Unter 50, zwischen 50 und 99 und über 100

Inzidenzstufen und Notbremse: So funktionieren die neuen Corona-Regeln in der Region

Söder Lockdown Einzelhandel Schule
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So funktionieren Inzidenz-Stufen und „Notbremse“ in Bayern.
  • Martina Hunger
    vonMartina Hunger
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  • Martin Weidner
    Martin Weidner
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München/Landkreis - Nach und nach sollen ab Montag, 8. März, die strengen Corona-Maßnahmen in Bayern aufgelockert werden. Mit ihrem neuen Regelwerk will die Staatsregierung die Inzidenzzahlen stets genau im Blick behalten und tagesaktuell reagieren. Es ist auch eine „Notbremse“ vorgesehen.

Eine Woche nach der Öffnung von Friseursalons und Baumärkten stehen in Bayern weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen an. Ab Montag, 8. März, treten neue Bestimmungen für private Kontakte und Buchhandlungen in Kraft (News-Ticker Montag, 8. März). Mitte März sollen dann auch weitere Klassen/Jahrgangsstufen in die Schulen zurückkehren.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte die getroffenen Entscheidungen in seiner Regierungserklärung verteidigt: „Wir öffnen Schritt für Schritt und mit Vorsicht. Immer gelten Schutzkonzepte, Sicherheitspuffer und eine Notbremse. Wir entscheiden nicht stur nach Datum, sondern nach Daten. Öffnen ist keine Einbahnstraße. Wie immer bei Corona gibt es keine Garantie.“ Dabei bleibe der Inzidenzwert stets „das früheste und beste Warnsignal“. Das bayerische Gesundheitsministerium hat eine entsprechende Übersichtstabelle im Internet veröffentlicht. Söder weiter: „Unsere intelligente Öffnungsmatrix bringt Vorsicht und Freiheit in Balance. (...) Wer auf Todesraten wartet, hat die Zeit verpasst, zu handeln.“ rosenheim24.de hat die neuen Regeln und Inzidenzstufen im Überblick zusammengefasst.

Inzidenz 50 und niedriger:

  • Einzelhandel darf öffnen - unter Auflagen: 1 Kunde pro 10 Quadratmeter für die ersten 800 Quadratmeter Verkaufsfläche, darüber hinaus 1 Kunde pro 20 Quadrameter
  • Öffnung von Museen, Galerien, Zoos, botanischen Gärten sowie Gedenkstätten
  • Kontaktfreier Sport in Kleingruppen (bis maximal zehn Personen) im Außenbereich erlaubt. Im Kinderbereich bis 14 Jahre sind sogar Gruppen bis zu 20 Personen erlaubt
  • Kontaktbeschränkungen: Liegt die Inzidenz unter 35 (!) darf sich ein Haushalt mit maximal zwei weiteren Haushalten treffen. Maximal sind Zusammenkünfte von zehn Personen erlaubt, Kinder unter 14 Jahren werden dabei nicht mitgezählt.

Inzidenz zwischen 50 und 99:

  • Einzelhandel darf ebenfalls öffnen - allerdings unter deutlich strengeren Auflagen, wie zum Beispiel „Click & Meet“. Pro Kunde sind im Geschäft 40 Quadratmeter vorzusehen. Zudem kann nur nach vorheriger Terminbuchung und Erhebung der Kontaktdaten des Kunden eingekauft werden.
  • Öffnung von Museen, Galerien, Zoos, botanischen Gärten sowie Gedenkstätten - allerdings nur mit vorheriger fester Terminbuchung und Erhebung der Kontaktdaten des Besuchers
  • Kontaktfreier Individualsport ist erlaubt. Dies bedeutet, dass sich maximal fünf Personen aus zwei verschiedenen Haushalten zum Sport im Außenbereich/auf Außensportanlagen treffen dürfen. Im Kinderbereich bis 14 Jahre sind weiterhin Gruppen bis zu 20 Personen erlaubt.
  • Kontaktbeschränkungen: Bei einer Inzidenz zwischen 35 und 99 darf sich ein Haushalt maximal mit einem weiteren Haushalt treffen. Maximal sind Zusammenkünfte mit fünf Personen zugelassen, Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgerechnet.

Inzidenz 100 und höher:

  • „Notbremse“ greift, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einer Stadt/einem Landkreis drei Tage hintereinander bei 100 oder höher liegt. Wirksam wird die Notbremse immer einen Tag nach entsprechender Bekanntmachung.
  • Schulen: Lediglich die Schüler der Abschlussklassen verbleiben im Wechselunterricht. Für die restlichen Schüler gilt Distanzunterricht. Kindergärten und Kitas bleiben - abgesehen von einer Notbetreuung - geschlossen.
  • Kontaktbeschränkungen: Es gelten die Regeln, die in Bayern bis einschließlich 7. März gegolten hatten. Das heißt, man darf sich maximal mit einer haushaltsfremden Person treffen. Zudem greift auch die nächtliche Ausgangssperre (22 Uhr bis 5 Uhr morgens).
  • Einzelhandel: Inzidenzunabhängig dürfen auch - mit entsprechenden Auflagen - weitere Geschäfte geöffnet bleiben. Zu den Ausnahmen - neben den Geschäften des täglichen Bedarfs - zählen Bau- und Gartenmärkte, Blumenläden, Friseure, Buchhandlungen und körpernahe Dienstleistungen (z.B. Kosmetikstudios).

Wechsel zwischen verschiedenen Inzidenzstufen

Liegt die Sieben-Tages-Inzidenz in einer Stadt/einem Landkreis an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 50, folgt der Wechsel in die „neue“ Indizenzstufe. Bei einer Inzidenz von 100 oder höher an drei aufeinanderfolgenden Tagen, greift - wie bereits oben geschildert - die „Corona-Notbremse“. Ebenso ist andersherum ein Wechsel in eine niedrigere Inzidenzstufe möglich, jeweils bei einer stabilen Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen. Die Änderungen werden immer einen Tag nach Bekanntmachung wirksam.

Zu den verschiedenen Öffnungsschritten hatte rosenheim24.de bereits einen Extra-Artikel verfasst!

Weitere Lockerungen frühestens ab 22. März möglich

Ausschlaggebend hierfür ist der 14-tägige Verlauf der Sieben-Tage-Inzidenz. Liegt/lag diese dann stabil bei unter 50 bzw. bei unter 100, sind folgende weitere Öffnungsschritte möglich:

  • Inzidenz unter 50: Öffnung der Außengastronomie sowie von Theatern, Kinos, Konzert- oder Opernhäusern. Im Innenbereich wird dann kontaktfreier Sport erlaubt (z.B. Tennis oder Tischtennis). Zudem wird Kontaktsport in Außenbereichen möglich (also z.B. Fußball).
  • Inzidenz zwischen 50 und 99: Öffnung der Außengastronomie, allerdings nur mit vorheriger fixer Tischreservierung (Terminbuchung), Erhebung der Kontaktdaten und mit tagesaktuellem Corona-Selbst-/Schnelltest. Theater-, Konzert- und Kinobesuche sind mit tagesaktuellem Schnell-/Selbsttest möglich. Die genannten Testvorgaben gelten dann auch für kontaktfreien Sport in Innenbereichen und Kontaktsport im Außenbereich.

mw/mh

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