News-Ticker zur Corona-Pandemie

Astrazeneca liefert der EU nun doch mehr Impfstoff - etwa 100 Corona-Fälle in Heim in Oberbayern

In einem Pflegeheim im oberbayrischen Geretsried haben sich seit Mitte Januar etwa 100 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. 
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In einem Pflegeheim im oberbayrischen Geretsried haben sich seit Mitte Januar etwa 100 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. 
  • Martin Weidner
    vonMartin Weidner
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München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Sonntag, 31. Januar, im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 86,5, Landkreis Rosenheim 74,2, Landkreis Traunstein 91,4, Landkreis Berchtesgadener Land 151,0, Landkreis Mühldorf 138,1, Landkreis Altötting 100,4 (Quelle/Stand: RKI, 31. Januar, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 2735, Landkreis Rosenheim 9999, Traunstein 6852, Berchtesgadener Land 3883, Mühldorf 4147, Altötting 3539 (Quelle/Stand: RKI, 31. Januar, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 49, Landkreis Rosenheim 399, Traunstein 179, Berchtesgadener Land 85, Mühldorf 106, Altötting 147 (Quelle/Stand: RKI, 31. Januar, 0 Uhr)
  • Mindestens 56.945 Todesfälle in Deutschland (10.379 in Bayern)
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Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 21.35 Uhr - Astrazeneca liefert der EU nun doch mehr Impfstoff

Der britisch-schwedische Hersteller Astrazeneca will nach EU-Angaben im ersten Quartal nun doch mehr Impfstoff an die Europäische Union liefern als angekündigt. Es kämen neun Millionen Dosen hinzu, also insgesamt 40 Millionen Dosen, teilte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Sonntagabend auf Twitter mit. Das ist die Hälfte der ursprünglich anvisierten Menge von 80 Millionen Dosen.

Laut von der Leyen will Astrazeneca auch eine Woche früher mit der Lieferung beginnen als geplant. Die Firma wolle zudem ihre Produktionskapazität in Europa ausbauen. Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides sprach von einer guten Nachricht und einem guten Schritt nach vorn.

Astrazeneca hatte vor gut einer Woche überraschend mitgeteilt, im ersten Quartal statt 80 Millionen nur 31 Millionen Dosen Impfstoff an die EU-Staaten zu liefern. Die EU reagierte empört und setzte die Firma unter Druck, die Lieferkürzung zurückzunehmen. Das soll laut von der Leyen nun zumindest zum Teil geschehen. Der Impfstoff ist seit Freitag in der EU für Erwachsene ohne Altersbegrenzung zugelassen. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission das Mittel aber nur für Erwachsene unter 65 Jahren.

Leyen besprach sich am Sonntag in einer Videoschalte mit den Chefs von sieben Impfstoff-Herstellern, mit denen die EU Lieferverträge hat. Danach erklärte sie, es sei wichtig, die zurzeit begrenzten Produktionskapazitäten auszubauen. Sie kündigte an, im Kampf gegen künftig drohende Pandemien eine neue Behörde namens HERA gründen zu wollen, die gemeinsam mit dem Privatsektor neue Gefahren früh erkennen und passende Antworten geben soll.

Update, 19.01 Uhr - Polizei beendet Corona-Party im Landkreis Ebersberg

In der Nacht auf Sonntag, 31. Januar, wurde der Polizei eine Ruhestörung in Markt Schwaben (Landkreis Ebersberg) gemeldet. Als eine Streife gegen 4 Uhr am „Ort des Geschehens“ eintraf, konnte diese bereits deutlichen Partylärm wahrnehmen. 

Als der Wohnungsbesitzer die Tür öffnete, konnten neben ihm sieben weitere Personen aus dem Landkreis Ebersberg und aus München angetroffen werden. Alle hatten bereits reichlich Alkohol konsumiert.

Von allen acht Beteiligten wurden die Personalien festgestellt. Die sieben Gäste wurden der Wohnung verwiesen und nach Hause geschickt. Alle Partyteilnehmer erwartet nun eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz.

Update, 16.52 Uhr - Etwa 100 Corona-Fälle in einem Heim in Geretsried

In einem Pflegeheim im oberbayrischen Geretsried haben sich seit Mitte Januar etwa 100 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen am Sonntag mit. Welche Einrichtung betroffen ist und wie viele Menschen dort insgesamt leben und arbeiten, war zunächst nicht bekannt. Betroffen waren sowohl Pflegekräfte als auch Bewohner. Einige gelten den Angaben zufolge bereits als genesen.

Update, 15.01 Uhr - Markt für Sexspielzeug boomt in Corona-Krise

Wegen der Corona-Krise halten sich die Menschen vor allem zuhause auf - und decken sich dabei offensichtlich mit Sexspielzeug ein. Der Onlinehändler eis.de berichtet von einem Plus von 300 Prozent bei den Bestellungen eines beliebten Vibrator-Modells. Die Verkaufszahl eines Adventskalenders habe sich 2020 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt.

Die Bestellungen, aber auch unsere Social-Media-Kanäle oder unser Kundenservice zeigen, dass in dieser außergewöhnlichen Situation ein sehr starkes Bedürfnis nach Nähe herrscht“, sagte eine Sprecherin des Unternehmens Orion. Die Firma verschickte im deutschlandweiten Vergleich 2020 die meisten Bestellungen von Sexspielzeug nach NRW, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg.

Das Unternehmen führt den Anstieg auch auf den sogenannten Lipstick Effect zurück: „In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten stellen Menschen sehr große Investitionen zurück und gönnen sich lieber kleinere Luxusgüter“, heißt es bei Orion. Für manche sei das ein schöner Lippenstift, für andere ein Sexspielzeug oder Dessous. 

Eine ähnliche Rückmeldung bekommt auch das Unternehmen Amorelie von seinen Kunden. „Vor allem die Kontaktbeschränkungen sowie die Dunkelheit und das schlechte Wetter im Herbst haben den Anstieg auch im zweiten Lockdown begünstigt“, so eine Sprecherin. Hinzu komme, dass die Menschen nur wenigen Freizeitaktivitäten nachgehen könnten. „Es ging in diesem Jahr in vielen Beziehungen darum, wie man dem zusätzlichen Optimierungsdruck, trotz der Isolation ein ausgeglichenes Sexleben auszuleben, gerecht werden kann“, sagte die Sprecherin.

Update, 13.30 Uhr - Auch Kind (4) unter Neu-Infizierten im Landkreis Altötting

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Altötting hat unterdessen 17 neue Corona-Fälle für seinen Zuständigkeitsbereich gemeldet. Unter den Neu-Infizierten befindet sich unter anderem auch ein Kind (4) aus Neuötting. Die Gesamtzahl der in Stadt und Landkreis Altötting seit Pandemie-Ausbruch infizierten Personen stieg damit auf 3540 (Stand: 31. Januar, 0 Uhr). Ein Fall vom 28. Januar wurde derweil aus der Statistik entfernt, da es sich laut Landratsamt um eine falsch positiv getestete Person handelte.

Derzeit gibt es in Stadt und Landkreis Altötting insgesamt 175 aktive Fälle - die meisten davon in Burghausen (33), Burgkirchen (21), Altötting (20) sowie Garching/Alz und Töging (je 17). Die 7-Tage-Inzidenz betrug nach Angaben des Landratsamtes zum o.g. Zeitpunkt 100,4.

Update, 12.52 Uhr - Wirt sperrt Lokal auf und lässt Gäste Live-Sport gucken

Auch die Münchner Polizei hatte am Samstag und in der Nacht auf Sonntag mit der Kontrolle der Einhaltung der Corona-Regeln alle Hände voll zu tun. Gegen 17.30 Uhr wurde im Stadtteil Bogenhausen gemeldet, dass eine Gaststätte im Bereich der Prinzregentenstraße geöffnet habe. Vor Ort konnte festgestellt werden, dass hinter abgeklebten Fensterfronten eine unbestimmte Personenanzahl in den Räumen der Gaststätte bewirtet wurde und zugleich Live-Sport im Fernsehen verfolgte. Daraufhin wurden mehrere Streifen für eine Kontrolle zusammengezogen. Nachdem der Betreiber (56) die Tür geöffnet hatte, konnten insgesamt sechs Personen im Alter von 43 bis 76 Jahren und der Wirt im Lokal ausgemacht werden. Alle Beteiligten erhielten entsprechende Anzeigen und der Betrieb der Gaststätte wurde eingestellt.

Gegen 0.15 Uhr ging dann ein Notruf bei der Polizei ein, der besagte, dass in einem Hotel in der Dachauer Straße eine lautstarke Geburtstagsfeier stattfinden würde. Vor Ort konnte die Polizei in einem Zimmer tatsächlich insgesamt 12 Personen feststellen, die alle aus unterschiedlichen Haushalten stammten. Alle Gäste erhielten Platzverweise und entsprechende Anzeigen. Einzig der „Gastgeber“ durfte im gemieteten Zimmer bleiben, wurde aber ebenfalls angezeigt. Zwei Feierlustige erhielten zudem eine weitere Anzeige obendrauf, weil sie gegenüber der Polizei zunächst falsche Angaben zu ihren Personalien gemacht hatten.

Update, 11.31 Uhr - Keine weiteren Todesfälle in der Region gemeldet

Corona-Fallzahlen in Südostbayern (Stand: 31. Januar 2021).

Die 7-Tage-Inzidenzen in den Städten und Kreisen in der Region haben sich im Vergleich zum Vortag unterschiedlich entwickelt. Laut den neuesten RKI-Daten (Stand: 31. Januar, 0 Uhr) fiel die Inzidenz in der Stadt Rosenheim von 102,3 auf 86,5 deutlich unter die 100er-Grenze. Minimal gesunken ist der Wert auch im Landkreis Rosenheim (von 74,6 auf 74,2). Die Kreise Traunstein (von 86,3 auf 91,4), Berchtesgadener Land (von 150,1 auf 151,0) und Mühldorf (von 135,5 auf 138,1) meldeten dagegen steigende Zahlen.

Im Landkreis Altötting stieg die Inzidenz gar wieder über die Grenze von 100 - und zwar von 94,2 auf 100,4. Glücklicherweise wurden in der Region in den letzten 24 Stunden keine weiteren Todesfälle im Zusammenhang mit Corona registriert.

Update, 10.33 Uhr - Jugendliche ohne „triftigen Grund“, aber mit Drogen erwischt

In der Nacht auf Sonntag, 31. Januar, kontrollierte eine zivile Streife der Polizei Poing zwei Jugendliche (17/18) in Vaterstetten (Landkreis Ebersberg). Beide Personen konnten auf Nachfrage keinen triftigen Grund für ihren nächtlichen „Ausflug“ angeben. Bei der weiteren Kontrolle wurden beim 17-Jährigen dann auch noch Drogen entdeckt. Beide Burschen erhielten Anzeigen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz. Der 17-Jährige bekam noch eine weitere Anzeige wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln obendrauf. Anschließend wurde er seinen Eltern übergeben.

Update, 9.15 Uhr - Polizei beendet Corona-Party bei Bad Feilnbach

Das gibt nun eine Menge Ärger: Eine Streife der Verkehrspolizei Rosenheim bemerkte in der Nacht auf Sonntag, 31. Januar, gegen 2 Uhr morgens eine Corona-Party in einem Schuppen in Dettendorf (Gemeinde Bad Feilnbach). Als die Partygäste die Polizisten bemerkten, flüchteten diese durch Türen und Fenster des Anwesens. Der „Veranstalter“ der Party ging währenddessen auf die Beamten los, um seinen Gästen quasi die Flucht zu „erleichtern“.

Letztlich bekam die Polizei die Situation jedoch unter Kontrolle. Von insgesamt 18 Party-Teilnehmern wurden die Personalien festgestellt und Anzeigen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz geschrieben. Der „Gastgeber“ erhielt „zur Belohung“ eine weitere Anzeige wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte noch obendrauf. Dass die Feier an Ort und Stelle beendet wurde, versteht sich von selbst.

RKI meldet über 11.000 neue Fälle und knapp 400 Todesopfer

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) jetzt innerhalb eines Tages 11.192 neue Corona-Infektionen gemeldet. Vor genau einer Woche waren es noch 12.257 gemeldete Neuinfektionen gewesen. Am Sonntag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Seit Beginn der Pandemie zählt das RKI 2.216.363 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (News-Ticker Samstag, 30. Januar).

Die Zahl der gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus stieg um 399 auf insgesamt 56.945. Am Sonntag vor einer Woche waren 349 Fälle gemeldet worden, bei denen Patienten im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 56.945. In Bayern kamen 35 neue Todesfälle hinzu (gesamt nun 10.379).

Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht bei 0,92 (Stand: 30. Januar; Vortag 0,92). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 92 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

mw/mz/dpa

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