Heil in der Flucht, wurde daran aber von anderen Reisenden gehindert. Er griff daraufhin in seine Hosentasche und behauptete, dass sich ein Messer darin befinde. Dies traf auch zu. Die Polizei überwältigte schließlich auch den dritten Schläger, entwaffnete ihn und legte ihm Handfesseln an. Um die Situation in den Griff zu bekommen, waren neben der Bundespolizei mehrere Streifenwagen-Besatzungen aus Bad Aibling und Rosenheim erforderlich.

Als sie wieder nüchtern waren, wurden die Jugendlichen nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wieder auf freien Fuß gesetzt. Sie wurden wegen Erschleichens von Leistungen, Körperverletzung und Widerstandes gegen die Staatsgewalt angezeigt.

Gegen 0.50 Uhr kam es dann in der Turnhalle des Bruckmühler Gymnasiums zu einer handfesten Auseinandersetzung zwischen drei Asylbewerbern aus dem Irak. Auch hierbei wurde niemand ernsthaft verletzt. Die Streithähne wurden auch mithilfe des Sicherheitsdienstes wieder beruhigt. Sie werden wegen vorsätzlicher Körperverletzung angezeigt.

Nur zehn Minuten später rief ein 31-jähriger Pakistani, der in der Container-Siedlung für Flüchtlinge in der Krankenhausstraße in Bad Aibling wohnt, die Polizei zur Hilfe. Der laut Polizei „erheblich alkoholisierte“ Mann behauptete von drei anderen Personen, die nicht in der Unterkunft leben, bedroht worden zu sein. Sie hätten auch sein Zimmer verwüstet und mit einem Stuhl eine Zwischenwand und die Zimmerdecke beschädigt. Beim Eintreffen der Polizei waren die vermeintlichen Aggressoren jedoch nicht mehr vor Ort anzutreffen.

Kurze Zeit später geriet der 31-Jährige mit anderen Bewohnern der Unterkunft in Streit. Der Mann wurde zur Ruhe ermahnt und gebeten, wieder in sein Zimmer zu gehen. Gegen 2.30 Uhr musste die Polizei dann ein zweites Mal anrücken, weil der Pakistani erneut an einer Sicherheitsstörung beteiligt war. Diesmal nahmen ihn die Beamten in Gewahrsam, um weitere Konflikte in dieser Nacht zu verhindern. In der Arrestzelle der Polizeiinspektion Bad Aibling wollte er sich schließlich selbst verletzen, weshalb der 31-Jährige in die Inn-Salzach-Klinik in Gabersee eingewiesen werden musste.

Kurz nach Mitternacht musste die Polizei außerdem einen handfesten Beziehungsstreit zwischen einem 52-jährigen Österreicher und seiner 44-jährigen slowakischen Lebensgefährtin in deren gemeinsamer Wohnung in Kolbermoor beenden. Im Verlauf der Auseinandersetzung schlug der Mann der Frau eine Flasche gegen den Kopf.

Die 44-Jährige erlitt eine Platzwunde und musste zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden. Gegen den Österreicher, der ebenso wie seine Freundin unter Alkoholeinfluss stand, wurde von den Gesetzeshütern ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet.

Kommentare