News-Ticker zur Corona-Pandemie

Vor möglichen Ladenschließungen: Innenstädte am Samstag gut besucht

Corona Maskenpflicht
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Viele Menschen in Deutschlands nutzen vor möglichen Ladenschließungen den Tag für ihre Weihnachtseinkäufe
  • Felix Graf
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  • Martin Weidner
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München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Samstag (12. Dezember) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 215,6, Landkreis Rosenheim 220,4, Landkreis Traunstein 261,1, Landkreis Berchtesgadener Land 153,9, Landkreis Mühldorf 249,4, Landkreis Altötting 213,4 (Quelle/Stand: RKI, 12. Dezember, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 1994, Landkreis Rosenheim 7273, Traunstein 4860, Berchtesgadener Land 2278, Mühldorf 2701, Altötting 2491 (Quelle/Stand: RKI, 12. Dezember, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 26, Landkreis Rosenheim 258, Traunstein 129, Berchtesgadener Land 46, Mühldorf 51, Altötting 80 (Quelle/Stand: RKI, 12. Dezember, 0 Uhr)
  • Mindestens 21.466 Todesfälle in Deutschland (4812 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 20.53 Uhr - Vor möglichen Ladenschließungen: Innenstädte am Samstag gut besucht

Angesichts der Diskussion um Ladenschließungen wegen steigender Corona-Zahlen haben viele Menschen in Deutschland den Samstag noch einmal für Geschenkekäufe genutzt. Es sei der stärkste Tag im Weihnachtsgeschäft gewesen, sagte der Geschäftsführer des Handelsverbands Bayern, Bernd Ohlmann. Trotzdem lägen die Umsätze noch knapp 25 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Zum Bummeln komme kaum jemand in die Städte - stattdessen würden Wunschzettel abgearbeitet.

Auch in Niedersachsen und Bremen nutzten die Kunden den vielleicht letzten Einkaufssamstag vor Weihnachten. „Im Vergleich zu den Vorwochen merkt man, dass mehr Menschen da gewesen sind“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Niedersachsen-Bremen, Mark Alexander Krack. Das dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Umsätze vor dem dritten Advent in diesem Jahr 40 bis 50 Prozent unter denen des Vorjahres lägen. Auch hier kauften die Menschen zielgerichteter ein.

Die Brandenburger waren ebenfalls in Kauflust, die Geschäfte in Potsdam und Frankfurt (Oder) waren gut besucht. Auch in Cottbus nutzten viele Leute den Samstag zum Weihnachtsshopping.

In Nordrhein-Westfalen hatte der Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Freitag eine scharfe Kontrolle durch Ordnungsamt und Polizei zur Einhaltung der Corona-Regeln angekündigt. Das Ministerium hatte einen besonders starken Ansturm der Kunden befürchtet. Dieser blieb jedoch am Samstag weitgehend aus. Die Innenstädte in Köln und Düsseldorf waren nach Angaben der Städte zwar gut besucht, die Ordnungshüter waren jedoch zufrieden mit der Lage.

Update, 18.26 Uhr - Söder bekräftigt Forderung nach bundesweitem Lockdown

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat seine Forderung nach einem schnellen Vorgehen im Kampf gegen die Corona-Pandemie bekräftigt. „Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren. Wir brauchen einen kompletten Lockdown“, sagte der CSU-Parteivorsitzende der „Welt am Sonntag“.

„Die Zahlen sind so schlimm wie nie. Wir dürfen uns nicht mehr in Einzelmaßnahmen verheddern“, betonte Söder. „Wir müssen das Land zum Schutz unserer Bevölkerung jetzt klug runterfahren. Nur so bekommen wir Corona in den Griff.“

Angesichts der hohen Corona-Zahlen waren die Rufe nach einem schnellen Lockdown in den vergangenen Tagen deutlich lauter geworden. Auch Söder sprach sich wiederholt für bundesweit geltende Ausgangsbeschränkungen, Schließung von Geschäften, Betriebsferien und verlängerte Schulferien aus. Die endgültige Entscheidung über einen Lockdown soll bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Sonntag fallen.

Update, 16.49 Uhr - Querdenker-Chef infiziert sich mit Corona - Intensivstation

Dieser Fall beweist, dass Corona wirklich vor niemandem Halt macht - auch nicht vor Personen, die die Existenz des Virus teilweise sogar leugnen. Wie die Bild-Zeitung nun berichtet, soll sich der „Chef“ der Leipziger Querdenker-Bewegung mit dem Coronavirus infiziert haben.

Der Mann landete auf der Intensivstation und musste sogar intubiert werden.Laut dem Bericht soll der Querdenker eine Woche nach der skandalösen Demonstration am 7. November in Leipzig in eine Klinik eingeliefert worden sein. Die Demonstration hatte damals für große Schlagzeilen gesorgt, weil die erlaubte Teilnehmerzahl deutlich überschritten worden war und viele Beteiligte sich weder an Abstandsregeln noch Maskenpflicht gehalten hatten. Es kam auch zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Update, 15.01 Uhr - 35 neue Fälle und ein Todesfall im Berchtesgadener Land

Das Gesundheitsamt des Landkreises Berchtesgadener Land hat nun 35 neue Corona-Fälle bekannt gegeben. Dabei handelt es sich bei 14 Personen um direkte Kontaktpersonen, die sich bereits in häuslicher Isolation befanden. Die Gesamtzahl der seit März 2020 registrierten COVID-19-Fälle steigt somit auf 2282 (Stand: 12. Dezember, 10 Uhr).

Seit der letzten Meldung wurde dem Gesundheitsamt außerdem ein weiterer Corona-Todesfall gemeldet. Dabei handelt es sich um eine 86-jährige Frau. Die Gesamtzahl der im Zusammenhang mit einer COVID-19-Erkrankung Verstorbenen erhöht sich somit auf 47. In den Kliniken im Berchtesgadener Land werden derzeit 49 COVID-19-Patienten stationär behandelt. Davon werden vier Betroffene intensivmedizinisch betreut.

Update, 13.51 Uhr - Erster bayerischer „Hotspot“ macht ab Montag alles dicht

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) zieht FFP2-Masken als Alternative zur Schließung von Geschäften in Betracht. „Debatten über Infektionsrisiken und darauf begründeten Schließungen müssen wir die Grundlage entziehen, notfalls mit verpflichtender FFP2-Maske“, sagte der Politiker der Freien Wähler dem Münchner Merkur. Der Handel stelle kein Infektionsrisiko dar, betonte Aiwanger. Auch für den öffentlichen Nahverkehr und Schulen sei ein solcher Schutz denkbar. Zugleich machte Aiwanger Hoffnung auf eine Öffnung der Hotels und des Skibetriebs ab Mitte Januar.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert hingegen bundesweit strengere Corona-Regelungen - unter anderem die Schließung von Geschäften. Und der erste bayerische „Hotspot“ macht jetzt tatsächlich schon ab Montag komplett dicht: Im niederbayerischen Landkreis Regen (7-Tage-Inzidenz: 572,3) müssen wegen der extrem hohen Corona-Infektionszahlen Läden, Schulen und Kitas ab Montag, 14. Dezember, schließen.

Update, 13.40 Uhr - 65 neue Fälle und zwei weitere Tote im Landkreis Mühldorf

Das Gesundheitsamt Mühldorf hat für seinen Zuständigkeitsbereich nun 65 neue Corona-Fälle und zwei weitere Todesfälle bestätigt (Stand: 12. Dezember, 8 Uhr). Aufgrund jeweils eines Infektionsfalles befinden sich jeweils eine Klasse der Grundschulen in Mößling und Neumarkt St. Veit sowie der Fachakademie für Sozialpädagogik in Quarantäne. Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein.

Derzeit gibt es in Stadt und Landkreis Mühldorf 437 aktive Fälle. Die Zahl der Verstorbenen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, beträgt derzeit 51. Die 7-Tage-Inzidenz liegt zum o.g. Zeitpunkt nach Angaben des Landratsamtes bei 258,9.

Update, 12.44 Uhr - Kommt jetzt der „Blitz-Lockdown“ ab Montag?

Immer mehr Bundesländer stemmen sich mit verschärften Einschnitten in das private und öffentliche Leben gegen die sich dramatisch ausbreitende Corona-Pandemie in Deutschland. Bereits vor einem Treffen der Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Sonntag kündigten Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein weitere Beschränkungen an. 

Am Sonntag wird eine Entscheidung für einen bundesweiten Lockdown erwartet. Ab 10 Uhr soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) die Schaltkonferenz von Merkel mit den Regierungschefs der Länder beginnen. Über den genauen Zeitpunkt gab es lange Unklarheit. Laut Bild-Zeitung plädiert das Kanzleramt für Laden-, Schul- und Kitaschließungen ab Mittwoch, 16. Dezember. Auch ein möglicher „Blitz-Lockdown“ ab Montag, 14. Dezember, wird hinter verschlossenen Türen diskutiert, hieß es weiter.

Die Lage ist bitterernst“, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dazu am Freitag. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach sich eindringlich für einen bundesweiten Lockdown noch vor Weihnachten aus: „Wir müssen handeln, und zwar so schnell wie möglich.“ Im Zweifel werde „der Süden“ auch alleine handeln, hieß es.

Update, 12.12 Uhr - Töging ist „Hotspot“ im Landkreis Altötting

Das Gesundheitsamt Altötting hat für seinen Zuständigkeitsbereich nun 58 neue Corona-Fälle gemeldet (Stand: 11. Dezember). Damit stieg die Gesamtzahl der Fälle seit Pandemie-Ausbruch in Stadt und Landkreis Altötting auf 2528. Unter den Neu-Infizierten befinden sich auch mehrere Kinder - ein Kleinkind aus Töging (2), ein sechs- und ein siebenjähriges Kind aus Pleiskirchen, ein zehnjähriges Kind aus Töging und zwei 12-Jährige aus Burgkirchen.

Aktuell gibt es in Stadt und Landkreis Altötting nach Angaben des Landratsamtes 425 aktive Fälle, wobei Töging mit 117 Fällen der „Hotspot“ des Landkreises ist. Auf Platz zwei und drei landen hier Alt- (64) und Neuötting (56). Die aktuelle 7-Tage-Inzidenz betrug zum o.g. Zeitpunkt nach Angaben des Landratsamtes 213,4.

Update, 11.10 Uhr - 54 Bewohner von Pflegeheim in Gollenshausen positiv getestet

In einem Pflegeheim in Gollenshausen in der Gemeinde Gstadt (Landkreis Rosenheim) ist es zu einem massiven Corona-Ausbruch gekommen. Alle 54 Bewohner der Einrichtung wurden positiv getestet. Elf davon waren in Krankenhäuser verbracht worden, wie das Landratsamt Rosenheim nun in einer Pressemitteilung bekannt gab. 43 Bewohner halten sich nach wie vor im Pflegeheim auf. Auch Mitarbeiter haben sich infiziert, insgesamt 12 davon befanden sich - Stand: Freitag, 11. Dezember - in Quarantäne.

Seit Freitagnachmittag wird das Pflege- und Serviceteam deswegen von einer Örtlichen Einsatzleitung unterstützt. Ein Team bestehend aus einem leitenden Notarzt und zwei Ärzten sichtete jeden Bewohner und kümmerte sich wenn nötig um dessen medizinische Versorgung. Der Rettungsdienst stellte Personal, um im Service zu unterstützen um das Pflegepersonal zu entlasten. Mitglieder der Feuerwehr halfen unter anderem durch Besorgungen. „Ziel ist, dem Personal so unter die Arme zu greifen, dass der Betrieb im Heim aufrechterhalten werden kann“, hieß es in der Meldung des Landratsamtes.

Update, 10.17 Uhr - Zwei Minister aus Söder-Kabinett verstoßen gegen Auflagen

Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU).

Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) hat zwei Minister aus dem Kabinett von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sowie drei Abgeordnete wegen Corona-Verstößen im Landtags-Restaurant gerüffelt. Betroffen sind Wissenschaftsminister Bernd Sibler, Bauministerin Kerstin Schreyer sowie die Abgeordneten Petra Loibl, Harald Kühn und Andreas Jäckel (alle CSU). Sie hätten sich in dem Restaurant an einem Tisch getroffen, obwohl dies einen Verstoß gegen die Auflagen zum Schutz vor dem Coronavirus bedeutet.

Gegen die Betroffenen seien Zwangsgeldverfahren eingeleitet worden. Sie würden aber zunächst angehört und seien zu einer Stellungnahme aufgefordert worden, heißt es in einer Stellungnahme des Landtags. „Ich habe für das Verhalten der Kollegen absolut kein Verständnis“, schimpfte Landtagspräsidentin Aigner. „Ich bedauere es sehr, dass ich für einen Moment unachtsam war und mit zu vielen Personen am Tisch saß. Mein Verhalten war falsch. (...) Mein Anspruch ist es natürlich, jederzeit meiner Vorbildrolle als Politiker gerecht zu werden“, rechtfertigte sich Sibler.

Update, 9.04 Uhr - Steigende Inzidenzen und sechs weitere Tote in Region

Corona-Fallzahlen in Südostbayern (Stand: 12. Dezember).

Auch aus den Städten und Kreisen der Region wurden im Vergleich zum Vortag größtenteils wieder steigende 7-Tage-Inzidenzen und Fallzahlen gemeldet. Laut neuesten RKI-Daten (Stand: 12. Dezember, 0 Uhr) fiel der Inzidenz-Wert lediglich im Landkreis Traunstein von 267,3 auf 261,1 leicht. In der Stadt Rosenheim und den restlichen vier Landkreisen (Rosenheim, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Altötting) wurden dagegen Steigerungen registriert.

Zudem wurden auch wieder sechs Todesfälle in der Region gemeldet - einer aus dem Landkreis Rosenheim, zwei aus dem Landkreis Mühldorf und sogar drei aus dem Landkreis Altötting.

RKI meldet rund 28.500 neue Fälle und fast 500 Tote

Binnen eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) jetzt 28.438 neue Corona-Infektionen übermittelt (Stand: 12. Dezember, 0 Uhr). Der Höchststand war am Freitag mit 29.875 gemeldeten Fällen erreicht worden (News-Ticker Freitag, 11. Dezember). Am vergangenen Samstag hatte die Zahl bei 23.318 gelegen. 

Die Gesundheitsämter meldeten binnen eines Tages zudem 496 neue Todesfälle. Der bisherige Höchstwert von 598 Toten war ebenfalls am Freitag erreicht worden. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 21.466. In Bayern kamen 89 weitere Todesfälle hinzu (gesamt nun 4812).

Insgesamt zählt das Robert Koch-Institut seit Beginn der Pandemie 1.300.516 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Nach Schätzungen sind rund 957.500 Menschen inzwischen wieder genesen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht bei 1,11 (Stand: 11. Dezember; Vortag: 1,03). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 111 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

mw/dpa

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