News-Ticker zur Corona-Pandemie

Bund und Länder zuversichtlich für weitere Impf-Organisation - Österreich lockert Anti-Corona-Maßnahmen

Bundeskanzlerin Angela Merkel.
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München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Montag, 1. Februar, im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 85,0, Landkreis Rosenheim 73,9, Landkreis Traunstein 95,3, Landkreis Berchtesgadener Land 187,9, Landkreis Mühldorf 139,8, Landkreis Altötting 94,2 (Quelle/Stand: RKI, 1. Februar, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 2743, Landkreis Rosenheim 10.026, Traunstein 6892, Berchtesgadener Land 3924, Mühldorf 4165, Altötting 3552 (Quelle/Stand: RKI, 1. Februar, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 49, Landkreis Rosenheim 399, Traunstein 179, Berchtesgadener Land 85, Mühldorf 106, Altötting 147 (Quelle/Stand: RKI, 1. Februar, 0 Uhr)
  • Mindestens 57.120 Todesfälle in Deutschland (10.394 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de
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Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 22.08 Uhr - Bund und Länder zuversichtlich für weitere Impf-Organisation

Bund und Länder haben sich zuversichtlich gezeigt, dass die Organisation der Corona-Impfungen auch bei stark steigenden Impfzahlen ohne chaotische Zustände funktioniert. Wenn es immer mehr Impfstoff gebe, könnten die Impfungen auch in den Hausarztpraxen stattfinden, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag in Berlin nach einem Spitzengespräch zum Impfen. Rund 45 Millionen Menschen seien nicht in den Gruppen, die mit Vorrang geimpft werden. Vor allem diese könnten dann auch jenseits der Impfzentren mit weniger Aufwand geimpft werden. So hätten große Konzerne bereits signalisiert, dass die Impfung ihrer Belegschaften gut organisiert werden könne.

Die Länder wollen die Menschen weiter auf unterschiedliche Weise zu den Impfungen einladen, wie ihre Vertreter deutlich machten. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte, etwa das Berliner Verfahren, bei dem per Brief eingeladen werde, stoße auf Zustimmung in der Bevölkerung. „Es funktioniert vor Ort.“ Müller: „Mein Eindruck ist, dass auch akzeptiert wird, im Rahmen einer weltweiten Krise, einer Pandemie, wenn es auch mal ein paar Tage dauert, bis man einen Termin hat.“ Großen Unmut gebe es erst, wenn Termine nicht eingehalten würden.

Update, 21.37 Uhr - Söder: Impfen wird vorerst noch Geduldsprobe für die Menschen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat vor überhöhten Erwartungen an die Corona-Impfgeschwindigkeit in den kommenden Wochen gewarnt. Diese Zeit werde für die Geduld der Menschen noch einmal eine echte Herausforderung, sagte Söder am Montag nach einem „Impfgipfel“ von Bund und Ländern, an dem auch Vertreter der Pharmabranche und der EU-Kommission teilnahmen. Im ersten Quartal werde es nach aktuellem Stand nicht mehr Impfstoff geben. Man müsse aber nun versuchen, das Beste daraus zu machen.

Söder berichtete aus dem Gesprächen auf dem „Impfgipfel“, eine „punktgenaue Planung“ sei aus Sicht der Unternehmen schwer möglich. Dafür seien zu viele Variablen im Spiel, etwa was die Produktion angehe. Deshalb könne man das Ganze nicht mit der Stechuhr oder Stoppuhr machen. Er warnte deshalb davor, Hoffnungen zu wecken, die nicht erfüllbar seien. Die Unternehmen könnten Zusagen machen, aber keine hundertprozentigen Garantien geben, sagte der CSU-Chef.

Söder lobte, dass Merkel das Thema Impfen nun zur „Chefsache“ gemacht habe, auch gegenüber der Europäischen Union. Dies sei aber als Anerkennung gemeint, betonte er auf Nachfrage, und „nicht anders“.

Update, 21.06 Uhr - Merkel: Corona-Impfungen könnten noch über Jahre hinweg nötig sein

Impfungen zur Eindämmung des Coronavirus könnten nach Angaben von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) noch über Jahre hinweg nötig sein. „Es kann sein, dass wir noch viele Jahre impfen müssen. So ähnlich wie beim Grippeimpfstoff, wo man jedes Mal die neue Mutation des Virus wieder verimpft“, sagte Merkel am Montag in Berlin nach einem Spitzengespräch zum Impfen. „Wenn sich dieses Virus weiter verändert, haben wir noch ein Problem“, fügte sie hinzu.

Merkel sagte, eine absolute Gewissheit könne es auch beim Thema Impfungen nicht geben. „Wenn zum Beispiel eine Mutante auftritt, auf die der Impfstoff nicht wirkt, dann fangen wir wieder von vorne an.“

Update, 20.27 Uhr - Merkel: Allen kann bis Ende des Sommers Impfangebot gemacht werden

Auch nach viel Kritik am Start der Corona-Impfkampagne in Deutschland hält Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an der Prognose fest, dass jedem Bürger bis zum Ende des Sommers ein Impfangebot gemacht werden kann. Vor dem Hintergrund der aktuellen Lieferzusagen der Hersteller könne diese Aussage aufrechterhalten werden, sagte Merkel am Montag in Berlin nach einem Spitzengespräch zum Impfen.

Zum Ende des dritten Quartals, also zum Ende des Sommers, könne ein Impfangebot gemacht werden. Dies gelte sogar, wenn lediglich die bereits zugelassenen Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca verimpft werden könnten, ohne dass bis dann weitere Impfstoffe zugelassen sind. Auch in diesem Fall könne den 73 Millionen erwachsenen Menschen hierzulande ein Impfangebot gemacht werden, für Kinder seien die Impfstoffe nicht vorgesehen. Sollten andere Hersteller dazukommen, gebe es ein größeres Angebot.

Update, 19.34 Uhr - Pressekonferenz nach Impfgipfel

Update, 18.47 Uhr - Österreich lockert Anti-Corona-Maßnahmen - Handel ab 8. Februar auf

Unter dem Druck der Wirtschaft und vieler Bürger öffnet Österreich nach sechs Wochen Lockdown ab 8. Februar wieder alle Geschäfte. Es gelten aber verschärfte Vorsichtsmaßnahmen. „Das Tragen von FFP2-Masken ist Pflicht“, sagte Kanzler Sebastian Kurz am Montag. Außerdem wird die Zahl der erlaubten Kunden in einem Geschäft deutlich verringert. Friseure dürfen wieder Kunden bedienen. Für einen Termin bei den körpernahen Dienstleistungen ist allerdings ein negativer Corona-Test nötig, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Auch Museen können wieder besucht werden.

Auf vielfachen Wunsch von Eltern werden die Schulen wieder in den Präsenzunterricht übergehen, teils allerdings in einem Schicht-System und mit Corona-Tests. Die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen bleiben bestehen. Die Einreiseregeln werden verschärft, um möglichst die Verbreitung ansteckenderer Corona-Mutationen zu verhindern oder zu verzögern. „Verstehen Sie diese punktuellen Lockerungen nicht als Entwarnung“, sagte Kurz. Wenn die Zahlen der Neuinfektionen wieder stiegen, würden die Maßnahmen erneut verschärft

Update, 17.26 Uhr - Gemeinschaftsunterkunft in Schönau am Königssee unter Quarantäne

Erneut wurde eine Gemeinschaftsunterkunft wegen eines Corona-Ausbruchs unter Quarantäne gestellt. Ein Pressesprecher der Regierung von Oberbayern bestätigte auf Nachfrage von BGLand24.de, dass bereits am 17. Januar die Quarantäne verhängt wurde, nachdem bei 22 Bewohnern ein positiver Covid-19-Befund festgestellt wurde. Diese gilt voraussichtlich bis zum 4. Februar.

Update, 16.36 Uhr - 78 Neuinfektionen und ein Todesfall im Raum Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 1187 aktive COVID-19-Fälle vor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 95,3. Seit der letzten Pressemitteilung am 29. Januar sind beim Staatlichen Gesundheitsamt 78 Neuinfektionen eingegangen. Es liegen insgesamt 6896 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden. Als genesen gelten mindestens 5529 Personen (47 Personen mehr seit der Meldung vom 29. Januar).

Beim Gesundheitsamt Traunstein ist seit der letzten Pressemitteilung eine Todesmeldung eingegangen. Es handelt sich um eine Frau im Alter von 76 Jahren. Damit liegen im Landkreis Traunstein insgesamt 180 Todesfälle in Zusammenhang mit COVID-19-Erkrankungen vor.

Derzeit werden in den Kliniken im Landkreis Traunstein 50 COVID-19-Patienten behandelt, davon 39 auf der Normalstation und elf auf der Intensivstation.

Update, 16.02 Uhr - Seit Samstag 66 neue COVID-19-Fälle im Berchtesgadener Land

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit gestern 66 weitere bestätigte COVID-19-Fälle im Landkreis gibt. Davon befanden sich zehn Personen bereits als direkte Kontaktpersonen in häuslicher Isolation. Die Gesamtzahl der seit März 2020 registrierten COVID-19-Fälle im Landkreis Berchtesgadener Land steigt somit auf 3.924 (Meldestand RKI: 1. Januar, 0 Uhr). Nach derzeitigem Meldungsstand liegt der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land laut Robert-Koch-Institut (RKI) bei 187,9 (Stand: 1. Januar, 0 Uhr).

Von den insgesamt 3.924 COVID-19-Fällen sind mittlerweile 3.581 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen. Aktuell gibt es 258 aktive COVID-19-Fälle im Landkreis. In den vergangenen sieben Tagen gab es insgesamt 199 neue COVID-19-Fälle.

In den Kliniken im Berchtesgadener Land werden derzeit 43 COVID-19-Patienten stationär behandelt. Davon werden sechs Patienten intensivmedizinisch betreut. Hinweis: Einige dieser Patienten haben ihren Wohnsitz nicht im Berchtesgadener Land und gehören somit auch nicht zu der Gesamtgruppe der insgesamt bestätigten BGL-COVID-19-Fälle.

Update, 15.47 Uhr - Faschingsumzug in Corona-Hotspot in Thüringen - Polizei greift durch

Ein illegaler Umzug von Karnevalisten im thüringischen Landkreis Schmalkalden-Meiningen sorgt für Empörung. „In den aktuell so schwierigen Corona-Zeiten ist dies einfach verantwortungslos und rückt den organisierten Karneval in ein völlig falsches Licht“, erklärte der Landesverband Thüringer Karnevalvereine am Montag. Am Sonntag hatte erst die Polizei dem Treiben ein Ende gesetzt, nachdem bis zu 90 Teilnehmer bei einem Umzug im Ortsteil Jüchsen der Gemeinde Grabfeld zusammengekommen waren.

Wie ein Polizeisprecher sagte, weist Jüchsen den höchsten Wochenwert an Corona-Infektionen je 100.000 Einwohnern in Thüringen auf und gilt demnach als Hotspot. Nach Angaben des Sprechers hatten sich die Teilnehmer des Umzugs über Soziale Netzwerke verabredet. Auch Pferde und teils geschmückte Fahrzeuge seien beteiligt gewesen.

Auch Landrätin Peggy Greiser (parteilos) war entsetzt. „Es ist angesichts der aktuellen ernsten Lage absolut verantwortungslos und nicht zu tolerieren, was in Jüchsen passiert ist“, äußerte sie. „In den Krankenhäusern kämpfen Ärzte und Pfleger um unzählige Menschenleben, daheim bangen viele um ihre wirtschaftliche Existenzen und hier wird munter Karneval gefeiert.“ Es sei eine organisierte illegale Veranstaltung gewesen, bei der teilweise Mindestabstände nicht eingehalten und keine Mund-Nasen-Bedeckungen getragen worden seien.

Wie das Landratsamt mitteilte, wurden drei Strafanzeigen wegen Beleidigung und Widerstand gegen Polizeibeamte erstattet. Greiser kündigte an, die Identitäten der Beteiligten sollten festgestellt und die Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung geahndet werden.

Der Mitteldeutsche Rundfunk berichtete unterdessen, Jüchsens Ortsteilbürgermeisterin Beate Heßler habe den Polizeieinsatz als unverhältnismäßig bezeichnet. Hätten die Beamten die Teilnehmer gewähren lassen, wäre die Sache nach drei Minuten vorbei gewesen, zitierte der Sender die Ortsteilbürgermeisterin.

Die Polizei machte deutlich, dass es bei einem illegalen Karnevalsumzug nicht um eine Dummheit geht. Aus strafrechtlicher Sicht könne etwa der Tatbestand der Nötigung erfüllt sein, der mit einer Freiheitsstrafe von bis bis zu drei Jahren geahndet werden könnte.

Update, 15.24 Uhr - 19 neue Corona-Cluster bei Betrieben im Berchtesgadener Land in einer Woche

Das Infektionsgeschehen im Landkreis verlagert sich immer stärker in die Betriebe und Unternehmen. Hier sind allein in der vergangenen Woche 19 neue Cluster mit jeweils zwei oder mehr Neuinfektionen entdeckt worden. Durch die neuen Coronavirus-Mutationen ist erhöhte Vorsicht geboten.

Eine Branche ist dabei besonders betroffen: Rund ein Viertel aller Menschen im Landkreis, die in der vergangenen Woche positiv auf COVID-19 getestet wurden, sind bei Arbeitgebern im medizinischen oder klinischen Bereich beschäftigt. Auch andere Branchen sind zunehmend von Corona-Fällen unter den Mitarbeitern betroffen..

+++ BGLand24.de hat zu diesem Thema einen Extra-Beitrag verfasst +++

Update, 14.49 Uhr - Schulleitungen mit heftiger Kritik an Wechselunterricht für Abschlussklassen

Die Rückkehr von Abschlussklassen in den Wechselunterricht an Schulen wird von Lehrern und Schülern zum Teil heftig kritisiert. „Es gibt in Bayern immer noch Gegenden mit viel zu hohen Inzidenzwerten“, schrieb die Vereinigung der Direktorinnen und Direktoren der Bayerischen Gymnasien (BayDV) am Montag in München. Auch im Hinblick auf Virusmutationen sei die Entscheidung vorschnell. Schüler machten sich nun große Sorgen, weil sie kurz vor den Abiturvorbereitungen einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt seien.

Zudem befürchtet der Verband negative Auswirkungen auf alle Jahrgangsstufen. Der Distanzunterricht etwa per Videokonferenz habe sich sehr gut eingespielt. Wenn die Lehrer jetzt einen Teil der Jugendlichen wieder vor Ort in der Schule unterrichten müssen, fällt der Videounterricht nach Einschätzung des Verbandes für viele Schüler zu Hause dann aus, vor allem, wenn die Internetverbindung an den Schulen dafür nicht ausreicht.

„Eine Mischung aus Wechselunterricht für die einen und gleichzeitig Distanzunterricht für die anderen ist praktisch nicht möglich und erzeugt Verunsicherung und im schlimmsten Fall Chaos“, kritisierte der Landesvorsitzende Walter Baier.

Seit Montag (1. Februar) dürfen Abschlussklassen an Gymnasien, Fachoberschulen (FOS) und Berufsoberschulen (BOS) in den Wechselunterricht. Schriftliche Leistungsnachweise sind in voller Klassen- und Kursstärke möglich, wenn im Prüfungsraum ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann.

Update, 13.30 Uhr - 54 Patienten stationär in InnKlinikum in Behandlung

An den Standorten des InnKlinikums in den Landkreisen Mühldorf und Altötting werden derzeit insgesamt 54 Patienten im Zusammenhang mit Corona stationär behandelt - 26 in Mühldorf, 16 in Altötting und 12 in Burghausen. Sechs Personen davon müssen auf einer Intensivstation betreut und beatmet werden (Stand: 1. Februar, 9.30 Uhr).

Zudem meldete die Klinik drei weitere Corona-Todesfälle. Bei den Opfern handelt es sich um eine 89-jährige Frau aus dem Landkreis Traunstein, eine 83-jährige Frau aus dem Landkreis Mühldorf und einen 84-jährigen Mann aus dem Landkreis Altötting.

Update, 12.46 Uhr - Söder: Mitte Februar noch keine umfassenden Lockdown-Lockerungen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat einer umfassenden Lockerung des coronabedingten Lockdowns ab Mitte Februar eine klare Absage erteilt. Mit Blick auf die nächsten Bund-Länder-Beratungen warnte er am Montag vehement vor einem „überstürzten Lockerungswettbewerb“ und einem neuen Flickenteppich unterschiedlicher Regelungen auch innerhalb einzelner Länder. Fehler müsse man vermeiden. „Es geht nach wie vor um viele Menschenleben.“

Bei der nächsten Konferenz, wahrscheinlich am 10. Februar, werde man sich die aktuellen Entwicklungen anschauen, sagte der CSU-Vorsitzende vor einer Videoschalte des Parteivorstands in München. Söder fügte aber bereits hinzu: „Jeder, der erwartet, dass danach die großen Öffnungen in breiter Form stattfinden können - das ist aus meiner Sicht derzeit nicht verantwortbar.“ Söder mahnte eindringlich zur Geduld - auch deshalb, weil die britische Virusmutation immer stärker hierzulande nachgewiesen werde. „Und wenn jetzt ein überstürzter Lockerungswettbewerb stattfindet, dann droht uns tatsächlich ein schwerer Rückschlag“, warnte er. Wer bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 90 öffne, der werde innerhalb kürzester Zeit wieder bei 150 sein.

„Es ist jetzt nicht die Zeit, über große Lockerungen zu reden - sondern lieber gründlich, länger, konsequent, dafür dann mit der größten Herausforderung durch sein“, mahnte der Ministerpräsident. Öffne man zu viel zu früh, wären die Folgen noch gar nicht absehbar.

„Es wird dann wirklich größer und breit geöffnet, wenn die Zeit dafür reif ist. Und die Zeit ist dann dafür reif, wenn die Inzidenzen entsprechend niedrig sind“, sagte Söder. Konkret betonte er mit Blick auf die bisher angepeilte Sieben-Tage-Inzidenz von 50: „Auch 50 ist eine gute Orientierung - aber noch nicht automatisch die Zahl, ab der man alles wieder so machen kann wie vorher.“ Vergangenes Jahr habe man in Bayern erst bei einer Inzidenz unter 10 breiter gelockert.

Update, 12.17 Uhr - Polizei mit zahlreichen Corona-Einsätzen in München

Im Zeitraum von Freitag, 29. Januar, 6 Uhr, bis Montag, 1. Februar, 6 Uhr, gab es eine Vielzahl von Kontrollen und Einsätzen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums München (sowohl Stadt- und Landkreis München), um die Einhaltung der aktuellen Infektionsschutzregelung zu überprüfen. Knapp 4.200 Kontrollen wurden in diesem Zeitraum durchgeführt. Dabei wurden 416 Verstöße angezeigt. In 84 Fällen ging es um die Ausgangssperre.

Besonders gefordert waren die Beamten mit einem Großaufgebot am späten Sonntagnachmittag, 31. Januar, im Bereich des Hauptbahnhofes. Am Ausgang Bayerstraße hatten sich in der Spitze bis zu 100 Personen „zusammengerottet“. Darunter befanden sich auch Hooligans und Personen aus der rechten Szene.

Da die Personen keine Mund-Nasen-Bedeckung trugen und keine Mindestabstände eingehalten wurden, wurde die Personengruppe noch auf der Bayerstraße angehalten. Hierbei wurden auch Gegenstände auf die eingesetzten Beamten geworfen. In der Folge gab es zahlreiche Anzeigen wegen Tragens von Schutzbewaffnung, Beleidigung, tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte und einmal wegen dem unberechtigten Tragen von Uniformen mit Hoheitsabzeichen angezeigt.

Darüber hinaus gab es 14 Anzeigen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz. Durch die Demonstration kam es zu Behinderungen im Straßenbahnverkehr.

Update, 11.40 Uhr - Landkreis Mühldorf meldet 18 neue Corona-Fälle

Das Gesundheitsamt Mühldorf hat für seinen Zuständigkeitsbereich jetzt 18 neue Corona-Fälle gemeldet (Stand: 1. Februar, 0 Uhr). Hierzu werden derzeit die Kontaktpersonen ermittelt und die notwendigen Maßnahmen eingeleitet. Derzeit gibt es in Stadt und Landkreis Mühldorf insgesamt 257 aktive Fälle. Die 7-Tage-Inzidenz lag zum oben genannten Zeitpunkt nach Angaben des Landratsamtes bei 139,8.

Update, 11.28 Uhr - Entwicklung der 7-Tage-Inzidenz in der Region

Die 7-Tage-Inzidenzen in den Städten und Kreisen in der Region haben sich im Vergleich zum Vortag unterschiedlich entwickelt. Laut den neuesten RKI-Daten (Stand: 1. Februar, 0 Uhr) fiel die Inzidenz in der Stadt Rosenheim von 86,5 auf 85,0 weiter unter die 100er-Grenze. Minimal gesunken ist der Wert auch im Landkreis Rosenheim (von 74,2 auf 73,9). Die Kreise Traunstein (von 91,4 auf 95,3) und Mühldorf (von 138,1 auf 139,8) meldeten dagegen steigende Zahlen.

Auch im Berchtesgadener Land ist ein Anstieg der 7-Tage-Inzindenz zu verzeichnen. Der Wert stieg hier sprunghaft von 151,0 auf 187,9.

Im Landkreis Altötting sank die Inzidenz wieder unter die Grenze von 100 - und zwar von 100,4 auf 94,2. Glücklicherweise wurden in der Region laut RKI in den letzten 24 Stunden keine weiteren Todesfälle im Zusammenhang mit Corona registriert.

Update, 10.40 Uhr - Söder hat klare Erwartungen an Impfgipfel

Zum Auftakt ins Superwahljahr 2021 startete die CSU bei ihrer Vorstandssitzung am Montagvormittag ihre Arbeit für das gemeinsame Wahlprogramm der Union. Bei der Videokonferenz unter Leitung von Parteichef und Ministerpräsident Markus Söder wird es aber auch erneut um die aktuelle Lage in der Corona-Krise gehen. Söder selbst wird nach der Sitzung direkt zum Impfgipfel von Bund und Ländern nach Berlin fliegen. 

Die Lieferschwierigkeiten beim Corona-Impfstoff sorgen in Deutschland derzeit für viel Ärger. Söder betonte bereits mehrfach, die Situation müsse sich schnell ändern. Vor Beginn der Sitzung äußerte sich der Ministerpräsident bereits in einem Video-Statement: „Die Erwartungen an den heutigen Impfgipfel sind schon relativ hoch. Wichtig ist, dass wir aus der bisherigen Enttäuschung wieder mehr Hoffnung machen!“ Entscheidend sei, dass man beim Impfen endlich Verlässlichkeit, Planbarkeit und Transparenz bekomme, betonte Söder: „Ein Hin und Her oder ein Stop and Go kann nicht im Interesse der Menschen sein!“

Update, 9.42 Uhr - 5608 Corona-Neuinfektionen und 175 neue Todesfälle in Deutschland gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 5608 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 175 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI von Montag hervorgeht. Vor genau einer Woche hatte das RKI 6729 Neuinfektionen und 217 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Die erfassten Fallzahlen sind an Montagen in der Regel geringer, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Außerdem wurden laut RKI aus Sachsen-Anhalt keine Daten übermittelt.

Der Höchststand von 1244 neuen gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Montagmorgen bei 91. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Update, 8.29 Uhr - Aktuelle Zahlen liegen noch nicht vor

Aktuell gibt es erneut technische Probleme mit dem Corona-Dashboard des Robert-Koch-Instituts (RKI). „Die Daten werden derzeit aktualisiert. Bitte schauen Sie später wieder vorbei“, hieß es dort. Deswegen lagen am Montagmorgen, 1. Februar, noch keine aktuellen Corona-Zahlen für Bayern bzw. Deutschland vor. Bereits in den letzten Tagen war es diesbezüglich wiederholt zu Verzögerungen gekommen.

Update, 7.22 Uhr - Demos von Corona-Leugnern und Hooligans in München

Am Sonntagabend, 31. Januar, demonstrierten erneut Corona-Leugner, Impfgegner und Querdenker vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in der Ludwigstraße in München - und dies trotz bestehender Ausgangssperre. Grundsätzlich war die Versammlung für eine maximale Teilnehmerzahl von 300 im Vorfeld gerichtlich für den Zeitraum von 20 Uhr bis 22.15 genehmigt worden.

Nach Angaben der Polizei waren bis zu 250 Teilnehmer bei der Protestaktion dabei. Die Mindestabstände konnten aufgrund der Größe des Veranstaltungsortes weitestgehend eingehalten werden. Allerdings musste die Polizei, die mit einem Großaufgebot von 500 Beamten im Einsatz war, mehrere Versammlungsteilnehmer wegen der Tragepflicht eines Mund-Nasen-Schutzes ansprechen. Insgesamt gab es 18 Anzeigen diesbezüglich. Drei weitere Personen wurden angezeigt, weil sie im Verdacht stehen, der Polizei gefälschte Gesundheitszeugnisse vorgelegt zu haben. Während der Versammlung musste außerdem ein Versammlungsteilnehmer ohne Maske überprüft werden, der im weiteren Verlauf angab, verletzt zu sein. Zu weiteren Überprüfung wurde er dem alarmierten Rettungsdienst übergeben. 

Davor hatte es bereits im Bereich des Hauptbahnhofes Ärger gegeben. Dort hatten sich gegen 17.30 Uhr etwa 100 Personen zu einer „spontanen Versammlung“ zusammengerottet. Laut Informationen unseres Partnerportals tz.de war die Polizei mit einem Großaufgebot im Einsatz und die Schillerstraße musste vorübergehend gesperrt werden. Unter den Demonstranten sollen offenbar auch Hooligans und Personen aus der rechten Szene gewesen sein. Zum Teil trugen sie keine Masken, brüllten die Polizei an und/oder hielten den Mindestabstand nicht ein. Einige bekamen Platzverweise. Unklar ist, welches Motiv die Aktion hatte.

Großer „Impfgipfel“ im Kanzleramt - aber gedämpfte Erwartungen

Es ist zumindest ein kleiner Schritt: Nach massiver Kritik sagt Astrazeneca zu, der EU doch mehr Impfstoff zu liefern als angekündigt (News-Ticker Sonntag, 31. Januar). In Berlin hat die Kanzlerin für Montag, 1. Februar, auch deswegen zu einem „Impfgipfel“ geladen. Doch große Hoffnungen auf schnelle Ergebnisse gibt es nicht.

Denn in Deutschland reißt die Kritik am schleppenden Impfstart, den Lieferschwierigkeiten einzelner Hersteller und den Problemen bei der Terminvergabe nicht ab. Zahlreiche Politiker und Verbandsvertreter haben vor dem Impfgipfel bereits mehr Klarheit über Zeitpläne, Prioritäten für Bevölkerungsgruppen und verfügbare Impfstoffe gefordert. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) plädierte in einem Brief an Merkel für einen „nationalen Impfplan“.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnte vor übertriebenen Erwartungen: „Wir können durch einen Gipfel alleine noch nicht mehr Impfstoffe produzieren“, sagte er am Sonntagabend in der Talkshow „Die richtigen Fragen“ auf Bild live. Wichtig sei, dass man zunächst ein einheitliches Bild bekomme, wo die Schwierigkeiten lägen. Die Bundesregierung könne den Ländern auch nur die Lieferdaten und -mengen nennen, die sie von den Herstellern bekomme. Spahn wandte sich auch gegen Forderungen, Impfstoff-Hersteller zur Vergabe von Lizenzen zu zwingen. Das mache nur dann Sinn, wenn die Firmen nicht kooperieren würden - was aber nicht der Fall sei. Wirtschaftsminister Peter Altmaier schloss staatliche Eingriffe nicht generell aus.

Auch der Verband der deutschen Pharma-Unternehmen dämpfte die Hoffnung auf schnelle Lösungen. „Eine Impfstoff-Fabrik ist kein Bücherregal aus dem Möbelhaus, das man schnell aufbauen kann“, sagte der Präsident des Verbandes forschender Arzneimittelhersteller, Han Steutel, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Wäre es so, hätten wir es doch längst gemacht.“ Für die komplexe Herstellung von Impfstoffen seien geeignete Produktionsanlagen und qualifiziertes Personal nötig.

mw/aic/dpa

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