News-Ticker zur Corona-Pandemie

Corona-Ausbruch in oberbayerischem Seniorenheim - 84 Infizierte und zwei Tote

Corona-Test in Altenheim
+
Symbolbild: Alle Bewohner und Mitarbeiter des Heims sollen nochmals getestet werden.
Alle Autoren
    schließen
  • Daniel Pichler
    Daniel Pichler
  • Markus Zwigl
    Markus Zwigl
  • Martina Hunger
    Martina Hunger

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt nunmehr seit über neun Monaten in der Region, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Montag (9. November) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 303,7, Landkreis Rosenheim 293,9, Landkreis Traunstein 285,4, Landkreis Berchtesgadener Land 156,7, Landkreis Mühldorf 256,3, Landkreis Altötting 234,9 (Quelle/Stand: RKI, 9. November, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 1290, Landkreis Rosenheim 4578, Traunstein 2536, Berchtesgadener Land 1463, Mühldorf 1461, Altötting 1231 (Quelle/Stand: RKI, 9. November, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 23, Landkreis Rosenheim 208, Traunstein 93, Berchtesgadener Land 28, Mühldorf 27, Altötting 57 (Quelle/Stand: RKI, 9. November, 0 Uhr)
  • Mindestens 11.352 Todesfälle in Deutschland (2913 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 20.17 Uhr - Corona-Ausbruch in oberbayerischem Seniorenheim - 84 Infizierte und zwei Tote

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim in Karlsfeld (Landkreis Dachau) sind 65 Bewohner und 19 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden. Zehn Infizierte seien im Krankenhaus behandelt worden, zwei Menschen seien gestorben, teilte das Landratsamt Dachau am Montag mit. Zunächst hatte der Bayerische Rundfunk («BR24») berichtet.

Um die Heimbewohner weiter betreuen zu können, werden nach Angaben des Landratsamts systematisch Corona-Schnelltests für das Pflege- und Betreuungspersonal eingesetzt. Die Infizierten würden von einem separaten Mitarbeiter-Team betreut. Zudem gelte ein strenges Besuchsverbot. Am Dienstag sollen alle Bewohner und Mitarbeiter des Heims noch einmal getestet werden.

Update, 19.10 Uhr - 61 neue Fälle in Landkreisen Mühldorf und Altötting

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn gibt es seit der letzten Statusmeldung vom Sonntag, 8. November 47 neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 9. November 2020, 08 Uhr). 

Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein.

Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 349 aktive Fälle, davon werden 13 Personen stationär behandelt, darunter 4 Patienten auf Intensivstation. Die 7-Tage-Inzidenz, die den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen entspricht, liegt zum heutigen Stichdatum-/zeitpunkt bei 258,1.

Aus dem Landkreis Altötting werden 14 neue Fälle genannt. Insgesamt erkrankten damit laut Landratsamt bereits 1257 Personen an Corona.

Update, 19.06 Uhr - Inzidenz im Landkreis Berchtesgadener Land sinkt unter 200

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit Samstag 23 weitere bestätigte SARS-CoV-2-Fälle im Landkreis gibt. Die Gesamtzahl der seit März 2020 registrierten Corona-Infektionsfälle im Landkreis Berchtesgadener Land steigt somit auf 1.486 (Meldestand: 09. November, 10 Uhr).
 
Der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land sinkt aktuell auf 162,37.

Von den insgesamt 1.486 mit Wohnsitz im Berchtesgadener Land registrierten SARS-CoV-2-Fällen sind 1.220 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen, wie das Landratsamt Berchtesgadener Land in einer Pressemitteilung mitteilt. Aktuell gibt es 236 SARS-CoV-2-Infizierte im Landkreis.  

Bei allen positiv getesteten Corona-Fällen ermittelt das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein, wie z. B. eine häusliche Quarantäne. Aktuell befinden sich 281 direkte Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne.

In den Kliniken im Berchtesgadener Land werden derzeit 23 Covid-19-Patienten aus dem Landkreis stationär behandelt. Davon werden 5 Patienten intensivmedizinisch betreut.

In der vergangenen Woche (KW 45) wurden im kommunalen Testzentrum BGL in Bayerisch Gmain insgesamt 2.292 Personen abgestrichen.

Nähere Informationen gibt es auch auf der Website des Landratsamtes unter https://www.lra-bgl.de/t/presse/aktuelles-zum-coronavirus-im-landkreis/ sowie im Bereich „Coronavirus – Häufig gestellte Fragen“ unter https://www.lra-bgl.de/t/presse/coronavirus-haeufig-gestellte-fragen/.

Update, 18.06 Uhr - Berufliche Oberschule Wasserburg: 18 Klassen in Distanzunterricht

Die Beruflichen Oberschule (FOS/BOS) Wasserburg haben mit dem gestrigen Schulbeginn ihren Unterricht – zunächst für die Dauer von zwei Wochen – auf Distanzunterricht umgestellt. „18 Klassen lernen wieder im Homeschooling“, so der stellvertretende Schulleiter Daniel Wimmer. Nur die Integrationsklassen bleiben im Schulhaus. Damit hätten die Beruflichen Oberschulen bereits beim ersten Lockdown gute Erfahrungen gemacht. „Wir wurden sogar vom Ministerialbeauftragen Ost, Gottfried Wengel, für unsere auffallend guten Leistungen im Fach Mathe während des ersten Lockdowns im Frühjahr gelobt“, freut sich Wimmer.

Als jetzt die Anweisung kam, dass die Schüler nach den Ferien 1,50 Meter Abstand halten müssen, sei schnell klar gewesen, dass dafür der Platz nicht reicht. Als Alternative habe sich nur angeboten, die Klassen auseinanderzureißen oder in den Distanzunterricht zu gehen. Der Vorteil einer Beruflichen Oberschule: Die Schüler sind größtenteils technisch gut ausgerüstet, konnte Wimmer bestätigen. „Nur einer musste einen Antrag auf ein Leihgerät stellen, weil sein Computer derzeit kaputt ist“, berichtet der Lehrer.

Das Landratsamt Rosenheim habe zugesichert, schnell ein Ersatzgerät zu liefern. Alle anderen Schüler verfolgen den Unterricht bereits wieder am Bildschirm über die kostenlose App „Teams“. „So müssen wir niemanden heimschicken und können immer die ganze Klasse unterrichten“, freut sich Wimmer und betont noch einmal: „Wir wollten so wenig Unterrichtsausfall wie möglich.“

Update, 16.50 Uhr - 7-Tages-Inzidenz in Stadt Rosenheim über 300

Auch im Raum Rosenheim bleiben die 7-Tage-Inzidenz-Werte auf hohem Niveau. Das Landratsamt meldet zum 8. November um 24 Uhr für die Stadt einen Wert von 303,69 und für den Landkreis einen Wert von 293,88.

Am Sonntag wurden des Weiteren laut Landratsamt 53 Neuinfektionen im Landkreis und sechs Neuinfektionen in der Stadt gemeldet. Seit Pandemie-Beginn wurden in Kreis und Stadt Rosenheim 5.865 Personen positiv auf das Coronavirus getestet.

Update, 16.29 Update - 331 Neuinfektionen und drei Todesfälle im Kreis Traunstein

Über das Wochenende wurden dem Gesundheitsamt Traunstein 331 Neuinfektionen gemeldet. Damit stieg die Zahl der aktiven Fälle im Landkreis auf 1023. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 356,98 - höchster Wert in ganz Bayern.

Zudem wurden drei Todesfälle gemeldet. „Bei den Verstorbenen handelt es sich um drei Männer, im Alter zwischen 79 und 87 Jahren. Bei allen Personen wurde eine Covid-19-Infektion diagnostiziert“, so das Gesundheitsamt. Damit stieg die Zahl der Todesfälle seit Pandemie-Beginn auf insgesamt 94.

Derzeit werden 46 Covid-19-Patienten in den Kliniken im Landkreis Traunstein behandelt, davon 38 auf der Normalstation und acht auf der Intensivstation.

Update, 15.21 Uhr - „So rasch wie möglich“ - Bayern bereitet sich auf Corona-Impfen vor

Bayern bereitet sich auf die Verteilung des Impfstoffes gegen das Coronavirus vor. Der Bund werde den Corona-Impfstoff an neun Stellen in Bayern liefern, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) der Deutschen Presse-Agentur. Von dort werde das Material an die Impfzentren geliefert, die im Freistaat analog zu den lokalen Testzentren aufgebaut werden sollen. Die Kreisverwaltungsbehörden würden diese Impfzentren aufbauen und betreiben. Zusätzlich sind mobile Teams geplant, die zum Beispiel Menschen in Altenheimen impfen.

Die Bundesregierung geht davon aus, dass Anfang 2021 ein Impfstoff vorliegen könnte. Am Montag gab es gute Nachrichten: Das Mainzer Unternehmen Biontech und der Pharmakonzern Pfizer erklärten, ihr Impfstoff biete nach Studiendaten einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19. Voraussichtlich ab kommender Woche soll die Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA beantragt werden (siehe Update 13.02 Uhr).

„Klar ist auch: Der Impfstoff wird nicht sofort flächendeckend für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung stehen. Deshalb ist eine Priorisierung des Angebots in der Anfangsphase notwendig“, sagte Huml. Deshalb sollten zuerst die „vulnerablen“ Gruppen - also zum Beispiel alte Menschen mit Vorerkrankungen - zusammen mit Ärzten und Pflegern geimpft werden. Sie betonte auch, dass das Impfen freiwillig sei und es keine Pflicht geben wird.

Wann genau die ersten Dosen zur Verfügung stehen, ist noch unklar. „Sobald ein Impfstoff zugelassen und verfügbar ist, werden wir so rasch wie möglich mit den Impfungen beginnen“, sagte Huml.

Ein Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz sieht vor, dass der Bund die Impfstoffe beschafft und finanziert und die Länder Impfzentren einrichten. Die Impfstoffe sollen die Bundeswehr oder die Hersteller anliefern. Die Dosen sollen dem Bevölkerungsanteil entsprechend an die Länder verteilt werden. Wie viele genau auf Bayern fallen, ist noch unklar.

Update, 13.53 Uhr - Söder lehnt Empfehlung des RKI für weniger Corona-Tests ab

CSU-Chef Markus Söder hat die neuen Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) für Corona-Tests kritisiert. „Wir sind da sehr skeptisch, ob das in der Praxis umzusetzen und anwendbar ist“, sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag vor einer Konferenz des CSU-Vorstands in München. Jemand, der Symptome habe oder fühle, müsse die Möglichkeit haben, sich testen zu lassen. Andernfalls sehe er die Gefahr, dass auch die Wirtschaft gelähmt werde, wenn die Menschen keine Möglichkeit mehr hätten, sich testen zu lassen. „Wir werden in Bayern auf jeden Fall die kostenlosen Tests fortsetzen.“

Söder kündigte aber an, dass sich das Kabinett der Staatsregierung am Dienstag in seiner Sitzung mit der Teststrategie befassen werde. Dazu gehöre auch die Überlegung, wie gegen Missbrauchsfälle vorgegangen werden könne, weil sich Personen etwa mehrmals pro Woche testen lassen würden. Zugleich sollten auch Schnelltests noch stärker als bisher eingesetzt werden und es müsse geprüft werden, wie kommunale Testzentren entlastet werden könnten. So sei die Lage in München derzeit sicher schwieriger als anderswo.

Die vom RKI empfohlene neue Teststrategie soll die vielerorts überlasteten Labore entlasten, in dem dort nur noch Menschen getestet werden, wenn sie sich bei entsprechenden Krankheitssymptomen zunächst in eine mehrtägige Selbstisolation begeben haben. Nur bei einer weiteren Verschlechterung soll es dann Corona-Tests geben. Für Söder ist dies der falsche Weg, auch weil die Testkapazitäten in Bayern nach wie vor gut seien. Er fürchtete auch, dass dann dies zu überfüllten Arztpraxen führe und die Menschen verunsichere.

Video: Gesundheitsminister Spahn erläutert Impfstrategie

Update, 13.02 Uhr - Biontech plant Zulassungsantrag für Corona-Impfstoff

Erstmals gibt es zu einem für Europa maßgeblichen Corona-Impfstoff Zwischenergebnisse aus der für eine Zulassung entscheidenden Studienphase. Wie das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech am Montag mitteilte, bietet seine Impfung diesen Daten zufolge einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19. Weiter hieß es, Biontech und der Pharmariese Pfizer wollten voraussichtlich ab der kommenden Woche die Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA beantragen.

Nach der Zulassung eines Corona-Impfstoffs sollen in Deutschland Ältere, Menschen mit Vorerkrankungen sowie Mitarbeiter in Krankenhäusern und Pflegeheimen zuerst gegen das Virus geimpft werden. Ebenso sollen Menschen in Schlüsselstellungen in der Gesellschaft und für die öffentlicher Ordnung zuerst geimpft werden, also Mitarbeiter von Gesundheitsämtern, Polizisten, Feuerwehrleute, Lehrer und Erzieher, wie die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, am Montag in Berlin mitteilte.

Auch Menschen, die etwa in Heimen für Obdachlose oder Asylbewerber sehr beengt untergebracht seien, sollten dazuzählen. Noch seien genaue Feststellungen zur Priorisierung nicht getroffen, also nicht alle Gruppen genau identifiziert. Es fehlten dazu noch Daten. „Sehr alte Patienten (...) haben mit Abstand die höchste Risikokonstellation“, betonte Buyx aber.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gibt gleich um 13.10 Uhr ein Statement zum Positionspapier zum Corona-Impfstoff ab. rosenheim24.de berichtet wie gewohnt live.

Update, 12.24 Uhr - Söder: „Es gibt keine Sonderrechte für Querdenker - ganz im Gegenteil“

CSU-Chef Markus Söder hat das bewusste Ignorieren von Maskenpflicht und Abstandsregeln bei der „Querdenken“-Demo in Leipzig scharf verurteilt. Zugleich forderte der bayerische Ministerpräsident eine klare Aufarbeitung des gesamten Geschehens am Wochenende. Das Grundgesetz garantiere das Demonstrationsrecht, aber weder Gewalt noch das Außerkraftsetzen von Gesundheitsvorschriften, sagte Söder am Montag vor einer Videoschalte des CSU-Vorstands in München. „Alle müssen sich an die Regeln des Gesundheitsschutzes halten. Es gibt hier keine Sonderrechte für Querdenker - ganz im Gegenteil.“

Anti-Corona-Maßnahmen müssten überall eingehalten werden, auch bei Demonstrationen. „Und wenn eine Maskenpflicht gilt, dann muss die auch entsprechend umgesetzt werden“, sagte Söder. „Viele Menschen verstehen nicht, warum sie sich im Kleinsten an alle Vorschriften halten. Und bei einer solchen Demonstration gilt das Ganze nicht mehr, nur weil Leute eine völlig falsche Ansicht haben.“ Bei der umstrittenen „Querdenken“-Demo in Leipzig war es am Wochenende massenhaft zu Regelverstößen und auch zu Gewalt gekommen.

Söder mahnte, man müsse sich dem „Phänomen Querdenker“ stärker widmen, die Entwicklungen dahinter genauer anschauen und die „zunehmende aggressive Argumentation überprüfen“. Söder fügte hinzu, man müsse die Frage klären: „Ist das eine Form von anderer Pegida, die da entsteht, oder vielleicht noch mehr? Dies muss auch von den zuständigen Institutionen besprochen und intensiv geprüft werden. (...) Das ist eine Veränderung der politischen Kultur und es ist eine Herausforderung für unsere demokratische Gesellschaft, der wir uns intensiver stellen müssen“, betonte der bayerische Ministerpräsident.

Update, 11.39 Uhr - Bayern bereitet sich aufs Impfen gegen Corona vor

Bayern bereitet sich auf die Verteilung des Impfstoffes gegen das Coronavirus vor. Der Bund werde den Corona-Impfstoff an neun Stellen in Bayern liefern, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München. Von dort werde das Material an die Impfzentren geliefert, die im Freistaat analog zu den lokalen Testzentren aufgebaut werden sollen. Die Bundesregierung geht davon aus, dass Anfang 2021 ein Impfstoff vorliegen könnte.

In Bayern würden die lokalen Kreisverwaltungsbehörden diese Impfzentren aufbauen und betreiben, betonte Huml. Zusätzlich sind mobile Teams geplant, die zum Beispiel Menschen in Altenheimen impfen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gibt heute um 13.10 Uhr ein Statement zum Positionspapier zum Corona-Impfstoff ab. rosenheim24.de berichtet wie gewohnt live.

Update, 10.46 Uhr - Spahn warnt: Bis zu 40 Prozent der Bevölkerung sind Risikogruppe 

Bis zu 40 Prozent der Menschen in Deutschland zählen in der Corona-Krise nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zur Risikogruppe. „Bei uns sind 23 Millionen Deutsche über 60“, sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend in einem Politik-Talk auf bild.de.

„Wir sind ein Wohlstandsland mit Zivilisationskrankheiten: Diabetes, Bluthochdruck, Übergewichtigkeit. Alles Risikofaktoren für dieses Virus, wie für viele Infektionskrankheiten übrigens auch.“ Spahn warnte: „Wenn Sie nach der Definition gehen, sind 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung Risikogruppe.“ Die Bundesrepublik sei nach Japan das zweitälteste Land der Welt.

Spahn sieht daher die eingeführten Regeln und Maßnahmen als dringend notwendig und ging sogar was Veranstaltungen betrifft noch einen Schritt weiter. „Ich sehe noch nicht, dass wir diesen Winter wieder größere Veranstaltungen haben. Und mit größer meine ich nicht 500. Die Erkenntnis der letzten Wochen ist doch: Es ist vernünftig jetzt mal über viele Wochen, wenn nicht Monate, keine Veranstaltungen mit 10, 15 oder 20 Leuten zu haben, wenn überhaupt.“

Und auch das aktuelle Infektionsgeschehen bereite Spahn weiter Sorgen: „Wenn von 20 000 Neuinfizierten an einem Tag etwa zwei Prozent in die Intensivmedizin müssen, dann sind das 400 am Tag. Wenn die intensivmedizinische Behandlung und Begleitung 15 Tage im Schnitte dauert - sind das 6000.“ Diese Zahl werde Deutschland noch „im November noch erreichen, das ist im Grunde schon absehbar“. Für das Gesundheitswesen sei diese Belastung nur „unter ziemlicher Anspannung“ zu bewältigen. „Wenn die Intensivmedizin mal zu voll ist, überfüllt ist, überlastet ist, dann ist es zu spät“, sagte Spahn.

Die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen erreichte am Wochenende in Deutschland fast wieder den Höchstwert vom Frühjahr. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) meldete am Sonntag, dass 2904 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt werden. Der bisherige Höchststand war laut DIVI am 18. April mit 2933 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen erreicht worden.

Update, 9.43 Uhr - Mehr Christbäume wegen Corona?

Mehr Nachfrage beim Weihnachtsbaumverkauf wegen der Corona-Pandemie erhofft sich der Verein Bayerischer Christbaumanbauer. Besonders Alleinstehende würden an Weihnachten häufig verreisen oder bei Freunden und Verwandten feiern, sagte der Vorsitzende Thomas Emslander. Das falle in diesem Jahr weg. „Vielleicht stellt sich der eine oder andere Singlehaushalt also einen Baum auf.“

Den Betrieben käme das gelegen: Viele mussten wegen der Hygienevorschriften die Wohnflächen für Saisonarbeiter verdoppeln. Trotz entsprechender Mehrausgaben bleibe der Preis der Christbäume mit 18 bis 24 Euro pro Meter Nordmann-Tanne in diesem Jahr gleich. 

Wir sind schon zufrieden, wenn wir den Umsatz der letzten Jahre halten können“, sagte Emslander. Zumal es im Frühjahr Probleme mit dem Anwuchs der Jungpflanzen und Spätfrost gegeben hätte. Die Qualität der Bäume sei aber in Ordnung - „um nicht zu sagen sehr gut“. Offiziell eröffnet wird die diesjährige Christbaumsaison in Bayern am 26. November in Markt Indersdorf (Landkreis Dachau).

Update, 9.11 Uhr - München knackt 200er-Marke zu Wochenbeginn

Bittere Nachricht zum Wochenbeginn für München. Die Zahlen rund um die Corona-Krise in der Bayerischen Landeshauptstadt steigen weiter rasant an. Laut RKI übertrifft der wichtige 7-Tage-Inzidenzwert am Montag die Marke von 200 und liegt bei 204,0. Die Inzidenz war in der Landeshauptstadt zuletzt sprunghaft angestiegen.

Update, 8.17 Uhr - Neue Quarantäneverordnung für Einreise nach Bayern in Kraft

Von diesem Montag an gelten bei der Einreise aus ausländischen Corona-Risikogebieten nach Bayern verschärfte Quarantänevorschriften. Quarantänepflicht gilt dann im Grundsatz für alle bayerischen Rückkehrer, die sich länger als 24 Stunden in Tirol oder einem anderen Risikogebiet aufgehalten haben, ebenso für alle Ausländer, die länger als 24 Stunden in Deutschland bleiben. Bisher war die Schonfrist doppelt so lang.

Wie im gesamten Bundesgebiet wird allerdings die Quarantänepflicht bei der Einreise aus einem Risikogebiet im Ausland verkürzt: Sie wird von 14 auf 10 Tage reduziert. Reisende können frühestens nach fünf Tagen in Isolation die Quarantäne vorzeitig mit einem negativen Testergebnis beenden. Der Test darf frühestens fünf Tage nach der Einreise nach Deutschland vorgenommen worden sein.

Der Bund hat als Grundlage den 16 Bundesländern eine sogenannte Musterverordnung vorgelegt. Rechtlich umgesetzt werden muss das aber von den jeweiligen Landesregierungen. „Im Wesentlichen hat die bayerische Einreise-Quarantäneverordnung (EQV) die Vorgaben der Musterverordnung umgesetzt“, sagte Huml. „Allerdings gibt es in Bayern weiterhin eine regelmäßige Testpflicht für Grenzgänger.“ Das bedeutet, dass Pendler und andere Menschen, die von Berufs wegen in ein Nachbarland fahren, sich jede Woche testen lassen müssen. Ausgenommen von den Quarantäne-Vorschriften sind unter anderem Soldaten aus Nato-Staaten und hochrangige Diplomaten.

Update, 7.26 Uhr - Stadt Rosenheim „knackt“ 300er-Marke, weitere Sorgenkinder in der Region

Seit der letzten Meldung am Sonntagvormittag haben sich die Fallzahlen bzw. 7-Tage-Inzidenzen für die Städte und Landkreise der Region unterschiedlich entwickeltGrößtes „Sorgenkind“ ist derzeit die Stadt Rosenheim, die im Vergleich zum Vortag laut Daten des Robert-Koch-Institutes (RKI) 34 neue Corona-Fälle verzeichnete. Deswegen stieg auch die 7-Tage-Inzidenz von 289,5 auf nun 303,7. Aber mit dieser hohen Inzidenz ist die Stadt Rosenheim nicht das einzige Sorgenkind in der Region. Auch die Landkreise Rosenheim (von 261,4 auf 293,9), Altötting (von 219,7 auf 234,9) und Mühldorf (von 233,9 auf 256,3) meldeten Steigerungen.

Gleich geblieben ist die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Traunstein (aktuell 285,4).

Die Entwicklung der Corona-Zahlen in der Region.

Deutlich gesunken ist die 7-Tage-Inzidenz dagegen im Berchtesgadener Land (von 217,1 auf 156,7), und somit zum ersten Mal seit langem wieder unter die Marke 200. Weitere Todesfälle wurden in der Region glücklicherweise nicht gemeldet.

Update, 7.07 Uhr - 13.363 neue Corona-Infektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 13.363 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind rund 2650 Fälle weniger als am Sonntag, wie aus Angaben des RKI vom Montagmorgen hervorgeht. An Montagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Am vergangenen Montag hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 12.097 gelegen. Der Höchststand war am Samstag mit 23.399 gemeldeten Fällen erreicht worden.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 671.868 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 09. 11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Montag um 63 auf insgesamt 11.352. Das RKI schätzt, dass rund 429.600 Menschen inzwischen genesen sind.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagabend bei 1,01 (Vortag: 1,04). Das heißt, dass zehn Infizierte im Mittel etwa zehn weitere Menschen ansteckten. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Höchststand bei Corona-Kranken auf Intensivstation fast erreicht

Die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen hat in Deutschland fast wieder den Höchstwert vom Frühjahr erreicht. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) meldete am Sonntag, dass 2904 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt werden. Davon werden 1605 (55 Prozent) invasiv beatmet. Der bisherige Höchststand war laut DIVI am 18. April mit 2933 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen erreicht worden.

Tatsächlich sei die Lage in den Kliniken derzeit sogar schlimmer als im Frühjahr, sagte Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe wesentlich mehr infizierte Patienten auf den anderen Stationen - von denen ein Teil noch auf den Intensivstationen landen werde. Die gesamte Infektionslage sei nicht mit der im April vergleichbar.

Anders als bei der Spitze am 18. April werde diesmal kein Abflauen folgen, der Anstieg werde sich vielmehr vorerst fortsetzen, sagte Janssens. Der Grund sei, dass sich die jeweilige Zahl an Neuinfektionen erst verzögert in schweren Verläufen und schließlich in der Belegung der Intensiv-Stationen niederschlägt. „In vier Wochen werden wir die Folgen der Spitzenwerte jetzt sehen.“ Einige Zentren seien bereits am Anschlag, es müssten vereinzelt bereits Covid-19-Patienten in andere Kliniken gebracht werden.

Hinzu kommt, dass der Anteil älterer Infizierter nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) seit Ende September wieder steigt. Sie haben ein höheres Risiko, schwer zu erkranken - und damit auch dafür, zu Patienten auf der Intensivstation zu werden.

In Berlin dürfen viele große Krankenhäuser bereits nur noch solche planbaren Aufnahmen, Operationen und Eingriffe durchführen, die medizinisch dringlich sind. Das geht aus einer Verordnung der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung hervor, die zum Samstag in Kraft trat. Die Kliniken erhalten Freihaltepauschalen - damit Intensivbetten und Klinikpersonal für Covid-19-Patienten frei gehalten werden können. Janssens hält eine solche Regelung bundesweit für nötig, vor allem für die Kliniken, die stark in die Behandlung schwerkranker Covid-19-Patienten eingebunden sind. Im Frühjahr waren alle Kliniken aus dem Regelbetrieb genommen worden.

Laut aktuellem DIVI-Tagesreport haben die Kliniken in Deutschland rund 7500 freie Intensivbetten gemeldet (Stand 8.11., 12.15 Uhr), bei denen sowohl ausreichend Technik als auch Personal zur Verfügung steht. Allerdings warnte DIVI-Präsident Uwe Janssens vor einigen Tagen, dass mitunter auch Betten als frei gemeldet würden, für die gar kein Pflegepersonal verfügbar sei.

Die Kliniken geben laut DIVI zudem an, im Notfall innerhalb von sieben Tagen gut 12 000 weitere Intensivbetten in Betrieb nehmen zu können.

mh/mz/dpa

Kommentare