News-Ticker zur Corona-Pandemie

Pilotprojekt im Berchtesgadener Land: Impfen beim Hausarzt - Söder kritisiert Österreich für Öffnungsschritte

Markus Söder
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Er habe große Sorgen wegen der Virus-Mutationen, sagte Söder dem „Münchner Merkur“.
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München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Montag, 8. Februar, im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 51,9, Landkreis Rosenheim 67,3, Landkreis Traunstein 119,0, Landkreis Berchtesgadener Land 107,6, Landkreis Mühldorf 132,0, Landkreis Altötting 113,0 (Quelle/Stand: RKI, 8. Februar, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 2774, Landkreis Rosenheim 10.203, Traunstein 7102, Berchtesgadener Land 4045, Mühldorf 4319, Altötting 3680 (Quelle/Stand: RKI, 8. Februar, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 51, Landkreis Rosenheim 410, Traunstein 188, Berchtesgadener Land 89, Mühldorf 110, Altötting 154 (Quelle/Stand: RKI, 8. Februar, 0 Uhr)
  • Mindestens 61.675 Todesfälle in Deutschland (11.146 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de
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Die Fallzahlen im Überblick:

Update 22 Uhr - Berchtesgadener Land will Corona-Impfung beim Hausarzt ausweiten 

Der Landkreis Berchtesgadener Land will Corona-Impfungen in Hausarztpraxen ausweiten. Noch in dieser Woche sollen vor allem über 80-Jährige die Chance zur Impfung in drei weiteren Praxen erhalten, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes in Bad Reichenhall am Montag. Schon am Wochenende waren 132 Menschen in zwei Hausarztpraxen geimpft worden. 

Mit dem Pilotprojekt solle über 80-Jährigen mit eingeschränkter Mobilität die Corona-Impfung erleichtert werden, teilte das Landratsamt dazu mit. Es hätten sich weitere Praxen aus anderen Teilen des Landkreises gemeldet, die in das Projekt integriert werden wollten. „Geplant ist, dass die mobilen Impfteams jede Woche zunächst in zwei bis vier Praxen tätig werden.“

Das Modell könnte auch andernorts im Freistaat Anwendung finden. „Das Gesundheitsministerium wurde schon über erste örtliche Überlegungen und Initiativen zur Einbindung von Hausärzten in das Impfgeschehen informiert“, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums.

Es habe bereits auf Ministeriumsebene Gespräche mit dem Bayerischen Hausärzteverband, der Kassenärztlichen Vereinigung und der Ärztekammer gegeben, die grundsätzlich Unterstützungsbereitschaft signalisiert hätten, sagte der Sprecher weiter. „Derzeit wird geprüft, in welcher Form die niedergelassenen Ärzte in der aktuellen Impfphase – Verimpfungen an die höchstpriorisierte Gruppen – durch die Impfzentren eingebunden werden können.“

Bisher konnten Personen, die nicht in einer stationären Pflegeeinrichtung leben, nur an Impfzentren geimpft werden, erläuterte das Landratsamt in Bad Reichenhall. Dadurch müssten gerade Menschen aus den Gemeinden in den Randgebieten das Landkreises eine längere Fahrt auf sich nehmen. Eine Impfung in den Arztpraxen solle sowohl den Zugang für Patienten im gesamten Landkreis erleichtern als auch eine effiziente Verteilung des Impfstoffs ermöglichen.

Update, 20.20 Uhr - Zweite Corona-Welle führt zu Arbeitsausfall von 59 Millionen Tagen

In Deutschland sind wegen der zweiten Corona-Welle bisher schätzungsweise rund 59 Millionen Arbeitstage ausgefallen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Allein durch erhöhten Krankenstand, Quarantänemaßnahmen und Schließungen von Kitas oder Schulen werde die Arbeitszeit von Oktober 2020 bis Mitte Februar 2021 um schätzungsweise 276 Millionen Stunden beziehungsweise 6,2 Stunden je Erwerbstätigem abnehmen, teilte das Institut am Montag in Nürnberg mit.

Die Arbeitszeitausfälle durch Kurzarbeit oder Kündigungen seien dabei nicht berücksichtigt. „Insgesamt konnten oder können rund 1,2 Millionen Erwerbstätige nicht arbeiten, da Betreuungsangebote nur eingeschränkt zugänglich sind oder sie ihre Kinder pandemiebedingt zu Hause betreuen möchten“, hieß es vom IAB. Die mit der zweiten Welle der Pandemie verbundenen Arbeitsausfälle seien beträchtlich, urteilten die Autoren der Studie, Susanne Wanger und Enzo Weber. Sie hatten den Zeitraum vom Anschwellen der zweiten Welle Ende Oktober bis zum möglichen Lockdown-Ende Mitte Februar untersucht.

Die Arbeitsausfälle treffen die Wirtschaft zusätzlich zu den angeordneten Schließungen in Branchen wie Gastronomie und Einzelhandel“, betonten sie. Der gesamte Arbeitsausfall aufgrund der Kita- und Schulschließungen belaufe sich auf geschätzte 37,4 Millionen Arbeitstage.Tatsächliche Covid-19-Erkrankungen führten demnach zu 8,7 Millionen Arbeitstagen weniger bei den betroffenen Erwerbstätigen. Wanger und Weber gehen von einer zusätzlichen Krankenstandsquote von 0,2 Prozent Ende Januar aus. Außerdem fehlen 17,7 Millionen Arbeitstage aufgrund einer angeordneten Quarantäne bei Erwerbstätigen.

Update, 18.25 Uhr - Söder kritisiert Österreich - Grenzschließung zu Tirol kein Tabu

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat das Nachbarland Österreich für dessen Öffnungsschritte in der Corona-Politik kritisiert. Er halte es für „diskussionswürdig, dass Österreich in dieser unsicheren Situation weitgehende Öffnungen erlaubt, obwohl die Inzidenz dort deutlich höher als in Bayern ist“, sagte der CSU-Chef dem Münchner Merkur.

„Das kann innerhalb weniger Wochen zu einem neuen Lockdown führen und wäre genau das, was wir alle nicht wollen: ein Stop and Go.“

Söder unterstrich, man werde auf deutscher Seite die Grenzkontrollen massiv verstärken. Jeglicher Grenzverkehr zum Einkaufen oder aus touristischen Zwecken müsse unterbleiben. Ausnahmen seien nur das Berufspendeln und zwingend erforderliche Familienbesuche.

„Mit Grenzkontrollen und Schleierfahndung wird das dichter kontrolliert. Sollte die Gefahr wachsen, dürfen auch Grenzschließungen zu Tirol kein Tabu sein.“

Er habe große Sorgen wegen der Virus-Mutationen, sagte Söder dem „Merkur“ weiter. Experten schätzten die südafrikanische Mutation als gefährlicher ein als die britische. „Der Krankheitsverlauf soll schwerer und die Resilienz gegen Impfungen höher sein. Diese Mutation würde uns wieder weit zurückwerfen.“ Nun könne es sein, dass für Bayern aus Tirol wieder größere Infektionsgefahr droht.

Mit Blick auf Lockerungen der Corona-Regeln in Deutschland äußerte sich Söder erneut sehr zurückhaltend. „Der Trend macht Hoffnung, aber es ist leider noch nicht vorbei.“ Er stellte sich explizit gegen Forderungen, Lockerungen an bestimmte Inzidenzen und Zeitpunkte zu knüpfen.

„Feste Stufenpläne klingen verlockend, können aber rasch zu Enttäuschung führen. Corona ist schwer planbar.“ Man werde erleichtern, „wenn die Zahlen stimmen. Schritt für Schritt. Priorität muss dabei das Thema Familie und Kinder haben“

Am Mittwoch werde man über Grundschulen und Kitas reden und Perspektiven geben. Anderen Schularten und höheren Klassen zeigte Söder keine Lockerungsperspektive auf.

Update,17.38 Uhr -  Polizei beendet Corona-Partys in München

Zwischen Freitag, 5. Februar, und Montag, 8. Februar, jeweils 6 Uhr, führte die Münchner Polizei in Stadt und Landkreis insgesamt rund 4200 Kontrollen durch, um die Einhaltung der aktuellen Corona-Regeln zu überwachen. Dabei gab es 415 Anzeigen, wobei in 121 Fällen die nächtliche Ausgangssperre betroffen war.

Die “Highlights” des Wochenendes: Am späten Freitagabend ging bei der Polizei gegen 23.55 Uhr ein Notruf aus dem Stadtteil Milbertshofen ein. In der Zwillingstraße solle eine lautstarke Party stattfinden, hieß es. Die eingesetzte Streife traf vor Ort in der betroffenen Wohnung insgesamt 15 Personen mit verschiedensten Wohnsitzen an. Bei zwei Teilnehmern wurden anschließend auch noch Drogen gefunden. Es gab entsprechende Anzeigen wegen Verstößen gegen Infektionsschutz- und Betäubungsmittelgesetz.

Am Samstagabend, gegen 21.10 Uhr, meldete ein Anrufer - ebenfalls via Notruf - eine Party mit lauter Musik in einer Wohnung in der Schellingstraße im Stadtteil Maxvorstadt. Mehrere Streifen fuhren daraufhin zum Einsatzort, wo die Bewohnerin zunächst auf Nachfrage angab, dass dort keine Party stattfinden würde.

Die Beamten durchsuchten dann jedoch die zugehörigen Innenhöfe und entdeckten dort mehrere “Partygäste”, die zuvor über eine Feuerleiter aus dem ersten Stock geflüchtet waren. Insgesamt gab es hier sieben Anzeigen und alle Gäste erhielten Platzverweise.

Update, 17.04 Uhr - 43 Neuinfektionen und ein Todesfall im Landkreis Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 799 aktive COVID-19-Fälle vor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 119.

Seit der letzten Mitteilung am 5. Februar sind beim Gesundheitsamt Traunstein 43 Neuinfektionen eingegangen. Die Fälle kommen aus den Kontaktpersonennachverfolgungen bekannter positiver Fälle sowie aus dem privaten und familiären Umfeld.

Es liegen insgesamt 7098 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden. Als genesen gelten mindestens 6111 Personen (91 Personen mehr seit der Meldung vom 5. Februar).

Beim Gesundheitsamt Traunstein ist seit der letzten Pressemitteilung eine Todesmeldung eingegangen. Es handelt sich um einen Mann im Alter von 69 Jahren. Damit liegen im Landkreis Traunstein insgesamt 188 Todesfälle in Zusammenhang mit COVID-19-Erkrankungen vor.

Derzeit werden in den Kliniken im Landkreis Traunstein 37 COVID-19-Patienten behandelt, davon 27 auf der Normalstation und 10 auf der Intensivstation.

Update, 16.21 Uhr - Landtags-FDP droht mit Klage gegen nächtliche Ausgangsbeschränkungen

Die Landtags-FDP erhöht den Druck auf die Staatsregierung, die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen in Bayern abzuschaffen. „Wir erwarten, dass die Staatsregierung die landesweite Ausgangssperre zum 14. Februar auslaufen lässt. Andernfalls werden wir gerichtlich gegen diese massive Grundrechtseinschränkung vorgehen“, sagte Fraktionschef Martin Hagen am Montag in München.

Zuvor hatte der Verwaltungsgerichtshof in Baden-Württemberg die dortigen nächtlichen Ausgangsbeschränkungen gekippt - das Land will nun lediglich noch für Corona-Hotspots solche Maßnahmen ergreifen.

„Das Urteil bestätigt unsere Einschätzung, dass pauschale Ausgangssperren angesichts der deutlich gesunkenen Infektionszahlen nicht mehr angemessen sind“, sagte Hagen. „Das gilt auch für Bayern.“

Nach Worten des Stuttgarter Regierungssprechers Rudi Hoogvliet hatten Bayern und Baden-Württemberg am Wochenende schon Kontakt, um gemeinsam zu überlegen, ob und wann man die beiden landesweiten Regelungen im Gleichschritt aufheben könne.

In Bayern dürfen die Menschen nach 21 Uhr nicht mehr ohne triftigen Grund vor die Tür, in Baden-Württemberg gilt dies aktuell noch von 20 Uhr an.

Update, 15.13 Uhr - Gericht kippt nächtliche Ausgangssperre in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg hat die Justiz die coronabedingte nächtliche Ausgangssperre gekippt. Der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim entschied in einem am Montag veröffentlichten Beschluss, dass die Ausgangsbeschränkungen von 20 Uhr bis 5 Uhr noch diese Woche außer Vollzug gesetzt werden müssen. Zum letzten Mal gelten sie in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. Damit war der Eilantrag einer Klägerin aus Tübingen erfolgreich.

Der 1. Senat argumentierte, die Regelung des Bundeslandes habe zuletzt die gesetzlichen Voraussetzungen nicht mehr erfüllt. Dem Infektionsschutzgesetz zufolge seien Ausgangsbeschränkungen nur möglich, wenn ihr Unterlassen zu Nachteilen in der Pandemiebekämpfung führe.

Sie kämen nur dann in Betracht, wenn der Verzicht auf Ausgangsbeschränkungen - auch unter Berücksichtigung aller anderen ergriffenen Maßnahmen - zu einer wesentlichen Verschlechterung des Infektionsgeschehens führe.

Update, 14.10 Uhr - Österreich spricht Reisewarnung für Tirol aus

Österreich hat für das eigene Bundesland Tirol aufgrund der als brisant eingeschätzten Corona-Lage ab sofort eine Reisewarnung verhängt. Das erklärte die Bundesregierung am Montag in Wien.

Zuletzt war es in Tirol zu einer starken Ausbreitung der ansteckenderen südafrikanischen Coronavirus-Variante gekommen. „Daher ist alles zu tun, um zu verhindern, dass sich diese Mutationen immer weiter ausbreiten“, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz. Die politische Riege Tirols hatte sich im Vorfeld vehement gegen Verschärfungen ausgesprochen und kurz vor der Verkündung ein eigenes Maßnahmenpaket verkündet.

Alle nicht notwendigen Reisen nach Tirol sollen laut Appell unterlassen werden. Zudem fordert die Regierung alle Urlauber, die sich in den vergangenen zwei Wochen in Tirol aufgehalten haben, zu einem Corona-Test auf. Reisende aus Tirol sollen sich vor der Fahrt in ein anderes Bundesland ebenfalls testen lassen.

Nach Einschätzung von Experten, auf die sich die Bundesregierung stützt, liegen mittlerweile 293 belegte Fälle der zuerst in Südafrika entdeckten Mutation des Coronavirus in Tirol vor. Die Zahl der aktiven Fälle werde auf zumindest 140 geschätzt, hieß es.

Das Auswärtige Amt in Berlin warnte bereits zuvor vor allen nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Österreich. Ganz Österreich - mit Ausnahme der Exklaven Jungholz und Kleinwalsertal - gilt nun als Risikogebiet.

Trotz relativ hoher Infektionszahlen lockerte Österreich ab Montag seinen Lockdown. Handel und Schulen öffneten mit einer Testoffensive wieder. 

Experten hatten wegen der Corona-Lage in Tirol die Isolierung zumindest einzelner Gebiete gefordert. Noch während der Verhandlungen mit dem Gesundheitsministerium präsentierte Tirol eigene Vorschläge zur Eindämmung und rief seine Bevölkerung auf, die Mobilität einzuschränken.

Für die Benutzung von Seilbahnen müssen Gäste künftig einen negativen Corona-Test vorweisen. Obendrein soll es flächendeckende Corona-Tests in Bezirken geben, in denen das Virus oft nachgewiesen wurde.

Update, 13.41 Uhr - Merkel: Wollen Strategie für Schulen und Kitas auf den Weg bringen

Kanzlerin Angela Merkel hat angesichts zurückgehender Corona-Infektionszahlen eine längerfristige Strategie für Schulen und Kitas in Aussicht gestellt. Man wolle bei den Beratungen mit den Ministerpräsidenten an diesem Mittwoch eine solche Strategie auf den Weg bringen, sagte Merkel am Montag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von Teilnehmern in Online-Beratungen des CDU-Präsidiums. Zugleich habe sie betont, in den nächsten beiden Wochen müssten die Infektionszahlen nochmals gedrückt werden. Merkel mahnte im Zusammenhang mit der Debatte über Lockerungen zur Vorsicht.

Die Kanzlerin sagte nach diesen Informationen weiter, die Infektionswelle sei gebrochen, aber noch kein Bundesland liege unter der Zahl von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche. Zudem gebe es eine sehr langsame Reduzierung des R-Wertes. Besorgt äußerte sich Merkel zu der in Südafrika kursierenden Virus-Variante B.1.351, die auch über Großbritannien nach Deutschland komme. Viele Staaten, auch die Bundesrepublik, haben Einreisen aus Südafrika eingeschränkt.

Update, 13.26 Uhr - Bayern schließt Grenzschließung zu Tirol nicht aus, Kontrollen verstärkt

Trotz der großen Sorge in Deutschland wegen der Corona-Lage in Tirol hält Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek Grenzschließungen weiter für noch nicht angemessen. „Grenzschließungen kann man als Ultima Ratio nicht ausschließen. Aber zunächst gilt es, den Grenzverkehr auf das notwendigste Maß zu reduzieren“, sagte der CSU-Politiker am Montag vor Journalisten in München. Ziel müsse es sei, die Infektionsketten über die Grenzen hinweg zu brechen, dazu müsse jeglicher Austausch hinterfragt werden.

Bayern und Deutschland würden die Lage genau beobachten und bereits jetzt verstärkt kontrollieren, sagte Holetschek. Je nach Entscheidung auf österreichischer Seite müsse das auch weiter engmaschig begleitet werden. Generell sei aber klar, man müsse die Lage sehr ernst nehmen.

Zur Eindämmung des Coronavirus kontrolliert die Bundespolizei verstärkt bei der Einreise aus dem österreichischen Bundesland Tirol nach Bayern. „Wir haben unsere Kräfte verstärkt und die Kontrollen dort nochmals intensiviert“, sagte der Sprecher der Bundespolizei-Inspektion Rosenheim, Rainer Scharf, am Montag. Österreich hat zum Wochenbeginn trotz relativ hoher Zahlen einige Beschränkungen gelockert. Bereits seit Freitag seien mehr Beamte im Grenzgebiet unterwegs, sagte Scharf. Einreisende würden weiter stichprobenartig überprüft. Die Beamten stellten dabei immer wieder Verstöße fest.

Update, 13.01 Uhr - Aiwanger fordert Lockerungen ab Montag

Während sich CSU-Chef Söder und Gesundheitsminister Spahn (CDU) gegen weitreichende Lockerungen ausgesprochen haben (siehe Update 7.33 Uhr), sind aus Bayern auch andere Töne zu vernehmen. Freie-Wähler-Chef Aiwanger sprach sich am Montagvormittag (8. Januar) in einem Interview auf „Bayern 2“ für punktuelle Lockerungen aus: „Wir sollten auch Schuhgeschäfte öffnen, wenn wir Lebensmittelgeschäfte öffnen können. In kleinen Geschäften passiere „sehr, sehr wenig bis nichts”, erklärte er mit Blick auf Corona-Neuinfektionen.

Er sei für eine Öffnung bestimmter Geschäfte bereits am kommenden Montag, betonte Aiwanger weiter. Lockerungen für Teile des Handels seien „überfällig”: „Wir richten einen Milliardenschaden an, ohne dass wir zuverlässig sagen können, dass da etwas passiert.” Der Minister schränkte gleichwohl ein: „Aber ich bin Realist genug, dass die Stimmung in Berlin dafür nicht da ist.” Er hoffe allerdings auf Lockerungen für „Schule, Kitas und Friseure”.

Update, 12.16 Uhr - Land Tirol legt Maßnahmenpaket vor

„Die aktuelle Lage in Tirol ist zweigeteilt: Einerseits sinken derzeit die Infektionszahlen, wodurch Tirol bei der 7-Tage-Inzidenz aktuell besser liegt als der Österreich-Schnitt. Andererseits sind wir österreichweit mit einer zunehmenden Häufung an Mutationsfällen konfrontiert. Bei uns in Tirol sind es größtenteils südafrikanische Mutationsfälle“, wird Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) in einer Aussendung zitiert.

Mit einem neun Punkte umfassenden Maßnahmenpaket will Tirol nun die Ausbreitung der Corona-Mutationen bekämpfen. Die Punkte im Überblick:

  • 1. Strenge Kontrolle der Grenzen auf die neue verschärfte Einreiseverordnung durch Polizei und Bundesheer. Das Land Tirol ersucht die beiden zuständigen Ministerien um Unterstützung.
  • 2. Verschärfte Kontrollen zur Einhaltung der COVID-Maßnahmen wie Maskenpflicht, Abstandsregeln und Ausgangsbeschränkungen durch Polizei. Zudem Verschärfung der Kontrollen von Zweitwohnsitzen.
  • 3. Fokus auf Alten- und Pflegeheime: Intensivierung der Schutzmaßnahmen in ganz Tirol.
  • 4. Bei Mutationsverdacht und Kontaktpersonen Freitestung aus der Quarantäne: Nur nach negativem PCR-Test wird man aus der Quarantäne entlassen.
  • 5. Bevölkerung soll auf die Südafrika-Mutation sensibilisiert werden.
  • 6. Mobilität soll österreichweit so gut wie möglich eingeschränkt werden – Aufruf der Bevölkerung, unnötige Fahrten zu vermeiden.
  • 7. In Bezirken mit hoher 7-Tages-Inzidenz werden flächendeckende PCR-Tests angeboten. Jeder positive PCR-Test wird in Tirol bereits bisher auf einen Mutationsverdacht untersucht.
  • 8. Genauso wie bei der Inanspruchnahme von körpernahen Dienstleistern soll als Vorsichtsmaßnahme für das Betreten von Seilbahnen auch ein negativer Antigen-Test vorgeschrieben werden.
  • 9. Tägliche Evaluierung und laufende Abstimmung über Lagebild zwischen Bund und Land.

Update, 11.52 Uhr - Landkreis Mühldorf sieben neue bestätigte Fälle

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn gibt es seit der letzten Statusmeldung vom Sonntag, 7. Februar sieben neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 08. Februar 2021, 0 Uhr). Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein.
Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 219 aktive FälleDie 7-Tage-Inzidenz liegt zum Stichzeitpunkt laut RKI (Stand: 08. Februar 2021, 0 Uhr) bei 132,0.

Update, 11.09 Uhr - Isolation Tirols offenbar vom Tisch, Skifahren nur noch mit negativem Test

Nach einem offenbar turbulenten nächtlichen Verhandlungsmarathon sind Montagfrüh die Verhandlungen zwischen dem Land Tirol und dem Gesundheitsministerium über mögliche verschärfte Maßnahmen wegen der „Südafrika-Mutante“ fortgesetzt worden. Laut Informationen der Tiroler Tageszeitung steht eine Isolation Tirols oder von einzelnen Teilen offenbar nicht mehr zur Debatte.

Zunächst blieb unklar, ob es spezielle Maßnahmen für das Bundesland Tirol geben wird. Die Verhandlungen dazu liefen den ganzen Tag, wurden am späten Sonntagabend vertagt. In Tirol war die ansteckendere Südafrika-Variante des Coronavirus vermehrt aufgetreten. Daher forderten Wissenschaftler eine schnelle Isolierung einzelner Orte oder des ganzen Bundeslandes an der Grenze zu Deutschland, um die Verbreitung der Mutation zu unterbinden.

Das auszuverhandelnde Paket nimmt Formen an: So soll es laut TT-Informationen nach Schwaz jetzt auch im Bezirk Lienz und im Außerfern flächendeckende PCR-Tests geben. Zwischen Bund und Land soll es eine tägliche Abgleichung geben. Zugleich soll Skifahren künftig nur mit einem negativen Antigentest möglich sein.

Update, 10.24 Uhr - Landkreis Altötting meldet neun neue Fälle

Das Gesundheitsamt Altötting hat für seinen Zuständigkeitsbereich jetzt neun neue Corona-Fälle gemeldet. Damit stieg die Zahl der Infizierten seit Pandemie-Ausbruch in Stadt und Landkreis Altötting auf insgesamt 3675 Personen (Stand: 7. Februar, 14 Uhr). Aktuell gibt es im Landkreis 199 aktive Fälle. Die meisten Fälle gibt es derzeit in Garching (33), Altötting (27) und Burghausen (23). Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Altötting lag zum o.g. Zeitpunkt nach Angaben des Landratsamtes bei 113,0.

Update, 9.40 Uhr - 855 neue Corona-Fälle in Bayern

Die Behörden in Bayern haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) 855 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche - lag am Montag bei 76,7. (Stand: 8. Februar, 00.00 Uhr). Sie sinkt seit Tagen kontinuierlich. Am Montag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen aber meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

22 Landkreise und kreisfreie Städte im Freistaat lagen nach den am Montag veröffentlichten Zahlen unter dem Inzidenzwert von 50 - vier aber noch über 200. Den höchsten Wert hatte der Landkreis Tirschenreuth mit 391,4 - bundesweiter Spitzenreiter. Die wenigsten Neuinfizierten binnen einer Woche bezogen auf die Einwohnerzahl gab es im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen mit einer Inzidenz von 22,6. 20 neue Todesfälle wurden in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. In Bayern sind seit Beginn der Pandemie 413.863 Infektionen und 11.146 Tote gemeldet worden.

Update, 8.24 Uhr - Wie geht’s weiter? Piazolo trifft sich mit Schulgemeinschaft

Inmitten vehement geführter Diskussionen zur Form des Unterrichts in Bayern trifft sich Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Montag (9 Uhr) in München mit Schüler-, Lehrer- und Elternvertretern. Diese zum Austausch gedachten Runden finden derzeit in regelmäßigen Abständen statt. Angesichts des bislang bis zum 14. Februar befristeten Lockdowns und sinkender Infektionszahlen dürfte diesmal besonders rege über die Frage diskutiert werden, ob - und wenn ja, ab wann - welche Schülerinnen und Schüler wieder in den Schulgebäuden unterrichtet werden.

Piazolo hatte bereits angekündigt, dass dies relativ kurzfristig je nach Entwicklung der Infektionszahlen entschieden werde. Er hoffe, dass es vor allem an Grund- und Förderschulen wieder mehr Präsenzunterricht geben werde, sagte Piazolo vor knapp einer Woche. Bayernweit lernen die Kinder und Jugendlichen seit Beginn des zweiten Lockdowns zu Hause. Zum 1. Februar durften die meisten Abschlussklassen in den Wechselunterricht zurückkehren - ein heftig umstrittener Schritt.

Update, 7.33 Uhr - Söder: „Wir müssen den Lockdown verlängern!“

Am Mittwoch beraten Kanzlerin Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder beim nächsten Bund-Länder-Gipfel wieder über das weitere Vorgehen im Kampf gegen Corona. Im Vorfeld gibt es bereits Forderungen nach Lockerungen, denen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) jetzt eine Absage erteilt haben.

„Alle wünschen sich einen Sechs-Monats-Plan, aber den kann es halt in dieser Dynamik, in dieser Pandemie nicht geben“, sagte Spahn am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Anne Will“. Es werde weiterhin notwendig sein, die konkreten Maßnahmen, die konkrete Strategie immer wieder anzupassen. „Ich weiß, alle haben eine Sehnsucht nach irgendetwas, das dann hält für sechs oder zwölf Monate. Aber das geht nicht. Das Virus ist zu dynamisch. Die Lage verändert sich zu sehr“, so Spahn weiter.

Auch Bayerns Landeschef Söder stellte klar: „Das Auf-Sicht-Fahren nervt. Aber das Auf-Sicht-Fahren ist das einzige, was wirklich hilft. Denn der Herausforderer, vor dem wir stehen, - Corona - hält sich null an Termine, die wir setzen.“ Deswegen müsse der Lockdown verlängert werden, betonte der Ministerpräsident im „Bericht aus Berlin“. Allerdings werde am Mittwoch auch ganz sicher über Perspektiven gesprochen - zum Beispiel, ob möglicherweise Friseurbesuche dann wieder erlaubt werden.

Update, 6.56 Uhr - Hunderte demonstrieren in München gegen Corona-Maßnahmen

In München haben hunderte Menschen gegen die geltenden Corona-Maßnahmen demonstriert. Am frühen Abend fuhr ein Autokorso durch mehrere Innenstadtteile, wie die Polizei mitteilte. In den 95 Wagen saßen demnach rund 200 Menschen. Die Fahrtstrecke führte durch die Innenstadtteile Schwabing, Maxvorstadt, Altstadt und die Ludwigsvorstadt. Gegen 19 Uhr war der Autokorso zurück an der Ludwigstraße. Es kam zu temporären Verkehrsbehinderungen. 

Eine zweite Versammlung mit bis zu 250 Teilnehmern fand den Angaben zufolge später am Geschwister-Scholl-Platz statt. Zwölf Gegendemonstranten waren ebenfalls vor Ort. Gegen 22 Uhr beendete der Versammlungsleiter die Versammlung. Nach vorläufigem Stand kam es zu vier Anzeigen wegen Verstoß gegen die Maskenpflicht und zwei Anzeigen wegen dem Gebrauch unrichtiger Gesundheitszeugnisse. 500 Polizisten waren bei den Protesten im Einsatz.

RKI meldet rund 4500 neue Fälle und 158 weitere Todesopfer

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) jetzt 4535 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 158 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet (Stand: 8. Februar, 0 Uhr). Vor genau einer Woche hatte das RKI 5608 Neuinfektionen und 175 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Die erfassten Fallzahlen sind an Montagen in der Regel niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Der Höchststand von 1244 neuen gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten (News-Ticker Sonntag, 7. Februar).

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 2.288.545 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte noch deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 61.675. In Bayern kamen 20 weitere Todesfälle hinzu (gesamt nun 11.146). Rund 2.041.000 Menschen gelten als bereits wieder genesen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht bei 0,94 (Stand: 7. Februar; Vortag 0,95). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 94 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

mw/mh/dpa

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