News-Ticker zur Corona-Pandemie

Schulleiter schicken „Brandbrief“ an Piazolo - Polizei löst zahlreiche Corona-Partys am Wochende auf

Kultusminister Piazolo
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Der bayerische Kultusminister Michael Piazolo hat von einigen Schulleitern einen „Brandbrief“ erhalten. Ein Sprecher des Kultusministeriums erklärte, der Brief werde „zeitnah beantwortet“.
  • Benjamin Schneider
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  • Martin Weidner
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München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Sonntag, 21. Februar, im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 44,1, Landkreis Rosenheim 58,9, Landkreis Traunstein 86,8, Landkreis Berchtesgadener Land 82,1, Landkreis Mühldorf 86,3, Landkreis Altötting 74,4 (Quelle/Stand: RKI, 21. Februar, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 2839, Landkreis Rosenheim 10.447, Traunstein 7383, Berchtesgadener Land 4257, Mühldorf 4505, Altötting 3836 (Quelle/Stand: RKI, 21. Februar, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 52, Landkreis Rosenheim 419, Traunstein 190, Berchtesgadener Land 90, Mühldorf 122, Altötting 160 (Quelle/Stand: RKI, 21. Februar, 0 Uhr)
  • Mindestens 67.841 Todesfälle in Deutschland (12.112 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de
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Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 21.37 Uhr - Schulleiter schicken „Brandbrief“ an Kultusminister

Die Grundschulen öffnen ab Montag wieder für viele Kinder - doch die Schulleitungen verzweifeln oft an „unrealistischen“ Corona-Vorgaben des Kultusministeriums.

Die immer neuen Hygienepläne in kürzester Zeit und ohne Vorlauf umzusetzen, sei nahezu unmöglich, schrieb der bayerische Schulleitungsverband für Grund-, Mittel- und Förderschulen in einem „Brandbrief“ an Kultusminister Michael Piazolo am Wochenende.

„In Woche 14 des Lockdowns ist die Grenze der Belastbarkeit und vor allem auch der Realisierbarkeit bei den Schulleitungen erreicht“, heißt es darin. Schulleitungen seien „einmal mehr an vorderster Front ins Dauerfeuer geschickt worden“. „Das verfügbare Löschwasser geht zuneige.“

Ein „Beispiel der Unmöglichkeit der Umsetzung“ sei an Grundschulen die Notbetreuung im Wechselunterricht. So schlage Piazolo vor, kurzfristig schulfremdes Personals einzustellen. „Natürlich vergessen Sie hier den Hinweis nicht, dass doch bitte der Masernschutz und vor allem ein polizeiliches Führungszeugnis vor dem Einsatz vorliegen muss“, heißt es in dem Brief. Aber: Alleine die Beantragung des Führungszeugnisses dauere mindestens zwei Wochen.

Die Landesvorsitzende Cäcilia Mischko sagte am Sonntag, die Schulen bräuchten generell mehr Autonomie, damit sie schneller und besser planen könnten.

Ein Sprecher des Kultusministeriums erklärte, der Brief werde „zeitnah beantwortet“.

Update, 20.11 Uhr - Spahn: Kein verbindlicher Zeitplan für Corona-Lockerungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Forderungen nach einem zeitlich verbindlichen Plan für Lockerungen der Corona-Beschränkungen zurückgewiesen und einen Neuinfektionswert von unter 10 als anstrebenswert dargestellt.

„Alle wünschen sich einen Drei- und Sechs-Monatsplan, aber das geht halt gerade nicht. Ich finde, wir dürfen da keine falschen Versprechungen machen“, sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend in der ARD. Zunächst will er auch angesichts der zunehmenden Verbreitung von Virusmutationen abwarten, wie sich die Öffnung weiterer Schulen und Kitas an diesem Montag auswirkt.

„Es macht Sinn, miteinander - das ist ja das Gespräch mit den Ländern - Stufen zu definieren, ab wann der nächste Schritt gegangen werden kann. Aber die Wahrheit ist: Eine Inzidenz von unter 10, die ist jedenfalls in den allermeisten Regionen in Deutschland gerade ziemlich weit weg“, sagte Spahn.

Die gemeinte Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und Woche an. Sie liegt nach der Meldung des Robert Koch-Instituts vom Sonntagmorgen bei 60,2 - mit steigender Tendenz.

Update, 18.54 Uhr - Landkreise an Grenze zu Tschechien fordern Perspektive

Die Landkreise im bayerisch-tschechischen Grenzgebiet haben mit besonders hohen Infektionszahlen zu kämpfen und fordern daher ein besseres Schutzkonzept.

Im ganzen Land werde über Öffnungen gesprochen, so eine Perspektive wünschten sich die Landräte auch für ihre Regionen, heißt es in einem gemeinsamen Eckpunkte-Papier der ostbayerischen Landkreise von Sonntag.

Teil des Fünf-Punkte-Plans ist unter anderem, dass Impfstoff, der in anderen Regionen nicht verwendet wird und gelagert werden müsste, in den Grenzgebieten verabreicht werden könnte. Zudem sollten auch in den betroffenen Landkreisen Kinder bald wieder zur Schule gehen können. Dazu sollten Lehrkräfte und Erzieher prioritär geimpft werden.

Bei Inzidenzzahlen über 100 müssen Grundschüler und Abschlussklassen in Bayern auch ab Montag weiter im Distanzunterricht bleiben.

Außerdem müssten mit Hilfe des Bundes und des Landes die Testkapazitäten in den Grenzregionen ausgebaut werden, heißt es weiter in dem Papier. In allen Unternehmen sollten Schnelltests zur Verfügung stehen und Mitarbeiter den richtigen Umgang damit erlernen. Auch der Einzelhandel solle eine Öffnungsperspektive bekommen. „Damit werden Einkaufsströme in andere Regionen vermieden“, heißt es.

Unterzeichnet haben das Papier die Landräte aus Hof, Wunsiedel, Tirschenreuth, Neustadt an der Waldnaab, Schwandorf, Cham, Regen und Freyung-Grafenau.

Tirschenreuth und Wunsiedel haben deutschlandweit die höchsten Inzidenzahlen und liegen über dem Wert von 300 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche.

Update, 16.53 Uhr - Polizei Oberbayern Süd am Wochenende bei etlichen Corona-Einsätzen gefordert

Verschiedene Einsätze mit Bezug zur Corona-Pandemie sorgten für die Polizei im südlichen Oberbayern für ein arbeitsreiches Wochenende. 

Sowohl am Freitagabend, 19. Februar, als auch am Samstagabend, 20. Februar, erhielten mehrere Dienststellen im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd Hinweise zu größeren Menschenansammlungen und Privatfeiern, die nicht mit den nach wie vor geltenden Bestimmungen des Infektionsschutzgesetzes vereinbar waren.

Am Freitagabend, 19. Februar, wurden mehrere Jugendliche und junge Erwachsene mit Autos und Zweirädern auf einem Wanderparkplatz bei Weilheim angetroffen, die dort mit lauter Musik eine Party veranstalteten. Nach erfolgter Personalienfeststellung verließen die einsichtigen Personen die Örtlichkeit.

In Otterfing mussten Beamte der Polizeiinspektion Holzkirchen eine Privatfeier mit über zehn Personen auflösen.

In Schliersee feierten ebenfalls rund zehn Personen in einer Wohnung. Bei der Feststellung der Personalien beschimpfte der Gastgeber die eingesetzten Beamten mit derben Schimpfwörtern, sodass gegen ihn nun auch wegen Beleidigung ermittelt wird. Zudem wurden er und seine Gäste wegen des Verstoßes nach dem Infektionsschutzgesetz angezeigt.

In Oberammergau wurden neun Personen angezeigt, die sich ebenfalls in einer Wohnung zu einer Party getroffen hatten.

Am Samstagabend, 20. Februar, erhielt die Polizeiinspektion Waldkraiburg eine Mitteilung über rund 30 Jugendliche, die sich am Stadtplatz zusammengefunden hatten. Beim Eintreffen der Streife flüchtete ein Teil der Gruppe. Gegen zwölf Personen wurden Anzeigen erstattet.

Am Bahnhof Altötting wurden acht Personen festgestellt und angezeigt, die sich dort mit einem Kasten Bier und diversen weiteren Alkoholika verabredet hatten und weder Masken trugen, noch Abstände einhielten.

Das gleiche Bild zeigte sich in der Hauptstraße in Peiting, auch hier wurden acht Personen beim gemeinsamen Konsum von Alkohol angetroffen und angezeigt. Am Schloßberg in Peiting wurde eine Ansammlung von 20 bis 30 Personen festgestellt, auch hier wurden diverse Anzeigen erstattet.

Bei einer Garagenparty in Dietramszell wurden acht Personen aus sechs Haushalten angetroffen und angezeigt.

Zu guter Letzt stellte eine Streife der Polizeiinspektion Holzkirchen bei einer Party in Holzkirchen mehrere Personen aus verschiedenen Hausständen fest. Insgesamt wurde gegen fünf Personen Anzeige erstattet.

Update, 15.23 Uhr - Walhalla wegen Andrangs gesperrt - keine Masken und kein Abstand

Weil der Andrang bei sonnigem Wetter so groß war, ist die Gedenkstätte Walhalla in Donaustauf in Bayern gesperrt worden.

Viele Menschen hätten keine Masken getragen und keinen Corona-Abstand gehalten, teilte die Polizei am Sonntag mit. Das Wahrzeichen sei am Samstagnachmittag dicht gemacht worden. Anwohner hatten sich über Falschparker beschwert, die teils Privatwiesen zugeparkt hatten. Die Polizei sprach von einem „wahren Verkehrschaos“, bis zu 250 Besucher tummelten sich im sonnigen Außenbereich der Walhalla.

Die Walhalla gehört zu einem der bekanntesten Wahrzeichen in Bayern. König Ludwig I. hatte sie zwischen 1830 und 1842 erbauen lassen. In dem Nachbau eines griechischen Tempels sind zahlreiche Büsten deutscher und europäischer Geistesgrößen ausgestellt.

Wegen der vielen Menschen sei es unmöglich gewesen, Abstände einzuhalten, auch Masken seien nicht getragen worden, so die Polizei. Daher habe man sich zusammen mit der Bayerischen Schlösserverwaltung entschieden, das Gelände bis Montag zu sperren. Die Polizei kontrollierte am Sonntag verstärkt. 

Update, 13.32 Uhr - Zwei kleine Kinder im Kreis Altötting infiziert

Das Gesundheitsamt Altötting hat für seinen Zuständigkeitsbereich nun 13 neue Corona-Fälle gemeldet. Damit stieg die Gesamtzahl der Infizierten seit Pandemie-Ausbruch in Stadt und Landkreis Altötting auf 3831 (Stand: 20. Februar, 15 Uhr). Unter den Neu-Infizierten befinden sich unter anderem auch zwei kleine Kinder (3 und 9 Jahre alt) aus Marktl. Ebenfalls betroffen ist ein 13-jähriges Kind aus Altötting. Die 7-Tage-Inzidenz betrug zum o.g. Zeitpunkt nach Angaben des Landratsamtes 74,4.

Update, 12.50 Uhr - Biontech-Geimpfte wohl nicht ansteckend

Sollte diese Meldung offiziell bestätigt werden, wäre sie wohl die beste Corona-Meldung seit langer, langer Zeit: Menschen, die mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft wurden, sind nicht nur vor einer Corona-Erkrankung geschützt, sondern verhindert auch die Weitergabe des Virus zu mindestens 90 Prozent. Das heißt, diese Geimpften sind nicht ansteckend! Das geht aus einer Studie aus Israel hervor, das bereits rund ein Drittel der Bevölkerung gegen Corona geimpft hat. Damit gibt es hier bereits eine breite Datenbasis.

„(...) Damit würde die Impfung eine Herdenimmunität tatsächlich ermöglichen – und die Rückkehr zum normalen Leben möglich machen. Zumindest deuten das die Ergebnisse mit Biontech zum jetzigen Zeitpunkt an“, sagte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach der Bild-Zeitung dazu. In Israel sind übrigens um 0 Uhr für geimpfte Menschen erhebliche Erleichterungen in Kraft getreten. Diese können nach erfolgter Zweitimpfung einen sogenannten „Grünen Pass“ bekommen und damit unter anderem Fitnessstudios, Hotels oder Sportveranstaltungen besuchen.

Update, 11.54 Uhr - Schulunterricht startet vielerorts am Montag

Am Montag, 22. Februar, sollen verschiedene Schularten und/oder Klassenstufen - unter strengen Auflagen - wieder mit Präsenz- bzw. Wechselunterricht loslegen dürfen. Welche Regeln genau gelten und wie sich die Situation in den Städten und Kreisen der Region darstellt, hat rosenheim24.de in einem Extra-Artikel zusammengefasst (Plus-Artikel). Die bayerische Staatsregierung hatte nach dem letzten Bund-Länder-Gipfel ein entsprechendes Konzept für die schrittweise Wiedereröffnung der Schulen vorgestellt.

Update, 10.48 Uhr - 15 neue Fälle im Landkreis Mühldorf

Das Gesundheitsamt Mühldorf hat für seinen Zuständigkeitsbereich jetzt 15 neue Corona-Fälle gemeldet (Stand: 21. Februar, 0 Uhr). Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein. Derzeit gibt es in Stadt und Landkreis Mühldorf insgesamt 156 aktive Fälle. Die 7-Tage-Inzidenz lag zum o.g. Zeitpunkt nach Angaben des Landratsamtes bei 86,3.

Update, 9.03 Uhr - Ein weiterer Corona-Todesfall in der Region

Corona-Fallzahlen in Südostbayern (Stand: 21. Februar 2021).

Die Corona-Fallzahlen bzw. 7-Tage-Inzidenzen sind in den Städten und Kreisen der Region im Vergleich zum Vortag größtenteils angestiegen. Lediglich aus dem Landkreis Berchtesgadener Land (von 92,5 auf 82,1) wurde laut den neuesten RKI-Daten eine sinkende Inzidenz gemeldet.

Steigende Werte gab es dagegen in Stadt (von 37,8 auf 44,1) und Landkreis Rosenheim (von 56,3 auf 58,9) sowie den Kreisen Traunstein (von 85,2 auf 86,8), Mühldorf (von 75,1 auf 86,3) und Altötting (von 68,2 auf 74,4). Aus dem Landkreis Altötting wurde außerdem ein weiterer Corona-Todesfall gemeldet. Weiterführende Angaben zu Alter und/oder Wohnorts des Opfers gab es bislang nicht.

RKI meldet 7676 neue Fälle und 145 weitere Todesopfer

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages jetzt 7676 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden 145 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus innerhalb 24 Stunden registriert (Stand: 21. Februar, 0 Uhr). Am Sonntag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Am Sonntag vor einer Woche hatte das RKI innerhalb eines Tages 6114 Neuinfektionen und 218 neue Todesfälle verzeichnet. Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden. Er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen (News-Ticker Samstag, 20. Februar).

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Sonntagmorgen bundesweit bei 60,2 - und damit höher als am Vortag (57,8). Der bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Seit Beginn der Pandemie zählte das RKI 2.386.559 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 67.841. In Bayern kamen 13 Todesfälle hinzu (gesamt nun 12.112).

Das RKI gab den bundesweiten Sieben-Tage-R-Wert mit 1,07 an (Stand: 20. Februar; Vortag 1,01). Das ist der höchste Wert seit mehreren Wochen. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 107 weitere Menschen anstecken. Das könnte darauf hindeuten, dass sich die ansteckenderen Virusvarianten trotz des Lockdowns rascher ausbreiten.

mw/bcs/dpa

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