News-Ticker zur Corona-Pandemie

Weitere 500.000 Schutzmasken für Bayerns Lehrer - Verkauf von Feuerwerk bundesweit verboten

Weitere 500.000 Schutzmasken für Bayerns Lehrer
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Mit Mundschutzmasken sitzen Schülerinnen und Schüler der fünften Klasse eines Gymnasiums im Unterricht, ein Mädchen trägt eine Mütze. Neben dem obligatorischen Tragen von Masken gehört das regelmässige Lüften der Klassenräume zum Hygienekonzept an den hessischen Schulen.
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München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Dienstag (22. Dezember) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 179,4, Landkreis Rosenheim 206,6, Landkreis Traunstein 140,4, Landkreis Berchtesgadener Land 136,9, Landkreis Mühldorf 258,9, Landkreis Altötting 155,1 (Quelle/Stand: RKI, 22. Dezember, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 2135, Landkreis Rosenheim 7933, Traunstein 5261, Berchtesgadener Land 2487, Mühldorf 3085, Altötting 2741 (Quelle/Stand: RKI, 22. Dezember, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 30, Landkreis Rosenheim 291, Traunstein 142, Berchtesgadener Land 58, Mühldorf 64, Altötting 93 (Quelle/Stand: RKI, 22. Dezember, 0 Uhr)
  • Mindestens 27.006 Todesfälle in Deutschland (5802 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 22.37 Uhr - Spahn warnt vor Corona-Risiko durch Heimreisende nach Osteuropa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat vor einem Corona-Risiko durch heim- und zurückreisende Menschen aus ost- und südosteuropäischen Ländern gewarnt. „Nach allem was ich sehe, finden wieder sehr viele Heimat- und auch Verwandtschaftsbesuche statt in Osteuropa, Balkan, Türkei“, sagte der CDU-Politiker in einem am Dienstagabend ausgestrahlten Interview von RTL/ntv. Man müsse miteinander sehr aufpassen, dass durch die Rückreise nicht „gleich eine neue Welle, ein neuer Impuls entsteht“.

„Deswegen bin ich dankbar, dass etwa Bayern heute auch sehr klar noch mal gesagt hat: Die Testpflicht wird auch durch- und umgesetzt“, sagte Spahn. Alle Reiserückkehrer aus Risikogebieten unterliegen ab Mittwoch in Bayern einer Corona-Testpflicht. Dies hat am Dienstag das bayerische Kabinett in München beschlossen.

Update, 21.54 Uhr - Bayern gibt 50 Millionen für Erforschung von Covid-19-Medikamenten

Für die Entwicklung von Medikamenten gegen die durch das Coronavirus ausgelöste Krankheit Covid-19 stellt der Freistaat Bayern 50 Millionen Euro zur Verfügung. Dies hat das Kabinett am Dienstag nach Angaben der Staatskanzlei beschlossen.

Mit der Stärkung der Pharma- und Biotechnologiebranche wolle die Staatsregierung „erfolgversprechende bayerische Therapieansätze auf den letzten Metern zur Zulassungsreife unterstützen“, hieß es weiter.

Den Angaben zufolge arbeiten bereits viele Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Bayern an Verfahren und Wirkstoffen. Allein im Großraum München seien rund 270 Biotechnologie- und Pharma-Unternehmen ansässig. Weitere Cluster befänden sich etwa in Regensburg und Würzburg.

Finanziert wird das Förderprogramm aus dem Sonderfonds Corona-Pandemie, den der Landtag der Regierung zur Bekämpfung der Krise bereit gestellt hat.

Update, 20.52 Uhr - Weitere 500.000 FFP-2-Schutzmasken für Bayerns Lehrer

Bayern versorgt seine Lehrer im Kampf gegen das Coronavirus mit weiteren 500.000 Schutzmasken vom Standard FFP2.

Das kündigte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Dienstag an. Darüber hinaus werde der Freistaat das bestehende Förderprogramm für mobile Luftreinigungsgeräte erweitern.

Ob es nach den Weihnachtsferien in Bayerns Schulen mit Präsenzunterricht weitergehe, sei derzeit nicht absehbar. Aktuell sei davon auszugehen, dass zumindest für einen Teil der Schülerinnen und Schüler noch Distanzunterricht nötig sei, hieß es.

Update, 19.20 Uhr - Jetzt amtlich: Verkauf von Silvesterfeuerwerk bundesweit verboten

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat den Verkauf von Silvesterfeuerwerk deutschlandweit untersagt.

Die entsprechende Verordnung sei am Dienstag in Kraft getreten, teilte das Innenministerium in Berlin mit. Damit werde ein Beschluss von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Länderregierungschefs und -chefinnen vom 13. Dezember umgesetzt.

„Wegen der Corona-Pandemie ist in diesem Jahr vieles anders. Wir müssen darauf achten, dass wir nicht Böller anzünden und die Infektionszahlen explodieren. Das Verkaufsverbot für Silvesterfeuerwerk schützt unsere Krankenhäuser vor Überlastung“, sagte Seehofer der Mitteilung zufolge.

Ziel der Regelung sei es, Verletzungen beim Abbrennen von Feuerwerk in der Silvesternacht zu verhindern, um die aufgrund der Corona-Pandemie ohnehin stark beanspruchten Krankenhäuser und Notfallambulanzen zu entlasten.

Betroffen von dem Verbot seien „die typischen, in anderen Jahren vom 29. bis 31. Dezember erhältlichen Gegenstände wie z.B. Silvesterknaller und Raketen“, erläuterte das Innenministerium. „Mit der neuen Verordnung bleibt die Abgabe im Jahr 2020 auch an diesen Tagen verboten.“ Auch bereits zuvor etwa über den Online-Handel getätigte Bestellungen dürften nicht mehr an den Endkunden ausgeliefert werden.

Update, 18.30 Uhr - 19 neue Corona-Fälle im Berchtesgadener Land

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit 21. Dezember 19 weitere bestätigte COVID-19-Fälle im Landkreis gibt.

Davon befanden sich zwei Person bereits als direkte Kontaktperson in häuslicher Isolation. Die Gesamtzahl der seit März 2020 registrierten COVID-19-Fälle im Landkreis Berchtesgadener Land steigt somit auf 2.502 (Meldestand: 22.12.2020, 10 Uhr).

Der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land liegt laut Robert-Koch-Institut (RKI) aktuell bei 136,9 (Stand: 22.12.2020, 0 Uhr).

Pressemitteilung Landratsamt Berchtesgadener Land

Update, 17.58 Uhr - 25 Neuinfektion im Landkreis Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 1610 aktive COVID-19-Fälle vor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 140,4. Seit der letzten Pressemitteilung am 21. Dezember sind beim Gesundheitsamt 25 Neuinfektionen und ein weiterer Todesfall eingegangen. Bei dem Verstorbenen handelt es sich um einen Mann im Alter von 82 Jahren.

Es liegen insgesamt 5288 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden. Als genesen gelten mindestens 3535 Personen (57 Personen mehr seit der Meldung vom 21.12.).

Derzeit werden in den Kliniken im Landkreis Traunstein 76 COVID-19-Patienten behandelt, davon 58 auf der Normalstation und 18 auf der Intensivstation.

Pressemitteilung Landratsamt Traunstein

Update, 17.17 Uhr - Corona-Testzentren stoßen vor Weihnachten an Kapazitätsgrenzen

Wegen großen Andrangs vor den Feiertagen stoßen mehrere Testzentren in Bayern nach Angaben der örtlichen Gesundheitsämter an ihre Kapazitätsgrenzen. Die Behörden in München und Augsburg verwiesen die Einwohner deshalb für Corona-Tests an private Dienstleister und Hausärzte. 

In der Landeshauptstadt waren für das Testzentrum auf der Theresienwiese am Dienstag sämtliche Termine bis einschließlich 27. Dezember ausgebucht - obwohl die Kapazitäten seit Montag auf 2500 Tests pro Tag ausgeweitet wurden. Gleichzeitig wurden nach Angaben des Gesundheitsreferats in der vergangenen Woche rund 2000 reservierte Testtermine nicht genutzt. Die Behörde rief deshalb dazu auf, in diesem Fall die Termine wieder zu stornieren.

Auch im Testzentrum auf der Augsburger Messe waren schon am Montag bis zum 28. Dezember keine Termine mehr reservierbar - obwohl der Betreiber die Kapazitäten von 1200 auf 1500 Tests pro Tag erhöht hatte. Die Wartezeiten bei der Übermittlung der Testergebnisse würden dadurch aber nicht länger, sagte ein Sprecher der Stadt. 

Auch in ländlichen Regionen ist der Andrang bei Corona-Testzentren vor den Feiertagen groß. Eine Sprecherin des Landratsamts Haßberge in Unterfranken sagte am Dienstag, im Testzentrum in Wonfurt seien vor Weihnachten nur noch wenige freie Kapazitäten vorhanden.

Im Allgäu meldeten die Testzentren in Kempten und Sonthofen mit 1118 Abstrichen am Montag einen neuen Tageshöchstwert, wie ein Sprecher des Landratsamts Oberallgäu sagte. Zuvor seien es meist nicht viel mehr als 600 pro Tag gewesen.

Update, 15.43 Uhr - Bayern führt Corona-Testpflicht für Reisende aus Risikogebieten ein

Alle Reiserückkehrer aus Risikogebieten unterliegen ab Mittwoch in Bayern einer Corona-Testpflicht. Spätestens 72 Stunden nach der Einreise müssen sie beim zuständigen Gesundheitsamt ein Testergebnis vorlegen, dies hat am Dienstag das bayerische Kabinett in München beschlossen. Die Urlaubs- und Familienrückkehrer können aber auch Corona-Tests vorlegen, die im Ausland vorgenommen wurden. Der Test darf aber maximal 48 Stunden alt sein.

«Der Urlaub darf nicht zum Risiko werden. Die Sicherheit steht an erster Stelle. Dazu führt Bayern eine Testpflicht für Reiserückkehrer ein», sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) laut Mitteilung. Söder befindet sich seit Montag wegen eines nachgewiesenen Corona-Falls in seinem Kabinett selbst in Quarantäne. «Reisen in Risikogebiete sollten am besten überhaupt nicht stattfinden. So bleiben alle besser geschützt.»

Darüber hinaus gilt für Einreisende aus Risikogebieten weiterhin eine strenge Quarantänepflicht. Sie müssen sich unmittelbar nach der Einreise in die eigene Wohnung oder eine geeignete Unterkunft begeben und sich dort für zehn Tage isolieren. Frühestens nach fünf Tagen kann die Quarantäne durch einen negativen Test beendet werden.

Ausnahmeregeln bestehen nach Angaben der Staatskanzlei nur für systemkritische Tätigkeiten bestimmter Berufsgruppen etwa in den Bereichen Pflege und öffentliche Sicherheit. Unabhängig davon sind alle, also auch ausländische Pflegekräfte verpflichtet, sich zweimal wöchentlich auf das Coronavirus testen zu lassen.

Auf dem europäischen Festland gibt es aktuell nur noch in Frankreich (Bretagne), Griechenland, Estland, Finnland, Norwegen und Österreich (zwei Gemeinden an der deutschen Grenze) Regionen, die nicht als Risikogebiete eingestuft sind. Hinzu kommen Regionen in Irland sowie das portugiesische Madeira, das französische Korsika, ein Großteil der griechischen Inseln, die britische Isle of Man und die Kanalinsel Guernsey sowie die dänischen Inseln Grönland und Färöer.

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt, wenn ein Land oder eine Region den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschreitet. Ganz Deutschland und die meisten anderen europäischen Länder sind demnach Risikogebiete.

Update, 15.28 Uhr - Corona-Verstöße in München: Polizei musste Dutzende Male eingreifen

Pressemitteilung im Wortlaut:

Im Zeitraum von Montag, 21. Dezember, 6 Uhr, bis Dienstag, 22. Dezember, 6 Uhr, gab es eine Vielzahl von Kontrollen und Einsätzen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums München (sowohl Stadt- und Landkreis München), um die Einhaltung der aktuellen Infektionsschutzregelung zu überprüfen. Über 2.300 Kontrollen wurden in diesem Zeitraum durchgeführt. Dabei wurden 123 Verstöße angezeigt. In 31 Fällen ging es hier um die Ausgangssperre.

Am Montag, 21. Dezember, gegen 7.30 Uhr, teilte ein Zeuge über den Polizeinotruf 110 mit, dass sich in einem Schulungsraum in der Albanistraße in der Au mehrere Personen befinden würden, die dort an einem Unterricht teilnähmen und dabei keine Abstände zueinander einhielten und auch keine Masken tragen würden.

Eine Streife der Polizeiinspektion 21 (Au) fuhr zu der Örtlichkeit und traf dort auf 14 Personen, die dort an einem Seminar teilnahmen. Die Veranstaltung wurde von den Beamten beendet und die Anwesenden wurden wegen verschiedener Verstöße nach dem Infektionsschutzgesetz angezeigt.

Pressemitteilung der Polizeiinspektion München

Update, 13.58 Uhr - Inzidenz in München sinkt wieder unter 300

In München wurden für Montag, 21. Dezember, 257 neue Corona-Fälle sowie 12 weitere Todesfälle gemeldet. Insgesamt sind in der Landeshauptstadt damit bislang 40.772 Infektionen bestätigt. In dieser Zahl enthalten sind 32.814 Personen, die bereits genesen sind, sowie insgesamt 495 Todesfälle.

Die 7-Tage-Inzidenz für München beträgt laut RKI 273,4. Sie entspricht der Anzahl der für die letzten sieben Tage neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner und wird täglich vom RKI ermittelt.

Update, 13.35 Uhr - Landkreis Mühldorf meldet 26 neue Fälle, drei weitere Tote

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn sind drei weitere Personen verstorben, die mit dem Corona-Virus infiziert waren. Seit der der letzten Statusmeldung vom Montag, 21. Dezember gibt es 26 neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 22. Dezember 2020, 8 Uhr). Das Gesundheitsamt ermittelt die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein.
Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 470 aktive Fälle. Die 7-Tage-Inzidenz liegt zum Stichzeitpunkt bei 267,54.

Update, 12.47 Uhr - Drosten über Studie zu neuer Virusvariante: „Das sieht nicht gut aus“

Eine neue Variante in Großbritannien macht neuen Untersuchungen zufolge das Coronavirus sehr wahrscheinlich leichter übertragbar. Zu diesem Schluss kommen Experten der englischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHS). Sie verweisen dabei auf Erbgut-Untersuchungen der neuen Variante und auf Modellrechnungen zur Ausbreitung. Eine der rund 20 Mutationen der neuen Variante B.1.1.7 dürfte insbesondere dazu beitragen, dass das Virus leichter übertragen werden könne.

Christian Drosten, Direktor am Institut für Virologie im Charite Berlin.

Der deutsche Virologe Christian Drosten schrieb zu den PHS-Daten: „Das sieht leider nicht gut aus.“ Positiv sei aber, dass B.1.1.7-Fälle bislang nur in Gebieten zugenommen haben, wo die Gesamtinzidenz hoch oder ansteigend war. „Kontaktreduktion wirkt also auch gegen die Verbreitung der Mutante“, schreibt Drosten.

Den PHS-Forschern macht insbesondere eine Mutation mit der Bezeichnung N501Y Sorgen. Sie könnte den Daten zufolge dafür sorgen, dass das Virus besser an Zielzellen andocken kann. Zudem liege die Mutation an einer Stelle, an der auch bestimmte Antikörper des Menschen angreifen, um das Virus auszuschalten. „Deshalb ist es möglich, dass solche Varianten die Wirksamkeit beim Neutralisieren des Virus beeinflussen.“

Update, 12.08 Uhr - Söder mindestens bis Silvester in Quarantäne

Am Montagnachmittag gab Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bekannt, dass er sich wegen eines positiven Testergebnisses bei Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann (ebenfalls CSU) als Kontaktperson der Gruppe 1 in Quarantäne begeben habe. „Die Amtsgeschäfte werde ich digital weiterführen“, kündigte Söder via Twitter an.

Damit muss Söder über die Weihnachtstage vorerst in Isolation bleiben. Frühestens nach zehn Tagen kann die Quarantäne einer sogenannten Kontaktperson 1 mit einem negativen Test beendet werden - das wäre der 31. Dezember. Nach Angaben aus der Staatskanzlei war Söder am Montagmorgen zuletzt auf Corona getestet worden, das Ergebnis sei negativ gewesen, sagte eine Sprecherin. Anschließend hatte Söder dann aber eine Besprechung mit Herrmann. Auch Söders Regierungssprecher musste sich am Montag in Quarantäne begeben.

Update, 11.17 Uhr - In 21 Regionen sind bereits alle Intensivbetten belegt - Bayern besonders betroffen

Die Zahl der Covid-19-Patienten, die auf Intensivstationen behandelt werden müssen, steigt weiter an. In 21 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland sind bereits alle Intensivbetten belegt. Das geht aus dem Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hervor. Am stärksten betroffen ist Bayern.

In diesen bayerischen Regionen sind aktuell alle Intensivbetten belegt:

  • LK Augsburg
  • LK Landshut
  • KS Memmingen
  • LK München
  • Neumarkt in der Oberpfalz
  • KS Kaufbeuren
  • LK Kitzingen
  • LK Regen

Die aktuelle Situation laut DIVI in der Region:

  • Rosenheim: 7 Betten frei
  • LK Rosenheim: 7 Betten frei
  • LK Traunstein: 2 Betten frei
  • LK Berchtesgadener Land: 3 Betten frei
  • LK Mühldorf: 2 Bett frei
  • LK Altötting: 3 Bett frei

Pressekonferenz des RKI im Live-Stream:

Update, 10.26 Uhr - Wieler mahnt weiter zu Disziplin

Zur neuen Corona-Variante aus Großbritannien sagt Wieler: „Es sind noch viele Fragen offen.“ Klar sei aber, dass das Erbgut von Viren sich ständig verändere. Das Corona-Virus in Deutschland komme in allen Altersgruppen vor. Besonders viele Ausbrüche gebe es aber in Alten- und Pflegeheimen. Wieler geht auf die kritische Lage in den Kliniken ein. „Nicht nur die Intensivbetten sind belegt“, sagt Wieler, „auch die anderen Betten werden immer rarer. Manche Krankenhäuser fahren schon Notprogramme, und viele Ärzte fallen selber aus wegen Covid-19.“

Allerdings, so Wieler, sei er glücklich, dass schon bald die ersten Impfungen stattfinden werden. „Wer hätte das vor einem halben Jahr gedacht.“ Umso wichtiger sei es, bis zu Beginn der Massenimpfungen Disziplin zu bewahren. Es sei das Verhalten jedes einzelnen Menschen entscheidend, sagt Wieler. „Wenn man sieht, wie zehntausende Menschen noch reisen und sich auf Flughäfen drängeln, ist das für mich nur schwer nachvollziehbar.“ Und weiter: „Es gibt Gruppierungen von Menschen, die sich nicht darum scheren“, sagt Wieler. „Die Partys feiern, sich lustig umarmen, sich in Geschäften drängen.“ Solange habe das Virus leichtes Spiel.

Update, 10.13 Uhr - RKI-Chef Wieler mit eindringlichem Appell

„Ich bitte Sie eindringlich, die Tage zwischen den Jahren in Ruhe und im kleinsten Familienkreis zu verbringen“, sagt RKI-Chef Lothar Wieler gleich zur Eröffnung der Pressekonferenz. „Bitte schränken Sie Ihre Kontakte auf das Nötigste ein, reisen Sie nicht, und treffen Sie, wenn möglich, immer dieselben Menschen. Und am besten draußen.“ Nur auf diese Weise ließen sich die Infektionszahlen – und die Todeszahlen – verringern. Viele Krankenschwestern, Ärzte, Pfleger sind am Limit“, sagt Wieler weiter. „Das Virus lebt von unseren Kontakten.“

Zu den neu verhängten Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen sagt Wieler, es werde noch einige Wochen dauern, bis sich das in den Statistiken niederschlage. Für die Feiertage befürchtet der RKI-Chef allerdings einen weiteren Anstieg, weil Menschen teilweise durch ganz Deutschland reisen, um Verwandte zu besuchen – und das Virus so weiter verbreiten.

Update, 9.35 Uhr - Landkreis Altötting meldet 19 neue Corona-Fälle

Das Gesundheitsamt Altötting hat für seinen Zuständigkeitsbereich jetzt 19 neue Corona-Fälle gemeldet (Stand: 21. Dezember, 17 Uhr). Die Gesamtzahl der Fälle stieg damit auf 2784. Die 7-Tage-Inzidenz lag zum o.g. Zeitpunkt nach Angaben des Landratsamtes bei 155,1.
Damit gibt es laut Altöttinger Landratsamt aktuell 381 aktive Fälle. Die meisten Infektionen gibt es in Töging (100), gefolgt von Neuötting (41), Altötting (41) und Burghausen (41).

Update, 8.54 Uhr - 14 weitere Todesfälle in der Region registriert

Corona-Fallzahlen in Südostbayern (Stand: 22. Dezember).

Die 7-Tage-Inzidenzen bzw. Corona-Fallzahlen haben sich in den Städten und Landkreisen der Region im Vergleich zum Vortag unterschiedlich entwickelt. Aus Stadt (von 176,4 auf 179,4) und Landkreis Rosenheim (von 199,0 auf 206,6) wurden leicht steigende Werte gemeldet. Der Landkreis hat dabei jetzt wieder die „Hotspot-Grenze“ von 200 überschritten. Sorgenkind in der Region bleibt derzeit der Landkreis Mühldorf, wo die Inzidenz von 240,8 gar auf 258,9 kletterte.

Gesunken sind die Zahlen dagegen in den Landkreisen Traunstein (von 142,1 auf 140,4), Berchtesgadener Land (von 141,6 auf 136,9) und Altötting (von 166,8 auf 155,1). Allerdings sind dafür die Todeszahlen wieder nach oben geschossen - in den letzten 24 Stunden wurden 14 neue Todesfälle in der Region gemeldet: sechs aus dem Landkreis Altötting, vier aus dem Landkreis Rosenheim und je zwei aus den Landkreisen Berchtesgadener Land und Mühldorf. Näheres zu Alter und/oder Wohnort der Verstorbenen wurde nicht bekannt.

Update, 7.51 Uhr - Bayerisches Kabinett tagt trotz Söders Quarantäne

Trotz der Quarantäne von Ministerpräsident Markus Söder und des positiven Testergebnisses von Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann (beide CSU) tagt am Dienstag noch einmal das bayerische Kabinett. Im Mittelpunkt steht erneut das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Speziell mit dem Umgang mit möglichen Reiserückkehrern und der Verteilung des Impfstoffes will sich die Staatsregierung auseinandersetzen. Es bleibt nämlich weiter offen, wie viele Impfdosen Bayern zunächst erhält.

Allerdings ist der Ablauf der Sitzung wegen der Quarantäne anders als sonst: Statt einer Videoschalte sollen die Beschlüsse kurz und knapp im Umlaufverfahren getroffen werden. Und die für Mittag geplante Pressekonferenz wurde kurzfristig abgesagt. Stattdessen soll es lediglich eine schriftliche Mitteilung geben.

Zahl der Neuinfektionen und Todesfälle auf hohem Niveau

Die Zahl der Todesfälle und der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt auf hohem Niveau. Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) jetzt 19.528 neue Fälle und 731 Todesfälle binnen eines Tages übermittelt (Stand: 22. Dezember, 0 Uhr). Am Dienstag der Vorwoche waren 14.432 Neuinfektionen und 500 Todesfälle gemeldet worden - allerdings fehlten damals Daten aus Sachsen, die später nachgemeldet wurden. Den Höchstwert mit 33.777 gemeldeten Infektionen hatte es am Freitag gegeben, darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten (News-Ticker Montag, 21. Dezember).

Die Zahl der Todesfälle war in der Tendenz zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet worden war. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 27.006. In Bayern kamen 110 weitere Tote dazu (gesamt nun 5802). Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) gab das RKI am Dienstag mit 197,6 an. Das ist der höchste Stand seit Beginn der Pandemie.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 1.530.180 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Nach Schätzungen sind rund 1.136.700 Menschen inzwischen wieder genesen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht bei 0,98 (Stand: 21. Dezember; Vortag: 1,04). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 98 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

mw/mh/dpa

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