News-Ticker zur Corona-Pandemie

Söder: „Feiern wir Weihnachten im engsten Kreis - aber mit Vorsicht!“ - Mutation jetzt in Deutschland nachgewiesen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU)
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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).
  • vonMartin Weidner
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München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Donnerstag (24. Dezember) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 199,8, Landkreis Rosenheim 203,2, Landkreis Traunstein 148,9, Landkreis Berchtesgadener Land 141,6, Landkreis Mühldorf 218,3, Landkreis Altötting 124,6 (Quelle/Stand: RKI, 24. Dezember, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 2193, Landkreis Rosenheim 8125, Traunstein 5361, Berchtesgadener Land 2536, Mühldorf 3143, Altötting 2788 (Quelle/Stand: RKI, 24. Dezember, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 33, Landkreis Rosenheim 304, Traunstein 143, Berchtesgadener Land 59, Mühldorf 67, Altötting 95 (Quelle/Stand: RKI, 24. Dezember, 0 Uhr)
  • Mindestens 28.770 Todesfälle in Deutschland (6069 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 19.40 Uhr - Erster Fall von Virus-Mutation in Deutschland bestätigt

In Deutschland ist - ausgerechnet an Heilig Abend - jetzt der erste Fall zur Corona-Mutation der Variante B.1.1.7 bekannt geworden. Die mit der Virus-Mutation infizierte Frau reiste demnach am 20. Dezember vom Flughafen London-Heathrow nach Frankfurt am Main. Schon am Flughafen der Hessen-Metropole sei ein Corona-Schnelltest bei ihr positiv ausgefallen, hieß es.

Die Frau befindet sich Behördenangaben zufolge bei Angehörigen im Landkreis Freudenstadt (Baden-Württemberg) in häuslicher Isolation. Nach dem ersten positiven Schnelltest erfolgte laut einem Sprecher des baden-württembergischen Gesundheitsministeriums am 21. Dezember ein PCR-Test, der ebenfalls positiv ausgefallen sei. Die Abstrichprobe sei an das zuständige Labor der Berliner Charité gesandt worden. Von dort ist am Donnerstag, 24. Dezember, nun der Nachweis der Coronavirus-Variante B.1.1.7 erfolgt. Drei enge Kontaktpersonen wurden ebenfalls in Quarantäne geschickt.

Update, 16.22 Uhr - 74 neue Fälle und eine Tote im Landkreis Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamtes Traunstein liegen aktuell 1666 aktive Covid-19-Fälle vor. An Heiligabend wurden der Behörde 74 neue Corona-Fälle in Stadt und Landkreis Traunstein gemeldet (Stand: 24. Dezember, 16 Uhr). Die Gesamtzahl der Infizierten seit Pandemie-Ausbruch stieg damit auf 5431 Personen. Die 7-Tage-Inzidenz lag zum o.g. Zeitpunkt nach Angaben des Landratsamtes bei 148,9.

Zudem meldete das Landratsamt einen weiteren Todesfall in Zusammenhang mit Corona. Bei der Verstorbenen handelt es sich um eine 85-jährige Frau. Damit stieg die Gesamtzahl der Todesopfer in Stadt und Landkreis auf 144. Derzeit werden in den Kliniken im Landkreis Traunstein 68 COVID-19-Patienten behandelt, davon 54 auf der Normalstation und 14 auf der Intensivstation.

Update, 16.06 Uhr - 20 neue Fälle in Stadt und Landkreis Altötting

Das Gesundheitsamt Altötting hat für seinen Zuständigkeitsbereich jetzt 20 neue Corona-Fälle gemeldet. Die Gesamtzahl an Infizierten seit Pandemie-Ausbruch stieg damit in Stadt und Landkreis Altötting auf 2828 (Stand: 23. Dezember, 24 Uhr). Die aktuelle 7-Tage-Inzidenz betrug nach Angaben des Landratamtes zum o.g. Zeitpunkt 124,6. Unter den Neu-Infizierten befindet sich unter anderem eine 16-jährige Person aus Töging.

Update, 15.10 Uhr - Söder bittet in Weihnachtsgruß um Zurückhaltung

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat in den sozialen Netzwerken seine Weihnachtsgrüße veröffentlicht und bat darin die Bevölkerung im Freistaat noch einmal eindringlich um Zurückhaltung und Einhaltung der Corona-Regeln an den Feiertagen.

„Wir können das Virus nur gemeinsam bekämpfen. Daher meine Bitte: Beschränken wir unsere Kontakte auf ein Minimum. Feiern wir Weihnachten im engsten Kreis – aber mit Vorsicht. Das sind wir unseren Eltern und Großeltern schuldig. Ich danke allen, die mitmachen und sich an die Regeln halten“, sagte Söder, der ganz besonders allen Mitarbeitern im Gesundheitssystem, Polizisten und den Hilfsorganisationen dankte. Den baldigen Impfbeginn in Bayern bezeichnete der Ministerpräsident als einen „Lichtblick“, mit dem man ins neue Jahr starten könne.

Update, 14.29 Uhr - Gibt es an Weihnachten überhaupt valide Corona-Daten?

Die Corona-Labore in Deutschland haben in der Weihnachtswoche deutlich geringere Kapazitäten für Tests als sonst. Das geht aus dem Lagebericht des Robert Koch-Instituts hervor. Demnach können die Labore in Kalenderwoche 52 (21. bis 27. Dezember) rund 1,2 Millionen PCR-Tests durchführen. Zum Vergleich: In Kalenderwoche 51 wurden in Deutschland knapp 1,6 Millionen Tests tatsächlich durchgeführt. Dabei wäre aber noch Luft nach oben gewesen, denn die Kapazitäten lagen mit rund 2,0 Millionen noch deutlich darüber.

Insgesamt ist während der Feiertage mit einer geringeren Test- und Meldeaktivität zu rechnen“, schreibt das RKI. Die Daten dazu könnten deshalb „nur ein unvollständiges Bild der epidemiologischen Lage in Deutschland“ ergeben. Das RKI selbst wird am 25. Dezember und am 1. Januar keinen aktuellen Lagebericht veröffentlichen.

Experten und Politiker haben deswegen nun Sorge, dass die Fallzahlen nach Weihnachten wieder steil nach oben gehen könnten. Der Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach (SPD) etwa rief dazu auf, an den Festtagen „allergrößte Vorsicht“ walten zu lassen: „Wir müssen jetzt schon mit sehr vollen Krankenhäusern rechnen. Daher appelliere ich dringend, mit einer möglichst kleinen Gruppe zu feiern und dabei die Maske aufzusetzen - so unangenehm das ist!“

Update, 13.38 Uhr - „Weihnachtsfeier“ im Saarland eskaliert völlig

Völlig aus dem Ruder gelaufen ist am Dienstagabend, 22. Dezember, eine Art von „Weihnachtsfeier“ im Saarland: In einer Werkshalle einer Firma in Quierschied-Göttelborn hatten die Teilnehmer einen Bierwagen und Biertisch-Garnituren aufgestellt und vermutlich bereits ab 16 Uhr feucht-fröhlich gefeiert. Im Laufe des Abends eskalierte die Situation: Es kam zu einer handfesten Schlägerei unter Arbeitskollegen - offenbar so heftig, dass sich zwei „Teilnehmer“ dazu gezwungen sahen, die Polizei zu rufen und die illegale „Corona-Party“ zu melden.

Als die Beamten eintrafen und die Personalien der Beteiligten aufnehmen wollten, versuchten einige Partygäste zu flüchten. Unter anderem auch der Chef, der sich nach Polizeiangaben in Embryonalstellung unter einem Schreibtisch versteckte und dort von der Polizei aufgegriffen wurde. Zudem entdeckten die Beamten auch zwei Angestellte in der Besenkammer. Namentlich konnte die Polizei eigenen Angaben zufolge inzwischen acht Feierlustige ausforschen. Verständnis oder Einsicht im Hinblick auf den im Raum stehenden Verstoß gegen die Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zeigte tatsächlich keiner der Anwesenden. Die Feier wurde von der Polizei umgehend beendet. Es gab zahlreiche Anzeigen, unter anderem wegen der Schlägerei und Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz.

Update, 13 Uhr - Über 50 neue Fälle und ein Toter im Berchtesgadener Land

Das Gesundheitsamt des Berchtesgadener Landes hat für seinen Zuständigkeitsbereich nun 53 neue Corona-Fälle gemeldet. Die Gesamtzahl der seit März 2020 registrierten COVID-19-Fälle steigt im Landkreis somit auf 2.572 (Stand: 24. Dezember, 10 Uhr). Der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land aktuell bei 141,6. Im Landkreis gibt es aktuell 173 aktive Fälle. Seit der letzten Meldung wurde dem Gesundheitsamt außerdem ein weiterer Corona-Todesfall gemeldet. Dabei handelt es sich um einen 89-jährigen Mann.

An den Feiertagen hat außerdem das Corona-Testzentrum in Bayerisch Gmain geöffnet - und zwar am 2. Weihnachtsfeiertag (26. Dezember) von 10 Uhr bis 12 Uhr. In der kommenden Woche (KW 53) ist das Testzentrum dann von Montag bis Mittwoch von 12 Uhr bis 18 Uhr und am Silvestertag von 8 Uhr bis 12 Uhr offen. Die wichtigsten Informationen zum Testzentrum Berchtesgadener Land sind im Internet unter www.testzentrum-bgl.de verfügbar.

Update, 12.14 Uhr - 53 weitere Infizierte und ein Todesfall im Landkreis Mühldorf

Das Gesundheitsamt Mühldorf hat für seinen Zuständigkeitsbereich nun 53 neue Corona-Fälle und einen weiteren Todesfall gemeldet (Stand: 24. Dezember, 8 Uhr). Zu Alter und/oder Wohnort der verstorbenen Person gab es keine weiteren Angaben. Das Gesundheitsamt ermittelt derweil die Kontaktpersonen der Neu-Infizierten und leitet die notwendigen Maßnahmen ein. Derzeit gibt es in Stadt und Landkreis Mühldorf insgesamt 406 aktive Fälle. Die 7-Tage-Inzidenz betrug zum o.g. Zeitpunkt nach Angaben des Landratsamtes 246,8.

Update, 10.45 Uhr - Erste bayerische Städte verbieten Feuerwerk auch auf Privatgrund

Die ersten bayerischen Städte wollen wegen der Corona-Situation jetzt an Silvester die Böllerei komplett verbieten - auch auf Privatgrundstücken, also in Gärten und/oder Balkonen. So will die Stadt Nürnberg ein entsprechendes Verbot erlassen. Die Stadt begründet dies einerseits mit den hohen Corona-Infektionszahlen und der damit verbundenen kritischen Lage in den Kliniken, andererseits mit dem hohen Verletzungs- und Brandrisiko durch das Feuerwerk. Auch Augsburg plant(e) eine entsprechendes Verbot, welches zunächst allerdings vom zuständigen Verwaltungsgericht gekippt wurde. Die schwäbische Metropole will aber dagegen vorgehen - voraussichtlich ist Anfang nächster Woche mit einer Entscheidung zu rechnen. Auch das bloße Mitführen von pyrotechnischen Gegenständen soll untersagt werden.

In der Landeshauptstadt München ist ein Verbot sog. „lauter Böller“ innerhalb des Mittleren Rings geplant - also fast in der kompletten Innenstadt. Klassische Kracher ohne Lichteffekte dürften damit in diesem Gebiet im Zentrum der Millionenstadt auch auf Privatgrundstücken nicht gezündet werden, erklärte ein Sprecher der Stadt. Die Landeshauptstadt wies darauf hin, dass das Abbrennen von Feuerwerk nach der Corona-Verordnung „kein triftiger Grund“ sei, um die eigene Wohnung zu verlassen. Die Polizei will die Einhaltung der Regeln in Stadt und Landkreis durch den Einsatz von mindestens 300 zusätzlichen Beamten strikt kontrollieren.

Update, 10.17 Uhr - Rund 3,3 Prozent aller Münchner hatten bereits Corona

Einer großangelegten Antikörper-Studie zufolge haben sich in München bis November knapp 3,3 Prozent der Einwohner mit dem Coronavirus infiziert. Damit habe sich die Zahl derjenigen, die Antikörper gegen das Sars-CoV-2-Virus entwickelt haben, seit der ersten Welle fast verdoppelt, teilten die Forscher der Infektions- und Tropenmedizin der Uniklinik München mit. Es ist die erste große Studie bundesweit, die Ergebnisse über die Infektionszahlen in der zweiten Welle liefert.

Zu Beginn der neuen Testrunde waren bei den Gesundheitsbehörden rund 1,5 Prozent der Münchner als Corona-positiv registriert gewesen. Damit lag die tatsächliche Zahl der Infizierten etwa zweimal so hoch. In der ersten Runde hatte der Anteil der damals in der Studie nachgewiesenen Infektionen viermal höher gelegen als bekannt. Dass die Dunkelziffer nun geringer sei, zeige auch, dass sich die Teststrategie in Bayern bewähre, sagte Studienleiter Michael Hoelscher. Waren die Forscher im Frühjahr noch persönlich in Teams in den Haushalten erschienen, um den Menschen Blut abzunehmen, schickten sie nun den Testteilnehmern ein Kit zur Selbstblutabnahme per Fingerprick zu mit der Bitte, einige Blutstropfen auf ein Filterpapier zu tupfen und dieses zurückzuschicken.

Update, 8.55 Uhr - Acht weitere Todesfälle in Region registriert

Corona-Fallzahlen in Südostbayern (Stand: 24. Dezember).

Die Corona-Fallzahlen bzw. 7-Tage-Inzidenzen haben sich in der Region im Vergleich zum Vortag unterschiedlich entwickelt. Aus den Landkreisen Traunstein (von 131,4 auf 148,9) und Berchtesgadener Land (von 131,2 auf 141,6) wurden steigende Inzidenz-Werte gemeldet. Die Stadt Rosenheim (von 210,9 auf 199,8) sowie die Landkreise Rosenheim (von 203,6 auf 203,2) und Altötting (von 148,0 auf 124,6) meldeten dagegen fallende Zahlen. Besonders deutlich sank die Inzidenz im Landkreis Mühldorf, die nach 257,2 am Vortag laut neuesten RKI-Daten „nur“ noch bei 218,3 lag (Stand: 24. Dezember, 0 Uhr/Quelle: RKI).

Allerdings gab es in der Region leider auch wieder acht Todesfälle binnen 24 Stunden zu beklagen - drei im Landkreis Rosenheim, zwei im Landkreis Altötting und je einer in der Stadt Rosenheim sowie den Kreisen Mühldorf und Berchtesgadener Land. Weitere Details zum Alter und/oder Wohnort der Verstorbenen wurde nicht bekannt.

Über 32.000 neue Fälle und 802 weitere Todesopfer

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt auf hohem Niveau. Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) jetzt 32.195 neue Fälle und 802 Todesfälle binnen eines Tages übermittelt (Stand: 24. Dezember, 0 Uhr). Am vergangenen Donnerstag (17. Dezember) übermittelten die Behörden 26.923 neue Corona-Fälle und 698 Todesfälle. Allerdings fehlten bei diesem Wert aus technischen Gründen rund 3500 Infektionen aus Baden-Württemberg. Auch wegen der deswegen entstandenen Nachmeldungen war am Freitag der Höchstwert von 33.777 Neuinfektionen verzeichnet worden. Der Höchststand von 962 Todesfällen war am Mittwoch erreicht worden (News-Ticker Mittwoch, 23. Dezember).

Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz lag am Donnerstag im Durchschnitt bei 196,2. Am Dienstag war mit 197,6 ein Höchststand erreicht worden. Den mit Abstand höchsten Wert erreicht Sachsen: Dort liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 425,7, also mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Es folgt Thüringen mit einem Wert von 327,9.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 1.587.115 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung von Corona gestorben sind, stieg auf 28.770. In Bayern kamen 103 Todesfälle hinzu. Damit ist die Gesamtzahl der Toten im Freistaat seit Pandemie-Ausbruch über die 6000er-Marke gestiegen (jetzt 6069). Rund 1.184.400 Personen gelten nach Schätzungen inzwischen als genesen.

Beim R-Wert sah das RKI in seinem Lagebericht eine „zuletzt leicht sinkende Tendenz“. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag bei 0,92 (Stand: 23. Dezember; Vortag: 0,95). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 92 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

mw/dpa

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