News-Ticker zur Corona-Pandemie

Mehr Wechsel- und Distanzunterricht bis zu den Weihnachtsferien

Die strikte Maskenpflicht an Schulen ist eine bayerische Besonderheit.
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Der Ministerrat hat am Sonntag weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschlossen.
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München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Dienstag (8. Dezember) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 229,7, Landkreis Rosenheim 164,5, Landkreis Traunstein 251,5, Landkreis Berchtesgadener Land 141,6, Landkreis Mühldorf 201,9, Landkreis Altötting 226,9 (Quelle/Stand: RKI, 8. Dezember, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 1886, Landkreis Rosenheim 6807, Traunstein 4565, Berchtesgadener Land 2150, Mühldorf 2508, Altötting 2337 (Quelle/Stand: RKI, 8. Dezember, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 26, Landkreis Rosenheim 251, Traunstein 125, Berchtesgadener Land 38, Mühldorf 42, Altötting 73 (Quelle/Stand: RKI, 8. Dezember, 0 Uhr)
  • Mindestens 19.342 Todesfälle in Deutschland (4411 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 20.05 Uhr - Mehr Wechsel- und Distanzunterricht bis zu den Weihnachtsferien

Der Ministerrat hat am Sonntag weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschlossen. Diese werden ab Mittwoch, den 9. Dezember bis zu den Weihnachtsferien wirksam. Kultusminister Michael Piazolo: „Der Schulbetrieb reagiert flexibel auf die Herausforderungen der Corona-Pandemie. Ab Mittwoch 9. Dezember gehen rund 40 Prozent der Schüler in Bayern in den Wechselunterricht oder in den Distanzunterricht.”

Der Landkreis Mühldorf am Inn gilt in der Region als Hotspot und verschärft dementsprechend ebenfalls die Maßnahmen, auch Schulen sind davon betroffen. Die Pressemitteilung des Landratsamtes können Sie bei innsalzach24.de nachlesen. An den allgemeinbildenden Schulen wechseln die Klassen ab Jahrgangsstufe 8 je nach 7-Tage-Inzidenzwert in den Wechselunterricht oder in den Distanzunterricht. Alle beruflichen Schulen - mit Ausnahme der FOS/BOS und der Wirtschaftsschule - stellen komplett auf Distanzunterricht um. Im Präsenzunterricht verbleiben die Jahrgangsstufen 1 bis 7, die jeweils letzte Jahrgangsstufe jeder Schulart und die Förderschulen. (genaue Regelungen unter www.km.bayern.de/coronavirus-faq<http://www.km.bayern.de/coronavirus-faq).

Die Schulen werden von der örtlichen Schulaufsicht informiert, sobald die zuständige Kreisverwaltungsbehörde (KVB) die Überschreitung des 7-Tage-Inzidenzwertes von 200 bekannt gemacht hat und entsprechende Maßnahmen einzuleiten sind. Darüber hinaus können die örtlichen Behörden, wenn es der Infektionsschutz erfordert, weitergehende Anordnungen treffen, insbesondere bei Überschreiten einer 7-Tage-Inzidenz von 300.

Die Eltern erhalten die Informationen von den Schulen vor Ort. Für Leistungsnachweise gilt Folgendes: Mündliche Leistungsnachweise können im Wechselunterricht und im Distanzunterricht erbracht werden. Schriftliche Leistungsnachweise können in den Klassen bzw. Kursen, die sich im Wechselunterricht oder im Distanzunterricht befinden, bis Weihnachten nicht stattfinden. Details zu ggf. notwendigen Nachhol- oder Härtefallregelungen werden derzeit erarbeitet.

Update, 19.05 Uhr - 14 Neuinfektionen und ein Todesfall im Berchtesgadener Land

Das Landratsamt Berchtesgadener Land meldet einen weiteren Todesfall nach bestätigter Corona-Infektion. Dabei handelt es sich um einen 83-jährigen Mann, die Gesamtzahl der im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung Verstorbenen erhöht sich somit auf 38. Seit gestern wurden dem Gesundheitsamt 14 Neuinfektionen gemeldet, die Zahl der landkreisweit aktiven Fälle liegt aktuell bei 196. 48 Covid-19-Patienten werden in den Kliniken im Landkreis derzeit behandelt, vier davon auf der Intensivstation.

Update, 18.24 Uhr - Verschärfte Ausgangsregelungen - Landkreis Mühldorf gilt nun als Corona-Hotspot.

Ab dem morgigen Mittwoch gilt im Landkreis Mühldorf eine verschärfte Ausgangssperre. Das hat das Landratsamt soeben erklärt. Es reagierte damit auf die neuerliche Überschreitung der 200er Marke bei Neuinfektionen binnen sieben Tagen und 100 000 Einwohnern. Mit 52 neuen Fällen reißt der Landkreis diese Marke, nachdem er zuletzt darunter lag. Damit gilt die bayerische Hot-Spot-Regelung.

Kernpunkt ist eine Ausgangssperre zwischen 21 und fünf Uhr, die nur in wenigen, dringenden Gründen durchbrochen werden darf. Gesellige Treffen im privaten Kreis sind damit nicht mehr möglich.

Die neuen Regelungen haben auch Auswirkungen auf den Schulbetrieb. Ab der Jahrgangsstufe acht gilt Distanzunterricht, auch für die Jahrgangsstufe elf der Gymnasien. Ausgenommen sind die letzten Jahrgangsstufen der Schulen und die Förderschulen. Die Berufsschulen gehen dagegen mit allen Klassen in den Distanzunterricht, das gilt auch für die Abschlussklassen. Sportunterricht findet bis zum letzten Schultag vor den Weihnachtsferien am 18. Dezember in allen Jahrgangsstufen nicht statt. Derzeit gibt es 324 aktive Corona-Fälle im Landkreis.

Erneut sind zwei Menschen an Corona gestorben, die Zahl der Toten liegt damit bei 43 seit dem Ausbruch Anfang März. Die Sieben-Tage-Inzidenz beträgt 207,13.

Die Situation im Inn-Klinikum bleibt unverändert, in Altötting, Mühldorf und Burghausen liegen 99 Corona-Patienten. Nach Angaben der Klinikleitung werden wie gestern neun Menschen beatmet, 16 Beatmungsbetten gibt es. In den Kliniken gelten weiter eingeschränkte Besuchsmöglichkeiten. Ab dem vierten Tag dürfen Patienten einmal täglich von der immer gleichen Person besucht werden. Corona-Patienten sind isoliert und dürfen nicht besucht werden.

Update, 18.12 Uhr - Drei Corona-Todesfälle im Landkreis Traunstein

Aus dem Landkreis Traunstein wurden unterdessen drei weitere Todesfälle in Zusammenhang mit bestätigten Corona-Infektionen gemeldet. Bei den Verstorbenen handelt es sich um drei Frauen im Alter von 70, 72 und 98 Jahren.

Die Zahl der Todesfälle steigt somit auf insgesamt 128.57 neue Infektionen mit dem Corona-Virus werden vom Landratsamt Traunstein gemeldet, im gleichen Zeitraum gelten allerdings auch 66 Personen von ihrer Corona-Infektion als genesen.

Derzeit werden in den Kliniken des Landkreises Traunstein 60 Covid-19-Patienten stationär behandelt, 13 davon werden intensivmedizinisch versorgt.

Update, 16.57 Uhr - Zwei weitere Todesfälle im Landkreis Mühldorf am Inn

Im Zuständigkeitsbereich des Landratsamtes Mühldorf am Inn sind zwei weitere Personen mit bestätigter Corona-Infektion verstorben. Landkreisweit werden zudem 52 neue bestätigte Corona-Fälle gemeldet, was die Zahl der derzeit aktiven Fälle im Landkreis auf 324 klettern lässt.

Auch an der Berufsschule II in Mühldorf sowie der Mittelschule Mühldorf gibt es neue Corona-Fälle. Alle weiteren betroffenen Schulen und Einrichtungen aus der Region finden sich im Sammel-Artikel auf rosenheim24.de!

Update, 15.56 Uhr - Harter Lockdown in Sachsen

Sachsen fährt wegen massenhafter Corona-Infektionen das öffentliche Leben weiter herunter. Wie die Regierung am Dienstag in Dresden mitteilte, wird der bisher geltende Teil-Lockdown ab kommenden Montag verschärft. Schulen, Kitas, Horte und viele Geschäfte sollen geschlossen werden. Geöffnet bleiben sollen Lebensmittelgeschäfte und Geschäfte für den Grundbedarf. Das Virus habe eine viel stärkere Kraft als im Frühjahr, die Menschen würden die Lage aber bei Weitem nicht so ernst nehmen, wie Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sagte. Die Infektionen seien hier sprunghaft angestiegen.

Sachsen hatte sich in den vergangenen Tagen zum bundesweit größten Hotspot der Pandemie entwickelt. Über das Wochenende stieg die Zahl der nachgewiesenen Infektionsfälle um 5810 auf insgesamt 71 320. Inzwischen sind 1298 Todesfälle zu beklagen. Die Landkreise Bautzen (500,7) und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (508) übersprangen nach Angaben des Robert Koch-Institutes wieder die Marke von 500 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Bundesweit hatte lediglich der Landkreis Regen in Niederbayern am Dienstag mit 578,7 einen höheren Inzidenzwert. Für ganz Sachsen wies das Robert Koch-Institut am Dienstag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 319 aus, bundesweit waren es 147. 2492 Menschen befinden sich derzeit in Sachsen mit einer Covid-19-Diagnose im Krankenhaus, davon 458 auf der Intensivstation.

Kretschmer hatte die Sachsen bereits in den vergangenen Tagen auf neue Einschränkungen eingestimmt. Allerdings wollte das Kabinett mit neuen Entscheidungen noch ein paar Tage warten, um die Entwicklung weiter zu beobachten. Offenkundig war der Druck der Zahlen am Ende zu groß. Kretschmer hatte am Montag zugesagt, zunächst ein Einvernehmen mit dem Landtag, der kommunalen Ebene sowie der Wirtschaft und gesellschaftlichen Gruppen herzustellen. Den Katastrophenfall - so wie in Bayern inzwischen verkündet - sah Kretschmer indes für Sachsen nicht.

Die Regierungserklärung im Live-Steam:

Update, 14.45 Uhr - Söder kritisiert AfD-Stadtrat Dr. Meyer aus Altötting aufs Schärfste

Weitere Maßnahmen betreffen Alten- und Pflegeheime, zudem bat die Staatsregierung noch einmal alle Unternehmen darum, nach Möglichkeit verstärkt auf Home-Office zu setzen. Auch der „kleine Grenzverkehr“ wird noch einmal eingeschränkt, weil die Zahlen in Österreich und Tschechien nach wie vor sehr hoch sind.

Abschließend machte Söder deutlich: „Corona nützt jeden Freiraum aus, den es bekommt. Deswegen müssen wir jetzt handeln. Die Lage ist sehr ernst. Mir ist die Stärke der Einschränkungen bewusst. (...) Wir können aber nicht jeden Tag nach der Stimmungslage entscheiden, sondern analysieren, einen Vorschlag erarbeiten und diesen dann umsetzen.“

Zudem kritisierte Söder alle Corona-Leugner scharf. Besonders griff er Dr. med. Hans-Ullrich Meyer, einen Arzt und AfD-Stadtrat aus Altötting an. Söder zitierte einen Aushang, den dieser Doktor gemacht hatte. Darin hieß es: „Nachdem der Beweis erbracht wurde, dass es erstens keine Corona-Pandemie gibt und dass der PCR-Test keine Aussagekraft hat, ist die Pandemie beendet...“ Söder fand dafür deutlichste Worte: „Wer so etwas verbreitet, macht sich mitschuldig an der derzeitigen Corona-Situation.“

Update, 14.33 Uhr - Söder verbietet „Glühwein-Hopping“ und ist für Ladenschließungen ab Weihnachten

Im schulischen Bereich wird zunehmend auf Wechsel- und Distanzunterricht gesetzt. Schulen und Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) sollen um bis zu 40 Prozent entlastet werden. Es gelten bestimmte Ausnahmen, zum Beispiel für Grundschüler und Abschlussklassen. Auch Kindergärten und Kitas sollen geöffnet bleiben. Wie es in Schulen ab 10. Januar 2021 dann weitergeht, soll zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden.

Die Einhaltung der Regeln im Handel und in Geschäften sollen verschärft überwacht werden. Außerdem sollen alle Geschäfte, die nicht dem täglichen Bedarf dienen, vom 24. Dezember bis 10. Januar geschlossen werden. Hier strebe man eine bundesweite Regelung an. Wenn sich ein entsprechender Beschluss beim nächsten Bund-Länder-Gipfel abzeichne, werde dies in Bayern selbstverständlich auch umgesetzt, sagte der Ministerpräsident.

Zudem wird Alkoholkonsum auf öffentlichen Plätzen ab Mittwoch, 0 Uhr, komplett verboten. Damit will die Staatsregierung dem „Glühwein-Hopping“, wie Söder es nannte, entgegenwirken: „Alleine die Appelle zur Vernunft reichen hier nicht. Wir müssen die Vernünftigen vor den Unvernünftigen schützen. Deswegen bringen wir dies gemeinsam auf den Weg.“

Update, 14.24 Uhr - „Corona ist die größte Katastrophe, die unsere Generation erlebt hat“

Anschließend stellte Söder seinen Zehn-Punkte-Plan vor. Begonnen wird mit der Ausrufung des landesweiten Katastrophenfalls. „Corona ist die größte Katastrophe, die unsere Generation erlebt hat. Wer glaubt, dieses Thema ständig runterreden und leugnen zu müssen, hat den Ernst der Lage nicht erkannt“, stellte Söder eindeutig klar. Hinzu kommt eine allgemeine Ausgangsbeschränkung für ganz Bayern. Die klare Devise für die nächsten Wochen laute „Daheim bleiben“, so Söder: „Die Zeit der Schlupfloch-Suche ist vorbei!“

Außerdem gilt in Hotspots ab Mittwoch, 0 Uhr, eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 21 Uhr und 5 Uhr. Das sei eine „nachhaltige Verschärfung im Vergleich zum Frühjahr“, betonte der Landesvater. Zudem bleibt es bei den bisherigen Kontaktbeschränkungen - von ganz leichten Ausnahmen an Weihnachten einmal abgesehen. An Silvester wird es im Freistaat Bayern indes keine Lockerungen oder Ausnahmen geben.

Update, 14.20 Uhr - Söder warnt: „Infektiologischer Scherbenhaufen“ droht

„Der Teil-Lockdown hat bislang nicht den erhofften Erfolg gebracht. Sollen wir jetzt einfach bis zum 10. Januar warten? Nein, dies wäre vertane Zeit. Es ist viel besser, jetzt konsequent zu handeln - lieber früher als später“, sagte Söder und warnte dabei vor den Weihnachtsferien. Ferien seien zuletzt immer ein Pandemie-Treiber gewesen und im Freistaat wolle man deswegen nicht tatenlos auf einen „infektiologischen Scherbenhaufen“ im Januar warten.

In Bezug auf die „Hotspots“ nannte Söder vor allem den Grenzverkehr, denn besonders seien Kreise und Städte in der Nähe zu Tschechien und Österreich stark betroffen. Auch zunehmende Sorglosigkeit in Teilen der Bevölkerung ist nach Ansicht der Staatsregierung inzwischen ein Problem. „Es braucht neben Appellen deshalb auch Regeln, Leitplanken und gegebenenfalls auch Konsequenzen“, so der Ministerpräsident.

Update, 14.12 Uhr - „Todesfälle sind keine statistische Frage, sondern alles Schicksale“

„Der Teil-Lockdown war ein Teil-Erfolg. Die Ergebnisse sind milde. Die exponentielle Entwicklung ist gebrochen - mehr aber auch nicht. Es ist keine Trendumkehr. Die durchschnittliche Inzidenz in Bayern liegt bei 177. Das ist einfach zu viel“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zu Beginn seiner Regierungserklärung.

Zugleich warnte er vor steigenden Patientenzahlen in Krankenhäusern sowie immer mehr Todesfällen. „Todesfälle sind keine statistische Frage, sondern es sind alles Schicksale und Familien. Ich frage mich, wie manche Leute so herzlos und kalt darauf reagieren können“, sagte Söder und machte deutlich, dass die Abstimmung des Parlaments über die Verschärfung der Regeln nicht nur ein symbolisches Zeichen sei. „Es geht um die Sicherheit Bayerns. Es geht um den Grundauftrag eines Parlaments, Land und Menschen zu beschützen“, so der Ministerpräsident.

Update, 13.54 Uhr - Regierungserklärung von Söder um 14 Uhr

Ab 14 Uhr tagt in München der bayerische Landtag und entscheidet dabei final über die verschärften Corona-Regeln für den Freistaat, die vom Kabinett um Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Sonntag bereits vorab beschlossen worden waren. Zu Beginn der Sitzung wird Söder eine weitere Regierungserklärung abgeben.

rosenheim24.de berichtet von der Regierungserklärung natürlich wieder live!

Update, 13.21 Uhr - Polizei schnappt Corona-Betrüger im Raum München

Unter der Leitung der Staatsanwaltschaft München I durchsuchten Beamte des Bayerischen Landeskriminalamtes (BLKA) am 8. Dezember zehn Wohnungen und Geschäftsräume in Stadt und Landkreis München, Pforzheim und Berlin. Die Ermittlungen richten sich insgesamt gegen sechs Tatverdächtige im Alter zwischen 28 und 79 Jahren, die in dringendem Verdacht stehen, unrechtmäßig Corona-Soforthilfe in zahlreichen Fällen beantragt zu haben. 

Von 8. April bis 27. Mai 2020 gingen bei verschiedenen bayerischen Behörden mindestens 17 Online-Anträge auf Corona-Soforthilfe in Höhe von mindestens 405.000 Euro für verschiedene Unternehmen ein. Nach den bisherigen Ermittlungen der Wirtschaftsexperten waren diese Unternehmen entweder nicht existent oder gingen keiner Geschäftstätigkeit nach. Insgesamt wurden Gelder in Höhe von 288.000 Euro bewilligt und auf verschiedene Konten ausgezahlt. Bei den betroffenen Behörden handelt es sich um die Landeshauptstadt München sowie die Regierungen von Oberbayern, Niederbayern, Schwaben, Unterfranken und Mittelfranken.

Update, 12.18 Uhr - Maskenverweigerer rastet am Hauptbahnhof München aus

Zwei Mitarbeiter der DB-Sicherheit forderten am späten Montagabend, 7. Dezember, einen 36-Jährigen aus Großbritannien am Münchner Hauptbahnhof dazu auf, die erforderliche Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) aufzusetzen. Bisherigen Ermittlungen zufolge soll der Brite sich geweigert haben, dieser Aufforderung nachzukommen. Als er auch den Bahnhof nicht verlassen wollte, schoben ihn die Sicherheitsmitarbeiter in Richtung Ausgang, woraufhin er einem 61-jährigen Security auf dessen Maske gespuckt haben soll. Daraufhin soll dieser den Wohnsitzlosen einmal ins Gesicht geschlagen haben.

Zur Klärung des Sachverhaltes brachten die hinzugerufenen Bundespolizisten alle Beteiligten zur Wache. Hier geriet der 36-Jährige so in Rage, dass er einen Beamten beleidigte, den Hitlergruß zeigte und eine Hundekette gegen das Sicherheitsglas im Schleusenbereich warf, hinter welcher der zuvor beleidigte Beamte stand. Hierbei wurde die Verglasung stark beschädigt. Ein Alkoholtest beim Briten erbrachte 2,86 Promille. Er erhielt mehrere Anzeigen. Auch gegen den Sicherheitsmitarbeiter (61) wurden Ermittlungen eingeleitet.

Update, 11.09 Uhr - München jetzt wieder Hotspot - Regierungserklärung um 14 Uhr

Die Stadt München hat nach Angaben des Robert Koch-Instituts den Corona-Schwellenwert von 200 überschritten. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt derzeit bei 202,1 (Stand: 8. Dezember, 0 Uhr). Damit gilt die Landeshauptstadt wieder als Corona-Hotspot. Von Mittwoch, 0 Uhr, dürften deswegen schärfere Regeln in der Stadt gelten, darunter auch Ausgangsbeschränkungen in der Nacht. Zur genauen Ausgestaltung hat sich die Stadt bislang nicht geäußert.

Diese dürften sich aber mit den Vorschlägen von Ministerpräsident Söder (CSU) und dessen Kabinett decken, welche am Sonntag vorgestellt worden waren und unter dem Motto „Daheim bleiben“ stehen. Neben Ausgangsbeschränkungen bzw. Sperren sieht der Plan unter anderem die erneute Ausrufung des landesweiten Katastrophenfalls, den Wechsel von Schülern in höheren Klassen in den Hybrid- beziehungsweise kompletten Distanzunterricht und ein landesweites Verbot für den Konsum von Alkohol unter freiem Himmel vor. Im Handel und in der Öffentlichkeit soll es auch mehr Kontrollen zur Einhaltung der Auflagen geben. Über den entsprechenden Zehn-Punkte-Plan entscheidet am Nachmittag der Landtag. Die Zustimmung dazu gilt als sicher. Vorher hat Söder eine weitere Regierungserklärung im Maximilianeum angekündigt (14 Uhr).

Update, 10.34 Uhr - Landkreis Altötting meldet 49 neue Fälle

Das Gesundheitsamt Altötting hat für seinen Zuständigkeitsbereich jetzt 49 neue Corona-Fälle gemeldet (Stand: 7. Dezember, 18 Uhr). Die Gesamtzahl der Fälle stieg damit auf 2391. Die 7-Tage-Inzidenz lag zum o.g. Zeitpunkt nach Angaben des Landratsamtes bei 263,6. Die meisten Fälle gibt es derzeit in Töging (92), gefolgt von Neuötting und Altötting mit jeweils 62. Dahinter liegen Burghausen (41) sowie Haiming und Burgkirchen mit je 33 Fällen.

An den Standorten des InnKlinikums in den Landkreisen Mühldorf und Altötting werden derzeit insgesamt 99 Patienten stationär behandelt - 32 in Mühldorf, 23 in Altötting und 44 in Burghausen. Zehn Betroffene müssen auf einer Intensivstation versorgt werden.

Update, 9.45 Uhr - Ladenschließungen nach Weihnachten möglich

Wegen der anhaltend hohen Corona-Zahlen mehren sich die Forderungen, das öffentliche Leben deutlich stärker als bisher einzuschränken. Auch Ladenschließungen nach Weihnachten sind dabei im Gespräch. Bundesregierung und Ministerpräsidenten wollen sich auch deswegen offenbar am Donnerstag zu einem weiteren Bund-Länder-Gipfel treffen.

Gesundheitsminister Spahn (CDU) hält schärfere Kontaktbeschränkungen für notwendig, sollten die Zahlen nicht sinken. „Der Ansatz, kurz und umfassender, um wirklich einen Unterschied zu machen, ist wahrscheinlich der erfolgreichere. Wenn wir nicht hinkommen mit der Entwicklung der nächsten ein, zwei Wochen bis Weihnachten, dann müssen wir das diskutieren“, sagte Spahn dem Fernsehsender Phoenix. Der Minister schloss nicht aus, dass es auch einen erneuten Lockdown im Einzelhandel geben könnte. „Wir müssen das abhängig machen von den nächsten Tagen, ob es uns gelingt, die Zahlen runterzubringen.“ Auch Kanzlerin Merkel (CDU) fordert bundesweit eine deutliche Verschärfung der Regeln.

Update, 9.15 Uhr - Nächster Bund-Länder-Gipfel bereits am Donnerstag?

Jetzt also offenbar doch: Aufgrund der aktuell besorgniserregenden Entwicklung bei den Corona-Zahlen fordern immer mehr Politiker noch vor Weihnachten einen weiteren Bund-Länder-Gipfel. Laut Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) könnten die Beratungen zwischen Kanzlerin Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten jetzt bereits kurzfristig am Donnerstag, 10. Dezember, stattfinden. Dies berichten Radio Berlin-Brandenburg und der Focus übereinstimmend.

Besprochen werden soll dabei eine massive Verschärfung der Corona-Regeln für ganz Deutschland. „Wir können nicht tolerieren, wie sich die Lage in Deutschland entwickelt“, wird Woidke in den Berichten zitiert.

Update, 8.22 Uhr - Zwölf weitere Todesfälle in der Region

Corona-Fallzahlen in Südostbayern (Stand: 8. Dezember).

Die Fallzahlen und 7-Tage-Inzidenzen sind in den Städten und Kreisen der Region im Vergleich zum Vortag größtenteils wieder angestiegen. Nur der Landkreis Altötting meldete laut neuesten RKI-Daten (Stand: 8. Dezember, 0 Uhr) einen leichten Rückgang bei der Inzidenz (von 228,7 auf 226,9). Während die Werte in den Landkreisen Berchtesgadener Land (von 137,8 auf 141,6) und Traunstein (von 250,4 auf 251,5) nur ganz leicht anzogen, fiel die Steigerung in Stadt (von 218,7 auf 229,7) und Landkreis Rosenheim (von 152,3 auf 164,5) schon deutlicher aus. Der Landkreis Mühldorf überschritt gar wieder die 200er-Marke und gilt jetzt wieder als „Hotspot“ (von 179,5 auf 201,9).

Allerdings haben die Todeszahlen in der Region deutlich angezogen. Alleine in den letzten 24 Stunden wurden laut RKI 12 weitere Sterbefälle im Zusammenhang mit Corona registriert - sechs im Landkreis Rosenheim, drei im Landkreis Altötting und jeweils einer in der Stadt Rosenheim sowie den Kreisen Mühldorf und Berchtesgadener Land.

Corona-Todesfälle in Südostbayern (Stand: 8. Dezember).

Update, 7.26 Uhr - 41 positive Fälle in Fleischbetrieb in Traunstein

Wieder Corona-Infektionen in einem Fleischbetrieb - diesmal in der Region: Bei der Bayernfleisch GmbH in Traunstein sind dem Landratsamt Traunstein zufolge 41 Beschäftigte positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nach betriebsinternen Antigen-Schnelltests seien die Ergebnisse durch PCR-Tests bestätigt worden, hieß es.

Inklusive Kontaktpersonen habe das Unternehmen „vorsorglich 49 Personen über das Wochenende isoliert und bereits vor Arbeitsbeginn in Quarantäne gesetzt“, teilte das Unternehmen mit. „44 Mitarbeiter sind symptomfrei“, hieß es weiter. Angesichts des hohen 7-Tage-Inzidenzwertes in Traunstein sei am Montag eine behördliche PCR-Reihentestung der Belegschaft durchgeführt worden.

Zudem wurden im Landkreis Traunstein auch zahlreiche Fälle in Pflegeheimen registriert - 30 im Alten- und Pflegeheim „Kardinal von Faulhaber“ in Siegsdorf und 26 im „Chiemgaustift“ in Inzell. Das Gesundheitsamt hat die entsprechenden Maßnahmen eingeleitet.

Über 14.000 neue Fälle: Neu-Infektionen weiter auf hohem Niveau

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt in Deutschland auf hohem Niveau. Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) jetzt 14.054 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet (Stand: 8. Dezember, 0 Uhr). In der Vorwoche waren es am Dienstag 13.604 neue Fälle (News-Ticker Montag, 7. Dezember). Der bisherige Höchststand war am 20. November mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden. Binnen eines Tages sind außerdem 423 neue Todesfälle gemeldet worden. In der Vorwoche lag dieser Wert noch bei 388.

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen erwartet wurde. Der bisherige Höchststand von 487 gemeldeten Todesfällen binnen eines Tages wurde am vergangenen Mittwoch erreicht. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 19.342. In Bayern kamen 86 weitere Todesfälle hinzu (gesamt nun 4411).

Seit Beginn der Pandemie zählte das RKI insgesamt 1.197-709 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht bei 1,06 (Stand: 7. Dezember; Vortag: 1,10). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 106 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

mw/mh/dpa

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