Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


SOZIALES ENGAGEMENT IN GRASSAU

Zwölfjähriger hat ein großes Herz

Leopold Knecht aus Grassauerhielt von Zweiter Bürgermeisterin Doris Noichl für sein soziales Engagement eine Ehrung.  Eder
+
Leopold Knecht aus Grassauerhielt von Zweiter Bürgermeisterin Doris Noichl für sein soziales Engagement eine Ehrung. Eder

Grassau – Der zwölfjährige Leopold Knecht liebt die Natur und den Chiemgau.

Er weiß, dass er privilegiert ist, er darf hier aufwachsen. Gemeinsam mit seiner Mutter Tanja Knecht hat er vor drei Jahren die Initiative „Happy-Kids-Camps“ ins Leben gerufen. Seither werden jährlich zwei bis drei Camps für benachteiligte und traumatisierte Kinder organisiert. Gewürdigt worden ist dieses Engagement von Leopold nun von Zweiter Bürgermeisterin Doris Noichl.

Bekannt wurden die „Happy Kids Camps“ 2016 durch den Aufruf „Helferherzen“ einer Drogeriekette. Damals beschrieb die Initiatorin Tanja Knecht das Projekt in kurzen Worten und wurde für ihre Idee und Engagement ausgezeichnet. Besonders bemerkenswert ist, dass der zwölfjährige Sohn Leopold das Projekt nicht nur unterstützt, sondern auch vorantreibt. Er entwarf das Logo und ist bei den Camps immer dabei. Somit ist er auch das Bindeglied zwischen den Erwachsenen und Kindern.

Im Rathaus erklärte nun der junge Mann, dass es nicht selbstverständlich sei, in einer so schönen Gegend, die so viel an Freizeitaktivitäten bietet, aufzuwachsen. Viele Stadtkinder würde so etwas nicht kennen.

Programm für benachteiligte und traumatisierte Kinder

Die Idee für die „Happy-Kids-Camps“ entstand, als die große Flüchtlingswelle nach Deutschland rollte und viele unbegleitete Kinder und Jugendliche kamen. Dennoch versteht sich „Happy-Kids-Camps“ nicht als eine Flüchtlings-, sondern als eine Initiative für benachteiligte und traumatisierte Kinder. Das Angebot dieser für die Teilnehmer kostenlosen Camps richtet sich an staatliche wie private Institutionen wie Kinderheime, Kinderhilfsvereine, Kinderschutzprojekte und heilpädagogische Gruppen.

Das Programm der Camps wird immer individuell auf die jeweilige Gruppe, immer zwischen zehn bis zwölf Kinder im Alter zwischen sechs und 17 Jahren, zusammengestellt. Wie Tanja Knecht berichtete, gebe es Kinder, die können nicht in einem Schlafsaal übernachten, andere haben in engen Räumen Angst. Wichtig ist, dass alle Erlebnisse in der Natur stattfinden, sei es Bergwanderungen zu Almen, Klettern, Floßfahrten auf dem Chiemsee, Moorerlebniswanderungen, Hochseilgarten oder vieles mehr. Gemeinsame Erlebnisse stärken die Kinder, geben Selbstvertrauen und lassen die Probleme vergessen. „Den Kindern ein paar unvergessliche Tage schenken, das ist unser Ziel“, erklärt Tanja Knecht, die ebenso ehrenamtlich arbeitet wie die Betreuer und Pädagogen, die die Camps begleiten.

Leopold erzählt von Erlebnissen beim Lagerfeuer, beim Floßbauen, beim gemeinsamen Kochen, aber auch von Gesprächen, vom Lachen und Spaßhaben miteinander. Für ihn ist es selbstverständlich, an der Initiative mitzuwirken. Im vergangenen Jahr waren erstmals auch zwei 14-jährige Flüchtlingskinder dabei, die eindrucksvoll von ihrer Flucht und ihrem Leben vor diesem einschneidenden Erlebnis berichteten.

„Während der vier bis fünf Tage des Camps ändern sich die Kinder – und es kommen ganz andere Kinder zurück“, schwärmt Tanja Knecht. „Gestärkt, voller Lebensfreude und Energie verlassen die Kids das Camp. Hier durften sie einfach Kind sein, ihre Sorgen und Nöte hinter sich lassen und die Erlebnisse in der Natur genießen“.

Beeindruckt zeigte sich Doris Noichl, die diese Ehrung im Rathaus vorantrieb. Solch persönliches Engagement müsse gewürdigt werden, betonte die Zweite Bürgermeisterin. Beeindruckt war sie von den Erzählungen des Schülers, der seine Eindrücke lebhaft und begeistert schilderte.

Leopold Knecht und seine Mutter werden weiter für ihre Initiative aktiv sein, planen bereits die nächsten Camps und freuen sich schon auf die nächsten Begegnungen mit den Kindern. Unterstützer und Sponsoren werden immer benötigt, damit möglichst viele Camps organisiert werden können. Spendenquittungen können ausgestellt werden. tb

Infos auf www.happy-kids- camps.de

Kommentare