News-Ticker zur Corona-Pandemie

Unterricht während Corona: Bildungsministerin will Schulen mit sieben Milliarden Euro digitalisieren

Deutschlands Bildungsministerin Kaliczek will Schulen mit mehr als sieben Milliarden Euro digitalisieren
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München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt nunmehr seit über neun Monaten in der Region, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Dienstag (3. November) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 206,1, Landkreis Rosenheim 205,1, Landkreis Traunstein 157,3, Landkreis Berchtesgadener Land 252,1, Landkreis Mühldorf 158,8, Landkreis Altötting 131,8 (Quelle/Stand: RKI, 3. November, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 1104, Landkreis Rosenheim 3847, Traunstein 2065, Berchtesgadener Land 1319, Mühldorf 1196, Altötting 983 (Quelle/Stand: RKI, 3. November, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 23, Landkreis Rosenheim 206, Traunstein 89, Berchtesgadener Land 28, Mühldorf 27, Altötting 57 (Quelle/Stand: RKI, 3. November, 0 Uhr)
  • Mindestens 10.661 Todesfälle in Deutschland (2809 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 20.04 Uhr - Bildungsministerin Kaliczek will Schulen mit sieben Milliarden Euro digitalisieren

Deutschlands Schulen erhalten für die Wartung digitaler Technik 500 Millionen Euro vom Bund. Eine Vereinbarung über die Förderung schlossen Bundesbildungsministerin Anja Karliczek und die Länder, wie das Bundesbildungsministerium am Dienstag in Berlin mitteilte. Sie soll an diesem Mittwoch in Kraft treten. Die CDU-Politikerin sagte, Bund und Länder arbeiteten in der Corona-Krise eng zusammen. „Das zeigt sich auch im Digitalpakt Schule, der mit Mitteln der Länder mittlerweile ein Gesamtvolumen von mehr als sieben Milliarden Euro hat.“

Mit 500 Millionen Euro habe der Bund bereits dafür gesorgt, dass Schülerinnen und Schüler, die zu Hause keine eigenen Laptops nutzen können, mit Leihgeräten ausgestattet werden können. „Zudem beraten wir uns gerade mit den Ländern, um weitere 500 Millionen Euro für Laptops für Lehrkräfte bereitzustellen.“

Das Förderprogramm „Digitalpakt Schule“ mit ursprünglich 5 Milliarden vom Bund wurde vor mehr als einem Jahr für den Aufbau der digitalen Infrastruktur an den Schulen aufgelegt, etwa zur Installation von schuleigenem WLAN oder zur Anschaffung digitaler Tafeln - sogenannter Smartboards. Immer wieder wurde kritisiert, dass die Gelder nur langsam abfließen.

Update, 18.20 Uhr - Virtueller Schulgipfel diskutiert Unterricht unter Corona-Bedingungen

Bei einem virtuellen Schulgipfel wollen Vertreter der Staatsregierung am Mittwoch (14.00 Uhr) mit Lehrern, Schülern und Eltern über die Situation an den Schulen sprechen. Zwar sind in dieser Woche gerade Herbstferien im Freistaat, doch danach sollen die Kinder und Jugendlichen trotz Teil-Lockdowns und Kontaktbeschränkungen wieder in ihre Klassenzimmer kommen - sofern nicht das Gesundheitsamt wegen eines konkreten Corona-Falles Quarantänemaßnahmen anordnet.

Schon im Vorfeld hatte es teils harsche Kritik der Verbände an der Schulpolitik der Staatsregierung in der Corona-Pandemie gegeben. Die offizielle Tagesordnung des Treffens, an dem unter anderem auch die kommunalen Spitzenverbände teilnehmen, teilte die einladende Staatskanzlei im Vorfeld zwar nicht mit. Doch gibt es viele Themen, die die Schulfamilie umtreiben: Distanzunterricht und geballte Leistungsproben im Präsenzunterricht zum Beispiel, aber auch der Gesundheitsschutz durch hochwertige Masken für Lehrer und Lüftungsgeräte in den Klassenzimmern.

Update, 17.15 Uhr - Die Fallzahlen aus den Kreisen Mühldorf und Altötting - Maskenpflicht in Innenstadt von Altötting

Bislang wurden im Landkreis Altötting 1001 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 nachgewiesen .781 Landkreisbürger/Innen sind bislang von der Erkrankung an Covid-19 wieder genesen. 57 Personen sind an der Erkrankung verstorben. 163 sind aktuell mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert. Weiterhin hat das Landratsamt Alötting via Facebook bekanntgegeben, dass seit 3. November in der Altöttinger Innenstadt Maskenpflicht herrscht.

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn gibt es seit der letzten Statusmeldung vom Montag, 2. November 33 neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 3. November 2020, 8 Uhr). Davon sind zwei Fälle dem Infektionsgeschehen am Putenschlachthof Ampfing zuzuordnen. Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein. Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 237 aktive Fälle, davon werden zehn Personen stationär behandelt. Die 7-Tage-Inzidenz, die den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen entspricht, liegt zum heutigen Stichdatum-/zeitpunkt bei 160,5.

Update, 16.30 Uhr - Die Corona-Entwicklung im Berchtesgadener Land - Landrat Kern: „Tendenz der Neuinfektionen zeigt nach unten“

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit gestern 25 weitere bestätigte SARS-CoV-2-Fälle im Landkreis gibt. Davon befanden sich sieben Personen bereits als direkte Kontaktpersonen in Quarantäne. Die Gesamtzahl der seit März 2020 registrierten Corona-Infektionsfälle im Landkreis Berchtesgadener Land steigt somit auf 1.339 (Meldestand: 03. November, 10 Uhr). Der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land liegt nach Berechnungen des Gesundheitsamts aktuell bei 252,09.

Von den insgesamt 1.339 mit Wohnsitz im Berchtesgadener Land registrierten SARS-CoV-2-Fällen sind 1.026 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen. Aktuell gibt es 285 SARS-CoV-2-Infizierte im Landkreis.

„Die Regelungen und Maßnahmen, die wir mit der Allgemeinverfügung am 19. Oktober beschlossen haben, waren aufgrund der rasant steigenden Zahl an täglichen Neuinfektionen notwendig. Mir ist bewusst, dass wir damit allen im Berchtesgadener Land sehr viel abverlangt haben. Nach zwei Wochen zeigt sich aber nun, wie dringend und erforderlich diese Reglementierungen waren. Wir konnten diesen steilen Anstieg auch der 7-Tage-Inzidenz abflachen und sind nun wieder auf dem 7-Tage-Inzidenz-Niveau von vor 14 Tagen angelangt. Dies ist ein Erfolg. Die Tendenz der täglich gemeldeten Neuinfektionen zeigt seit einigen Tagen ebenso nach unten, sodass wir nun deutlich sehen, dass die Maßnahmen gewirkt haben. Aber: Wir dürfen uns nun auf dem Erreichten nicht ausruhen, sondern wir müssen weiterhin gegenseitig Rücksicht nehmen und insbesondere die AHA-Regeln beherzigen. Dazu rufe ich alle Bürgerinnen und Bürger des Berchtesgadener Lands auf,“ so Landrat Bernhard Kern.

Kommunale Teststraße für Grenzpendler in Freilassing eingerichtet

Seit heute ist eine zusätzliche kommunale Teststelle im Vereinsheim in Freilassing gegenüber des Badylons eingerichtet. Dieses zweite vom Landkreis Berchtesgadener Land eingerichtete Teststelle ist nur für Grenzpendler, die im Landkreis Berchtesgadener Land arbeiten, geöffnet. Die Öffnungszeiten sind Montag von 7 bis 10 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag von 16 bis 19 Uhr.

Grenzpendler können hier nur mit voriger Terminregistrierung kostenlos getestet werden. Arbeitgeber, die Grenzpendler beschäftigen, melden sich bei der Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice GmbH (BGLW) unter Telefon: 0049 8654 77500 oder per E-Mail info@berchtesgadener-land.de an und erhalten alle Informationen zum Ablauf sowie zur Terminregistrierung und geben diese an die Grenzpendler, die sie beschäftigen, weiter.

Update, 15.45 Uhr - Oberbayern hofft auf Wintertourismus - Keine Après-Ski-Region

Trotz der neuerlichen Corona-Beschränkungen blicken Touristiker im Süden Bayerns vorsichtig optimistisch auf den kommenden Winter. Die Schließungen träfen die Branche schmerzhaft, allerdings zähle der November auch sonst zu den schwächsten Monaten, sagte die Sprecherin des Tourismusverbandes Oberbayern, Cindy Peplinski, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. „Die Zuversicht in den oberbayerischen Alpen-Destinationen ist nach wie vor groß, dass uns eine herausfordernde, aber gute Wintersaison bevorsteht.“

Der Verband sieht auch Chancen. Man gehe davon aus, dass in diesem Winter mehr Menschen in Deutschland, speziell in Bayern, ihren Urlaub verbringen werden. Mögliche Grenzschließungen könnten ein Grund dafür sein. Gäste befürchteten zudem Quarantänepflichten bei der Rückkehr nach Deutschland und wollten die Sicherheit haben, jederzeit nach Hause zurückkehren zu können. 

Zudem sei Oberbayern keine typische Après-Ski-Region. Beim Après-Ski in Österreich hatten sich im vergangenen Winter zahlreiche Menschen angesteckt. Die oberbayerischen Skigebiete verfügen auch über viele kurze Sessel- und Schlepplifte, die eine volle Besetzung mit Schutz-Maske ermöglichen. Und: „Nicht zuletzt ist der Winter in Oberbayernecht schön“, sagte Peplinski.

Der Tourismus sei keine Risikobranche. Beherbergungsbetriebe, Seilbahnen und Freizeitanbieter hätten schon aus dem Sommer Erfahrungen, um Infektionen einzudämmen. „Wintersport ist eine Freiluft-Sportart, die den Körper stärkt und einen großen Erholungswert bietet. Genau hier besteht jetzt eine hohe Nachfrage in dieser schwierigen Zeit.“

Update, 15 Uhr - Neuer Todesfall im Kreis Traunstein: „Infektionsgeschehen dynamisch, diffus und flächendeckend“

Innerhalb von 24 Stunden sind beim Traunsteiner Gesundheitsamt 77 Neuinfektionen eingegangen. „Das aktuelle Infektionsgeschehen im Landkreis Traunstein ist dynamisch, diffus und flächendeckend“, so das Gesundheitsamt. Damit stieg die Zahl der aktiven Corona-Fälle auf 525 und der 7-Tage-Inzidenz-Wert auf 157,3.

Zudem wurde bei einer 51-jährigen verstorbenen Frau eine Covid-19-Infektion diagnostiziert. Sie hatte Vorerkrankungen. Damit liegen laut Landratsamt im Landkreis insgesamt 90 Todesfälle in Zusammenhang mit COVID-19 vor. Derzeit werden in den Kliniken im Landkreis Traunstein 28 Covid-19-Patienten behandelt, davon 23 auf der Normalstation und fünf auf der Intensivstation.

Update, 14.17 Uhr - Spahn einer von 75 Prozent: „Können nicht sagen, wo es passiert ist“

Wie die meisten anderen Corona-Infizierten in Deutschland kennt auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nach eigener Angabe die Quelle seiner eigenen Infektion nicht. „Ich wäre einer von diesen 75 Prozent, die nicht sagen können, wo es passiert ist“, sagte Spahn am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Berlin. Es sei für die Betroffenen ja gerade das Tückische an dem Corona-Virus, dass für die meisten Infektionsfälle im Nachhinein gelte: „Es ist passiert, ohne dass man es gemerkt hat.“ Am 21. Oktober war bekannt geworden, dass Spahn positiv auf Corona getestet worden war. 

Spahn sagte, die eigene Erfahrung habe seine Sicht auf die Corona-Krise auch noch einmal beeinflusst. So habe er selbst gespürt, dass Isolation und Quarantäne verbunden mit der Sorge um den weiteren Verlauf belastend sein könnten. Er sei demütig und dankbar, dass seine Erkrankung gut verlaufen sei und er sich wie die anderen Bürger auf das Gesundheitswesen habe verlassen können.

Update, 13.27 Uhr - InnKlinikum Mühldorf schränkt Patientenbesuche weiter ein 

„Zur Sicherheit der Patienten, Besucher und Mitarbeiter schränkt das InnKlinikum ab Donnerstag, 5. November 2020, für alle Standorte (Altötting, Mühldorf, Burghausen und Haag) die Besuchsmöglichkeiten weiter ein. Das InnKlinikum reagiert damit auf das zunehmende Infektionsgeschehen in Zusammenhang mit dem Corona-Virus“, teilt das InnKlinikum in einer aktuellen Pressemitteilung mit.

Neu ist, dass Patienten erst ab dem 4. Tag der stationären Aufnahme besucht werden können. Der Besuch darf zudem für die gesamte Dauer des Aufenthalts nur durch eine einzige, vom Patienten festgelegte Person, erfolgen. Weiterhin gilt ein generelles Besuchsverbot von COVID-19-Patienten (Positiv oder Verdachtsfälle). Täglich dürfen alle anderen Patienten von ihrer festgelegten Person für maximal 30 Minuten besucht werden. Es gelten die AHA-Regeln (Abstand, Händewaschen, Alltagsmaske). Die Besuchszeiten sind am Wochenende und an den Feiertagen von 10 Uhr bis 16 Uhr und während der Woche von 12 Uhr bis 17 Uhr.

Abweichend von den genannten Regelungen ist die Begleitung Sterbender und Gebärender (durch den Kindsvater) auch außerhalb der Besuchszeiten möglich. In der Pädiatrie sind Besuche durch Eltern zugelassen. Ausnahmeregelungen gibt es auch für die Intensiv- und IMC-Stationen. Hier bittet das InnKlinikum darum, sich vor einem Besuch mit den behandelnden Stationen in Verbindung zu setzen. Grundsätzlich ruft das InnKlinikum dazu auf, jeden Besuch zu überdenken.

Die Pressekonferenz von Gesundheitsminister und RKI im Video:

Update, 12.35 Uhr - Spahn informiert über aktuelle Corona-Lage

Nach seiner überstandenen Corona-Infektion ist Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zurück aus der Quarantäne. Was sagt er zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland? Wie steht es um die Versorgung von Corona-Patienten in den Kliniken?

Darüber wird Spahn auf einer Pressekonferenz in Berlin informieren - zusammen mit dem Vizepräsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI), Lars Schaade, und mit dem Präsidenten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens.

Update, 11.58 Uhr - Verkehrsminister Scheuer in Quarantäne

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) geht nach dem Corona-Fall bei Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) in Quarantäne. Ein Schnelltest bei Scheuer sei negativ gewesen, er gehe aber nach Absprache mit Ärzten in Quarantäne, sagte eine Sprecherin am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Woidke war positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er hatte am Samstag an der Eröffnung des Flughafens BER in Schönefeld teilgenommen. Dort waren unter anderem auch Scheuer, Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Lufthansa-Chef Carsten Spohr zu Gast. Sie standen auf einem Podium mit Woidke.

Update, 11.29 Uhr - Vier Tote und Dutzende Infizierte in Seniorenheim in Oberpfalz

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim in Berching (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz) sind vier Bewohner infolge der Infektion gestorben. Weitere 40 Bewohner wurden positiv auf das Coronavirus getestet, wie Andrea Schödl, Sprecherin des Caritasverbands für die Diözese Eichstätt, am Dienstag bestätigte. Sechs der Infizierten befänden sich derzeit im Krankenhaus. Auch 17 Mitarbeiter des betroffenen Altenheims seien infiziert. Seit dem Ausbruch vergangene Woche steht das Heim mit 72 Einzelzimmern unter Quarantäne

„Für demenzkranke Menschen mit einem großen Bewegungsdrang ist es außerordentlich schwer, in ihren Zimmern zu bleiben“, sagte Schödl. Pflegekräfte aus anderen Caritas-Einrichtungen helfen derzeit in Berching aus. Die konkrete Ursache für den Ausbruch konnte noch nicht ermittelt werden. Der Verband nimmt an, dass ein Corona-Ausbruch in diesem Umfang nicht auf eine einzige Person oder einen einzigen Anlass zurückzuführen sei.

Update, 10.38 Uhr - Intensivmediziner: Mehr Junge schwer an Corona erkrankt

Der Direktor der Intensivmedizin am Hamburger Universitätskrankenhaus Eppendorf (UKE), Stefan Kluge, berichtet von immer mehr jungen Corona-Patienten auf der Intensivstation. Anders als bei der ersten Welle der Virusausbreitung im Frühjahr seien dieses Mal viele Jüngere betroffen, sagte der Professor am Dienstag dem Radiosender Bayern 2. „Wir betreuen mehrere Patienten deutlich unter 50 Jahren und teilweise ohne Vorerkrankungen.“

Kluge, der auch Präsidiumsmitglied der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) ist, wies darauf hin, dass die Entwicklung bei der Zahl der Intensivpatienten der der Infizierten um mehrere Tage hinterherläuft: „In wenigen Tagen werden wir, was die Zahl der Krankenhauspatienten angeht, die erste Welle übertreffen. Und das ist besorgniserregend.“

Update, 9.48 Uhr - Keine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen - Traunsteins OB appelliert an Bürger

Auf öffentlichen Plätzen in der Großen Kreisstadt Traunstein gilt derzeit keine generelle Maskenpflicht. Das Landratsamt Traunstein hat darauf in der entsprechenden Allgemeinverfügung verzichtet. Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer appelliert an alle Bürger, die geltenden Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten und dort, wo der Abstand nicht eingehalten werden kann, die Maske zu tragen. „Ich setze hier auf den gesunden Menschenverstand unserer Bürgerinnen und Bürger.“ Die Entwicklung der nächsten Wochen hänge in großem Maße von der Eigenverantwortung der Bürger ab. 

Unabhängig davon gilt laut Traunsteiner Landratsamt bei den weiterhin regelmäßig stattfindenden Wochen- und Bauernmärkten auf dem Stadtplatz die Pflicht, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. 

Update, 8.56 Uhr - Markt Schwaben: Fast alle Bewohner eines Pflegeheims mit Corona infiziert - zwei Tote

34 von 40 Bewohnern eines Pflegeheims im oberbayerischen Markt Schwaben (Landkreis Ebersberg) haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Außerdem seien inzwischen 15 Mitarbeiter der Einrichtung positiv auf das Virus getestet worden, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes. Zwei infizierte Bewohner seien inzwischen verstorben. Derzeit werde beraten, wie die Versorgung der Heimbewohner sichergestellt werden könne.

Weil auch mehrere Mitarbeiter der Küche des Heims nun in Quarantäne seien, habe ein externer Caterer die Essensversorgung übernommen, so die Sprecherin weiter. Ein mittlerweile eingerichteter Krisenstab habe die Bundeswehr um Unterstützung gebeten für den Fall, dass der Träger des Heims die Versorgung der Bewohner nicht mehr sicherstellen könne, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes Ebersberg. Die nicht infizierten Bewohner seien derzeit im Erdgeschoss des Gebäudes untergebracht, die infizierten im ersten und zweiten Stock.

Vor rund einer Woche zeigte eine 79-jährige Bewohnerin der Einrichtung in Markt Schwaben typische Krankheitssymptome und wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Daraufhin wurde eine Reihentestung unter den übrigen Bewohnern und Mitarbeitern des Pflegeheims durchgeführt, die eine sehr hohe Zahl Infizierter ergab.

Update, 8.01 Uhr - Corona-Ampel in Region weiter durchgehend „dunkelrot“

Die Corona-Ampel in Südostbayern steht in unserer Region in allen Landkreisen weiterhin auf „dunkelrot“. Die 7-Tage-Inzidenzen haben sich dabei im Vergleich zum Vortag weitestgehend nur moderat verändert. Während die Stadt Rosenheim (206,1) und der Landkreis Berchtesgadener Land (252,1) leicht gesunkene Werte meldeten, sind die Zahlen in den Landkreisen Altötting (131,8) und Mühldorf (158,8) und dem Landkreis Rosenheim (205,1) weitestgehend stabil geblieben.

Den größten Anstieg gab es unterdessen im Landkreis Traunstein, wo der Wert auf 157,3 sprang. Weitere Todesfälle in der Region wurden seit der letzten Meldung glücklicherweise nicht bekannt. Der Durchschnitt der 7-Tage-Inzidenz in der Region sank zum ersten Mal seit langem auf 185,2.

Die Entwicklung der 7-Tage-Inzidenz in der Region.

RKI meldet über 15.000 neue Corona-Fälle

Die lokalen Behörden in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) jetzt 15.352 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet (Stand: 3. November, 0 Uhr). Am Dienstag vor einer Woche hatte die Zahl bei 11.409 gelegen. Mit 19.059 Neuinfektionen war am Samstag ein neuer Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht worden (News-Ticker Montag, 2. November). Insgesamt haben sich damit seit Beginn der Corona-Krise 560.379 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Dienstag um 131 auf insgesamt 10.661.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht bei 1,07 (Stand: 2. November; Vortag: 1,13). Das bedeutet, dass zehn Infizierte knapp elf weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,04 (Stand: 2. November; Vortag: 1,13). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

mw/mh/dpa

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