12 Coronafälle im Ertlhof in Rimsting: Bauzaun dient als Schutzmaßnahme

Gartentor des Ertlhofs in Rimsting: Wegen Corona darf niemand rein und niemand raus. Berger
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Gartentor des Ertlhofs in Rimsting: Wegen Corona darf niemand rein und niemand raus. Berger

Der Ertlhof in Rimsting steht unter Quarantäne, weil zwölf der 61 Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden sind. Für diese zwölf Bewohner hat die Heimleitung in Absprache mit dem Gesundheitsamt eine eigene Isolierstation eingerichtet.

Rimsting – Dafür wurde ein Wohnbereich, der über einen eigenen Speisesaal und sogar einen eigenen Raucherraum verfügt, abgesperrt. Die Mitarbeiter betreten die Isolierstation über eine Schleuse, in der sie die Schutzkleidung anlegen können. Über eine weitere Schleuse können sie Sperrzone wieder verlassen. Das Essen kommt über einen separaten Aufzug.

Bewohner können das Gelände zur Zeit nicht verlassen

„Am Wochenende hat der Katastrophenschutz nach Absprache mit Heimleitung und Gesundheitsamt einen Zaun um das komplette Gelände errichtet“, erklärt Ertlhof-Geschäftsführer Martin Kruse. Jetzt kann niemand das Gelände verlassen oder von außen betreten. Warum die Sperrung des Geländes erst eine Woche später erfolgt, konnte gestern nach Anfrage unserer Zeitung nicht geklärt werden. Innerhalb des Außenbereichs können sich die Bewohner frei bewegen“, erklärt Kruse.

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In dem großen Garten der Einrichtung haben die Bewohner ausreichend Gelegenheit, an der frischen Luft zu sein und sogar Sport zu treiben, von Hanteltraining bis Yoga. Das gilt im Ertlhof nach Angaben von Andrea Vodermeier, der Leiterin der Einrichtung, als wichtiger Baustein der Therapie.

Erkrankte bislang ohne Symptome

Alle Bewohner und Mitarbeiter halten sich nach Kruses Angaben strikt an die Hygieneregeln. Seit fünf Wochen tragen Sie Mund-Nasen-Masken und zwar den ganzen Tag. „Wir haben das schon eingeführt, bevor es Pflicht geworden ist“, sagt Geschäftsführer Kruse. „Das funktioniert ganz wunderbar, alle halten sich sehr diszipliniert an die Maskenpflicht.“ Wer eine neue Maske brauche, der bekomme auch gleich eine. Die gebrauchten Stoffmasken würden gewaschen. Natürlich gebe es den einen oder anderen Bewohner, der die Maske nicht richtig aufsetze. „Aber mit dem sprechen wir und dann klappt das“, so Kruse.

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„Die gute Nachricht ist, dass sowohl alle 61 Bewohner als auch die 50 Mitarbeiter keinerlei Symptome haben“, so der Ertlhof-Geschäftsführer. Die Sperrung des Geländes besteht seit einer Woche. „Wenn sich keiner mehr infiziert und alle symptomfrei bleiben, dann könnte die Quarantäne in einer Woche aufgehoben werden“, sagt Kruse. Um zu überprüfen, dass sich auch wirklich keine weiteren Bewohner der psychiatrischen Einrichtung mit dem Virus angesteckt haben, sollten am Montag alle nachgetestet werden. Es könne ja sein, dass sich jemand bereits infiziert hatte, der Test aber negativ war. „Dieses Risiko wollen wir ausschließen“, erklärt Kruse. Morgen, Mittwoch oder am Donnerstag habe man Klarheit.

Für weitere Fälle brauchtdas Haus mehr Platz

„Sollten noch weitere Fälle dazukommen, dann könnten wir ein Platzproblem bekommen“, sagt Kruse. Da ein ganzer Wohnbereich zur Isolierstation umfunktioniert worden ist, mussten die nichtinfizierten Bewohner enger zusammenrücken. „Wir müssten dann gemeinsam mit dem Gesundheitsamt überlegen, wie wir das Platzproblem lösen“, so Kruse. Ob es am Schluss der Quarantänezeit noch einen Test aller Bewohner geben soll, das könne er nicht sagen. Das entscheide letztlich das Gesundheitsamt. Martin Tofern

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